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    Sklavenkarawane 016.

    SJ 006

     

    Sklavenkarawane 16 (Fortsetzung von Doktorspiele  )

     

     

     

    Als es darum ging, wie und in welcher Begleitung wir die Damen Rose, Lilie und Yasmine wieder in ihre Heimat Kairo bringen sollten, machte Abu Hassan einen Vorschlag, der allgemeine Zustimmung fand. Er meinte nämlich, wir könnten gemeinsam den kurzen Weg an die Küste zur Burg des Berberfürsten Tariq und seiner Frau Tabitha machen. Dieser hatte uns gemeldet, dass er eine Schar Sklavinnen zu verkaufen hätte. Abu Hassan schlug vor, er könnte diese mit einer kleinen Schar zurück ins Wüstenfort senden, während er mit der Hauptschar und unseren Tieren den Landweg nach Kahira nehmen werde. Wir übrigen sollten uns doch den Luxus einer beschaulichen Schiffsreise nach Alexandrien und flussaufwärts nach Kahira leisten. Gesagt, getan!

     

    Beschaulich! Ha, welch ein Hohn! Wir waren 12 Personen: die drei Ägypterinnen, Nadine, Emma und Sharada als deren Kammerfrauen, Sonja mit SellenA und Bugsy im Gefolge und Christiane mit Taurus und meiner Wenigkeit. Abu Hassan wollte uns besorgt ein Dutzend Krieger aus unserer Schar mitgeben, aber Fürst Tariq beruhigte uns und behauptete, dass noch niemand es gewagt hätte, eines seiner Schiffe anzugreifen.

     

    Dementsprechend unbeschwert genossen wir einen prachtvollen Sonnenuntergang, sprachen den Speisen und dem ausgezeichneten, aber schweren  Wein zu. Kein Wunder, dass mein Schlaf ein sehr tiefer war. Christiane hatte große Mühe mich wach zu rütteln. Schlaftrunken richtete ich mich auf.

    „Herr! Herr! Wacht auf! Ich glaube, dass wir überfallen werden!“ Jetzt hörte ich auch das Getümmel und Geschrei an Deck!

    „Lass’ die Tauben los! Alle!“, konnte ich ihr noch befehlen. Ich sah, dass sie zum Käfig huschte, zur Luke eilte und ihn öffnete, dass die Tauben entweichen konnten. Ich kleidete mich hastig an und suchte meine Waffen. Vergeblich. Die Kajütentür wurde eingetreten. Die Kerze verlöschte durch den Zug. Eine Menge von Gestalten drängte herein. Im nächsten Augenblick war ich wehrlos. Meine Handgelenke wurden hinter meinem Rücken mit Stricken gefesselt. Ich wehrte mich nicht besonders, aber nicht aus Feigheit oder aus Schlaftrunkenheit, nein, aus Überraschung: Nicht derbe Seemänner fesselten mich, sondern junge, dralle, weibliche Körper drängten sich um mich. Ich spürte pralle Brüste, über die sich dünne Blusen spannten, ich spürte knackige Popos und heiße Schenkel! Unglaublich, aber wahr!

    „Licht!“, befahl eine weibliche Stimme. Von draußen wurden eilends einige Fackeln in die Kajüte gebracht. In ihrem Schein suchte ich zuallererst nach Christiane. Sie wurde nahe der Luke von einigen Weibern soeben gefesselt.

    Auf meinen fragenden Blick antwortete sie mit einem beruhigenden Senken der Augenlider. Erleichtert blickte ich suchend herum, konnte aber den Käfig nirgends sehen. Es war Christiane gelungen, ihn durch die Luke ins Meer zu befördern. Unsere Überwältigerinnen wussten also nichts davon. Ja, diese Siegerinnen! Ich wandte meinen Blick ihnen zu. Ich glaubte zu träumen. So ein Bild hatte ich noch nie gesehen! Nicht ein Mal auf einem Maskenball in einer der europäischen Residenzen. Junge, schöne, rassige Weiber in Piratentracht füllten die Kajüte. Ihr Aussehen passte ganz und gar zu den sinnlichen Wahrnehmungen, die ich während des Gefesseltwerdens gehabt hatte! Und die Schönste von ihnen stand mir gegenüber und musterte mich mit spöttischem Blick. Ein Bild von einem Weib: groß, schlank, doch wohl proportioniert, dunkler, zigeunerhafter Teint, schwarzes, wallendes Haar, feurige Augen, volle Lippen, Nase, Wangen und Kinn entzückend. Ich erkannte sie sofort wieder. Viel, viel weniger entzückend waren ihre Worte:

    „Nun, mein Lieber! Wie weit ist denn, was Ihr seht, in Euer schwerfälliges Gehirn eingedrungen? Muss zwiespältige Gefühle in Euch wecken, nicht wahr? Wenn stimmt, was über Euch berichtet wird, seid Ihr durchaus in jeder Lage, auch der jetzigen, ein Bewunderer und Verehrer weiblicher Schönheit, allerdings dürfte es Euch schwer werden, sie Euch nutzbar zu machen und das wird an Eurem Selbstbewusstsein nagen! Ihr seid doch Abuqual, der berüchtigte Sklavenjäger aus dem Wüstenfort Abupain? Oder?“

    „Schöne Frau! Ihr seid gut unterrichtet! Ich bin Abuqual! Darf ich auch erfahren, mit wem ich die Ehre habe zu parlieren?“

    „Genau genommen dürft Ihr nicht, denn Ihr seid mein Gefangener! Ich bin aber zu stolz, meinen Namen zu verheimlichen! Ich bin Ramona, die weithin bekannte und gefürchtete Piratin! Mein Schiff ist die Artemis, benannt nach der griechischen Göttin der Jagd, weil ich mit meiner Mannschaft, welch ein Hohn: es ist ja keine MANNschaft, sondern eine Männer verachtende JUNGFERNschaft der besonderen Art, Jagd mache, auf Geld zum Leben und auf Männer, zur Befriedigung meiner grausamen Gelüste! Ihr habt sicher schon von mir gehört!“

    „Selbstverständlich vernahm ich bereits Kunde von Euch, der gefürchteten Korsarin Ramona, deren Schönheit und deren Grausamkeit weithin über alle Länder und Meere bekannt sind. Schon lange wollte ich Kontakt zu Euch aufnehmen als einer verwandten Seele. Ich bedaure, dass dies unter solchen Umständen geschieht. Aber auch das hat seinen Reiz! Sogar einen ganz besonderen!“

    „So habt Ihr keine Angst vor mir? Wird Euch nicht bange? Ihr seid vollkommen in meiner Hand! Ich kann mit Euch tun und lassen, was ich will. Ich kann Euch auspeitschen, ich kann Euch töten! Wie fühlt sich diese Hilflosigkeit an, stolzer Sklavenjäger?“, fragte sie lauernd. Dabei blickte mich das Weib auf eine Art an, die einen Anderen hätte schaudern lassen. Hohn, Grausamkeit, Hochmut, Neugier, Machtbewusstsein, aber auch Traurigkeit, eine Frage nach etwas Unerreichbarem schwangen mit!

    „Nein, Ramona! Angst macht handlungsunfähig! Die Wirklichkeit muss ich annehmen. Und vor allem: Wer Grausamkeiten austeilt, muss sie auch ertragen können!“

    „Wie meint Ihr das, Abuqual?“

    „Nun, Ramona, denkt darüber nach! Übrigens ist es eine meiner Gewohnheiten, mich über Menschen, die mich interessieren, genauestens zu informieren. Daher kenne ich Eure Geschichte, Eure Erlebnisse, in England und in Spanien vielleicht besser als Euch lieb ist. Ihr wart in England als mörderische Korsarin angeklagt, zu Unrecht, wie sich nachträglich heraus stellte und wurdet…!“

    „Schweigt, Abuqual!“, fuhr sie mich wütend an, „Kein Wort weiter und zu niemandem. Wir sprechen einander morgen, wenn es Tag wird. Ihr werdet streng bewacht. Für Euch bekomme ich viel Lösegeld! Ha! Ha! Ha!“ Damit verschwand sie.

    Die Weiber fesselten uns so, dass wir liegen, aber uns nicht fort rollen  und einander die Stricke lösen konnten. Wir schwiegen zuerst um zu horchen. Tatsächlich schienen zwei Wachen vor unserer Kajüte zu sein. Sie flüsterten miteinander. Christiane war neugierig:

    „Herr!“, fragte sie mit leiser Stimme, „Was war es, das Ihr über Ramonas Vergangenheit wisst?“

    „Frag’ nicht, Christiane! Noch bin ich nicht sicher, ob dieses Wissen hilfreich oder verderblich ist. Schlaf, wenn Du kannst! Wir brauchen einen klaren Kopf. Das Fliegenlassen der Tauben hast Du gut gemacht! Gute Nacht!“

    „Gute Nacht, Herr!“, seufzte sie unzufrieden. Ich war mir  immer noch nicht klar darüber, was schlimmer ist für sie: unbefriedigte Neugier oder fehlender Sex?

     

    #

     

    Unter diesen Umständen war allerdings an Schlaf nicht zu denken. Mir ging vieles im Kopf herum. Ich glaubte, ein As im Ärmel zu haben. Aber würde es auch stechen? Meine Gedanken schweiften einige Jahre zurück. Ich hatte eine Ladung von Sklavinnen nach England und an die entsprechenden Männer gebracht. Der erfreuliche Erlös aus diesem Geschäft war sicher angelegt. Ich schlenderte zufrieden in Richtung Hafen von Penzance an der Südküste von Cornwall. Ich kam dabei am Court of Justice, einem sehr düsteren Gebäude mit vergitterten Fenstern vorbei. Das Tor stand offen und ein steter Strom von Menschen schob sich hindurch. Da musste ein besonderes Ereignis stattfinden. Ich fragte die Torwache.

    „Herr! Ihr müsst von auswärts sein! Jedes Kind hier weiß, dass die verurteilte Piratin heute zum ersten Mal ausgepeitscht wird!“ Dabei küsste er mit verschmitztem Augenaufschlag seine Fingerspitzen und fuhr fort:

    „Herr! Das müsst Ihr Euch ansehen. Ein Weib wie aus dem Bilderbuch. Eine schwarzhaarige Zigeunerin aus Hispanien, stolz, wild und stark! Stärker als die meisten Männer, würde ich sagen. Bin neugierig, ob der Büttel sie zum Schreien bringt!“ Ich bedankte mich für die Auskunft und wurde, ob ich wollte oder nicht, von der nachdrängenden Menschenmenge in den Hof geschoben, wo auf einem Podium der Büttel den Pfahl für die Auspeitschung, die Manschetten für die Fesselung und seine Schlaginstrumente kontrollierte. Die Menschenmenge füllte beinahe den ganzen, großen Hof und verfolgte mit schaudernder Vorfreude die Vorbereitungen des Büttels. Halb wurde ich geschoben, halb wand ich mich vor, bis ich an den drei Stufen zu dem Podest stand.

     

    Eine Fanfare verkündete den Beginn der Zeremonie. Eine Tür des Justizpalastes öffnete sich. Von sechs Hellebardenträgern wurde die Delinquentin zum Richtplatz geführt. Nur widerwillig öffnete sich eine Gasse, der Zug kam nur langsam voran. Ich hatte Zeit die Frau zu betrachten. Sie war wirklich eine rassige Schönheit. Das viel zu kurze Armesünderhemd betonte die natürliche Anmut und die weiblichen Rundungen ihres Körpers. Sie konnte wegen einer Knöchelkette nur kleine Schritte machen. Aus demselben Grund stockte der Zug vor mir. Die Kette musste abgenommen werden, damit die Verurteilte die drei Stufen zu ersteigen vermochte. Ich konnte sie in Ruhe betrachten. Sie hielt sich sehr stolz und gerade. Lediglich ihre Brüste hoben und senkten sich unter dem dünnen Stoff des Hemdes vielleicht ein wenig schneller als gewöhnlich. Ruhig und forschend ließ sie ihre Blicke schweifen. Auch mich blickte sie an. Feurige, dunkle Augen hatte sie. Unwillkürlich verbeugte ich mich. Schon wollte ihr Blick weiter wandern, aber meine Verbeugung hatte sie irritiert. Mit einem fragenden Ausdruck sah sie mich noch ein Mal an, wurde aber von den Wachen angetrieben, auf das Podest zu steigen. Die stolze, hoheitsvolle Anmut, mit der sie das tat, berührte eine Saite meines Gemütes mehr, als ich mir im Moment eingestehen wollte. Ich bin kein Freund widerstreitender Gefühle! Meist verfolge ich eine klare Linie, weiß, wie ich zu handeln habe, ob mit dem Verstand oder aus einer Eingebung heraus. Jetzt aber stritten zwei Begierden in mir. Die Aussicht, ein halbnacktes Frauenzimmer ausgepeitscht zu erleben, erregte mich ungeheuer! Auf der anderen Seite wollte ich dieses Prachtweib davor bewahren, sie retten, mit ihr ins Bett gehen, ihren heißen Körper an meinem spüren und bedauerte, momentan nichts für sie tun zu können. Es juckte mich, sie dem Henker mit dem Degen in der Faust durch einen kühnen Handstreich zu entreißen. Verstohlen sah ich mich um. Es war einfach aussichtslos, ich konnte nur zitternd vor Grimm die Fäuste ballen. War ich doch selbst hier ein Gejagter, inkognito, musste mich verbergen, trug einen Schlapphut, damit niemand mich erkannte! Wenn ich als Sklavenjäger entlarvt worden wäre, hätte das fatale Folgen gehabt. Ich verbannte alle ritterlichen Gefühle aus meinem Denken und wandte mich wieder dem Geschehen zu.

     

    Soeben streifte der Büttel dem Weib das Hemdchen vom Oberkörper. Ein bewunderndes Raunen ging durch die Menge, als die prachtvollen, formvollendeten Brüste enthüllt wurden. Auch der Büttel bekam Stielaugen, sobald er ihrer ansichtig wurde. Er leckte sich aufgeregt die Lippen. Unter seinem Schurz gab es einen mächtigen Aufstand. Mit schmutzigem Grinsen drehte er das wehrlose Opfer  herum, damit auch wirklich alle Zuschauer in den Genuss des aufregenden Anblicks kamen. Er konnte gar nicht genug davon bekommen. Als neuerlich Fanfaren anzeigten, dass nun das Hohe Gericht erscheinen würde, bequemte er sich endlich dazu seines Amtes zu walten. Er bestimmte zwei Knecht, die das Weib halten mussten und löste die Handgelenksfesseln. Dabei stellte er sich absichtlich so ungeschickt an, dass das Armesünderhemdchen abwärts glitt und sich um die Füße der Delinquentin breitete. Er tat, als hätte er das gar nicht bemerkt und befahl zwei besonders großen Knechten, die Handgelenke vorne wieder zusammen zu binden. Ein ungewöhnliches Vorgehen und eine Strafverschärfung, denn normalerweise wurden die Handgelenke links und rechts am Pfahl befestigt. Dadurch konnte die Delinquentin sich nicht unter den Schmerzen der Hiebe herum drehen, wodurch wenigstens halbwegs gewährleistet war, dass die Peitschenhiebe das eigentliche Ziel, den Rücken, erreichten. Hier aber wurden die vereinigten Handgelenke mittels eines Strickes an einem Ring, der in die Vorderseite des Pfahles eingelassen war, befestigt und der Strick so kräftig angezogen, dass die Piratin gerade noch auf den Zehenspitzen stehen konnte. Die Knöchelkette wurde wieder angelegt und mit einem Glied in der Mitte an einem im Boden eingelassenen Ringbolzen befestigt. Eine teuflische Art der Fesselung, die bewirkte, dass die Delinquentin sich drehen und wenden konnte, wodurch auch die Brüste und die Schamgegend sich den Peitschenriemen als Ziel anbieten würden. Schandenhalber drapierte der Büttel dann das Hemdchen wieder locker um die Hüften des Weibes, aber so, dass es bei jeder heftigen Bewegung  zu Boden gleiten musste.

     

    Es waren nur vier Personen, die das Podium erstiegen. Der Richter und der Staatsanwalt mit ihren Perücken, ein Schreiber und ein Priester. Beim Anblick des Priesters weiteten sich die Augen der Piratin und begannen in abgrundtiefem Hass zu glühen. Ich konnte das sehr gut sehen. Die beiden mussten einander kennen.

    Der Richter verkündete den Versammelten das Urteil, ein endloses Geschwafel, von dem nur wichtig war, dass die Angeklagte einen Verteidiger abgelehnt und sich selbst verteidigt hatte, dass aber allen ihren Beteuerungen kein Glaube geschenkt worden war und dass das Urteil dahingehend lautete, dass sie zwanzig Tage hindurch jeweils fünfundzwanzig Peitschenhiebe erhalten solle und wenn sie diese überlebe, durch den Strang hinzurichten sei. Schließlich wurde sie gefragt, ob sie noch etwas zu sagen habe. Sie besann sich lange, dann sagte sie mit eiskalter Stimme, wobei sie dem Priester unverwandt in die Augen blickte:

    „Nun, da ich seine Eminenz an Eurer Seite sehe, ist mir klar, wem ich das Urteil zu verdanken habe, dass ich weder Gerechtigkeit, noch Gnade zu erwarten habe, dass mein Schicksal besiegelt ist. Ich muss die Beurteilung der infamen Verleumdung, deren Opfer ich bin, einer höheren Macht anvertrauen. Ein abgewiesener Verehrer verzeiht nie! Gott helfe mir zu verhindern, dass ich ihm die Befriedigung gewähre mich schwach zu sehen!“ Der Priester neigte sich dem Richter zu und flüsterte mit ihm, worauf dieser befahl:

    „Man beginne!“

    Der Büttel holte aus, die Piratin drehte sich zum Pfahl, Pfeifend fuhr das Leder durch die Luft und landete klatschend auf dem Rücken der Frau. Die bäumte sich unter dem höllischen Schmerz auf. Aus dem weit aufgerissenen Mund wollte ein Schrei hervorbrechen, aber sie biss die Zähne zusammen, dass ich sie knirschen hörte. Zitternd und keuchend stand das Weib leicht vornüber gebeugt an dem Pfahl und bemühte sich den Schmerz zu verbeißen. Der zweite Hieb klatschte über ihr vorgestrecktes Hinterteil  und riss ihr den schlampig drapierten Fetzen vom Leib. Sie wand sich stöhnend und nackt unter der Wucht des Leders. Tiefrote Striemen leuchteten auf der getroffenen Haut. Einige Frauen schluchzten aus Mitleid mit der Delinquentin. Die meisten aber verfolgten das grausame Geschehen gierig. Der dritte Hieb legte sich fauchend um den Oberkörper dass das Ende der Peitsche über die Brüste schnalzte. Die Piratin gab zischende Laute der Qual von sich. Durch die Wucht des Hiebes drehte sich der Körper zuerst in die eine Richtung, dann durch das Zurückziehen der Peitsche in die andere. Sehr gut konnten die Zuschauer dadurch die feurigen Spuren auf den zitternden Brüsten erkennen. Schon wurden vereinzelt Rufe laut:

    „Wir wollen das Weib schreien hören!“

    „Bist du zu schwach, Büttel, ein Weib singen zu lassen?“

    Darauf hin wurden die Hiebe noch grausamer. Das Geräusch des Leders auf der nackten Haut ließ mir die Haare zu Berge stehen. Gleichzeitig aber war ich aufs Höchste erregt und wünschte mich an die Stelle des Büttels. Wie gebannt schaute ich zu, dass sich auf dem nackten, verführerischen Leib der Piratin ein roter Streifen an den anderen reihte, genoss, wie sie sich in höchster Not aufbäumte und in unmenschlichen Qualen wand. Ein erstauntes Murmeln der Menge holte mich aus meiner Erregung und Verzückung. Die Piratin stand wie versteinert mit dem Gesicht zum Tribunal, ihre von Hass lodernden Augen auf den Priester gerichtet, bereit, die letzten drei Hiebe in dieser Stellung zu empfangen. Den ersten davon legte der Büttel quer über beide Oberschenkel. Das Gesicht der Getroffenen verzerrte sich in Qual, als der nächste Hieb quer über ihren Schamhügel zog, versteifte sie sich zitternd und den letzten empfing sie stolz und mit einem triumphierenden Blick quer über beide Brüste. Dann sackte sie ohnmächtig mit einem Seufzer zusammen. Der Priester verzog frustriert das Gesicht, machte eine wegwerfende Geste und eilte davon, gefolgt vom Rest des Gerichts. Rasch machte der Büttel mit seinen Gehilfen die Gefangene los und folgte den Gerichtsherren unter den Schmähungen der enttäuschten Menge, die ihn verhöhnte, weil er nicht im Stande sei, ein Weib zum Schreien zu bringen. Bei der Vorstellung, was die wehrlose, geschundene Frau in der Zelle erwartete, wurde ich erregt, aber gleichzeitig verdrießlich. Ich gönnte sie diesen Schurken nicht. In mir formte sich ein Plan sie zu befreien. Mit viel Gold erwirkte ich mir die Erlaubnis einen Blick in ihre Zelle zu werfen. Sie wurde gerade vom Büttel und seinen Helfern in Eisen gelegt, nackt natürlich und dabei allerlei Handgreiflichkeiten ausgesetzt. Ich wusste nun, wo sie zu finden war und schlich mich ohne von ihr gesehen zu werden, davon. Im Hafen fand ich einen Griechen vor Anker liegen, der bereit war sie aufzunehmen und hinzuführen, wo sie Hilfe erwarten konnte. Ich bezahlte ihn großzügig und eilte zu meinem Schiff. Hassan und meine Männer waren sofort bereit, die Piratin, die keine war, zu befreien, was auch in bewährter Manier, vor allem durch großzügige Bestechung gelang. Der Grieche stahl sich noch in der Nacht davon.

    Wir blieben seelenruhig im Hafen liegen. Selbstverständlich wurden wir verdächtigt, das Schiff wurde durchsucht, aber niemand konnte in den vermummten Männern, die die Gefangene befreit hatten, meine Matrosen  vermuten, die an Deck ein rauschendes Abschiedsfest mit Wein, Weib und Gesang veranstaltet hatten. Später traf ich zwar den Griechen gelegentlich in den Hafenstädten. Er war mir sehr dankbar, weil die Gerettete ihm mit einem großzügigen Geschenk zu einem größeren Schiff verholfen hatte, aber mit der rassigen Piratin kreuzten sich meine Wege nie. Allerdings hatte ich gute Grüne in der gefürchteten Piratin Ramona meine Befreite von damals zu vermuten. Die Beschreibungen, die ich von ihr erhielt, stimmten. Ihr Hass auf alles, das englischer Herkunft war, schien offensichtlich. Und nun war ich ihr Gefangener.

    Nicht gerade die Art von Begegnung mit ihr, die ich mir gewünscht hätte. Wie sollte ich ihr beibringen, dass ich ihr Retter war, ohne dabei das Gesicht zu verlieren? Ich grübelte hin, ich grübelte her, schlief aber schließlich doch ein.

     

    #

     

    Ich erwachte von einem Schrei Christianes und davon, dass man mir die Kleider vom Leib riss. Auch Christiane war schon nackt. Die Kajüte wimmelte von Piratinnen. Christiane warf mir einen trostlosen Blick zu. Es ist ein erbärmliches Gefühl, den Menschen, den man liebt, nicht beschützen zu können. Noch demütigender war es, dass wir beide nackt waren, vollkommen schutzlos und wehrlos. Besonders schlimm war, dass mein Schwanz sich angesichts so massiver, weiblicher Präsenz von der dämlichen Situation unbeeindruckt zur vollen Härte aufrichtete und vor mir her wippte, was ihm allerdings etliche mehr oder weniger bös gemeinte Klapse eintrug. Dazu wurden mir auch noch die Augen verbunden. Ich hatte schon viel erlebt, aber so hilflos wie jetzt hatte ich mich noch nie gefühlt. Von weiblichen Gestalten umdrängt, die ich nicht sehen, nur fühlen konnte wurde ich eskortiert. Ich wehrte mich, wollte mich umdrehen, wissen, was mit Christiane geschah, aber das brachte mir nur brennende Hiebe auf mein Glied und schmerzhafte Tritte zwischen die Beine ein. Also rief ich:

    „Christiane?“ Ich war sehr beruhigt ihre Stimme zu hören, als sie antwortete:

    „Ja, Herr, ich bin da!“ Aber das Klatschen eines Hiebes und ihr nachfolgender Schrei:

    „Au! Das brennt! Hört auf!“, ließen mich ausrasten. Ich versuchte wider jede Vernunft mich frei zu machen, trat und rempelte um mich, aber einige scharfe Peitschenhiebe über meinen Hintern brachten mich rasch zur Vernunft. Trotzig ließ ich mich führen. Hin und wieder stieß ich mit der Stirn gegen Balken, was den Weibern ein Kichern entlockte, weil ich so herzhaft fluchte. Schließlich spürte ich frische Luft. Wir waren wohl an Deck. Ich hörte das Rauschen des Kielwassers und das gelegentliche Schlagen von Segeln. Morgensonne wärmte mein Gesicht.

    „Knie nieder, Weib!“, hörte ich die scharfe, kalte Stimme Ramonas. Langes Schweigen, dann:

    „Du hast klug gehandelt, Weib! Wie ist dein Name?“

    „Christiane!“

    „Christiane!“, rief ich.

    „Herr?“, antwortete sie.

    „Steh sofort auf!“ Ich horchte. Sie stand ein wenig mühsam auf. Ramonas Stimme klang amüsiert, als sie fragte:

    „Warum wagst du es, Christiane, entgegen meinem ausdrücklichen Befehl aufzustehen?“

    „Weil mein Herr es mir geboten hat! Ihr seid nicht meine Herrin!“ Nun klang Ramonas Stimme schon ärgerlicher:

    „Aber du bist gefesselt und dein Herr ist gefesselt! Ihr seid beide meine Sklaven! Ich kann euch peitschen, töten, verkaufen. Wie kannst du ihm gehorchen, der machtlos ist und mir widerstehen, die ich die Macht besitze?“

    „Ihr besitzt keine Macht über mich, liebe Frau! Ich bedaure Euch, wenn Ihr Euch nur auf diese vermeintliche Macht stützen könnt!“

    „Knie nieder, Christiane!“, schrie Ramona nun in Rage.

    „Seht Ihr, Ramona! Ich knie nicht! Ihr habt keine Macht!“, war Christianes ruhige Antwort.

    „Dann werde ich dich so lange peitschen, bis du freiwillig vor mir kniest!“, zischte Ramona wütend.

    „Ihr könnt mich tot peitschen, aber ich werde nie vor Euch knien, außer mein Herr gebietet es mir!“, erwiderte Christiane

    „Das werden wir ja sehen!“, kreischte Ramona und befahl, Christiane an die aufgestellte Gräting zu binden.

    „Halt, Ramona! Erlaubt mir einen Appell an Eure Gerechtigkeit und Großmut zu richten: Ich bitte Euch, lasst nicht meine Sklavin und Gefährtin entgelten, dass sie meinem Befehl gehorsam war. Lasst Euren Unmut an mir aus. Ich bin bereit, an ihrer Stelle die Peitsche zu empfangen!“

    „Ah! Welch ein Edelmut! Hat man mich doch wahr unterrichtet über Abuqual den Sklavenjäger! Aber jetzt bist du mein Sklave und ich quäle dich vielleicht mehr, wenn ich deine Bettgenossin peitsche, als wenn ich dir die Hiebe verabreichte?“ Ich lachte lauthals um Zeit zu gewinnen für eine brauchbare Antwort und meinte dann:

    „Da irrt Ihr gewaltig, werte Ramona! Ihr könnt mir keinen größeren Gefallen erweisen, als Christiane zu peitschen. Nichts bereitet mir größere Lust als ein Weib, das sich unter der Peitsche windet und kreischt vor höllischer Qual!“

    Gespannt wartete ich auf ihre Reaktion. Sie schien zu überlegen.

    „Na, gut! Ich will das glauben. Auch das stimmt mit den Berichten über dich überein. Ich vernahm aber auch, dass du stolz bist bis zur Selbstvernichtung!

    Knie nieder vor mir und bitte mich, Deiner Sklavin die Peitsche zu erlassen!“

    Sofort kniete ich nieder und bat.

    „Ramona! Ich bitte Euch: Seid gnädig und erlasst Christiane die Strafe. Lasst sie stattdessen mir zukommen!“ Christiane schrie von dort, wo sie an die Gräting gebunden war:

    „Herr! Herr! Demütigt Euch nicht um meinetwillen vor diesem harten Weib! Steht auf und nehmt Eure Worte zurück. Ich nehme die Peitsche gerne auf mich! Ihr wisst das, Herr!“, bat sie eindringlich.

    „Ich weiß das, Christiane und ich danke Dir. Aber Du weißt auch, dass der Sklavenjäger nie wohlüberlegte Worte zurücknimmt!“

    „Das wird ja immer besser! So viel Edelmut auf einer Stelle!“, höhnte Ramona.

    „Wie kannst du denn mit deinem Stolz vereinbaren, dass du vor einem verachteten Weib kniest und für ein anderes verachtetes Weib bittest, Sklave?“

    „Ihr irrt, Ramona, wenn Ihr meint, ich verachte Euch oder ein anderes Weib. Im Gegenteil: ich verehre das Weib als Spenderin jeder nur denkbaren Lust, vor allem aber als Vertreterin des lebenserhaltenden Prinzips auf dieser Welt, das Wärme und Geborgenheit der kalten und grausamen Männerwelt entgegensetzt. Ich vergebe mir nicht das Geringste, wenn ich ein verehrtes Weib für ein anderes verehrtes Weib um etwas bitte!“ Ramona gab mir keine Antwort, aber sie befahl:

    „Bindet Christiane wieder los und stellt sie neben ihn. Bringt statt ihr diese Hure aus dem Wüstenfort herbei, wie heißt sie? Sonja, die Herrin von Abupain und Sklavin von Herrn Pentragon.“

    „Steh auf, Sklave!“, fuhr sie mich an. Ich hörte wie sich scheltende Stimmen näherten. Ja, die Sonjas war auch dabei. Sie wehrte sich offenbar gegen ihre Eskorte und schimpfte wie ein Rohrspatz. Dann war sie vor Schreck kurz stumm bevor sie aufschrie:

    „Mein Gott! Christiane, Du? Und Abuqual? Auch Ihr nackt und gefesselt? Oh weh!“

    „Fesselt sie an die Gräting! Sie bekommt zehn über den Rücken, zehn über den strammen Arsch und fünf zwischen die Beine!“

    Während sie angebunden wurde, schimpfte Sonja weiter.

    „Wer gibt Euch das Recht, Ihr Banditin, mich zu schlagen zu lassen?“

    „Oh! Ich lasse dich nicht schlagen, Sklavin! Ich selbst will es sein, unter deren Peitsche du zappelst und schreist. Huren und Hurenböcke versohle ich immer höchstpersönlich und mit dem größten Vergnügen!“

    „Ich bin keine Hure!“, trotzte sie dagegen.

    „Wie willst du das beweisen, du Obernutte?“, fragte Ramona dagegen. Sonja schwieg. Wahrscheinlich überlegte sie, ob sie mich als Zeugen benennen solle oder ob das noch mehr schaden könnte. Das dauerte Ramona zu lang.

    „Fangt an!“, rief sie, wandte sich aber doch noch zu mir. „Oder willst du auch ihre Strafe auf Dich nehmen?“

    „Ihr seid meinen Worten zuvorgekommen. Ich bitte Euch, mir die von Euch verhängte Strafe zukommen zu lassen!“

    „Du willst wirklich die fünfundzwanzig Hiebe von mir erhalten. Ich versichere Dir: wenn ich zuschlage, wirst du dein ganzes Leben daran denken. Willst du das wirklich wegen so einer Hure? Bei Christiane verstand ich deinen Wunsch! Aber bei ihr? Sprich!“

    „Vor allem ist sie keine Nutte, keine Hure. Sie gibt sich nie und nimmer für schnöden Mammon oder einen anderen Vorteil hin, sondern lediglich aus Zuneigung oder aus Bedürfnis! (Gott sei Dank fiel mir noch rechtzeitig das passende Wort ein! Wenn ich gestockt hätte, wäre es fatal gewesen!) Dann ist sie mir von Herrn Pentragon, dem Herrn des Wüstenforts für diese Reise anvertraut, weshalb ich mich für sie verantwortlich fühle!“

    „Gut gesprochen Sklave! Ich kann deine Beweggründe verstehen. Ich peitsche dich auch, ehrlich gesagt, viel lieber als diese Frauen. Du erhältst die Hiebe statt Sonja, der Nichthure!“ Aber auch Sonja ist aus besonderem Holz geschnitzt! Sie rief:

    „Abuqual! Ich bitte Euch! Lasst Euch nicht auf diesen Handel ein! Ich bin es nicht gewöhnt geschlagen zu werden, aber ich werde die fünfundzwanzig Hiebe schon überstehen. Euch wird dieses geile Biest aber zuschanden schlagen!“

    „Ich danke Dir, Sonja, aber mein Entschluss steht fest!“

    „Schön langsam wird mir dieses edelmütige Hin und Her zu viel!“, fauchte Ramona. „Macht Sonja los und fesselt diesen Kerl an die Gräting, aber rücklings! Ich will sein Gesicht sehen, wenn der Schmerz ihn zerreißt!“

    „Ramona!“

    „Was willst du, Sklave? Etwa um Erbarmen winseln?“

    „Im Gegenteil, Ramona! Ich unterwerfe mich freiwillig Eurer Peitsche, aber ich habe drei Bitten an Euch: Fesselt mich nicht, nehmt mir die Augenbinde ab und vor allem: schont mich nicht, lasst Eurer Lust ungehemmten Lauf!“

     

    Ich musste lang auf eine Antwort warten. Ich hörte keinen Laut. Christiane erzählte mir später, das die Piratin wie versteinert gestanden war und mich mit erstauntem Blick gemustert hatte, als könne sie nicht glauben, was sie gehört hatte. Dann war sie mit katzengleichen Schritten zu mir geglitten. Meine Nase verriet mir das. Zögernd schob sie die Augenbinde hoch und bohrte ihren Blick in meine Augen. Mit bebender Stimme fragte sie:

    „Du meinst das ernst?“ Ich nickte nur bejahend

    „Warum?“

    „Ich kenne diese Lust!“ Dabei lachten meine Augen sie an. Aber tief in mir war eine ungeheure Angst, die wohl auch die Augen verdunkelte, denn sie raunte mir zu:

    „Hast du Angst?“ Ich nickte wieder bejahend.

    „Vor mir?“

    „Nein!“

    „Vor den Schmerzen?“

    „Nein!“

    „Wovor dann?“

    „Euch zu enttäuschen, nicht durchzuhalten, Eure Lust nicht restlos zu befriedigen!“

    „Verstehe!“ Sie drängte ihren durch die Kleidung glühenden Leib an mich, küsste mich hart auf den Mund und raunte wieder leise:

    „Du wirst mich nicht enttäuschen!“

     

    Nur Christiane, die neben mir stand, hatte dieses Zwiegespräch hören können. Sie nickte zustimmend, blickte mich ermunternd an, legte mir eine Hand kurz auf die Schulter und schubste mich Richtung Gräting. Ramona nahm mir selbst die Fesseln ab, dirigierte mich an den Holzrost, spreizte eigenhändig meine Beine und zeigte mir zwei Griffe, die ich erreichen konnte, ohne mich auf die Zehen stellen zu müssen. Mein steifer Schwanz stand schräg in die Luft und pulsierte leicht. Ramona nahm ihn in die Hand, drückte ihn leicht, prüfte seine Härte. Ihr Blick bohrte sich noch ein Mal fragend in meinen und loderte dann in grausamer Lust auf, dass mich ein Schauder überlief. Ich verstand meine gewaltige Erregung nicht so richtig. Der Schwanz hätte in Erwartung der höllischen Schmerzen schlaff baumeln müssen. Stattdessen versetzte mich das Weib, das noch dazu vollkommen bekleidet war, in eine unerwartete Erregung. Ich konnte nur hoffen, dass sie mir erhalten blieb und mir half, mit den Schmerzen fertig zu werden.

     

    Ramona war offensichtlich Linkshänderin. Sie stellte sich halb links von mir auf. Ihr erster Hieb zischte heran und explodierte auf meiner Brust ziemlich weit  oben. Mir blieb der Atem stecken, ich bäumte mich in unerträglichem Schmerz auf, verspannte mich zitternd, es flimmerte vor meinen Augen. Mein Mund öffnete sich zu einem Schrei. Gerade noch rechtzeitig konnte ich die Zähne zusammen beißen. Wie sollte ich weitere 24 davon aushalten? Sie wartete aufmerksam bis sich der Schmerz ins letzte Glied ausgebreitet hatte und schlug erst wieder zu, als er abzuflauen begann. Dieses Mal knapp oberhalb der Knie. Das war nicht ganz so höllisch wie über die Brust. Dorthin ging aber der nächste Hieb. Knapp oberhalb der Brustwarzen. Ich wand mich verbissen, wollte mich zusammen krümmen. Hätte ich doch wenigstens nicht gebeten, mich nicht zu fesseln! Ich hätte mich hemmungslos in den Fesseln winden können, statt mich darauf zu konzentrieren, die Beine nicht zusammen zu nehmen und die Handgriffe nicht los zu lassen. Aber dann merkte ich, dass diese Konzentration mir half die teuflischen Schmerzen besser zu ertragen. Auch wenn ich mich erinnerte, wie sie mich geküsst hatte und meinen Schwanz gerieben hatte, wurde mir leichter. Sie schlug am Körper von oben nach unten, an den Beinen von unten hinauf. Bald überzogen rote Striemen Brust, Bauch und Schenkel. Panik wollte mich überfallen, als mir klar wurde, dass die Hiebe sich immer mehr meinem Schoß näherten. Meine Gedanken zerflossen, die tobenden Schmerzen verhinderte das Fassen klarer Gedanken. Wie war das gewesen? Fünf wollte sie Sonja zwischen die Beine verabreichen. Also erhielt ich wohl eben so viele auf Schwanz und Eier. Der erste Hieb quer über die baumelnden Eier ließ mich aufbrüllen, ein tiefer grollender und gleichzeitig brünstiger Schrei verließ meine Kehle. Wild starrte ich meiner Peinigerin in die dunklen, blitzenden Augen, die blanke Gier zu sprühen schienen. Nun erschien sogar ein kleines, triumphierendes Lachen in ihrem Gesicht. Sie hatte mich zum Schreien gebracht.

    „Ha!“, schrie sie und ließ das brennende Leder sich um mein steifes Glied wickeln. Brüsk zog sie die Peitsche zurück und riss mir dabei beinahe den Schwanz ab. Mein Gott! Wie das brannte! Höllische Qual!

    „Ha!“. Ein neuer, brennender, flammender Striemen zog sich über beide Hodensäcke. Ich wollte sie schützen, mich zusammen krümmen. Ich verfluchte meinen Hochmut. Was nutzte mir mein Stolz? Ich winselte, ich schrie. Meine Augen schwammen. Ich konnte die Tränen des Schmerzes nicht hemmen, ich konnte nicht aufhören zu schreien, zu wimmern. Ich konnte nur eines: mein Versprechen halten. Ich schaffte es, meine X-förmig ausgespreizte  Stellung beizubehalten, der Furie meinen Schoß zu präsentieren bis ihre Lust nach Grausamkeit gestillt war. Sie drosch wie von Sinnen auf meinen Schwanz und meine Eier ein. Ich brüllte meine Qualen ungehemmt hinaus, aber ich hielt meinen Blick eisern auf ihre Augen gerichtet, wie sie ihren auf meine. Wir tauchten ineinander. Ich ließ sie an meiner Qual, sie mich an ihrer Lust teilhaben. Nur aus den Augenwinkeln sah ich kurz Christiane und Sonja, die mit weit aufgerissenen Augen entsetzt unser gemeinsames Toben verfolgten.

    Schließlich verdunkelten Schmerz und Qual meine Gedanken und wahrscheinlich auch meine Augen. Ramona erwachte erschrocken aus ihrem Taumel der Lust. Sie warf die Peitsche weg und fing mich Wankenden auf. Schluchzend flüsterte sie mir zu:

    „Verzeiht, Abuqual! Ich danke Euch!“ Dann waren Sonja und Christiane da und hüllten mich in ihre schleierartigen Gewänder. Ihre warmen Hände streichelten meine geschundenen Glieder. Offenbar wollte auch Ramona sich nützlich machen, aber die beiden versuchten sie wegzuscheuchen. Mit heiserer Stimme konnte ich noch bitten:

    „Lasst sie dabei sein. Sie hat ein bemitleidenswertes Schicksal! Bald Eure Freundin..!“ Ich dämmerte weg. Die Schmerzen ließen mich frösteln. Ich konnte noch denken: „Das wird mir allerdings zeitlebens in Erinnerung bleiben!“ Dann war es Nacht um mich.

     

    #

     

    Als ich erwachte, fühlte ich mich pudelwohl, aber die Sonne stand im Zenith. Mein erster Blick war, da ich ja immer noch nackt war, denn Sonja hatte ihre Schleier wieder um sich gehüllt und auch Christiane einen abgegeben, zu meinem Schoß, wo ich einen striemenübersäten Schwanz und ebensolche, geschwollene Hodensäcke erwartete. Aber da war alles in Ordnung, ich hatte auch keine Spur von Schmerz mehr. Ich wollte meinem Erstaunen Ausdruck verleihen, als Ramona heran trat und spöttisch auf mich herab blickte:

    „Nun, Sklave, dein Auftritt war ja sehr kurzer Art. Zuerst fällst du in Ohnmacht, dann erlösen dich deine Freundinnen kurzerhand mit einer Salbe auf wundersame Weise von allen Schmerzen und Verletzungen. Aber wir sind noch nicht fertig mit einander!“

    „Holt die drei Weiber aus Kahira!“, befahl sie. Als sie ängstlich aneinander geschmiegt vor uns standen, verkündete sie ihre Strafen:

    „Je zehn auf die Ärsche, die Titten und fünf zwischen die Beine!“, und zu mir gewandt:

    „Willst du etwa auch ihre Strafe auf dich nehmen, Sklave?“

    „Selbstverständlich, Ramona. Sie sind mir ebenfalls anvertraut. Allerdings will ich gefesselt werden, ich will nicht Eurer Lust dienen und nicht einen Hieb mehr als ausgemacht bekommen! Dafür verzichte ich auf die Anwendung der Wundersalbe!“

    „Gut! Ich  nehme dein Angebot an, Sklave! Was sagen die drei Damen? Sind sie einverstanden, dass dieser Sklave an ihrer Stelle gepeitscht wird?“ Die waren offensichtlich wieder uneins. Schließlich machte sich Rose wie gewohnt zur Sprecherin:

    „Nein! Wir sind nicht einverstanden und bitten unseren Wohltäter, Herrn Abuqual, sein Angebot zurück zu ziehen. Es ist für uns leichter je 25 Hiebe zu ertragen, als für ihn 75 auszuhalten. Wenn eine von meinen Freundinnen früher schlapp macht, werde ich dafür einspringen!“

    Ramona blickte mich gespannt an. Sie leckte sich die Lippen. Ich wandte mich an meine Patientinnen:

    „Ich danke den Damen für ihre Bereitschaft, die Bestrafung selbst erdulden zu wollen, aber ich kann mein Angebot unmöglich zurückziehen und will es auch gar nicht!“

    „Gut! Damit ist alles entschieden! Folge mir, Sklave!“  Ich stand auf und folgte ihr zur Gräting. Sie fesselte mich eigenhändig  mit extrem gespreizten Beinen und Armen daran. Als sie fertig war, zog sie meinen Kopf zurück und fragte:

    „Du willst mir weiter Lust verschaffen! Habe ich Recht?“

    „Ja, Ramona! Ich will!“

    „Warum?“

    „Weil es für mich immer ebenso reizvoll und erregend ist die Lust einer Frau zu erleben wie ihre Qual. Wie anders könnte ich mir, könntet Ihr Euch, die Tatsache erklären, dass mein Glied trotz der Qualen steif bleibt? Und außerdem habt Ihr es verdient!“

    „Wie meinst du das, Sklave?“

    „Später, Ramona, später! Aber denkt an England!“

    „Sprich, Sklave!“

    „Später, später! Jetzt frönt erst Eurer Lust!“ Ich sah, wie sie wütend wurde. Dementsprechend schlug sie auch zu. Ich wand und bäumte mich in den Fesseln, als das Leder in die Haut meines Hintern schnitt. Rücksichtslos verabreichte sie mir die zehn Hiebe. Dann befreite sie mich wortlos von den Fesseln und zischte:

    „Lasst Euch verarzten Abuqual! So ein Sturschädel wie Ihr ist mir noch nie unter gekommen! Ich hatte nicht vor, die drei Frauen oder noch ein Mal Euch zu schlagen, aber Eure unerträgliche Selbstgerechtigkeit und Sturheit machen mich wütend! Beeilt Euch! Gleich gibt es ein Schauspiel, das Euch eine Warnung sein soll. Mit mir ist nicht zu spaßen!“

    Kopf schüttelnd begab ich mich zu Sonja und Christiane, denen es ein Vergnügen war, meinen höllisch brennenden Arsch mit der Salbe zu behandeln. Ihre sanften, schmeichelnden und erregenden Hände und die Salbe stellten mein Wohlbefinden sehr rasch wieder her. Wir achteten dabei nicht auf unsere Umgebung, bis das Klatschen einer Peitsche auf nackter Haut und ein darauf folgender, tierischer Schrei uns auffahren ließen.

    Auf der Back, dem erhöhten Teil des Vorschiffs, hing ein Mann mit weit ausgebreiteten Armen an einen Balken gefesselt, der wieder waagrecht an einem Seil baumelte, das über die Rolle eines Mastauslegers lief. Der Mann war nackt. Seine Beine baumelten etwa zwei Ellen vom Boden. Er zappelte wie von Sinnen. Ein blutiger Striemen lief schräg über seinen Rücken. Von uns aus sah er aus wie eine gekreuzigte Puppe, die sich langsam dreht. Nun sahen wir sein Gesicht. Es war der Kapitän unseres Schiffes, ein Engländer. Die Berber sind ja als Inlandsbewohner miserable Seefahrer. Als Tariq, der Berberfürst und unser Freund, sein Fürstentum erobert und befestigt hatte, sah er sich gezwungen, seine Schiffe mit europäischen Offizieren zu bemannen, bis seine eigenen Leute die entsprechenden Kenntnisse erworden hatten. Auf unserem Schiff war nur mehr der Kapitän ein Engländer. Ich wusste aus den Erzählungen über Ramona, die Piratin, dass sein Leben hoffnungslos verwirkt war. Ich hatte auch nicht die mindeste Lust mich für ihn zu verwenden. Ein grober, ungehobelter Kerl, offenbar auch noch unfähig, denn so leicht hätten die Piratinnen bei ein wenig Aufmerksamkeit und Umsicht unser Schiff nicht einnehmen können. Soeben fiel der zweite klatschende Hieb, dieses Mal schräg über die Vorderseite, direkt in seinen Schoß und das Ende schnalzte auf seinen Arsch. Ein schriller, hoher Schrei, wie von einem Weib war die Antwort. Ich starrte fasziniert hin, aber nicht auf den Kerl, der hilflos da oben zappelte, sondern auf Ramona. Sie hatte, um besser und ungehinderter ausholen und zuschlagen zu können, ihren Oberkörper entblößt. Ihre Brüste waren genauso beeindruckend und prächtig wie damals, als sie selbst öffentlich entblößt und ausgepeitscht worden war. Ramona handhabte die schwere Bullenpeitsche mit scheinbarer Leichtigkeit, aber ich wusste, dass sie Schwerarbeit verrichtete. Nach dem zwanzigsten Hieb, von denen jeder eine aufplatzende Strieme hinterließ, glänzte ihr Körper von Schweiß, nach dem vierzigsten Hieb rann ihr der Schweiß in Strömen vom Leib. Hass war ihre Triebfeder, Hass ließ sie die Anstrengung vergessen. Nach dem fünfzigsten Hieb übergab sie die Peitsche einem kräftigen Mädchen mit ebenso imposanten Titten wie die ihren waren.

     

    Sie kam über die Treppe von der Back auf unser Deck herunter und wollte mit dem Zuruf:

    „Verzeiht! Aber ich muss mich waschen, umziehen und frisch machen!“ an uns vorbei. Ich aber packte sie am Handgelenk, wodurch sie herumgewirbelt wurde und mir in die Arme glitt. Ich roch ihren Schweiß, ich spürte ihn auf meiner Haut. Verwirrt zuerst, dann empört wollte sie sich von mir lösen.

    „Verzeiht, Ramona, verweilt nur eine Minute bei uns. Ich muss Gewissheit haben!“ Erstaunt blickte sie mich an, dann empört, denn ich fixierte ihre nackten Brüste. Sofort erkannte ich die feinen Linien, die von den damaligen Striemen herrührten. Ich drehte sie um wie eine Puppe. Auch auf dem Rücken die eindeutigen Spuren. Ihre Augen sprühten zornig über meine Unverfrorenheit.

    „Das werdet Ihr bereuen, Abuqual! Seht da hinauf! Das wird Euer Schicksal sein! Lasst mich los!“, zischte sie mich wütend an. Ich ließ los. Mit leiser Stimme, aber sehr akzentuiert sagte ich ihr:

    „Ich kenne diese Spuren. Ich weiß, warum Ihr die Engländer hasst. Ich kann Euch dazu verhelfen, diesem Hass sicherer als bisher zu frönen!“ Ihre Augen wurden groß und fragend. Ohne ein Wort verschwand sie.

    „Herr! Was war das? Seid ihr nicht zu weit gegangen?“, fragte Sonja. Christiane kannte mich zu gut und wagte eine derartige Frage nicht.

    „Sei beruhigt, Sonja! Ich weiß, was ich tue! Ramona wird bald unsere beste Freundin sein. Außerdem wird binnen Kurzem Tariq mit seiner Flotte eintreffen. Wir machen kaum Fahrt, weil dieses Weib von seinem Hass gegen die Engländer besessen ist und Ramona heraus finden wollte, ob ich wirklich so bin, wie ich ihr beschrieben wurde. Da kommt sie!“ Finsteren Blickes näherte sie sich unserer Gruppe.

    „Ich höre! Was habt Ihr mir zu Eurer Entschuldigung zu sagen, Abuqual? Mich packt man nicht wie eine beliebige Dirne an!“ Ich lachte sie an und sagte:

    „Ich soll Euch herzliche Grüße von einem griechischen Kapitän Demetrios ausrichten! Kennt Ihr den vielleicht?“ Ihre Augen wurden groß und strahlend. Sie klatschte in die Hände.

    „Mein Retter in höchster Not! Endlich bekomme ich wieder Kunde von ihm!“

    „Ferner muss ich Euch grüßen von den Kapuzenmännern, die Euch befreiten und dem Griechen übergaben. Ihr werdet sie, wenn mich nicht alles täuscht, heute noch zu sehen bekommen!“ Nun sah sie mich beinahe in Panik an und begann zu stottern.

    „Wo.., woher wisst Ihr das alles. Ihr werdet mir langsam unheimlich, Herr Abuqual?“ Ungerührt fuhr ich fort:

    „Schließlich muss ich Euch grüßen von einem Mann, dem Ihr einen zweiten Blick schenktet, als Euch an der Treppe zu Schafott die Fußfessel abgenommen werden musste!“ Ich schenkte ihr genau jenen Blick, den ich auch damals verwendet hatte. Sie erkannte diesen Blick wieder, stürzte zu mir, kniete nieder und küsste meine Hand. Ich hob sie hoch und hielt ihre zitternde Hand fest in meiner:

    „Ramona! Knien sollt Ihr nur vor Gott. Ich bin Euer Freund! Könnt Ihr mir das glauben? Habt Ihr Vertrauen zu mir?“ Sie sah mir lange Zeit ins Gesicht. Sie war gewöhnt, alle Möglichkeiten in Betracht zu ziehen. Sie ließ sich nicht von Gefühlen leiten. Der heutige Vormittag war eine Ausnahme gewesen, die ihr verhängnisvoll werden konnte, wenn sie jetzt falsch reagierte. Sie spürte das und fragte vorsichtig:

    „Weshalb wollt Ihr das wissen?“

    „Weil Ihr in höchster Gefahr schwebt, aus der auch dieses Mal nur ich Euch retten kann!“ Ihr Ton war merklich kühl und sachlich, als sie fragte:

    „Könnt Ihr mich aufklären, wie Ihr zu dieser Meinung kommt, Herr?“

    „Ihr habt zwei Fehler gemacht, Ramona. Ihr habt ein Schiff des mächtigen Berberfürsten Tariq aufgebracht, der Euch gewogen ist, weil auch er die Engländer hasst und Ihr seid zu lange in seinen Gewässern geblieben, statt das Weite zu suchen. Wahrscheinlich seid Ihr schon umzingelt! Wir konnten gestern bei dem Überfall unsere Brieftauben fliegen lassen!“ Sie biss sich auf die Lippe. Trotzig versetzte sie:

    „Ich habe Euch und Euren Tross als Geiseln!“  Ich schaute sie mitleidig an und drehte mich einfach um. Diese stumme Geste brachte sie zur Besinnung. Sie stürzte zu mir her, nahm meine Hand in ihre und bat:

    „Verzeiht, Herr Abuqual. Mir scheint, ich bin nicht recht bei Trost, mache einen Fehler nach dem anderen! Könnt Ihr mir verzeihen?“ Ernst sagte ich zu ihr:

    „Ramona! Damals wart Ihr unschuldig, wie sich bei Eurem Wortwechsel heraus stellte. Ich half Euch gerne. Dieses Mal seid Ihr schuldig, allerdings in Folge eines in meinen Augen berechtigten Hasses, der in der damaligen Ungerechtigkeit seine Ursache hat! Deshalb will ich Euch auch heute helfen. Was haltet Ihr davon, statt des von Euch massakrierten Engländers, Oberbefehlshaberin der Flotte Tariqs zu werden und mit offiziellem Kaperbrief ungehindert Jagd auf die Engländer zu machen. Die Weiber von den gekaperten Schiffen liefert Ihr an Tariq, also letztlich mir, mit den Männern verfahrt Ihr wie bisher, die finanziellen Abmachungen trefft Ihr mit dem Fürsten direkt. Was meint Ihr?“

    „Ich würde mit Freuden auf so eine Lösung eingehen! Aber ich bezweifle, dass Tariq zustimmen würde.“

    „Ich bin überzeugt davon. Es dient seinem eigenen Interesse. Sollte er Bedenken haben, werde ich für Euch bürgen, wenn Ihr mir versprecht, Euch weder von Hass, noch von Lust von Euren Pflichten abhalten zu lassen!“

     

    #

     

     

     

     

    So geschah es dann auch, denn im selben Augenblick rief der Ausguck vom Mast: „Segel in Sicht! Sechs Segel in Sicht! Nur in Richtung Küste ist ein Korridor frei!“

    „Was soll ich tun, Herr?“, fragte sie

    „Was würdet Ihr tun, wenn ich nicht da wäre?“

    „Kämpfen bis zum bitteren Ende. Wenn ich mich ergäbe, hätte ich keine Gnade zu erwarten, nur den schimpflichen Tod am Strang!“

    „Ich biete Euch ein Leben in Ehre für Euch und Eure Piratinnen! Wollt Ihr mir vertrauen?“ Ihr Blick bohrte sich in meinen, dann sagte sie, tief atmend:

    „Ja, ich will Euch vertrauen! Nicht weil ich in einer Zwangslage bin, sondern weil ich Euch heute kennen gelernt habe. Was soll geschehen?“

    „Lasst die Piratenflaggen von beiden Schiffen nehmen. Ihr werdet sie nicht mehr brauchen. Setzt stattdessen weiße Flaggen und zuletzt übergebt mir vor Euren Untergebenen für einige Stunden den Oberbefehl über beide Schiffe.“

     

    Binnen Stundenfrist waren wir eingekesselt, die Kanonen waren auf uns gerichtet. Ein Boot, das die weiße Flagge führte, legte von einem der Schiffe ab und wurde zu uns gerudert. An Bord kam, wie ich schon vermutet hatte, Abu Hassan mit meinen Männern. Erfreut eilte er auf mich zu. Ich stellte ihn Ramona vor, die sich bei ihm und seinen Helfern freudestrahlend für ihre damalige Rettung bedankte, dann gab ich ihm einen Bericht, der den Fürsten begierig machen musste, genau das zu tun, was ich wollte, Ramona stand dabei und meinte nur:

    „Herr, Ihr seid ein gefährlicher Feind!“

    „Aber ein verlässlicher Freund!“

    „Das konnte ich hören. Ihr habt für ihn gesprochen, Ihr habt für mich gesprochen, für meine Untergebenen, nicht aber für Euch selbst!

     

    Hassan hatte ganze Arbeit geleistet. Der Fürst selbst ließ sich zu uns rudern.

    Ich ließ die Wache antreten, um ihn gebührend zu empfangen. Als er anlegte, bat Ramona:

    „Herr, lasst mich Abbitte leisten, für alles, das ich Euch heute angetan habe.“ Sie ging vor mir auf die Knie, nestelte meine Hose auf, holte meinen Schwanz heraus und begann ihn gekonnt zu lutschen, als der Kopf des Fürsten über der Bordwand erschien. Ich zischte, was ihr einfalle, sie solle aufhören, aber sie ließ sich nicht beirren und sie war eine Meisterin. Außerdem war neben der körperlichen Annehmlichkeit, die sie mir zukommen ließ, das Gesicht des Fürsten beim Anblick, den wir ihm boten, von solch göttlicher Köstlichkeit, dass es mir gar nicht in den Sinn kam, mich ihr zu entziehen. Es dauerte einige unvergessliche Augenblicke, bis er sich so weit gefasst hatte, dass er rief:

    „Abuqual, Freund meiner Seele, wie immer ein starkes Weib zu Deinen Füssen und zu Deinen Diensten“  Bei diesen Worten erhob sich Ramona rasch. Ich nahm sie an der Hand. Sie sah einfach bezaubernd aus. Die leichte Röte der Scham, der Erregung, auf ihrem gebräunten Gesicht verlieh ihr eine hinreißende Weiblichkeit. Als wir gemessenen Schrittes zu Tariq gingen, begannen die Umstehenden zu kichern, unterdrückt zu lachen, auch Tariq musste sich den Bauch halten vor Lachen.

    „Abuqual!“, schrie er lachend, „Du bist doch immer für Überraschungen gut!“

    Dabei umarmte er mich, was mit Hindernissen verbunden war, weil weder Ramona, noch ich Zeit und Gelegenheit gefunden hatten, meine steife Latte dorthin zu verstauen, wo sie hingehörte. Das grölende Gelächter schwoll noch an, als ich mich nun Tabitha, Tariqs Frau zuwandte, die zwar auch lachte, aber angesichts meines wippenden Schwertes doch einen kleinen Schritt zurück trat.

    „Ihr wollt mich doch hoffentlich nicht hier in aller Öffentlichkeit vergewaltigen, Abuqual?“, prustete sie los.

    „Nicht hier, liebe Tabitha! Sonst schon!“, gab ich zurück und verstaute mein Glied mit einigen Schwierigkeiten, bevor ich sie umarmte und ihr den Begrüßungskuss gab. Dann wurde ich ernst.

    „Tariq! Darf ich Dir Ramona, Deine neue Frau Admiral zuführen. Sie wird Deine Flotte besser führen als der Nichtsnutz, den sie heute massakriert hat.“

    Ramona machte einen formvollendeten Knicks. Der Fürst küsste ihr die Hand und meinte ein wenig süffisant:

    „Wenn Eure nautischen Fähigkeiten nur annähernd an Eure animalischen heran reichen, will ich sehr zufrieden sein!“ Finster blickend antwortete Ramona.

    „Ich werde Euch beweisen, dass sie nicht nur ebenbürtig sind, sondern sie weit übertreffen, Fürst Tariq!“

    „Verzeiht, Ramona! Ich wollte Euch nicht nahetreten. Das Schauspiel, das uns empfing, wirkte nach!“

    „Das war eine Abbitte für begangenes Unrecht, die nicht jedermann zuteil wird!“, war die kratzbürstige Antwort.

    „Oh, schöne Ramona! Was müsste ich erleiden, um auch einer solchen Abbitte würdig zu werden?“

    Tabitha sagte nur:

    „Tariq!“

     

    #

     

    So sind sie halt, diese Männer!

     

     

     

     

     

     

     
      Posted on : Dec 17, 2013
     

     
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