Seit ungefähr vier Jahren hatte er eine Anrichte
gekauft, die er in einem Antiquitätengeschäft erworben hatte. Der
gelernte Fotograf hatte sich einen guten Fang geholt mit der
Anrichte. An dieser Anrichte hatte er seine Modelle gesetzt, damit
diese ihr Makeup auffrischen konnten. Er liebte seine Arbeit und lief
selten ohne Kamera herum. Er hatte immer die Befürchtung, dass er
was verpassen könnte, wenn er sie nicht mit hatte. Sein Studio hatte
er in seiner privaten Wohnung. Doch seit einiger Zeit hatte er sich
verändert. So manches Model, das sich hatte von ihm Fotografieren
lassen, nicht wieder auf getaucht. Dieser Umstand bestand nun aber
schon seit einiger Zeit. Die letzten vier Modelle sind verschwunden.
Das an dem Tag, an dem er sie abgelichtet hatte. Natürlich hatte das
auch die Polizei bemerkt und ihn deswegen mehrere Male befragt. Doch
nachweisen konnten sie ihm nichts. War er Schuldig? Natürlich, aber
nicht nur er alleine. Fünf Jahre zuvor sah die Sache anders aus. Er
war ein mittelmäßiger Fotograph, Erfolg hatte er gar keinen. Vor
vier Jahren änderte sich das jedoch schlagartig. Woran das gelegen
hat wird in dieser Geschichte erzählt. Geschichten wie diese gibt es
einige. Doch wie sich das entwickelte werde ich auch erzählen. Ich
beginne am besten am Anfang.
Kapitel 1
Stephen kam
aus dem Verlagsgebäude. Seine Stimmung war betrübt und finster vor
ärger. Wieder wurden seine Bilder abgelehnt. Zweifel über seine
Fähigkeiten waren gewachsen. Auf dem Weg nach Hause war er am
Grübeln. Er dachte darüber nach wie es nun weiter gehen sollte. Er
hatte seine Ersparnisse aufgebraucht um sich seine Kamera kaufen zu
können. Digital und Professionell. Doch sie schien ihm kein Glück
zu bringen. Er hatte bereits beschlossen, dass Fotografieren auf zu
geben. In seiner Straße gab es einen Antiquitätenhändler. Er hatte
das Schaufenster nie wirklich beachtet, da ihm das Geld dafür
fehlte. Doch dann viel ihm etwas ins Auge, dass ihm niemals im Leben
aufgefallen wäre. Eine alte Schminkkommode. Sie hätte eine
Restaurierung nötig, dennoch war sie gut erhalten und sie schien
perfekt für ihn zu sein. Also lief er nach Hause und sah sich seine
Finanzen durch. Die Kommode sollte 350,- €uro kosten. Er hatte noch
2000,- €uro auf seinem Konto und 1500,- €uro auf der hohen Kante.
Er kaufte den Tisch und restaurierte ihn, so dass er in neuem Glanz
erstrahlte. Dann machte er Bilder davon. Der Spiegel auf der Kommode
war aufklappbar. Auf seinen Bildern war der Spiegel immer
geschlossen. Immerhin wollte er sie nicht verkaufen. Er hatte sich
überlegt die Branche zu wechseln. Schluss mit Natur und
Außenaufnahmen. Nun wollte er was anderes machen und inserierte in
einer Zeitung. Er hatte seine Kommode in mühsamer Kleinstarbeit
wieder aufgerichtet. Er hatte geschwitzt, fünf Tage lang, sieben
Stunden am Tag. Nun wollte er, dass sich jemand vor den Spiegel
setzen sollte und ihn für sich und sein Äußeres nutzen sollte. Was
sollte das anderes sein als eine Frau? Also ging er los und kaufte
sich eine Nähmaschine und rief seine Schwester an. Er machte
Zeichnungen, kaufte Stoffe und war dann pleite. Seine Schwester kam
und machte, wiederwillig die Kleider für ihn. Sie verlangte nur,
dass er seine Schreibmaschine zurück bringen müsse. Sie hatte ihre
eigene. Er sollte nur Stoffe und garn besorgen. Das tat er dann auch.
Seine Schwester Karoline, von allen nur Karo genannt nähte ihm alle
16 Kleider. Das aber nur unter einer Voraussetzung. Sie wollte eigene
Bilder in den Kleidern. Sie machte vier verschiedene Kleider, jedes
in vier verschiedenen Konfektionsgrößen. Sie machte ihr Makeup zu
Hause und kam fertig zu ihrem Bruder. Sie schlüpfte in eines der
Kleider.
Er lebte in
einer Drei-Zimmerwohnung. Alleine hatte er zwei Zimmer leer. Er
bewohnte nur eines.
Er machte
aus einem Zimmer ein Attelier und er stellte dort Leuchter auf. Ein
weißes Tuch diente als Hintergrund. Er stellte, bevor Karo ankahm
alles auf. Machte die Messungen für das Licht und wartete nun auf
seine Schwester. Die kam auch bald an. Er öffnete die Tür und da
stand sie. Er hatte seine kleine Schwester noch nie so gesehen. Sie
war Frisiert und geschminkt. Das kannte er von ihr nicht, sie hatte
bis dahin immer nur Schlabberlook getragen. Sie stellte sich vor den
Spiegel und betrachtete sich mit dem Kleid. Sie hoffte nur, dass sie
auch wirklich gut auf den Bildern aussehen würde. Das Kleid saß
perfekt. Selbst ihre Haarfarbe sah aus wie Belle in die Schöne und
das Biest. Sie ging in sein Atelier und er staunte nicht schlecht,
als er sie sah. Als erkennender Disneyfan dachte er Belle vor sich zu
sehen.
Die Blitze
der Strahler schossen auf Karo und Stephen machte ein Bild nach dem
Anderen. Er war hin und weg. Als der Tag rum war machte er seiner
kleinen Schwester eine Mappe wo er die Bilder in DIN:A4 und Hochglanz
abheftete und sie ihr zukommen ließ.
Drei Tage
später.
Er hatte
noch die Bilder auf eine Disk gebrannt und sie in einen Aktenschrank
geräumt, zusammen mit einer Akte von ihr. Größe, Haarfarbe, Maße
und Charaktereigenschaften sind in der Akte fest gehalten. Seine
Schwester war sein erstes Modell. Nach dem er die Klappe seines
Aktenschrankes geschlossen hatte klingelte plötzlich sein Telefon.
Die Nummer auf dem Telefon war die von Kora.
„Jawohl
Schwesterherz. Was kann ich für dich tun?“, meldete sich Stephen.
„Ich habe
die Mappe eben von dir bekommen. Mama und Papa sind die mit mir am
durch sehen. Sie sind begeistert. Ich bin begeistert.“, sagte Karo.
Ihre Stimme bebte förmlich vor Freude.
„Du warst
mein erstes Modell und ich will ja wohl hoffen, dass dir die Mappe
gefällt, sonst würde sie nämlich 500,- €uro kosten.“, meinte
Stephen lächelnd.
„Nun dann
sieh mal auf dein Konto, wir haben zusammen gelegt um dir dein erstes
Gehalt zu zahlen. Aber Mama, Papa und ich wir haben eine Bedingung.
Wir wollen, dass du weiteren Stoff holst und den her bringst. Ich
will die sein, die deine Kleider und Kostüme schneidert. Das nach
deinen Konditionen und vorgaben.“, erklärte Karo. Stephen stellte
sich vor, wie sie hämisch grinste bei den Aussagen.
„Aber du
bist dir schon darüber im Klaren, dass es nicht immer nach
Disneyvorlagen gehen wird“, meinte Stephen.
„Aber
natürlich weiß ich das. Das ist mir aber egal. Ich würde dich nur
bitten, dass ich deine Skizzen behalten darf, wenn ich sie dir in
vier Größen genäht habe.“, sagte Kora.
„Das
sollte kein Problem sein. Dann werde ich sie Nummerieren falls ich
andere Größen brauche.“, entgegnete Stephen.
„Einverstanden“,
sagte Karo kurz und verabschiedete sich.
Stephen
legte auf und starrte wie gebannt auf das Telefon. Er konnte es nicht
glauben. Er öffnete den Browser für das Internet und sah via
Onlinebanking auf sein Konto. Seine Eltern und seine Schwester hatten
ihm 6000,- €uro überwiesen. Er verstand die Welt nicht mehr. Sie
hatten ihm doch immer vor geworfen, was er doch für ein Versager
wäre. Und nun das? Auf seine Anzeige hatte sich niemand gemeldet. Er
kaufte Garn und Stoffe für weitere 8 Kleider und 16-mal Unterwäsche.
2 Kleider in vier verschiedenen Größen und 4mal Damenunterwäsche
mi verschiedenen Schnitten und Mustern, in 4 verschiedenen Größen.
Die Stoffe und die Skizzen schickte er eine Woche nach dem Telefonat
mit seiner Schwester ab. Danach setzte er eine neue Anzeige auf.
Diese klang wie folgt:
Biete
Modelanfängern eine Möglichkeit ihren Start mit einer
Professionellen Mappe zu beginnen. Die Kosten für die erste Mappe
sind machbar und auch für Private Zwecke nutzbar. Preisliche
Absprachen werden Telefonisch getroffen. Auf den Bildern werden
Kleider getragen, oder Unterwäsche. Keine
Pornografischen Aufnahmen.
Darunter
setzte er seine Telefonnummer und den Namen. So wurde es dann
abgeschickt. Drei Wochen Später bekam er die Kleider und die
Unterwäsche von seiner Schwester zugeschickt. Er hatte in seinem
Schlafzimmer einen neuen Schrank für die Sachen aufgestellt, die er
für die Shootings verwenden wollte. Dort hatte er die Kleider und
die Unterwäsche auf bewahrt. Doch kam noch immer keine Antwort von
seiner Anzeige. Drei Tage nach dem Erhalt der Kleider, die Karo
geschickt hatte, klingelte es an Stephens Tür.
„Sind sie
Stephen Manning?“, fragte eine schöne junge Frau, die fast
zitternd vor Nervosität vor seiner Tür stand.
„Ja das
bin ich. Wie kann ich ihnen helfen?“, wollte er wissen.
„Nun ich
habe ihre Anzeige gelesen. Über ihre Telefonnummer habe ich ihre
Anschrift herausgefunden und wollte mit ihnen über die
Modeltätigkeiten reden.“, meinte die junge Frau.
„Wie ist
ihr Name?“, wollte Stephen wissen.
„Oh es tut
mir leid. Mein Name ist Andrea. Andrea Schaub“, meinte sie und
reichte ihm die Hand.
„Dürfte
ich bitte mal ihren Ausweis sehen? Sie sehen mir nicht so aus, als
seien sie Volljährig.“, sagte Stephen.
„Oh“,
stieß sie aus und kramte aus ihrer Tasche ihren Ausweis. Sie reichte
ihn Stephen, der ihn sich genau ansah.
„Ok,
kommen sie rein“, meinte er.
„Mögen
sie einen Kaffee“, fragte Stephen.
Andrea
nickte zustimmend und sah sich in seiner Wohnung um. Stephen
begleitete sie in den Wohnraum und holte den Kaffee. Milch und Zucker
standen auf dem Wohnzimmertisch. Er stellte ihr den Kaffee auf den
Tisch vor sie und eine Tasse für sich. Sie füllte den Kaffee mit
der Milch und dem Zucker.
„Sagen
sie. Wie haben sie sich die Bilder vorgestellt? Sind sie für
Private, oder für berufliche Zwecke?“, fragte Stephen.
„Ich
möchte gern in die Modelbranche einsteigen und brauche eine Mappe
dazu.“, meinte sie zögernd.
Er stellte
ihr die drei Mappen vor, die sie zur Auswahl hatte. Ebenso die
Kosten, die damit Verbunden waren. Sie rümpfte sich die Nase, wie
ein Schulkind. Stephen reichte ihr ein Taschentuch und ließ ihr Zeit
zum überlegen. Sie griff in die Tasche und holte ihr gesamtes
Bargeld hervor. 450,- €uro. Das reicht für die Mappe in DIN:A4 und
12 Bilder.
„Hast du
Ahnung von Makeup?“, wollte Stephen wissen.
„Ich habe
alles was ich brauche in meiner Tasche.“, erwiderte sie.
„Du hast
Konfektionsgröße 34?“, fragte Stephen.
„Woher
wissen sie das?“, fragte sie Andrea erstaunt.
„Ich bin
Fotograf. Ich muss das sehen können“, antwortete Stephen.
Sie gingen
in sein Schlafzimmer und er öffnete den Schrank. Er überlegte sich
womit man wohl beginnen könne. Für eine Modelkarriere sollte man
wohl eher eine etwas erwachsenere Auswahl nutzen als ein
Disney-Kostüm. Gut, dass er vor gesorgt hatte.
„Magst du
Disney?“, fragte er neugierig.
„Sicher“,
antwortete sie und sah gebannt in den Schrank.
Sie
entschied sich für das weiße Ballkleid von Ariel aus dem zweiten
Teil. Sie zog sich um, während Stephen im Wohnraum wartete. Er trank
seinen Kaffee weiter und ging in der Zwischenzeit in sein Attelier.
Er bereitete die Beleuchtung vor. Den Hintergrund musste er auch
ändern. Mit einem weißen Kleid kann man sich schlecht vor einen
weißen Hintergrund stellen. Er nahm einen blauen Hintergrund. Nach
ungefähr einer halben Stunde war es dann soweit. Sie kam in das
Attelier und war nicht wieder zu erkennen. Aus diesem unbeholfenen
Mädchen wurde eine elegante junge Frau. Die Hochhackigen, die ich
hier gekauft hatte passten ausgezeichnet. Es schien als hätte sie
eine Verwandlung durch gemacht. Wie ein Profi ging sie auf Position
und begann zu posieren. Nach zwei Stunden schien sie immer noch fit.
Nur zu dumm, dass sie nur 12 Bilder bekommen würde. Nun war es an
uns diese aus zu suchen. Während ich die Bilder druckte und se in
die Mappe sortierte brachte sie sich zurück in ihre alte
Persönlichkeit. Diesen Schlabberlook, mit dem sie angekommen war und
den langen Haaren, die nun in ihr Gesicht fielen. Sie Schreitete auch
wieder in dieser gebeugten Haltung. Er konnte es nicht verstehen. Er
gab ihr die Mappe und nahm das Geld an.
„Ich
wünsche dir mit dieser Mappe viel Glück.“, sagte Stephen und
reichte ihr zum Abschied die Hand.
„Ich danke
ihnen vielmals“, erwiderte Andrea. „Haben sie vielleicht noch
eine Visitenkarte.“
Stephen kramte hecktisch
in seiner Hosentasche nach seiner Geldbörse. Er zog eine
Visitenkarte hervor und reichte sie ihr. Er schloss die Tür und
brachte das Geld zu der dafür vorgesehenen Geldkassette und schloss
es ein. Davon musste er noch weitere Mappen kaufen. Er wusste jedoch
zu diesem Zeitpunkt nicht, was ihn erwarten würde. Er machte eine
weitere Anschaffung, denn wenn er ein Model hat, begibt sie sich zum
Schminken immer noch in sein Bad. Er hatte es jedoch nicht erkannt
warum. Dann stand er in seinem Bad. Dann wurde es ihm klar. Das
Licht. In dem Schlafzimmer befand sich das Licht hinter der Person,
die vor dem Spiegel saß. So konnte sich keine Frau schminken. Also
kaufte er eine Lichtreihe und brachte sie über der Kommode an. Er
testete sie an und war zu frieden. Er bestellte die nächste Mappe
und machte Andreas Akte fertig. Die Akte war nach einer Stunde fertig
und im Aktenschrank verschwunden. Er ging hinauf um das Kleid, das
Andrea getragen hatte reinigen zu lassen. Er packte es ein und
brachte es zu einer Reinigung.
Eine Stunde nach dem er
sich zu der Reinigung auf gemacht hatte kam er nach Hause und hörte
bereits das Telefon klingeln. In Hast schloss er die Tür auf und
rannte zum Telefon und nahm ab. Nach nur 10 Minuten legte er wieder
auf und ging in das Schlafzimmer. Er legte zwei Kleider und zweimal
Unterwäsche heraus. Beide für Größe 36. Das Shooting ist für den
nächsten Tag anberaumt. Die Zeit würde ausreichen. Er überlegte,
wie sie an seine Nummer gekommen sein könnte. Aber die Überlegungen
hatte er nach nicht langer Zeit wieder beendet. Er würde es schon
erfahren, wenn das Shooting beginnen würde. Er bräuchte nur nach zu
fragen.
Am nächsten Tag.
Es klingelte an der Tür.
Stephen öffnete und eine junge Frau stand vor der Tür.
„Marina“, fragte er.
Nickend bejahte sie seine
Frage und reichte ihm begrüßend die Hand. Er erwiderte ihre Gestik
und reichte ihr auch die Hand. Er bat sie rein.
„Sie
haben also genaue Vorstellungen wie ihre Mappe sein sollte?“,
fragte Stephen.
„Ja.“,
antwortete sie schnell.
„Dann würde ich sagen,
sollten wir nicht allzu lange warten.“, meinte er und nahm ihr den
Mantel ab, den er an die Nische hing.
Marina folgte Stephen in
sein Schlafzimmer.
„Ich habe ihnen zwei
Kleider und zweimal Unterwäsche raus gelegt. Suchen sie sich jeweils
eines aus und dann kann es auch schon los gehen. An der Kommode
können sie sich ihr Makeup zu recht machen.“, meinte Stephen.
Skeptisch begutachtete
Marina die Klamotten auf dem Bett. Danach viel ihr Blick auf die
Kommode.
„Das ist ja eine schöne
Kommode“, meinte sie.
„Danke sehr“,
antwortete Stephen. „Ich lasse sie nun alleine, damit sie sich
fertig machen können“
Stephen verließ den Raum
und wartete in seinem Attelier auf Marina. Sie hatte sich viel Zeit
gelassen. Nach ungefähr 45 Minuten kam Marina mit einem dünnen
Mantel bekleidet, unter dem man die Unterwäsche sehen kann. Sie war
eine sehr schöne Frau. Es hatte Stephen überrascht wie schön sie
war. Sie hatte ihre Haare offen getragen und glatt gebürstet. Wir
machten die Session und es lief hervorragend. Nach vier Stunden waren
wir fertig. Sie hatte sich in die Konventionelle junge Frau zurück
verwandelt, die Stunden zuvor an Stephens Tür gestanden hatte. Sie
hatte ihre Brille wieder auf, die sie ein wenig spießig aber auch
ansprechend wirkte. Gemeinsam sahen wir die Bilder durch und sie
entschied, welche genommen werden, damit sie in die Mappe kommen
sollten. 24 Bilder haben wir aus gesucht. Dann aber sagte sie etwas,
dass er nicht gedacht hätte.
„Ich hätte es nie
erwartet. Aber ihre Bilder sind wirklich atemberaubend“, sagte
Marina.
„Was meinen sie
damit?“, wollte er wissen.
„Nun ich habe ihre
Karte von einem anderen Fotografen, der ihnen in der nächsten Zeit
wahrscheinlich ein paar Aufträge zukommen lassen wird, für
Modezeitschriften.“, erklärte sie.
„Aber wie…“, sagte
er und wurde unterbrochen.
„Keine Erklärungen.
Sie werden es erleben.“, meinte Marina dann und ging mit Stephen in
den Wohnraum.
„Wie sieht es mit der
Gage aus? Wie hoch liegt die?“, wollte Marina wissen, als sie an
dem Kaffee nippte.
„Nun, die Mappe kostet
400,- €uro und die 5 Stunden Arbeit kostet insgesamt 100,- €uro.
Macht 500,- €uro.“, erklärte Stephen.
„Wie bitte? Sie setzen
ihre Leistungen definitiv zu niedrig an.“, meinte Marina.
Sie übergab ihm einen
Umschlag und wollte gehen. Doch an der Tür hatte Stephen sie
aufgehalten.
„Wofür halten sie
mich?“, fragte er wütend. „Glauben sie ich sei einer dieser
Typen, die das zum Geld schäffeln machen? Ich mache es weil ich das
Fotografieren liebe! Mir gefällt der Gedanke schöne Frauen auf
diese Weise unsterblich zu machen.“
Wütend drückte er ihr
den Umschlag mit dem restlichen Geld in die Hand und schloss die Tür.
Marina drehte sich um und dachte nur, man du musst noch viel lernen.
Zwei Tage hatte er nichts
gehört. Nach dem Shooting ging er in sein Arbeitszimmer und machte
Marinas Akte fertig und begab sich in sein Schlafzimmer. Sein
Arbeitszimmer war ein Abschnitt in seinem Wohnraum, den er von dem
restlichen Raum abgeschlossen hatte. Sein Arbeitszimmer war in seinem
Wohnraumschrank.
Er ging in sein
Schlafzimmer. Er sah sich die Sachen an, die in dem Schrank waren und
fragte sich, ob er wirklich alles richtig machen würde. Warum sollte
er nicht nach dem großen Geld Ausschau halten? Er wollte doch
eigentlich erfolgreich sein. Beinahe hatte er seine Tätigkeiten als
Fotograf fast auf gegeben, weil der Erfolg aus geblieben war.
Während er vor sich hin
grübelte begann der Spiegel plötzlich zu leuchten. Es war ihm gar
nicht aufgefallen. Zu Anfang. Er ließ sich auf seinem Bett zurück
fallen und blickte an die Decke. An der Decke war ein bläuliches
Licht zu sehen, dass von der Kommode zu kommen schien. Er sah zu der
Kommode und öffnete den Spiegel. Er schreckte zurück, denn er sah
Marina in dem Spiegel.
„Hallo Stephen.“,
sagte Marina.
„Wie kann das sein?“,
fragte Stephen.
„Du bist Ratlos? Kannst
du dir vorstellen wer ich sein könnte?“, fragte Marina neckisch.
„Der Teufel in
verführerischer Gestalt?“, meinte er witzelnd.
„Nun so weit würde ich
nicht gehen. Aber sagen wir, dass ich jemand bin, der deine innigsten
Gedanken und Fantasien kennt. Ich weiß zum Beispiel warum du so
darauf stehst schöne Frauen zu Fotografieren. Ich weiß auch was du
am liebsten mit ihnen an stellen würdest.“, erklärte Marina.
„Du bist auf jeden Fall
kein gutes Wesen.“, stellte Stephen fest. Er wollte den Spiegel
schließen als…
„Das solltest du besser
nicht tun!“, meinte Marina.
„Warum sollte ich? Es
gibt nichts, dass du für mich tun könntest“, sagte Stephen
entschlossen.
„Ich könnte dir deinen
sehnlichsten Wunsch erfüllen.“, meinte Marina.
„Ich schlage vor, dass
du mich in Ruhe lässt.“, schrie Stephen fast.
„Warte es einfach ab.
Es wird nicht lange dauern.“, meinte Marina ruhig.
Er ging in den Wohnraum
zurück. Er versuchte sich darüber im Klaren zu werden was sie
gemeint haben könnte. Und wenn es das war, was er sich vor stellte,
wie könnte sie es wissen? Woher sollte sie es wissen? Seine Gedanken
waren verworren. Er war durcheinander. Er begab sich in seinen
Wohnraum und machte sich Musik an, um sich ab zu lenken.
Das Telefon klingelte. Er
machte die Musik leiser und nahm den Anruf entgegen. Es war Marina.
„Ich grüße sie
Marina, was kann ich für sie tun?“, fragte er.
Er nickte einige Male und
legte mit ihr einen Termin am nächsten Tag fest. Er freute sich
schon auf das Shooting. Es hieß, dass sie ihre eigene Wäsche für
die Bilder mit brächte, da sie für Private Zwecke seien. Er war ein
wenig nervös. Sollte er etwa seine eigenen Fantasien verwirklichen
können? Immerhin gab es einen Grund, warum er die Akten angelegt
hatte. Er holte Marinas Akte und öffnete seinen Arbeitsbereich. Er
startete seinen PC und legte die CD ein. Er suchte nach einem
bestimmten Bild. Eine bestimmte Pose, die ihm am meisten gefallen
hatte und auch Marina hatte sie ausgesucht, damit sie in ihre Mappe
käme. Was wenn sie die gleichen Vorlieben hat wie ich, dachte er
plötzlich. Das wäre nur eine Möglichkeit für die Worte des
Spiegels, dachte er weiter. Einen Moment, dachte er plötzlich und
ging mal alle Bilder durch. In der Übersicht konnte er sich die
Bilder im Gesamten ansehen.
Da sah er es. Anders als
die meisten Models hatte sie immer so posiert, dass ihr Hals immer
frei zu sehen war. Könnte es sein? Wieso ist mir das bei dem
Shooting nicht auf gefallen? Gedanken um Gedanken. Aber er freute
sich darauf Marina wieder zu sehen. Was für Bilder es sein sollten
wollte sie nicht sagen. Er musste sich wohl überraschen lassen. Der
Gedanke gefiel ihm zwar nicht, aber er musste sich damit wohl
abfinden.
Marina war pünktlich zu
dem Termin erschienen. Sie hatte eine Papiertüte dabei. Stephen bat
sie in die Wohnung und versuchte erst mal zu erfahren um was es ihr
ginge.
„Möchten sie einen
Kaffee?“, wollte er wissen.
„Gern“, erwiderte
Marina.
Er ging in die Küche und
goss den Kaffee in die Tassen und brachte sie in den Wohnraum. Wie
immer standen Milch und Zucker auf dem Tisch.
„Wollen sie mir nun
sagen, um was für Bilder es sich handeln soll?“, wollte Stephen
wissen.
„Um ehrlich zu sein ist
mir das peinlich, zumal sie in ihrer Anzeige geschrieben haben, dass
sie keine Aktbilder machen wollen.“, Marina wurde hoch rot beim
Aussprechen und sie wurde im Satz immer leiser.
„Nun, wenn sie
ästhetisch sind und eine künstlerische Note besitzen, dann kann man
auch da eine Ausnahme machen, finde ich“, erklärte Stephen gezielt
wie in Profi.
„Das ist sehr
beruhigend“, meinte sie schamhaft lächelnd. „Aber die Bilder die
ich haben möchte sind eher im Bereich des Fetisch zu finden“
„Aus welchem Bereich
des Fetisch? Kleidung, oder eher Körperlicher Fetisch?“, fragte
er.
„Ja … Eher der
körperliche Fetisch.“, meinte sie beschämt.
„Ich habe mir ihre
Bilder noch mal angesehen und ich glaube ich kenne ihren Fetisch.“,
sagte Stephen und sah Marina tief in die Augen.
„Wie meinen sie das?“,
wollte sie wissen.
„Ihre Posen die sie auf
den meisten Bildern hatten. Die unterbewussten Posen. Ihre
Körpersprache war eindeutig.“, führte er aus.
„Und zu welchem
Ergebnis sind sie gekommen?“, fragte Marina nervös.
„Ihr Fetisch ist die
Asphyxie“, sagte er sicher.
Diese Aussage schlug wie
eine Bombe bei ihr ein. Ihr erschrockener Blick verriet sie sofort.
„Machen sie sich keine
Sorgen. Ich kenne ihre Angst. Ich bin auch schon dreimal umgezogen
wegen meinen Vorlieben“, meinte er.
„Wie darf ich das
verstehen?“, fragte sie merklich nervös.
„Können sie sich
vorstellen, dass ich von einer Kleinstadt durch drei Großstädte
gezogen bin, in drei Jahren, weil ich wegen meiner Vorlieben und dem
damit verbundenen Vertrauen zu unvorsichtig war? Ich habe das Gefühl,
dass du genau weist, was ich meine.“, sagte er.
„Und was genau meinen
sie damit?“, fragte sie weiter.
„Ich denke sie sind
passive Asphyxieanhängerin.“, behauptete er mal einfach.
„Bin ich so einfach für
sie zu durchschauen?“, antwortete Marina beinahe flüsternd.
„Nun für mich schon.
Denn ich bin aktiver Asphyxspieler.“, meinte Stephen und Marina
schaute ganz verdutzt drein.
„Wie kann es sein, dass
mir das bei dem Shooting nicht aufgefallen? Das hätte ich doch
bemerken müssen!“, meinte sie.
„Nein. Ich habe das
lange üben müssen. Wenn ich in einem Shooting bin arbeite ich und
dann schalte ich mein Privatleben vollständig ab. Das hat lange
gedauert, bis ich das im Griff hatte. Ihre Vorliebe hatte ich auch
nur bei dem späteren begutachten ihrer Bilder heraus gefunden. Denn
je mehr ihr Hals zu sehen war, desto erregter schienen sie gewesen zu
sein. Das in jedem Outfit, dass sie getragen haben.“, erklärte
Stephen selbstsicher. Sein Blick sagte, dass er genau wusste was er
sagte.
„Hat ihnen denn
gefallen, was sie gesehen haben?“, wollte sie wissen und nippte an
ihrem Kaffee.
„Auch wenn das
unhöflich ist. Aber ich finde wir haben das du erreicht, wenn du
mich fragst.“, meinte Stephen selbstbewusst.
„Nein, ich denke nicht,
dass es unhöflich wäre.“, sagte sie lächelnd.
„Also, wie hast du es
am liebsten?“, fragte Stephen direkt.
„Was meinst du?“,
fragte sie plötzlich.
„Wie hast du es am
liebsten, dass dir die Luft weg bleibt.“, wollte er wissen.
„Ach so. Na am liebsten
mag ich es mit den Händen, oder einem weichen Stoff. Darum hab ich
die Tüte mit. Da ist eine Auswahl an Schals und Halstüchern drin.“,
erklärte sie.
„Ich verstehe. Wie hast
du dir die Bilder vor gestellt?“, wollte Stephen wissen.
„Ich denke ich will sie
spontan. Lassen wir uns überraschen was uns einfällt. Ich muss auf
jeden Fall Bilder vor der Kommode haben. Mit dem Spiegel. Der sieht
einfach super aus.“, sagte Marina lächelnd.
„Sonst noch was?“,
wollte er wissen.
„Ja. Würdest du auch
auf die Bilder kommen? Ich will auch Bilder von uns beiden.“,
meinte sie.
„Nein. Ich darf auf
keinem Fall erpressbar werden, das würde meine Glaubwürdigkeit in
Frage stellen.“, erklärte er.
„Das soll natürlich
nicht passieren. Ich will die Bilder auch nur für Private Zwecke
haben.“, meinte sie. „Wenn du darauf bestehst, machen wir einen
Vertrag, der Besagt, dass eine Weitergabe der Bilder mit
Strafrechtlichen Folgen bestraft wird.“
„Nun für den Anfang
werden wir ein paar normale Bilder machen, was sich dann ergibt wird
sich zeigen.“, schlug er vor.
„Das genügt mir.“,
sagte sie.
„Geh und mach dich
fertig.“, befahl Stephen.
Sie nickte und ging ins
Schlafzimmer. Sie nahm ihre Tüte direkt mit. Stephen trank seinen
Kaffee weiter und wartete darauf, dass Marina sich meldet und sagt,
dass sie fertig sei. Solange genoss er seinen Kaffee. Er ging als
sein Kaffee leer war seine Kamera holen und ging in sein
Schlafzimmer. Dieses Mal jedoch holte er seine Cam. Nicht seinen
Fotoapparat. Er hatte eine Idee.
Er öffnete die Tür und
Marina hatte sich gerade ihre Unterwäsche aus gezogen, als sie ihn
bemerkte. Ihr Lächeln signalisierte Stephen, dass sie es nicht nur
hin nahm, sondern auch begrüßte. Seine Cam war auf einem Stative
angebracht. Er stellte es ab und er begab sich zu Marina. Er bewegte
sich über das Bett auf allen vieren. Er blieb still stehen und
Marina bewegte sich auf den Knien auf Stephen zu. Mit ihrem Bauch
hielt sie direkt vor seinem Gesicht an. Er küsste sich von ihrem
Bauch an aufwärts und zwischen ihre Brüste durch, ihren Hals
hinauf. An der linken Halsseite, auf der rechten Halsseite legte er
seine Hand. Sie streckte ihren Hals und hoffte auf seinen kraftvollen
Griff, wenn sie Glück haben würde. Die Erregung hörte man aus
ihrem Stöhnen heraus. Man hörte wie ihre Stimme dabei bebte. Sie
erwartete nun, dass er sie packt und sie bereitete sich darauf vor,
in dem sie ihre Hand zwischen ihren Beinen postierte und sich zu
beglücken begann. Ihre andere Hand lag auf seinem Stab, der sich
voller Erwartung auf ein Abenteuer auf gerichtet hatte.
Er musste mit sich
kämpfen, dass er nicht sofort ihre Kehle zusammen pressen würde.
Seine zweite Hand lete er auf ihren Nacken und sie legte ihren Kopf
auf seine Hand. Ihre Erregung steigerte sich und ihr Atem wurde
stärker. Seine Hand schloss sich um ihre Kehle, langsam wurde sein
Griff fester. Ihre Erregung immer höher. Sie wusste, dass er ihr
ihren Wunsch nun gleich erfüllen würde. Sein Griff wurde immer
stärker. Sie näherte sich dabei stetig ihrem Höhepunkt. Der
Spiegel begann zu leuchten. Und Der Himmel war zu sehen. Federwolken
zogen vorbei und eine Nebelgestalt erschien.
Es war die Frau, dessen
Hals er gerade am zusammen drücken war, die sich aus dem Nebel
heraus Materialisierte. Erkennen konnte Stephen nichts. Aber die
Marina in dem Spiegel richtete die Hand nach forne aus und entzog der
Marina in meinen Händen die Lebenskraft. Ihre Bewegungen wurden
immer langsamer, Kraftloser. Als sie leblos in seinen Händen hing
begann sie sich in dunst auf zu lösen. Der Dunst bewegte sich auf
den Spiegel zu und verschwand mit dem Leuchten des Spiegels. Stephen
war verblüfft. Er hatte die Kontrolle über sich verloren. Aber
warum? Das hätte er doch sonst nie zu gelassen. Plötzlich Leuchtete
der Spiegel wieder. Ein Nebel stieg aus dem Spiegel hervor. Er
verdichtete sich und Marina wurde immer deutlicher zu erkennen, bis
sie leinhafteig vor ihm stand.
„Was war das?“,
fragte Stephen.
„Das war nötig um mich
zu befreien, aus dem Gefängnis in dem ich lange Zeit gefangen war.“,
antwortete Marina.
„Wer bist du?“,
fragte Stepehn.
„Mein Name tut hier
nichts zur Sache. Nenne mich Marina, so wie sie hieß.“, sagte sie
grinsend. Ihr grinsen hatte etwas gefährliches.
„Warum willst du mir
deinen namen nicht sagen?“, wollte er wissen.
„Weil du ihn nicht
verstehen würdest. Aussprechen könntest du ihn ebenfalls nicht.“,
erwiderte sie.
„Und nun. Werde ich
auch ein Opfer von dir?“, seine Frage war aggressiv.
„Nein. Ich brauche aber
weibliche Opfer, um am Leben zu bleiben.“, sagte sie fast
flüsternd.
„Erwartest du etwa im
Ernst, dass ich für dich Morde?“, fragte er spöttisch.
„Ich selbst kann es
nicht und dir hatte es eben doch auch gefallen.“, meinte sie. „Das
Gesetz besagt, dass eine Anklage nicht erhoben werden kann, wenn es
keine Leiche gibt. So lange du sie hier vor dem Spiegel tötest wird
es keine Leichen geben und dein Leben wird auch verlängert. Würde
dir das nicht gefallen? In der Zwischenzeit kannst du mit mir
spielen, denn ich kann nicht sterben. Einmal alle sechs Monate
brauche ich ein Leben um das unsere zu verlängern.“
Meine Bilder würden
immer gesehen werden, dachte er.
„Wenn ich meine
Laufbahn so bei behalte könnte ich immer weiter machen?“, fragte
er.
„Ich sehe du bist
gut.“, meinte sie. „Du begreifst schnell. Wenn du Anfängern den
Start ermöglichst, hast du immer ein Opfer, denn so sind sie immer
unbekannt und kaum jemand würde sie vermissen und wenn sie niemand
findet bleiben sie vermisst.“
Und es folgten noch viele
Opfer. Viele Jahrhunderte lang.
-Ende-