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DIE
HAND
(Die erste Kurzgeschichte aus dem Buch „Mut zur Demut“
von Sina Aline Geißler, Zitat)
Eine Hand.
Eine Hand von rechts.
Sie tastet sich
näher, sanft, kaum spürbar. Verweilt einen Moment lang auf der Lehne zwischen uns und gleitet
dann weiter, unhörbar.
Wie zufällig,
versehentlich rutscht sie auf mein Knie und bleibt dort liegen.
Eine Hand. Behaart.
Ohne Ring. Eine männliche Hand mit schlanken, langen Fingern.
Die Hand eines
Fremden. Denn ich bin allein zu diesem Vortrag hier gegangen. Wie immer zu spät
gekommen, fand ich in der Dunkelheit irgendwo einen freien Platz. Das einzige
Licht in dem Saal lässt den Vortragenden
oben auf der Bühne, irgendeinen Professor, Fachmann für irgendwas, erstrahlen.
Und nun die Hand. Auf meinem Knie.
Ich verharre reglos,
halte den Atem an. Die Hand klettert indessen weiter, meinen rechten Schenkel
hinauf. Mir stockt der Atem. Sie fühlt sich weich an, doch nicht schlaff, sanft
und doch energiegeladen. Eine schöne Hand. Mit einem angenehmen Druck, nun fest
auf meinem Schenkel. Eine Hand, die meine geheimsten Gedanken und Wünsche
kennen muss, denn wie von mir selbst gesteuert, so sicher um meine Regungen
wissend, tastet sie sich weiter.
Beifall. Für den
Professor.
Die fremde Hand
bleibt liegen. Meine eigenen Hände haben sich in den Sitzbezug gekrallt. Unser Beifall bleibt aus.
Ich ringe um Luft.
Diese alles wissende Hand ist zu meinem Knie hinunter geglitten und hat mein
kurzes Kleid in einer gekonnten Bewegung nach oben geschoben. Die langen Finger
schieben sich unter meinen Tanga.
Verschwommen erkenne
ich die Gestalt des Professors auf der Bühne. Seine emphatischen Äußerungen
unterstreicht er mit wilden Gebärden. Seine Stimme erreicht mich wie aus
weiter, weiter Ferne. Ich schließe die Augen.
Ich sollte sie
entrüstet zurück stoßen, diese Hand, denke ich für einen kurzen Moment. Wo
bleibt mein Anstand, bleibt die Moral?
Dann gebe ich auf,
ergebe mich dieser fremden Hand, unterwerfe mich ihrem Willen. Längst bin ich in einen Zustand
geraten, in dem die Gesetze von Moral und Etikette keine Rolle mehr spielen,
jede Vernunft erloschen ist.
Ich bin nur noch
Gefühl. Bestehe nur noch aus Trieben und Lüsten, die ausgelöst sind durch diese
fremde, göttliche Hand.
Langsam, fast zu langsam, bahnt sie sich, über meinen
Haarpelz schleichend, den Weg in meine warm-feuchte Spalte. Dort bleibt sie
liegen, sanften Druck ausübend auf das Knötchen, in dem meine Leidenschaften
und Lüste sich sammeln. Mach weiter, möchte ich betteln. Doch die Hand ruht
unbeirrt mit gleich bleibender Sanftheit.
Ich bewege mich, kaum noch meiner Sinne mächtig, wie automatisch in meinem
harten Sitz. Ich presse meine Scham der Hand entgegen, reibe mich an ihr, auf
und ab. Mir ist es gleich, dass Scharniere quietschen und die Lehne knarrt. Ich
kenne nur noch Lust, diese ungestillte Gier nach Erfüllung und Erlösung.
Da, endlich, beginnt
die Hand zu kreisen. Ihr Druck wird härter, dann wieder weicher – ganz hart,
unendlich weich….
O diese Hand! Sie
raubt mir die Besinnung und auch noch die letzte Beherrschung. Ich will
jammern, treten, stöhnen, schreien: „Schneller!“ – „Noch nicht!“ – „Jetzt!!!“
Dann zucken meine
Glieder. Der ganze Körper wirft sich in dem harten Sitz hin und her, Ströme
ergießen sich in mir, grelle Lichter blitzen vor meinen Augen auf.
Benommen öffne ich
die Augen: Die Saalbeleuchtung ist angeschaltet. Ein Raunen in der Menge.
Panisch blicke ich an mir hinunter – doch mein Rocksaum liegt sittsam knapp
über dem Knie.
Beifall erhebt sich.
Ach so, der Vortrag ist zu Ende.
Die Hand! Wem gehörte
diese Hand?
Langsam, mit
klopfendem Herz, drehe ich meinen Kopf nach rechts….
Der Sitz neben mir
ist leer.
FANTASIE ZU DER KURZGESCHICHTE „ DIE HAND“,
von Sina Aline Geißler in dem Buch
„Mut zur Demut“
NOCH EINE HAND.
( TEIL 1)
CHRISTIANE:
Ich war verwirrt gewesen,
schockiert von meinen widerstreitenden Empfindungen. Mein Seelenfrieden war
empfindlich gestört. Ich fühlte mich unruhig, unzufrieden, auch mit mir selbst.
Ich hatte den Orgasmus, ausgelöst von der fremden Hand genossen und hatte
gleichzeitig das Gefühl, etwas Verbotenes zu dulden und Angst, jemand würde
etwas bemerken. Ich hatte mich geärgert über die Dreistigkeit dieser fremden
Hand, mit der diese mich manipuliert und vergewaltigt hatte und hatte doch
nicht die Kraft gehabt sie zurück zu stoßen. Ja, ich hatte es genossen, gegen
meinen Willen zum Höhepunkt geführt zu werden. Ich wollte mir einreden, daß das
alles nur ein Hirngespinst, ein Wachtraum gewesen sei, aber die Hand war
wirklich gewesen und mein Orgasmus auch.
Nicht genug damit, verfolgten
mich die demütigenden Empfindungen weiter, drängten sich fordernd in mein
Bewußtsein und verlangten nach mehr von solchen Erfahrungen. Die Befriedigung
meiner körperlichen Bedürfnisse hatte nicht zu einer Beruhigung geführt,
sondern im Gegenteil eine Art Gier nach weiteren, ähnlichen, ja noch viel
demütigenderen Erlebnissen geweckt. Mit Entsetzen wurde ich mir bewußt, daß das
Erlebnis mit der Hand Mauern von Tabus eingerissen hatte und in mir eine
quälende Sehnsucht danach entstand, wehrlos zu sein, mich zu unterwerfen,
gefesselt zu werden, vergewaltigt zu werden, Schmerzen zugefügt zu bekommen,
mich auf obszöne Weise vor anderen zu winden und zu krümmen und sie in und
durch meine Wehrlosigkeit in sexuelle Erregung und Raserei zu versetzen. Solche
Gedankenfolgen erregten mich maßlos und ließen mich gleichzeitig ängstlich
schaudern und beben.
Mein Verlangen nach
einschlägigen Erfahrungen wurde schließlich so übermächtig, daß ich an Gerd
herantrat und ihm in einer intimen Stunde mein Erlebnis und die daraus
folgenden Sehnsüchte schilderte und ihm vorschlug, wir sollten doch einige
meiner Phantasien vorsichtig inszenieren und ausleben. Zu meiner Verblüffung
und grenzenlosen Enttäuschung lehnte er das rundweg ab. Ich wollte ihm deshalb
böse sein, aber er erklärte mir seine Bedenken. Er selbst habe sadistische
Phantasien, die er sehr gerne mit mir durchspielen würde. Bei dieser
unerwarteten Eröffnung machte mein Herz einen Luftsprung, aber er meinte, er
wolle uns beiden eine Enttäuschung ersparen, weil er wisse, daß das Umsetzen
solcher Phantasien und Sehnsüchte häufig sehr enttäuschend verlaufe, weil
Schmerz und Lächerlichkeit in der Wirklichkeit sehr rasch Grenzen setzen würden
und Phantasien meist weit über diese Grenzen hinausgingen oder sie einfach
ignorierten.
Er bat mich, zuerst mit
seinem Freund Egon, der bei der Kriminalpolizei Chef der Abteilung für
Sexualkriminalität sei, Kontakt aufzunehmen und mit ihm zusammen die
tatsächlichen Möglichkeiten zu studieren. Danach würden wir über meine
Vorstellungen weiter sprechen, meinte er. Ich war Feuer und Flamme, fiel ihm um
den Hals und bat ihn, möglichst bald ein Treffen mit Egon zu verabreden. Gerd
versprach das und schon am folgenden Tag rief Egon an. Er war sehr nett und
versicherte mir, mich zu allen interessanten Einsätzen mitnehmen zu wollen.
GERD:
Als Christiane zu mir kam und
mir verlegen und ganz rot im Gesicht ihr Erlebnis erzählte und mir die Folgen
schilderte, nämlich, daß sie den Wunsch habe, die masochistische Rolle
auszuprobieren, hätte ich vor lauter Freude beinahe zugestimmt. Das war ja
genau das, was ich mir schon so lange
wünschte und erträumte, aber mir kamen sofort Bedenken! Ich kannte Christiane
zu gut. Sie lebte in einer nicht allzu realistischen Gedankenwelt. Blitzartig
wurden mir die Gefahren bewußt, die das Umsetzen ihrer Phantasien in die
Wirklichkeit in sich bargen: Enttäuschungen, die sie mir teilweise zur Last
legen würde und die unser gutes Einvernehmen trüben würden. Also lehnte ich ab
und tröstete sie mit dem Versprechen, Egon zu bitten, sie zu entsprechenden
Einsätzen mit zu nehmen und sie in die Welt des Sadomasochismus einzuführen. Er
ist Chef der Abteilung für Sexualdelikte
bei der Kriminalpolizei und hatte auch mir schon einige einschlägige Erfahrungen
ermöglicht.
Ich war sehr erleichtert, daß
Christiane freudig und dankbar zustimmte. Egon war zwar nicht sehr begeistert,
daß ich ihn mit meiner Frau belastete, aber ich beruhigte ihn und sagte ihm, er
brauche sie nicht unbedingt mit Samthandschuhen anzufassen, im Gegenteil, es
ginge mir darum herauszufinden, ob sie tatsächlich masochistisch veranlagt sei.
Über diese Zumutung fluchte er richtiggehend. Er hat keinerlei Verständnis für
Sadomasochismus. Er nimmt die Tatsache der Existenz entsprechender
Verhaltensweisen zur Kenntnis, toleriert sie auch, solange keine Delikte
gesetzt werden, hat aber selbst keinerlei einschlägige Neigungen. Er kann ganz
objektiv und emotionslos seiner Arbeit nachgehen. Ich konnte ihm Christiane
trotz ihrer Attraktivität beruhigt anvertrauen. Er ist nicht nur ein guter
Freund, sondern auch Frauen gegenüber von ritterlicher Zuvorkommenheit. Unter
seiner behutsamen Leitung würde Christiane wohl viel lernen, davon war ich fest
überzeugt.
EGON:
Als Gerd mich anrief und mir
sein Anliegen, seine Frau Christiane in die Welt des Sadomasochismus
einzuführen, vortrug, war ich nicht gerade begeistert. Ich mag Christiane, sie
hat alle Vorzüge, die eine Frau nur haben kann, aber masochistische Tendenzen
hätte ich bei ihr nie vermutet. Ich sollte nun herausfinden, ob das nur so eine
Marotte war oder wirkliche Anlage. Brrrr! Ich sagte Gerd auch meine Meinung
über diese Zumutung, aber er lachte nur und meinte, es würde mir letztlich doch
Spaß machen. So war es dann auch.
Christiane war noch
bezaubernder als ich gedacht hatte und sie war ungeheuer wißbegierig. Ich
beneidete Gerd immer mehr, je länger ich mit ihr herumzog. Sie war ein
richtiger Kumpeltyp, bei allem dabei, rasch von Auffassung und humorvoll, dabei
sexy und damenhaft zugleich. Die einzige Schwierigkeit war, daß ich überall, wo
ich hinkam, mit ihr Aufsehen erregte. Manchmal war das ein Nachteil, weil man
zu früh auf mich aufmerksam wurde, meist aber ein Vorteil. Ich konnte
unauffällig meine Beobachtungen machen, weil sie alle Aufmerksamkeit auf sich
zog. Es war eine schöne und erfolgreiche Zeit mit ihr. Nur Gerds Frage, ob sie
nun wirklich masochistisch veranlagt sei oder nicht, die konnte ich lange Zeit
nicht beantworten und als ich es schließlich konnte, war sie mir bereits
entglitten.
CHRISTIANE:
Gerds Idee, mich mit Egon los
zu schicken, war einfach phantastisch. Sie brachte mir die Klarheit und die
Antwort, die ich gesucht hatte. Wieder war eine Hand im Spiel und löste das
Geschehen aus. Es war ein Wiederholungserlebnis. Aber ich will nicht
vorgreifen.
Ich wußte ja nicht genau, was
Gerd mit Egon besprochen hatte. Aber ich wußte, daß Egon Gerds bester Freund
war und ich ihm vollkommen vertrauen konnte. Seine Beflissenheit war rührend,
seine Unfähigkeit, sich in sadistische oder masochistische Gedanken und
Empfindungen einzufühlen, desgleichen. Es machte mir Spaß, ihm eine Kühnheit
und Unverfrorenheit vorzuspielen, die ich nur produzieren konnte, weil ich mich
in seinem Schutz sicher fühlte. Ihn dagegen brachten sie vollends zu
Verzweiflung. Immer wieder warnte er mich vor den möglichen gefährlichen Folgen
meines Tuns.
Allzu oft blickte er mich so
forschend an, daß ich annahm, Gerd hätte ihn damit beauftragt, heraus zu
finden, ob ich tatsächlich masochistisch empfinde oder ob das nur
Phantastereien seien. Nun, ich glaube, daß ich ihm ganz schön Theater
vorspielte. Er wurde nicht recht klug aus meinem Verhalten. Wenn wir so durch
die Szenelokale streiften oder zu einem Lokalaugenschein berufen wurden, kamen
in mir immer wieder sexuelle, erotische
Gefühle auf, Erregungen, ähnlich jener, die mir durch die Hand bei dem
Vortrag vermittelt worden war. Ich wäre oft, sehr oft, gerne in die Rolle des
Opfers geschlüpft. Ich sah die verschiedensten Frauen als Opfer. Meist waren die
Umstände abstoßend, besonders bei Verbrechen oder bei kommerziellen
Vorführungen. Aber immer wieder gab es prickelnde Erlebnisse dazwischen, meist
mit Männern und Frauen, die Egon abfällig als Amateure bezeichnete. Ich hatte
den Verdacht, daß eben seine Unfähigkeit, sich in diese Leute hinein zu denken,
ihm Schwierigkeiten bei der Arbeit bereitete und ihn zu den abfälligen
Äußerungen veranlaßte. Häufig konnte ich ihm diesbezüglich helfen, ohne daß er
es bemerkte. Er wurde erfolgreicher. Er bewunderte meinen Verstand, kam aber
nicht auf die Idee, daß meine Empfindungen denen der Opfer oder Täter glichen
und ich deshalb leichter auf ihre Schliche kam. Jedenfalls wurde mir bald klar,
daß meine Veranlagung voll und ganz masochistisch war. Mir fehlte nur die tatsächliche
Bestätigung des einschlägigen, körperlichen Erlebnisses. Danach, davon war ich
überzeugt, konnte ich Gerd frank und frei bitten, diese meine Sucht zu befriedigen, wodurch dann auch seine
eigene Sucht befriedigt werden konnte. Eines Abends war es so weit: Das Erleben
brach über mich herein und zerbrach mit Wucht alle Dämme von Moral,
Wohlerzogenheit, Angst und Distanziertheit. Aus dem Spiel, das ich mit Egon
gespielt und genossen hatte, wurde der Ernst der Qual und der Demütigung.
EGON:
Christiane wußte inzwischen
alles über Sadismus und Masochismus. Sie las die einschlägigen Bücher und sah
mit mir die Folgen dieser unheilvollen Sucht. Manchmal hatte ich das Gefühl,
daß sie von bestimmten Szenen und Umständen höchst erregt wurde, aber sie verstand
es meisterhaft, mir die Damenhafte, die über den Dingen stand, vorzuspielen.
Oft wagte sie sich an den Rand des Unmöglichen, daß ich Angst um sie bekam. Sie meinte wohl, ich sähe die
Mischung aus Angst und Gier hinter ihrer spielerischen Maske nicht. Sie meinte
wohl auch, ich sei vollkommen unfähig, mich in die Mentalität von sadistisch
oder masochistisch veranlagten Menschen hineinzudenken und übersah dabei die
Tatsache, daß ich von ihr und mit ihr sehr viel darüber gelernt hatte. Ich
bemerkte, daß sie von sich aus immer öfter dorthin drängte, wo
sadomasochistische Handlungen
praktiziert wurden und sprach diesbezüglich mit Gerd, der mich bat, das erste
derartige Erlebnis für Christiane zusammen mit seinem Freund Hugo von Gollwitz
in einem Club, den er gut kannte und in dem ich auch einigen Einfluß hatte, zu
arrangieren. Ich besprach mich mit Hugo und mit dem Manager des Clubs, für den
solche Wünsche das tägliche Brot waren.
Danach war meine Rolle
ausgespielt. Ich bedauerte das einerseits, andererseits war ich auch
erleichtert, die Verantwortung für die an die Oberfläche drängenden Wünsche
Christianes abgeben zu können und hoffte, daß sie in ihrer neuen Rolle
glücklicher und zufriedener würde. Verstehen konnte ich sie nicht ganz.
CHRISTIANE:
Wieder einmal saß ich mit
Egon in einem der Sado- Masoclubs unauffällig an einem Tisch und ich
beobachtete fasziniert wie immer, daß sich die männlichen Besucher um die
Hostessen drängten und darum bettelten, bei der heutigen Show angenommen zu
werden. Sie zahlten teilweise horrende Beträge für dieses Vorrecht. Die
Glücklichen, die es schafften ausgewählt zu werden, mußten sich auf offener
Bühne ausziehen oder ausziehen lassen, um dann, nackt wie sie waren, von den
Mädchen auf unvorstellbare Weise gedemütigt und gequält zu werden. Ich kannte
inzwischen viele von den Clubhostessen. Die meisten waren Studentinnen, die
sich etwas dazu verdienen wollten und froh waren, wenn die Männer Wünsche
äußerten, die sie dann mehr oder weniger gekonnt umsetzten. Einigen aber machte
es Spaß, Männer zu quälen und zu unterjochen, sei es, weil sie sie verachteten
oder haßten, meist nach zerbrochenen Beziehungen, sei es, weil sie entsprechend
veranlagt waren und selbst sexuelle Erregung daraus bezogen, sei es, weil sie
sich rächen wollten dafür, daß die Hostessen auch zur Befriedigung der
sadistischen Gelüste der Besucher herhalten mußten. Zu meiner Verwunderung
waren diese Mädchen die gesuchtesten, obwohl sie sich kaum je etwas
vorschreiben ließen, sondern nur Männer akzeptierten, die sich ihnen
bedingungslos auslieferten und besonders hohe Geldbeträge springen ließen.
Diese Mädchen und ihre Vorführungen faszinierten mich besonders und erregten
mich maßlos. Egon ließ das alles gänzlich kalt. Er bemerkte nicht einmal einen
Unterschied zwischen den müden Darbietungen der ersten und den feurigen,
knisternden der zweiten Gruppe. Die Mädchen dieser Gruppe verstanden es
meisterhaft, ihre Opfer stundenlang zu quälen und zu erniedrigen, sie leiden zu
lassen, zu erregen und zu frustrieren und dabei selbst ein Höchstmaß an
Erregung und Befriedigung zu erlangen. Während die anderen Mädchen ihre Pflicht
erfüllten, schon versuchten, möglichst alle Wünsche zu befriedigen, innerlich
aber unbeteiligt blieben, kosteten die Engagierten ihre Macht und die Lust am
Quälen und Erniedrigen von Männern bis zum Exzeß aus. Sie lösten auch in mir
Wellen von Erregung aus und weckten in mir den Wunsch, mich einmal so einer
Wilden ausliefern und mich ihren Wünschen unterwerfen zu können. Ich sah zu,
wie die nackten Männer mit Tritten und Hieben an ihren Platz getrieben wurden ,
wie sie in demütigende, schmerzhafte Stellungen gezwungen und in diesen brutal
gefesselt und festgezurrt wurden. Schon dieses Wehrlosmachen und
Zurschaustellen der nackten Leiber erzeugte Lustempfindungen bei mir, noch mehr
aber das Klatschen der Hiebe auf der bloßen Haut. Ich mußte tief atmen und
gleichgültig dreinschauen, um meine wachsende Erregung zu verbergen, wenn ein
besonders scharfer Hieb fiel und der Getroffene aufschrie und um Gnade bettelte,
sich in der erbarmungslosen Fesselung wand und aufbäumte. Ich phantasierte mich
an die Stelle der Gepeinigten und genoß diese Vorstellungen. Voll Spannung
wartete ich immer auf Frauen aus dem Publikum, die sich mehr oder weniger
freiwillig meldeten, um sich halbnackt oder nackt den Quälereien und
Demütigungen auszuliefern. Leider hatten nur sehr selten Frauen diesen Mut,
aber wenn es einmal, selten genug, passierte, dann machten mich ihre Schreie
der Qual, ihr Sichkrümmen in den Fesseln, das Gejohle und Geklatsche der gierig
geifernden Zuschauermenge halb wahnsinnig im Wunsch an ihrer Stelle zu sein.
Doch hätte ich nie den Mut aufgebracht, den Wunsch danach zu äußern. Meist aber
mußten mangels Meldungen aus dem Publikum doch die Hostessen herhalten, die
Lust des sadistischen Teils des Publikums zu befriedigen, aber diese Einlagen
waren weit von der Intensität des Geschehens entfernt, die ich mir gewünscht
hätte. Ich kannte die Mädchen ja und nur selten war eine dabei, die sich
bemühte, für das Geld auch etwas zu bieten, meist ließen sie die vorher
festgelegte, wenig schmerzhafte Behandlung mit stoischer Gleichgültigkeit über
sich ergehen.
NOCH EINE HAND
( TEIL 2)
Die Ankunft eines großen,
schlanken, weißhaarigen Herrn, in dessen Begleitung sich eine sehr attraktive,
schlanke, nicht mehr ganz junge Dame befand, riß mich aus meinen unerfreulichen
Betrachtungen. Das Paar nahm am Nebentisch Platz. Ich machte Egon darauf
aufmerksam. Er sah den Mann, sprang überrascht auf und entschuldigte sich bei
mir: Er müsse unbedingt Herrn Hugo von Gollwitz, einen alten Freund von Gerd,
der er schon lange Zeit nicht mehr gesehen habe, begrüßen. Ich bat ihn
selbstverständlich sofort, den Herrn und seine Begleiterin an unseren Tisch zu
bitten. Das tat er auch mit offensichtlichem Vergnügen, stellte mir Hugo von
Gollwitz vor und machte mich mit seiner Frau Yvonne bekannt. Wir kamen ins
Gespräch, wobei ich erfuhr, daß Hugo lange Jahre in Nordafrika bei Ölbohrungen
beschäftigt gewesen war und dort auch seine Frau kennengelernt hatte. Yvonne
fragte mich in ihrem leicht akzentuierten Deutsch, das ich sehr reizvoll fand,
was ich denn so von den Darbietungen hier hielte? Ich beklagte ohne Scheu, daß
nur Männer sich meldeten und behandeln ließen, kaum jemals Frauen. Sie sah mich
nachdenklich lächelnd an und fragte dann so nebenbei und ganz wie selbstverständlich:
„ Warum meldest Du
Dich denn nicht, Christiane?“ Ich errötete entsetzlich und stotterte,
überrascht von der simplen Frage:
„ Aber, aber, ich
habe doch keinerlei Erfahrung!“ Sie lächelte mich hintergründig an. Da platzte
es aus mir heraus:
„ Ich habe Angst!!“
Alle lachten! Ich mußte mit lachen, aber ich schämte mich, weil ich mir die
Frage natürlich selbst auch schon gestellt hatte und nun doch davon überrascht
worden war. Yvonne sah ihren Mann fragend an, der lächelte und nickte
zustimmend. Sie erhob sich und blieb einfach stehen. Erstaunt sah ich sie an.
Auf diese Art meldete man sich für die Show. Verwirrt sah ich zu Hugo, aber der
blickte nicht zu mir, sondern winkte eine der Hostessen heran. Egon murmelte
etwas davon, daß er jemanden gesehen habe, dem er nach müsse, verabschiedete
sich rasch und eilte davon. Ich blickte ihm verwundert nach, weil das ganz und
gar nicht seine Art war. Ich habe ihn danach lange Zeit nicht gesehen. Ich
hatte aber nicht sehr viel Zeit über sein Verhalten nachzudenken.
Meine Aufmerksamkeit wandte
sich rasch Yvonne zu. Eine Hosteß näherte sich unserem Tisch, packte Yvonnes
Arm und zerrte die Widerstrebende mit sich zum Podium. Die Rückwand der Bühne,
auf der die Vorführungen abliefen, war wie eine mittelalterliche Mauer aus
behauenen Steinblöcken gestaltet. Wie in einem Burgverlies waren Ringe, Spangen
und Klammern, sowie Ketten zum Fesseln der Opfer in die Wand eingelassen oder
hingen dort zum Gebrauch.
Yvonne wurde dorthin
geschleppt, mit dem Gesicht zur Wand hingestellt und erhielt rasch
Ledermanschetten an Hand- und Fußgelenke gelegt. Gebannt verfolgte ich den
Vorgang. Ein kurzer Seitenblick zu Hugo zeigte mir, daß dieser ebenso
aufmerksam hinsah. Er lächelte leicht und amüsierte sich ganz offenbar. In mir
stieg erst eine Art Wut auf darüber, daß er seine Frau so zu behandeln wagte
und sie einfach so preisgab, gleichzeitig wallte in mir prickelnde Erregung und
Lust auf darüber, daß er sie so in seiner Gewalt hatte und sie sich seinen
Wünschen fügte. An der Wand aber war sie gar nicht fügsam. Sie wehrte sich mit
aller Macht gegen die Hosteß, die sie an die Wand fesseln wollte. Rasch eilten
weitere drei Mädchen hinzu. Seile wurden über die Manschetten gelegt und in
deren Ringe eingefädelt. Mit ihrer Hilfe wurden ihr die Arme weit gespreizt und
an Ringen so hoch an der Wand festgezurrt, daß Yvonne auf den äußersten
Zehenspitzen stehen mußte. Um die Taille erhielt sie mehrere Schlingen des
Seiles, das ebenfalls an Wandringen festgeknotet wurde. Darauf wurde der heftig
sich Wehrenden das Höschen ausgezogen, zusammengelegt und mit den feuchten
Zwickel voraus in den Mund gestopft. Dieser Knebel wurde mit einem Lederband
befestigt und am Herausdrücken gehindert. Die drei zur Hilfe geeilten Hostessen
zogen sich zurück und überließen die nun wehrlose Yvonne ihrer Kollegin. Diese
packte nun das Seil, das um Yvonnes linken Knöchel geschlungen war, führte es
durch einen Mauerring weit seitlich und zog daran, daß das Bein abgespreizt
wurde. Sie verknotete das Seil und begab sich auf die andere Seite, wo sie
ebenso vorging, aber das Abspreizen des rechten Beines zu einer lüstern,
frivolen Entblößungszeremonie gestaltete. Der Rocksaum des kurzen, schwarzen
Abendkleides spannte sich zunächst, rutschte aber dann entsprechend der
zunehmenden Spreizung der Beine höher. Die oberen Strumpfränder erschienen.
Weiter öffneten sich
die Beine gegen Yvonnes erbitterten Widerstand. Bald entblößte der höher
rutschende Rocksaum Teile der wohlgerundeten, vor Anstrengung zitternden
Schenkel oberhalb der samtig glänzenden Strümpfe. Schließlich hing der weit
gespreizte Körper Yvonnes wie ein X vor unseren Augen, wehrlos und hilflos
gefesselt. Auch das rechte Bein war fixiert. Dieser Anblick erregte mich
mächtig, ich atmete tief, fast seufzend. Ich ahnte, was weiter geschehen würde,
ich erwartete es mit unsäglicher Gier. Hugo blickte jetzt zu mir, er hatte wohl
etwas von meiner Erregung bemerkt. Ich senkte den Blick und schielte lieber
Richtung Yvonne, denn die Art, wie Hugo mich ansah, ließ mir Schauer von Angst
und Erregung über den Rücken rieseln. Er rückte näher, setzte sich direkt neben
mich. Yvonne stöhnte und wand sich in ihrer Fesselung, wodurch der Rocksaum
noch höher rutschte und den Blick auf das dunkle Gekräusel ihres Schamhaares
freigab.
Mich überwältigte
eine Welle der Erregung. Doch gleich sollte mich eine noch viel heißere Woge
beinahe von Sinnen bringen: Ich spürte eine Hand. Eine Hand von rechts. Hugos
Hand! Ich zitterte, ich fieberte. Ich bat innerlich heiß darum, daß diese Hand
ebenso verfahre wie die Hand damals bei dem Vortrag. Ich schnaufte vor
Erregung. Es geschah, was ich mir wünschte. Seine Hand fühlte sich zwar etwas
kleiner und härter an, aber sie tastete sich ebenso gefühlvoll und sanft vor,
mit Pausen, die die Erregung steigerten, ergriff Besitz von meinem Schoß und
ließ mich in ein Delirium von Lust taumeln. Starr blickte ich auf Yvonnes
ausgespannten Körper, der sich vergebens in den Fesseln wand. Ich wurde
blitzartig der erwartungsvollen, gespannten Stille in dem vorher von den
verschiedensten Geräuschen erfüllten Raum gewahr. Erschrocken blickte ich um
mich, um zu prüfen, ob jemand bemerkte, was Hugo da in meinem Schoß tat. Aber
alle blickten gespannt auf Yvonnes verführerisch ausgespannten Körper und
weideten sich an ihrer Wehrlosigkeit und ihren vergeblichen Versuchen, sich
Erleichterung zu verschaffen. Vorsichtig senkte ich den Blick und stellte zu
meiner Beruhigung fest, daß Hugos Hand nicht sichtbar war, sondern vom
Tischtuch zur Gänze verdeckt wurde. Sie lag mit leichtem, zunehmendem Druck
erwartungsvoll im Zentrum meiner Lust. Ich bebte innerlich vor Gier danach, daß
er endlich beginne, seine Finger zu bewegen, aber ich wußte gleichzeitig, daß
er es nicht tun würde, bevor etwas mit Yvonne geschah. Verschwommen nahm ich wahr,
daß die Hosteß seitlich zur Wand gegangen war, um dort ein Instrument vom Haken
zu nehmen. Es war eine lange, schwere Bullenpeitsche.
Ein Stöhnen erhob sich im
Raum, als die Hosteß sich seitlich von Yvonne aufstellte und die Peitsche
probeweise kräftig schnalzen ließ. Yvonne zuckte sichtlich zusammen, im Raum
wurde Raunen und Stöhnen laut. Dieses schwere Instrument kam selbst hier nur
selten zur Anwendung, noch seltener bei Frauen. Ich konnte die gespannte
Erwartung aller Zuschauer direkt fühlen und schob mich ungeduldig unter Hugos
Hand hin und her. Totenstille trat ein, als das Mädchen die Peitsche erneut
hob. Jeder wußte, daß sie diesmal ihr Ziel auf dem Körper Yvonnes finden würde.
Gespannt warteten alle, wohin er fallen würde, der erste Hieb. Da, da traf er
auch schon klatschend quer über die nackte Stelle beider Oberschenkel und erzeugte einen dicken, roten Striemen.
Yvonne bäumte sich auf, warf den Kopf zurück und ließ ein vom Knebel fast
ersticktes, schmerzerfülltes Schreien hören. Verzweifelt wand sie sich in ihrer
Fesselung und suchte mit ihrem Blick die grausame Peinigerin, zuerst
Schmerzdunkel in ihren Augen, dann Zorn und schließlich funkelnde Wut. Darauf
hatte die Hosteß gewartet. Langsam holte sie aus, Yvonnes Körper verkrampfte
sich in der Erwartung, ich mich ebenfalls. Da fiel der Hieb und ich explodierte
beinahe unter dem Tremolo von Hugos Fingerkuppen auf meiner Lustkirsche.
Diesmal hatte der Hieb quer über die vom Kleid bedeckte, größte Wölbung des
Popos gesessen. Wieder schrie sie ihre Qual hinaus und wand und krümmte sich in
der erbarmungslosen Fesselung vergebens. Ihr ein wenig plumper Popo zuckte und
wackelte auf eine obszöne, aufreizende Art. In höchster Lust rieb ich ungeniert
und ohne Rücksicht darauf, ob jemand zu uns her sah, oder nicht, meinen
feuchten Schoß gegen Hugos Hand. Es blickte aber niemand zu uns, sondern jeder
starrte gebannt auf die Bühne und das Schauspiel, das sich dort bot. Ich konnte
meiner Lust hemmungslos ihren Lauf lassen und tat das auch. Wellen unbeschreiblicher
Erregung durchströmten mich warm und heiß. Ich ertappte mich bei dem Gedanken,
wie es wohl wäre, wenn ich mich an Yvonnes Stelle in den Fesseln unter den
grausamen Hieben krümmen würde. Schauer der Lust und der Angst rieselten durch
meinen Körper bei diesem Gedanken. Ich wünschte mir tatsächlich an ihrer Stelle
zu sein und gleichzeitig fürchtete ich mich davor. Langsam formte sich aus dem
Wunsch, da draußen auf dem Podium vor aller Augen gequält zu werden, die
Gewißheit, daß es auch so kommen würde, weil es nicht nur mein Wunsch, sondern
auch Hugos Absicht war. Kaum gedacht, erstarrte ich vor Angst und Entsetzen und
blickte voll Furcht in Hugos Augen. Sie lächelten mich verstehend an und gaben
mir zustimmende Gewißheit. Ich keuchte vor panischem Entsetzen, doch Hugo
verstärkte seine Aktivität in meinem Schoß und brachte mich in einen derartigen
Zustand der Erregung, daß ich sehr rasch mein Entsetzen vergaß und meinen
Luststrom fließen ließ. Ich wußte nun, was mich erwartete und wollte vorher
genießen, was nur möglich war.
Die Hosteß wartete, bis
Yvonnes Schmerzreaktion abgeebbt war und sich Wut und Haß auf ihren Zügen
abzuzeichnen begannen. Dann setzte sie den folgenden Hieb ganz gezielt und mit
grausamem Nachdruck oberhalb von Yvonnes Kniekehlen an den bestrumpften Teil
der Oberschenkel an. Yvonne erbebte, schrie ihren Schmerz in den Knebel, sackte
dann weinend zusammen. Der brennende Schmerz der drei kräftigen Hiebe ließ sie
aber bald wieder reagieren. Sie schüttelte sich, zuckte, machte kleine, hüpfende
Bewegungen und wand sich krampfhaft in ihrer Fesselung. Angstvoll blickte sie
zurück auf ihre Peinigerin, um zu sehen, was diese weiter mit ihr vorhatte. Die
Hosteß wandte sich zum Publikum, drehte die Peitsche um und hielt sie der
Zuschauermenge mit der stummen Aufforderung, sich zu bedienen, hin. Ich war
hingerissen von dem Schauspiel, ich ergoß mich in Strömen, ich badete Hugos
Hand mit meinen Ergüssen, es quatschte und schmatzte in meinem Schoß, ich wand
und krümmte mich unter seiner Hand, stöhnte und keuchte in wilder Lust. Wenn
nicht alle rundherum derart von Yvonne in Bann geschlagen gewesen wären, hätte
ich wohl ein anregendes Schauspiel geboten. So blieb mein Verhalten, Gott sei
Dank, unbemerkt.
Im Saal hatten sich Raunen
und Gemurmel erhoben, als die Hosteß die Gäste aufforderte sich zu bedienen und
Yvonne zu peitschen. Offensichtlich wollte keiner der erste sein. Schließlich
erhob sich ein kicherndes, blondes, junges Mädchen, das anscheinend ein wenig
angeheitert war und mit unsicheren Schritten auf das Podium stieg. Die Hosteß
übergab ihm die Peitsche, das Mädchen torkelte ein wenig unter dem Gewicht des
schweren Instruments, mußte die Peitsche mit beiden Händen fassen, holte aus
und schlug zu. Yvonne krümmte sich unter Schmerzen, das Mädchen torkelte noch
mehr, drehte sich beinahe um sich selbst und wäre hingefallen durch den
Schwung, den es genommen hatte um zuzuschlagen, wenn die Hosteß nicht hinzu
gesprungen wäre und Mädchen und Peitsche abgefangen hätte. Sie geleitete das
Mädchen die Stufen hinunter, worauf dieses stolpernd seinem Platz zustrebte.
Klatschen, Lachen und Grölen brandeten auf. Auch wir mußten lachen, doch
verging uns das bald, denn nun war der Bann gebrochen und die Zuschauer
drängten sich dazu, Yvonne verdreschen zu dürfen. Fasziniert sah ich zu, wie
Damen und Herren genußvoll und mit mehr oder weniger Nachdruck den zitternden
Hintern Yvonnes striemten. Bei dieser Peitschenorgie kamen meiner Meinung nach
die Charakterzüge eines Menschen besonders gut zum Vorschein. Da gab es
Aggressive, Grausame, Schüchterne, Vorsichtige, Ängstliche, Gleichgültige,
Theatralische und Unscheinbare. Ich machte Hugo darauf aufmerksam und er
stimmte mir zu. Dabei sah ich ihn nach längerer Zeit wieder direkt an. Seine
Hand lag noch immer warm in meinem Schoß und
erzeugte mir Wellen der Lust, die ich dankbar genoß. Seine Augen aber
bohrten sich in die meinen und hielten meinen Blick fest. Es war eine heiße,
aber stumme Zwiesprache. Seine fragten:
„ Wirst Du Dich wie
Yvonne zur Verfügung stellen? Wirst Du mir einen ähnlichen Genuß bereiten, wie
ich ihn Dir soeben zukommen habe lassen?“ Meine Augen strahlten zurück:
„ Ja, ja, ja, lieber
Herr! Verlangen Sie von mir, was Sie wollen. Führen Sie mich an der Hand, wenn
ich eintrete in diese Welt der Schmerzen, der Qualen, der Wehrlosigkeit und der
ungeheuren Lust!" Mit belegter Stimme sagte ich:
„ Ich will aber nicht
nackt sein vor allen diesen Leuten!“ Sein Blick wurde scharf und böse, dann
aber weich und verstehend und er flüsterte heiser:
„Versprochen, Christiane!“
Dabei brachten seine Finger mich erneut zu einem Höhepunkt nach dem anderen.
Fasziniert und voll Erregung sahen wir Yvonnes Leiden zu. Etwa zwanzig Gäste
hatten sie schon geschlagen. Die Striemen waren an den nackten Partien der
Oberschenkel deutlich zu sehen. Sie schrie unterdrückt durch den Knebel, wenn
ein besonders heftiger Hieb sie traf und dann wackelte sie mit ihrem Popo, mehr
konnte sie nicht tun, aber gerade diese Wehrlosigkeit war besonders aufreizend.
Nun aber bahnte sich für sie etwas Schreckliches an. Eine Gruppe von jungen
Männern hatte sich zusammengefunden und wollte es ihr zeigen. Sie drängten die
Hosteß beiseite und übergaben die Peitsche direkt dem Nächsten in der Reihe.
Sie schlugen brutal und sehr, sehr rasch hintereinander. Yvonne wand sich
krampfhaft in ihrer Hilflosigkeit. Sie funkelte die jungen Leute wütend an,
aber das schien diese nur noch mehr
anzuspornen. Ich war versunken in Yvonnes Anblick, genoß das Zucken ihres
wehrlosen Leibes, der sich unter Schmerzen in der brutalen Fesselung und unter
den brennenden Peitschenhieben wand und krümmte wie in höchster sinnlicher
Ekstase. Hugo aber wurde besorgt und riß mich aus meiner Versunkenheit mit den
gezischten Worten:
„ Steh auf
Christiane! Es ist so weit!“ Ich fiel aus allen Wolken des Genusses, wurde rot
vor Scham und blaß vor Angst, meine Beine drohten zu versagen, alles um mich
drehte sich, als ich mich langsam erhob und neben dem Tisch stehen blieb wie
zuvor Yvonne. Schlagartig hörten alle Aktivitäten auf, es wurde mäuschenstill
im Saal, alle starrten mich an.
NOCH EINE HAND
( TEIL 3)
HUGO:
Als Gerd und Egon an mich
herantraten mit der Bitte Christiane in die grausame Welt des Sadomasochismus
einzuführen und dazu einen meiner Clubs zur Verfügung zu stellen, wollte ich
zuerst ablehnen. Ich war mit Gerd befreundet und fürchtete, daß ein Mißlingen
des Plans zu einer Trübung unseres Verhältnisses führen könne. Auf den Bildern
von ihr sah ich eine hübsche, offene, unkomplizierte, junge Dame und konnte mir
nicht vorstellen, daß dieses Mädchen masochistische Tendenzen haben sollte.
Dann aber erinnerte ich mich an die Überraschung, die Yvonne mir nach einem
Jahr Ehe bereitet hatte, als sie in einem SM Club in Tanger sich nackt über
einen Bock schnallen und peitschen ließ, ohne daß ich die geringste Chance
gehabt hätte, es zu verhindern. Im Grunde genommen wollte ich das ja auch gar
nicht. Trotzdem hatte ich ausgesprochen widerstreitende Empfindungen, ein
Zustand, der mir fremd war und mich ärgerte. Einerseits empfand ich es als
ungehörig, daß meine Frau sich ohne meine Zustimmung nackt ausziehen, fesseln
und peitschen ließ, andererseits erzeugte mir gerade das gewaltige Lust. Meine
Lust und mein Erstaunen wuchsen ins Unermeßliche, als Yvonne, nachdem sie
losgebunden worden war, nackt und striemenübersät, ihre beiden Peinigerinnen
nackt auszog, Rücken an Rücken fesselte, ihre Beine weit gespreizt am Boden
festzurrte und den beiden die Brüste und den Schoß mit gemeinen und wuchtigen
Hieben zerdrosch. Wie eine Rachegöttin schlug sie zu und zog Striemen über
Striemen über die nackten, wehrlosen und sich windenden Leiber der beiden, die
schrien und kreischten unter den höllischen Schmerzen, die sie ihnen zumaß. Das
Publikum war wie von Sinnen, schrie, johlte und klatschte. Schließlich warf sie
die Peitsche hin und kam hoch erhobenen Hauptes zu mir, griff nach meiner Hand
und zog mich in ein Separee, das sie verschloß, um vor mir auf die Knie zu
fallen, mir die Hand zu küssen und zu betteln:
„ Bitte, bitte,
bestrafe mich für meine Eigenmächtigkeit, Hugo, aber ich konnte es nicht mehr
aushalten und schämte mich, es Dir zu sagen!“ Es wurde eine unvergeßliche
Nacht.
Daran mußte ich schließlich
denken, als das Ansinnen, Christiane einzuführen an mich heran getragen wurde
und begann mir die Vorteile auszumalen. Eine reizvolle Frau leiden zu lassen,
kam meinen Neigungen ausgesprochen entgegen und ein Opfer für Yvonnes
Grausamkeitsanwandlungen zu haben, mußte auch für sie eine angenehme
Begleiterscheinung sein. Also besprach ich mich mit Gerd, mit Egon, mit meinem
Manager und mit Yvonne. Meine Frau war begeistert, Gerd war neugierig und
wollte ungesehen dabei sein, für meinen Manager war das Routine, nur Egon
meinte:
„ Mich laßt bitte aus
dem Spiel. Ich schätze Christiane und ich weiß, daß sie leider masochistische
Neigungen hat, aber ich halte Euch alle für leicht verrückt und will nichts
damit zu tun haben. Ich bringe sie hin, aber bevor es ernst wird, erlaubt mir
mich zu verabschieden!“ Wir kannten seine Ansichten und versprachen ihm, ihn
aus dem Spiel zu lassen.
Nun saßen wir da und Yvonne
hatte mit den ersten Worten, die sie mit Christiane wechselte, diese zu dem
Geständnis gebracht, daß sie es gerne einmal versuchen wolle, aber Angst davor
habe. Yvonne war daraufhin aufgestanden und hatte sich zu Christianes
Verwunderung freiwillig gemeldet und ihr damit einen Schwellenreiz vermittelt.
Ich muß gestehen, daß es auch für mich ein aufreizender Anblick war, meine Frau
wieder einmal öffentlich gefesselt und gepeitscht zu sehen. Ihr kräftiger Arsch
zuckte und wackelte so aufregend, daß ich mich neben Christiane setzte, nachdem
Egon sich eilends verabschiedet hatte, und meine Hand vorsichtig und tastend in
ihren Schoß bugsierte, wo ich erleichtert die Feuchte ihrer Erregung spürte und
nach einigen schamvollen Rundblicken ihrerseits, ihr Entgegendrängen spürte,
das sich angesichts der obszönen und aufregenden Show, die Yvonne hinlegte, zu
gewaltigen Orgasmen steigerte. Sie akzeptierte meine stumme Aufforderung, sich
als nächstes Opfer zu melden, anstandslos und bat lediglich, nicht vollkommen
nackt diesem Publikum vorgeführt zu werden, was ich ihr auch, anbetrachts der
Tatsache, daß es ihre erste einschlägige Erfahrung sein sollte, zugestand.
Schließlich kam es zu der inszenierten Eskalation. Meine scheinbare Besorgnis
um Yvonne zwang Christiane aufzustehen und
sich zur Verfügung zu stellen, ohne viel darüber nachdenken zu können.
Sie wirkte überrascht, konsterniert und die Röte der Scham überzog reizvoll ihr
Gesicht, als sie so dastand und auf die Hosteß wartete.
YVONNE:
Als Hugo mit Gerds und Egons
Plan herausrückte, die reizende Christiane in eine Maso – show zu zwingen, war
ich sofort Feuer und Flamme dafür, auch um den Preis, daß ich ihr erst eine
solche Show vor exerzieren mußte. Der Gedanke daran war sogar recht reizvoll
für mich. Ich wußte, daß Hugo solche öffentlichen Preisgaben sehr erregend
fand. In letzter Zeit waren sie aber immer seltener geworden, wir waren lieber
zu Hause geblieben. Ich machte nur zwei Bedingungen: Erstens wollte ich nicht
geschont werden, zweitens wollte ich Christianes Einweihung für mich haben.
Bereits der Gedanke daran, diese junge Frau zu entblößen, sie zu fesseln und
sie unter der Peitsche tanzen zu lassen, ließ meinen Schoß feucht werden vor
Erregung. Als Egon uns dann Christiane vorstellte, war ich angenehm überrascht
von ihrer Schönheit und Anmut und auch sie schien Vertrauen zu mir zu haben,
denn schon mit den ersten Worten, die wir wechselten, gestand sie mir, daß sie
sich gerne einmal melden würde, aber sich nicht getraute, es auch wirklich zu
tun. Das war mein Stichwort, ein Blick auf Hugo, der zustimmend nickte und ich
stand auf. Ich sah in Christianes Gesichtszügen Erstaunen, Erschrecken,
Erwartung und Erregung abwechseln. Sie hing schon an der Angel. Egon
verabschiedete sich rasch. Der Arme versteht überhaupt nichts von S/M. Die
Hosteß, die auf mich zutrat und mich auf die Bühne zerrte, kannte ich als
besonders grausam. Ihre Wahl zeigte mir, daß Hugo mich wirklich nicht schonen
wollte. Schon wie sie mich anpackte war ziemlich schmerzhaft und gemein. Auch
ich wurde wütend und beschloß, ihr ihren Job ein bißchen schwerer zu machen.
Ich wehrte mich heftig, was zur Folge hatte, daß auch sie wütend wurde und mich
trat und schlug und aus dem abgekarteten Spiel weitgehend Ernst werden ließ,
wodurch ein erregendes Spektakel für die Zuschauer, vor allem aber für Hugo und
Christiane, garantiert war. Schon die Fesselung war von subtiler Grausamkeit
und trieb mir den Schweiß aus allen Poren. Daß sie mir dann das Höschen auszog
und es mir als Knebel in den Mund schob, war eine nicht besprochene Gemeinheit.
Noch gemeiner war die ebenfalls nicht ausgemachte Spreizung meiner Beine, die
bewirkte, daß jede kleinste meiner Bewegungen den Rocksaum höher rutschen ließ und
den Blick zwischen meine Beine frei gab. Sie konnte ja nicht wissen, daß mich
das eher mehr erregte. Aber ein kurzer Griff an meine Spalte verriet ihr alles.
Sie zischte mir ins Ohr:
„Metze!“ Und schlug
mit derartiger Gewalt zu, daß ich aufschrie und mich bäumte in der
unbarmherzigen Fesselung. Auch die weiteren beiden Hiebe waren nicht von
schlechten Eltern. Aber die größte Gemeinheit war die Weitergabe der Peitsche
an das Publikum. Die unterschiedlichen Schlagstärken und – arten machten mir
gewaltig zu schaffen und ich war froh, als die vereinbart gewesene Gruppe von
jungen Männern ihre grausamen Hiebe auf mich niederprasseln ließen, daß ich
mich wie von Sinnen in den Fesseln wand und schrie. Plötzlich war Ruhe.
Christiane mußte aufgestanden sein. Ich wurde losgebunden und konnte im ersten
Moment kaum stehen, fing mich aber rasch, denn nun sollte ja das Vergnügen
beginnen. Ich ordnete meine Kleidung und wartete auf mein Opfer.
HUGO:
Die Show, die Tatjana, meine
fähigste und vom Geschäftsführer als kreativste
bezeichnete Hosteß, abgezogen hatte, war perfekt gewesen. Ich war aufs Höchste
erregt. Yvonne wieder einmal in aller Öffentlichkeit gepeitscht und gedemütigt
zu erleben, war ein Hochgenuß. Daß Tatjana weit über das Vereinbarte
hinausgegangen war, machte den Reiz und das Vergnügen noch größer, Und wie ich
Yvonne kannte, war es auch für sie ein zusätzlicher Kitzel gewesen.
Nun war ich sehr neugierig,
was Yvonne mit Christiane anfangen würde. Wir alle hatten ihr freie Hand
gelassen. Ich war mir sicher, daß sie Gerds Frau behutsam in die Welt des
Sadomasochismus einführen würde und freute mich auf das zu erwartende
Schauspiel, das sicher sehr aufgeilend und anregend sein würde.
GERD:
Ich hatte mir von Hugo ein
nettes Separee zuweisen lassen, von dem aus ich alles sehen konnte, ohne selbst
gesehen zu werden. Die Peitschung der rassigen Yvonne war richtig aufregend für
mich gewesen. Ich wußte von Hugo, daß seine Frau, die ich bisher nur von
Bildern gekannt hatte, meine Frau in die SM Welt einführen sollte und bekam nun
doch Bedenken deswegen. Hugo hatte mir erzählt, daß seine Frau Yvonne sowohl
die passive, als auch die aktive Rolle genoß. Wie nun, wenn sie sich vergaß und
Christiane überforderte? Das würde dann meine Freundschaft zu Hugo belasten und
wahrscheinlich auch meine Beziehung zu Christiane komplizieren. Deshalb erlebte
ich ein Wechselbad der Gefühle und Empfindungen, als Christiane nun von der
Hosteß auf die Bühne eskortiert wurde. Ich hatte Angst, daß Yvonne ihr zu viele
Schmerzen zufügen, sie zu sehr demütigen würde und dachte doch auch mit einem
Prickeln der Erregung daran, daß sie sich da öffentlich unter Qualen winden
würde, daß sie schreien würde und wehrlos einer grausamen Frau preisgegeben
sein würde.
CHRISTIANE:
Die Hosteß, die mich holte,
war dieselbe, die auch Yvonne gepeitscht hatte. Mir zitterten die Knie, die
Beine drohten mir zu versagen, ich wurde rot und blaß, ich wußte, daß hunderte
Augenpaare auf mich gerichtet waren, aber ich ging wie mit Scheuklappen neben meiner Schergin her. Mit Herzklopfen
trat ich auf die Bühne. Was würde mich dort wohl erwarten? War ich denn
wahnsinnig geworden, mich zu so einer Schaustellung treiben zu lassen. Gott sei
Dank war Gerd wenigstens nicht da und war nicht gezwungen, meine Blamage mitzuerleben.
Ich hatte Angst! Angst vor den Schmerzen! Gleichzeitig verspürte ich ein
lustvolles Kribbeln zwischen den Beinen beim Gedanken daran, daß ich vielleicht
gefesselt, entblößt und gequält werden würde. Auch war da noch ein Rest der
Erregung, die Hugos Hand mir bereitet hatte. Ich hatte nicht viel Zeit, weiter
Gedanken nachzuhängen, denn wir waren am Ort meiner Hinrichtung angelangt.
Yvonne stand noch dort. Warum war sie noch nicht zurück an Hugos Tisch, der ihr
sicher beim Ansehen meiner Qualen mit seiner Hand ähnliche Freuden spenden
würde wie mir? Doch, was war das? Sie gab ja der Hosteß Anweisungen! Meine
Augen wurden groß! Sie! Sie war es, der ich mich ausliefern mußte. Das
beruhigte mich nur im ersten Moment. Es war mir gefühlsmäßig lieber, von einer
Frau entblößt und gedemütigt zu werden. Dann aber kamen Gedanken wie: Ich kenne
sie doch gar nicht! Vielleicht will sie an mir ihre Rache für das soeben
Erlebte kühlen! Frauen können viel gemeiner und grausamer sein als Männer! Wird
sie von der Abmachung mit Hugo wissen und wenn, wird sie sich daran gebunden
fühlen? In diesem Moment wünschte ich, Gerd wäre nicht so zurückhaltend gewesen
und hätte mich selbst in SM eingeführt, zu Hause, ohne Zeugen. Aber dazu war es
zu spät.
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