|
Eins war klar,
für die Gefahr solcher Haftstrafen musste er sich etwas überlegen, was mehr
Gewinn einbringen würde. Gerade einmal drei Tage war er wieder auf freien Fuß
und statt nun ein geregeltes und legales Leben zu führen, hatte er schon wieder
Gedanken an die schiefe Bahn. Doch wer ist er? Mit bürgerlichen Namen wurde
David K. im Jahr 1974 in Hamburg geboren, es folgten eine kaputte Kindheit, der
Schulabbruch und die kriminelle Laufbahn. Waren es zunächst kleinere Delikte
wie Diebstahl und leichte Körperverletzung, war es dann das Hamburger
Rotlichtviertel was ihn magisch anzog. Vom Türsteher und Geldeintreiber zum
Clubbesitzer und Zuhälter, was ihm gutes Geld brachte und einen Namen machte.
Geachtet, respektiert und gefürchtet auf dem Kiez war er in den späten 90ern
schon eine echte Kiez-Größe, doch damit auch schnell mit einer Zielscheibe der
Justiz behaftet. Geldstrafe und Bewährung bedeuteten noch einmal Glück im
Unglück, doch dann folgte 2006 eine Haftstrafe wegen Menschenhandels, Hehlerei
und Waffenbesitz. Ursprünglich war er zu 9 Jahren verurteilt worden, doch schon
im Herbst 2013 wurde er wegen guter Führung entlassen. Und was nun? Zum Glück
hab es noch versteckte Bankkonten, die von der Staatsanwaltschaft nicht
entdeckt wurden und somit unberührt blieben. Seine beiden Clubs und das
Wettbüro hatte er eh schon wegen Steuerrückzahlungen verkaufen müssen, so dass
ihm nicht viel blieb. Zudem wieder in die Zuhälterei einsteigen? Nein, für das
Geld lohnte sich die Gefahr nicht.
Die zündende Idee
kam ihn ganz plötzlich vor dem Fernseher, als er beim sinnlosen herum zappen
bei RTLs Sendung „Ich bin ein Star, holt mich hier raus“ hängen blieb.
Aufgefallen war ihm da vor allem eine junge und hübsche Blondine, die im
Dschungel vor allem ihren Mitbewohnern die Nerven kostete und er musste daran
denken, dass sie geknebelt bestimmt angenehmer wäre. Die Rede ist von Austrias
Next Topmodel Larissa Marolt. David kannte sehr viele wohlhabende Männer, die
oft etwas besonderes suchten. Zu gut erinnerte er sich an manche Wünsche alter
Kunden, oftmals auch an Sachen die er nicht erfüllen konnte oder wollte, aber
was würden wohl manche von denen bezahlen, wenn sie einen Promi ficken dürften?
Sicherlich eine ganze Menge, soviel dass sich die Gefahr schon eher lohnen würde.
Nur wie sollte er das angehen, was brauchte man und vor allem wie kommt man an
solche Promis ran? Und sind C-Promis wie besagte Larissa nicht eh eher
uninteressant? Wie es der Zufall so will, erlebte aber genau diese in den
kommenden Wochen einen Hype und so war es ein ehemaliger Kunde, den David
zufällig traf und der dem ganzen Unterfangen die letzte nötige Motivation gab.
Es war bei einem lokalen Boxkampf, wo er Herrn Schultze traf. Ein Mann Ende 40,
der ein nach außen hin gut bürgerliches Leben hat mit Ehefrau, Kindern und
einer gut laufenden Autohauskette. Doch die andere Seite sind junge
Prostituierte und vor allem die SM-Szene. Nach dem üblichen unwichtigen
Smalltalk und den Höflichkeiten kam er auch schnell zur Sache: „Sagen sie mal,
sind sie nach der Haftstrafe jetzt wirklich ganz raus aus dem Geschäft? Das
wäre bedauerlich, da niemand so ein gutes Händchen für die Frauen hatte.“
Sicherlich war da was dran; während die Konkurrenz immer auf Sicherheit
gespielt hatte, nur Frauen hatte die man eben an jeder Ecke bekommt, standen
Davids Clubs immer für das Besondere. „Die deutschen Behörden machen es einem
ja nicht leicht und ganz ehrlich, selbst mein bisher Besonderes lohnt nicht.
Dafür bringt mir die hübscheste Jungfrau nichts ein.“ versuchte er gleich
abzulehnen, doch Schultze ließ nicht locker. „Stimmt, da fehlt noch der Kick.
Man müsste mal so eine Prominente irgendwie bekommen, das würde Geld bringen.“
Verdammt, konnte er jetzt Gedanken lesen? „So eine Prominente? An wen dachten
sie denn da und was wäre ihnen so etwas wert?“ hakte nun David selber nach, da
es ja scheinbar wirklich eine Nachfrage geben könnte. Herr Schultze schien
einen Moment zu überlegen, bevor er grinsend und doch ernst gemeint antwortete:
„Naja, so eine Helene Fischer oder Jeanette Biedermann wären schon interessant
und dafür würde ich dann auch 100.000 Euro oder so zahlen ohne nachzudenken.“
100.000? Hatte David das richtig verstanden? Das wäre wirklich ein lohnendes
Geschäft, zumal Herr Schultze ihm zu verstehen gab, dass er bei so etwas als
Kunde sofort begeistert wäre.
|