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    Kaffeeklatsch 2 Kapitel 1-8


    Kaffeeklatsch 2 COR

    Kapitel 1

     Martina

     

    Martina sah auf die Uhr in dem Taxi, als sie endlich los kam: 6:30. So spät war sie ewig nicht mehr nach Hause gekommen.

    „Wo solls denn hingehen?“ Sie musste erst registrieren, dass sie seit langem mal wieder Taxi fuhr. Automatisch war sie auf den Vordersitz eingestiegen „Äh, Kniestraße 13.“

    „Ist gebongt.“, Der Taxifahrer beobachtete sie von der Seite. „Waren sie auch bei dieser Veranstaltung, von der niemand etwas weiß oder wissen darf?“

    Sie musste dabei lachen. „Sie wissen es doch, oder?“

    „Ich bin nur einer von denen, der die Gäste dort hinfahren darf, obwohl nichts stattfindet und die später wieder abholt, obwohl nichts dort gewesen ist. Verrückt, oder?“

    „Sie bekommen als Taxifahrer wohl auch vieles mit, was der gemeine Bürger im Allgemeinen kaum mitbekommt, oder?“

    Jetzt musste er lachen. „Wie ein gemeiner Bürger klingen sie aber auch nicht. Und sie waren sogar da drinnen. Haben sie da …gearbeitet?“

    Sie schmunzelte. „Kann man so sagen. Sieht man das nicht?“ Selbstbewusst lehnte sie sich zurück auf ihren Sitz. Nun erst wurde ihr bewusst, dass der Sicherheitsgurt mitten zwischen ihren Brüsten lag, die durch die Korsage noch zusätzlich hochgepresst wurden und etwas scheuerten.

    Verdammt, ich hätte doch das Kleid anziehen oder zumindest überziehen sollen.

    „Ich habe da gearbeitet, obwohl es dort ja nichts zum Arbeiten hätte geben konnen. Klingt doch logisch, oder?“ 

    „Darum auch dieses Outfit, das wohl auch nicht so sein dürfte, oder?“

    „Wie bei des Kaisers neue Kleider. Sie müssen sich den Rest halt dazu denken.“

    „Dann spielten sie also die Kaiserin?“

    Plötzlich war sie wieder hellwach. „Stimmt. Gespielt habe ich wirklich. Einmal eine Magd und danach die Femme Fatale…“  „Klingt interessant! Und wobei spielten sie diese Rollen?“

    „Dafür, dass sie nichts wissen dürften, spekulieren sie aber schon recht gut.“

    „Das ist meine 4. Tour von hier seit heut Morgen. Und die anderen Gäste waren zwar nicht so interessant wie sie, aber gesprächiger.“  „Und was haben sie von denen gehört?“

    „Hmm, aber nichts weiter erzählen. Sie wissen ja. Viele Casinotische, viele nackte Frauen, ein Theaterstück mit diesem Schauspieler, dem… „Hennig Stamm“, stimmt und ner toll gespielten Magd auf der Bühne… Halt, waren sie das?“ Martina nickte. „Sie wurden dort von dem Stamm ..gevögelt?“ „Das gehörte mit zur Rolle, ja. Enttäuscht?“

    „Hab ich nen Grund dazu?“ Er sah an ihr runter. Einer meiner Fahrgäste, dieser Steingräber, unterhielt sich mit seinem Begleiter über eine Frau mit auch so nem Busch wie sie da unten haben. Einer Schauspielerin, ähh Marina?“ „Martina“ „Genau. Der war ganz begeistert von der.“ „Stimmt. Er war aber auch ein sehr lieber.. Hat er noch mehr erzählt?“ „Von einem großen Bauprojekt. Und dass da noch irgendein Problem auftauchen könnte.“ „Aha?“ Martina horchte auf. „Wurden die auch konkreter dazu?“

    Wieder sah er zu ihr rüber. „Ich darf doch keine Geheimnisse ausbreiten!“

    „Na kommen sie,“ sie legte ihre linke Hand sanft auf seinen Oberschenkel, streichelte ihn unmerklich, „und wenn sie es nur mir sagen?“ Ihr Streicheln wurde intensiver.

    Sein Blick fiel kurz auf ihre Hand, dann auf ihre Brüste und ihren nackten Unterleib.

    „Vielleicht fällt es mir wieder ein, wenn sie…“

    Sie schaute ihn nachdenklich an. „Na gut, wenn sie kurz auf den Waldparkplatz fahren und dort … nachdenken. Fällt es ihnen dann wieder ein?“ Sie sah, wie sich ein Schmunzeln über sein Gesicht breit machte. „Aber dann schalten sie den Taxameter ab!“

    Nun lag seine Hand auf ihrem Oberschenkel und wusste, wo sie hinwollte. „Warum bist du so interessiert daran, worüber die zwei geredet haben?“

    „Vielleicht, weil ich auch neugierig bin?“ Jetzt lag ihre Hand auf seinem Schwanz und ja, sie spürte, wonach ihm war. „Halt endlich an!“ Sie löste ihren Sicherheitsgurt und beugte sich zu ihm runter, knöpfte seine Hose auf, „Ihr Männer seid doch alle gleich!“, dann hatte sie sein Glied in ihrem Mund. Blasen hatte sie ja in den letzten Tagen ausgiebig gelernt.

    Nachdem sie den Mund wieder frei hatte, blickte sie zu ihm hoch. „Was für ein Problem könnte denn auftreten?“ Er packte seinen Schwanz wieder ein. „Der eine bekam eine Meldung aufs Handy und sagte zu dem ganz Alten, dass diese Amis etwas Druck aufbauen würden. Kannst du damit was anfangen?“

    In Martina schaltete es. Diese Ami-Delegation hatte man ja ganz außer Acht gelassen. Sie müsste mit Maren sprechen.. „Ach nein, die spielten keine große Rolle mehr. Aber danke. War … nett mit dir.“ Sie sah ihn an, als er vor ihrem Haus hielt. „Vielleicht fällt dir noch mehr ein? Gib mir doch deine Nummer. Eventuell können wir das eben noch mal wiederholen und auch etwas .. vertiefen?“ 

    Er lachte und sagte ihr seiner Nummer, sie rief sein Handy an. Nun hatte sie ihn gespeichert. „Wie heisst du eigentlich?“ „Ach, nenn mich einfach Ismir.“ Sie reichte ihm einen 20er. „Stimmt so. Ich ruf dich an.“

    Endlich zuhause! Jetzt musste sie bloß noch den blöden Geschmack im Mund loswerden. Hoffentlich schlafen die noch alle. Als sie nach Toilette und Scheidenspülung zum ´Frisch machen` ihre die Zähne putzte, wurde ihr bewusst, was sie gerade erfahren hatte. Hoffentlich konnte Maren damit etwas anfangen…

    Aber zuerst…

    Barfuss, aber immer noch in der Korsage tappte sie ins Schlafzimmer, wo ihr Stephan friedlich vor sich hin schnarchte. Sie wusste, was sie wollte!

    Sie schob ihre Hand unter die Bettdecke, fand sofort, was sie suchte, schob nebenbei seine Unterhose nach unten und dann, als sie spürte, wie ihre Zielstrebigkeit etwas bewirkt hatte, wurde die Bettdecke weggeschoben und ihr Mund verstärkte die Standfestigkeit. Er blieb still auf dem Rücken liegen, begann aber schon schneller zu atmen. Jetzt wollte sie nicht länger warten: Was Maren und Hennig vor ihr und den Zuschauern getrieben hatten – jetzt war ihr auch danach. Sie stieg über ihn, führte sein Glied ein und begann ihn sanft anzureiten.

    Vor einer Stunde erst war sie von ihrem Meister ´bestraft` worden und nun … das mit Stephan brauchte sie aber auch. Immer schneller wurde sie, begann zu keuchen, er inzwischen ebenfalls. Diese hektischen Bewegungen ließen auch das Bett knarzen, bis es .. knackte und die hintere Bettumrandung mitsamt Lattenrost und Matratze auf den Boden sackte. „Scheiße!“ Sie musste lachen, aber ließ sich nicht abwerfen. Immer heftiger bewegte sie ihen Unterleib, bis sie wieder diese Welle spürte, auch wie er heiss in ihr abspritzte und sie sich auf ihn fallen lassen konnte.

    Erst da wurde ihr bewusst, dass sie mit Stephan nicht alleine war: Rolf und Claudia mussten wohl von dem Lärm wach geworden sein und standen nun etwas irritiert vor dem Bett.

    „Was macht ihr denn hier?“

    „Was wohl, die ficken mal wieder!“ Claudia sah das ganz realistisch, allerdings fiel ihr sofort die Korsage auf. „Was hast du da denn an, Mama? Das Ding sieht ja geil aus!“

    Nun fiel auch ihrem Männe auf, wie sie da auf ihm hockte und vor allen, wo nun die Matratze lag. „Nun muss auch noch das Bett neu gekauft werden. Wie sollen wir das bloß noch schaffen?“ Sein Blick fiel nun intensiver auf sie. „Aber wirklich, das Teil da sieht auch rattenscharf aus.“ 

    „Auch?“ 

    „Na, wie du!“ Endlich küsste er sie und… es tat ihr gut.“ Sie sah anschließend hoch zu Claudia. „Hol mal aus der Küche meine Handtasche. Sie kam wieder „Was ist die prall, Mama. Was hast du denn da bloß alles drin?. Martina lachte und streichelte das inzwischen geschrumpfte Glied ihre Mannes.

    „Ich hab heute Nacht Roulette gespielt“ „Du hast was?“

    „Über 14000 hab ich verloren…“ sie sah geknickt Stephan an, aber mehr als 53000 gewonnen!“ Sie griff in die Handtasche und holte einen Stoffbeutel heraus, in die Maren ihre eingelösten Jetons hatte einpacken lassen. „Und für 25000 ist eure Mutter zudem noch verkauft worden!“

    „Du wurdest was?“

    „Hab ich das noch nicht erzählt? Um 1 Uhr war Versteigerung und mich hat ein alter Kaufmann ersteigert.“ „Warst du SO auf auf dieser Versteigerung?“ Sie sah Stephan an. „Sicher. Das hat meinen Wert doch so gesteigert.“ „Und was hat der mit dir so gemacht?“

    „Ach Schatz…“ Sie beugte sich runter und küsste seinen klebrigen Schwanz. Wir haben lange geredet, dann … hört mal weg, Kinder, hat er mich gefickt, der Prof danach, dann Walther noch mal und dann habe ich immer noch so wie ich jetzt bin teilgenommen an einer Konferenz. Und ich hab die anderen alle in den Sack gesteckt. So wie’s aussieht, haben Roger und Maren das Projekt an Land ziehen können.“

    „Ich verstehe nur Bahnhof… Warst du deswegen auf dieser Veranstaltung?“

    „Nein, für meine Teilnahme an der Konferenz hatten der Prof. und Walther gesorgt.“ „Wer waren die?“

    „Die mich bei der Versteigerung gekauft hatten.“

    „Und auch gefickt…“

    „Ja, auch das. Aber das war sekundär. Auf der Bühne wurde ich das doch auch schon.“

    „Mama!“

    Sie zog ihren Jüngsten zu sich runter auf das Bett. „Ich hab dir doch schon gesagt, dass ich bei meiner Arbeit auch Filme machen werde. So wie auch Tante Maren.“

    „Solche …Fickfilme?“ Ihr Stephan wurde hellhörig.

     „Solche Fickfilme, ja! Warum hab ich mich denn plötzlich so anders entwickelt? Und du hast selber gesagt, ich soll dabei bleiben. Es tut mir gut, uns beiden auch. Schließlich – ich nutz doch nicht ab davon, im Gegenteil.“ Sie sah selbstbewusst zu den Kindern hoch: „Eure Mutter kann eben öfter.. Aber jetzt muss ich endlich ein paar Stunden schlafen. Und heut Nachmittag kaufen wir uns ein neues Bett und einen neuen Tisch. Und du Stephan, baust zuerst wieder für heut Nacht das alte Bett noch mal zusammen.

    Gegen 12 wurde sie wach, weil sie aus der Küche Geräusche hörte.

    Kochten die etwa irgendetwas ohne sie?

    Sie stand langsam auf und schlich über den Flur, schaute vorsichtig in die Küche. Ihre Claudi stand da, nur im Hemdchen und versuchte Kartoffeln zu schälen.

    „Sag nicht, du willst etwas kochen?“

    Erschrocken zuckte ihre Mittlere zusammen. „Du bist schon wach? Soll ich dir einen Kaffee aufsetzen?“ „Ich mach das schon, Kind.“ Sie füllte kurz die Maschine und setzte sich dann zu ihr, begann ebenfalls zu schälen. „Das hab ich letzte Nacht auch auf der Bühne gemacht. Ich hab dabei eine Magd gespielt.“ „Und dann deinen Herrn verführt?“ „Wie kommst du denn darauf?“

    „Na, du hast doch erzählt, dass du auf der Bühne ..äh gefickt hast.“ „Aber nicht nur. Den Zuschauern hat’s sogar so gefallen, dass wir anschließend sogar ne Zugabe geben mussten.“ Claudia kicherte. „Wie geht das denn? Können ältere Männer so schnell und oft hintereìnander?“

    Was kennst du denn davon?“ 

     „Mama, ich bin 17. Glaubst du, ich bin noch unschuldig?“

    „Wohl kaum.“ Martina hob ihr das Hemdchen hoch, sah auf das blanke Pfläumchen.

    „Ich vergaß, dass meine unschuldige Tochter damit auch schon rummacht.“

    „Unschuldig bin ich doch schon lange nicht mehr. Du hast mich doch damals selber zum Frauenarzt gebracht wegen der Pille.“ 

    „Und, war sie notwendig?“  

    „Ich denke schon. Ich hab inzwischen drei Freunde gehabt und die wollten auch.. Du weißt schon….“ 

    „Du nicht?“ 

    „Doch, dann auch.“ 

    „Und hast du auch schon mal von dir aus gewollt?“

    „Mama! Wie geht das denn?“

    Martina legte die Kartoffel aus der Hand. “Als ich heute Morgen nach Hause kam, wollte ich mit deinem Vater schlafen. Ich! Frauen können auch ´wollen`.

    Und auf der Bühne gestern wollte ich auch, dass Hennig mich fickt.“ „Hat er?“

    „Er hat. Und heute Morgen, als alles vorbei war, wollte ich mit meinem Meister ficken. So als Belohnung für seine Dienerin.“  

    Claudia schaute sie entsetzt an. „Und? Hat er?“

    „Sicher. Aber zuerst ließ er mich bestrafen, weil ich es von ihm ´gewollt` habe. Deswegen hat er mich von Maren und Jenn anketten und auspeitschen lassen und anschließend mussten sie mich beim Abficken festhalten. Man, was das geil….“

    „Aber warum hat er dich festhalten lassen? Du wolltest doch auch, oder?“

    „Ich bin nur Rogers Dienerin und eine Dienerin hat nicht von sich aus zu wollen. Also hat er mich erst bestrafen lassen und dann festhalten lassen!“ 

    „Aber warum?“

    „Kind, beim Sex müssen auch die Bilder im Kopf dazu stimmen. „Wenn du mit einem Freund schläfst – was denkst du dabei? Oder denkst du dir dabei gar nichts? Nicht, dass du dabei gerne auf einer Wiese wärst oder auf einem mit Rosenblüten bestreutem Bett oder in einem Schlammloch, wo er dich hemmungslos abfickt!“ 

    „Mama, was hast du für kranke Fantasien!“

    „Sind die nur krank?“

    „Die mit dem Schlamm ja. Aber manchmal denk ich auch, dass ich gerne woanders oder mit einem anderen…“

    „Na also. Meine Kleine lässt sich nicht auch nur einfach abficken.“

    „Du? Mama? Einmal hab ich bei sowas auch mal mitgemacht.“   

    Martina sah zu ihr hoch.

    „Wir hatten alle zusammen bei Dennis gechillt und auch ne Flasche Gin getrunken. Und irgendwann war die Flasche leer und wir haben dann mit Flaschendrehen angefangen.“

    „Wer ist wir?“ „Na, Mike und seine Freunde.“   „Aha.“

    „Zuerst gings ja nur um Wahrheit oder Pflicht. Und irgendwann dann eben ums … Ausziehen.“

    „Und komischerweise warst du als erste nackt.“

    „Woher weißt du das?“

    „Ist doch logisch. Wenn du als eine Frau gegen 4-5 Männer spielst, ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass du öfter verlierst.. Aber egal. Und wie gings dann weiter?“

    „Na ja, wir haben weitergedreht und ich musste, weil ich nichts mehr ausziehen konnte, bei einem aus der Runde den Schwanz blasen.“

    „Den du wolltest oder…?“

    „Nein, das gab die Flasche vor.“ „Und du hast es gemacht.“

    Verlegen nickte sie. „Ja“

    „Und wann fingt ihr mit der Fickerei an?“

    „Irgendwann wurde mir auch so komisch. Ich war wieder ganz feucht hier und .. ich hatte Lust. Dann haben sie mich gefickt.“ „Alle?“  “Alle!“

    „Mein kleine Sau!“ Martina beugte sich vor und küsste ihrer Kleinen auf die Schamlippen.

    „Hast du’s bereut?“

    „Nein. Dabei nicht. Erst hinterher... Aber – es war geil. Ich glaub, ich bin mindestes einmal gekommen oder wie das heißt.“

    Martina lächelte. „So ein Orgasmus kann was Feines sein.“

    „Und als ihr alle zusammen gefickt habt, war da etwas besonderes?“

    „Na ja, ich wollte erst mit Dennis nicht. Aber da haben mich die anderen festgehalten und…“ „Kind, sowas nennt man vergewaltigen!“

    „Mag ja sein, aber als ich so festgehalten wurde, nichts mehr machen konnte und er dann … ich bin weggeflogen.“

    „Ich glaub, ich muss aufpassen, dass du nicht auch ne ´dev`wirst.“

    „Was ist dev?“

    „Sowas wie deine Mutter ist. Devot oder besser Gehorsam. Manche devs dienen ihren Herrn wie eine Dienerin. Manche sind bei ihm einfach nur geil, wenn er’s will.“

    „Ist das nur bei älteren Frauen so?“

    Martina lachte auf. „Weißgott nicht. Du kennst doch Beate, die WG-Freundin von Babette.“   „Bea, sicher, Wieso?“

    „Die war gestern Nacht auch dabei. Hat dort Tresen gemacht. Ich hab sie anfangs gar nicht erkannt, weil sie nackt gearbeitet hat.“   „Ganz nackt?“

    „Ganz nackt. Am Tresen dort ist das dort wohl normal so. Jedenfalls, als der Meister mich am Kreuz auspeitschen ließ, hat er sie währenddessen ebenfalls noch zu seiner dev gemacht. Mit allem, was dazu gehört. Außer dem Ficken, das musste er ja bei mir machen. Aber vorher musste sie mich auslecken. Und sie war zwar noch ungeübt, aber hat’s trotzdem brav erledigt.“

    „Mama!“

    „Warum? Er musste mich doch bestrafen und… da hat’s eben mit dazu gehört. Ein guter Herr weiß eben, wann er seine dev belohnen oder bestrafen soll.“

    „Verrückt irgendwie. Aber, die Bea. Wenn sie nackt war, hat sie nur am Tresen gearbeitet oder?“

    “Sie hat auch zwischendurch 2 oder drei Gäste bedienen müssen. Das gehört da anscheinend mit dazu. Sowohl beim Service als bei den anderen Jobs. Ich hab gehört, dass selbst Babette sich ebenfalls für diesen Job beworben hatte.“

    „Ja, hatte sie mir auch geschrieben, dass sie abgelehnt worden war. Die hatten angeblich schon mehr als genügend Bewerberinnen. Aber wieso bist du dann dabei gewesen?“

    „Weil ich dem Besitzer gehöre. Und dann muss ich hin, wenn er es will. Mein ganzes Kaffeekränzchen gehört jetzt zu Roger.“ 





    „Whow! Und nun auch Bea?“

    „Er hat ihr aufgetragen, noch mal darüber zu schlafen…

     

    Bea

     

    Bea war froh, als sie endlich zuhause war. Sie hatte sich nur einen Mantel übergezogen, weil’s eh noch warm draußen wurde und ihr die Morgensonne ins Gesicht schien.

    Sie schloß die Tür auf und hörte noch in der Küche das Radio spielen. Eine alte Angewohnheit von Bette. Also müsste sie in ihrem Zimmer sein. Hatte sie jemanden bei sich? Leise sah sie ins Zimmer.. „Bea?“

    Scheiße, sie ist wach geworden. „Ja ich. Ich bin wieder zuhause.“

    Babette richtete sich schlaftrunken auf. „Wie wars?“

    „Interessant.“  „Nur interessant?“

    Bea setzte sich zu ihr auf die Bettkante. „Ich bin zur dev gemacht geworden!“

    „Bitte was?“ Bebette war schlagartig hellwach. „Von wem?“

    „Meinem … Chef.“

    „Weil der dich ficken wollte?“

    „Das hätte ich sogar ohne das alles selber gewollt. Und er hat mich auch gar nicht gefickt.“

    „Nicht mal das. Aber warum…?“

    „Wir hatten uns einfach nur unterhalten Ich hab ihm erzählt vom Studium, von dir als WG-Freundin und dass du dich auch beworben hattest, aber nicht genommen wurdest..

    Und dann hab ich ihm erzählt, was ich gerne auch mal machen würde.“

    „Das von der Versteigerung?“

    „Das auch. Aber auch mal im Service arbeiten und dann von meiner Idee von den Pfandfrauen.“ 

    „Das Thema schon wieder. Bea, du bist ne geile Sau.“

    „Na und? Hätten die dich genommen, hättest du auch die Beine breit machen müssen.“

    „Schon… Ich bin ja auch nicht grad prüde.“

    Bea fing an zu lachen. „Liegt wohl bei dir an der Familie..“

    „Wie kommst du denn da drauf.“

    „Ach vergess es einfach.“ Doch Babette löcherte weiter.

    „Ich darf dir das nicht sagen!“ Krampfhaft versuchte sie das Thema zu wechseln.

    „Wir haben übrigens ein neues Getränk kreiert“ 

    „Wer ist ´wir`?“

    „Mein Meister und ich. `Dimple on the Rocks á la Bea`”

    „Und was ist daran so besonders?“

    „Es wird aus mir getrunken.“

    „Wie geht das denn?“

    „Na, erst wird der Whisky ganz normal vorbereitet, also Einschenken in ein Glas, dann einen Eiswürfel etwas runder lutschen, einführen in die Mumu und mit der dann in das Glas treffen. Und anschließend leg ich mich auf den Rücken, heb das Becken hoch, das Getränk wird eingefüllt in die schon angekühlte Möse und der Gast trinkt dann aus mir.“

    „Und wie schmeckt sowas?“ „Der Meister meinte, es wäre ein Whisky/Wasser/Scheiden-Gemisch. Maren hat auch probiert, aber sie fand das nur interessant für Männer.“

    „Kein Wunder, wenn die aus deiner Fotze schlecken müssen.“

    „Aber alle haben aus mir geschleckt, auch die Frauen.“

    „Maren…. Warte mal. Meine Tante Maren? Die Freundin von Mama?“

    „Genau die. Und deine Tante Jenn war auch da.“

    „Und meine Mutter?“

    Bea merkte, dass sie sich verplappert hatte.“

    “Scheiße“.  „Was ist?“

    „Ich hab das nicht sagen dürfen!“  „Was?“

    „Dass deine Mutter auch dabei war. Die hat sogar Theater gespielt da. Und als der Meister sie bestrafen wollte, musste ich ihr vorher die Möse auslecken.“

    Sprachlos starrte Babette sie an. „Komm zu mir ins Bett!“

    Beate streifte ihren Mantel herunter und schob sich unter die Bettdecke.

    „Die stinkst sogar noch nach dem Whisky,“ stellte Bette irritiert fest.

    „Mir ist doch der Rest vom Dimple aus der Möse am Bein runter gelaufen..?

    „Wirklich?“ Bette leckte nach. „Stimmt. Aber schmeckt lecker. Und du hast meine Mama ausgeleckt.. Du! Ich dachte, das mit Frauen kannst und wirst du nie wollen.“

    „Das dachte ich auch mal. Aber irgendwie – ein interessanter Geschmack. Deine Mam schmeckte erst irgendwie eklig. Wie wenn du nen Schwanz bläst am Anfang. Aber dann nach ein paar Sekunden wird das dann erst richtig geil. Und wie schmeckst du?“

    Sie kroch mehr nach unten, schleckte an Bea, „du nach Pisse und Möse, aber… irgendwie wird das auch geil…“



    Kapitel 2

    Roger + Maren + Jenn

     

    Roger war froh, als er wieder zuhause war. Zwar hätte er nur über Straße gehen müssen, aber er wollte Jenn noch den alten Tunnel zeigen, der von einer Sicherheitstür hinter den Separees unter der Straße zum Garten hinter seinem Café führte.

    „Das Teil stammt noch aus der Kriegszeit. Das Studio war ja auf den Fundamentresten einer alten Bunkeranlage gebaut worden. Daher auch diese Größe und die Höhe der Decken. Und so konnte ich auch die Sicherheitsauflagen erfüllen.“

    „Und wo führt dieser Tunnel hin?“

    „Er mündet bei mir unten im Keller, neben meinem Spielzimmer..“

    „Deswegen hat Maren wohl auch schon öfters in dem Kreuz hier gehangen.“

    „Warum wohl sind da wohl überall Ringe in den Wänden und in der Decke eingelassen.“ Maren griff liebevoll an seine Hand, während sich Jenn leicht fröstelnd mit den Händen umarmte. „Interessant, aber ich werde allmählich müde. Können wir nicht endlich ins Bett gehen?“

    „Willst du nur schlafen oder?“ Maren hatte sich von Roger gelöst und nahm nun die Freundin in den Arm.

    „Eigentlich ist mir momentan nur nach Schlafen,“ gestand Jenn erschöpft, „dieser Bürgermeister wollte gar nicht Ruhe geben und nachher noch die Verhandlungen. Die Jüngste bin ich auch nicht mehr.“

    „Ach?“ Roger sah sie spöttisch an, „muss ich mir schon was Jüngeres für dich suchen?“

    „Hast du doch schon. Deine Bea hat dich ja auch schon so rollig angesehen…“

    „Nicht nur angesehen. Sie war es auch. Die wird mal ein richtig geiles Stück.“

    „Geiler als wir?“ Maren griff ihm fest in die Hoden.“

    „Um da hinzukommen, muss sie doch noch etwas dazu lernen. Aber sie hat interessante Ideen gehabt.“

    „Aha? Was denn?“  

    „Ein Pfandsau-System.“

    „Was soll das denn sein?“

    „Ganz simpel. An der Wand neben der Bar zu den Separees werden 4-5 Frauen an so nem Klickmechanismus angekettet wie beim Einkaufswagen. Kunde kommt, sucht sich die zu ihm passende Frau aus, wirft nen Jeton in den Automaten, nimmt die Dame mit, fickt sie ab, bringt sie wieder zurück und erhält seinen Jeton zurück. Daher auch der Name ´Pfandsau`.

    „Interessant,“ Maren überdachte das System.

    „Aber komm nicht auf den Gedanken, dass du uns als deine Weiber nun hier im Tunnel ankettest und uns bei Bedarf kurzfristig wie ne Pfandsau auslöst!“ 

    Jenn sah spöttisch zu ihm, „aber komm. Ich muss ins Bett. Außerdem würd ich dich wenigstens noch ein bisschen in mir spüren.“

    „Ich dachte, du bist müde?“

    „Ja, mein Meister, aber trotzdem gilt auch für dich: je mehr Frauen sich ein Mann hält, desto öfter muss er da auch ran.“

    „Oder er lässt seine Frauen ficken.“

    „Hmm, das ginge zwischendurch auch mal..“

    Die beiden Heldinnen waren einfach zu müde..

     

    Gegen ½ 1 ging Marens Telefon: Martina. „Sag nicht, du schläfst noch!“

    „Spinnst du? Es ist oh, halb Eins. Tina, was weckst du uns zu so unchristlicher Zeit?“

    Sie erzählte ihr von der Aussage des Taxifahrers. Maren hatte das Telefon dafür auf laut gestellt.

    „Dann haben die Amis also noch was vor.“ stellte Roger fest.

    “Ich hab die ganz vergessen gehabt. Hab mit denen auch nicht mehr geredet an dem Abend,“ musste Maren sich eingestehen. „Ich ruf nachher beim Professor an. „Wenn er oder dein Walther mich sehen will, muss du aber mit.“

    „Was soll ich denn dabei.“

    „Bei dem Projekt bist du nun voll mit involviert. Im Ernstfall musst du dir nähere Informationen aus denen rausvögeln.“

    „Aber dann würde der misstrauisch werden, wenn wir beide da aufkreuzen.“

    „Stimmt. Wie kamst du denn an diese Information ran?“

    „Wie wohl? Ich hab dem Taxifahrer einen geblasen.“

    „Du hast was? Martina, du entwickelst dich zur Nutte.“ Maren musste laut losprusten.

    „Ich hab das alles von dir gelernt.“

    „Tina, weißt du zufällig noch den Namen oder die Taxinummer von dem Taxifahrer?“

    „Ich hab seine Nr. auf meinem Handy.“

    „Okay, ruf den zuerst an, lock den zu dir oder besser, lass dich von ihm zu deinem Wagen fahren, dann wird Roger ihn hier abfangen. Vielleicht kann der uns noch mehr sagen.“

    „Und wie will Roger das rausbekommen?“

    „Tina, er ist ein Mann, oder? Wir bieten ihm drei willige Mösen an für ne kleine Information. Meinst du, er wird nicht reden wie ein Wasserfall?“

    „Vielleicht sollten wir den ans Kreuz spannen und ihn unter Strom setzen.“

    Jenn war nun auch wach. „Ich würde unter dem Ding reden, allerdings nur wie ein Orakel…“

    „Bitte Jenn! Wo bleibt deine Schweigepflicht als Anwältin?“

    „Wenn du mich richtig durchfickst, würd ich darauf scheißen und reden wie ein Buch.“ lachte sie ihn an.

    Maren wurde wieder ernster. „Maren ruf ihn an, sag, du möchtest unbedingt ihn haben, weil du… du weißt schon. Und dann sagst du uns, wann ihr hier ankommt. Aber lass dir noch etwas Zeit. Wir müssen erst Frühstücken.“

    „Und ich mit meiner Familie Mittagessen. Heute hat nämlich Claudia gekocht.“

    Von hinten kam es laut „Nachdem sie mit Papa das Bett kaputtgeritten hat. Sie wollte dir wohl nacheifern, Tante Maren.“

    „Was hast du denen bloß alles erzähl. Ok, bis nachher.“

    Maren drückte das Gespräch weg. „Was machen wir, wenn die uns rausdrücken wollen? Mehr Kapital als wir haben die trotz allem noch.“

    „Aber wir haben die Grundstücke, die Verbindungen zur Stadt und…“

    Maren sah ihn an. „Diese Typen vertreten die Mafia. Und deren Methoden… Ich wundere mich heute noch, warum die so schnell den Schwanz eingekniffen haben.“

     „Die dürften wohl noch etwas mehr in der Hinterhand haben.“ Jenn sah das ganz realistisch, „womit habt ihr die denn rausgedrängt? So ganz ohne Grund werden die doch kaum alles zum Spottpreis abgegeben haben und sogar eventuell wertvoll werdende Liegenschaften aufgegeben haben.“

    Maren sah fragend Roger an, als der nickte, fing sie an:

    „Die hatten in dem Studio Snufffilme gedreht. Okay, dabei starben nur 9 Frauen. Drei haben sie im Fundament vom Anbau versenkt, die anderen sollen bei einem Schweinebauern entsorgt worden sein. Ich fand das Rohmaterial von allen Filmen im Archiv. Zusätzlich hab ich die beiden Schwarzen, mit denen damals diese Sachen gedreht wurden, noch hier wohnen.“

    „Die, die oben im 2.Stock wohnen und jetzt in München sind?“

    „Stimmt. Aber ich konnte sie nicht erreichen vorgestern. Wenn die jetzt inzwischen ebenfalls beseitigt worden sind?“

    „Dann hast du immer noch die drei Leichen im Fundament.“

    „Stimmt. Aber, dass ist noch nicht alles.“

    „Was ist denn noch?“

    In der Liegenschaft am Wasser befand sich damals im Krieg ein Leunawerk zur Benzinherstellung. Und diese Anlage wurde zwar später von den Briten demontiert und das Gelände dann als Müllkippe benutzt, aber irgendwann hat man alles aufgefüllt mit Bauschutt und obendrauf Mutterboden. Deswegen ist da auch dieser kleine Berg. Aber, wenn die dort zu tief und zu nahe buddeln sollten, dürfte der ganze Mist wieder hochkommen.“

    Jenn überlegte kurz. „Wenn wir dort eine weitläufige Parkanlage anlegen, drumherum zusätzlich einen Golfplatz, wird niemand dort rumbuddeln wollen. Wir müssten nur…“

    „Der Steingräber müsste Einzelheiten wissen. Martina muss an dem dranbleiben. Der Mann ist der Schlüssel zu dem ganzen Projekt. Der Professor ist zwar auch mit sein Mentor, aber der Entscheider war und ist immer noch dieser Alte.“

    Roger sah das ganz unkritisch. „Vielleicht könnten wir dem auch noch Regine zuschanzen, damit Tina etwas entlastet ist. Schließlich hat sie ja noch ihre Familie…“

    „Und nun noch zusätzlich ihren Meister.“ Jenns messerscharfer Verstand arbeitete auf Hochtouren, „und für ihren Meister wird sie fast alles tun.“

    „Woher willst du das denn wissen?“ Maren sah unsicher auf die Freundin.

    „Solange Roger uns alte Fotzen regelmäßig ´motiviert`, werden wir auch weiterhin mit ihm oder dir, Maren, in der Spur laufen. Und diesen 2. Bürgermeister – den halt ich mir warm. Der ist jung, willig und so leicht lenkbar: halt ein Bunter. Den lass ich irgendwann aus meinen Heels trinken.

    Und das Liegenschaftsamt – gehört das nicht zu dem Aufgabengebiet von Johanna?

    Wenn die nun auch noch meinen Bruder dazu bekommt, sie würd dann sogar mit dir ins Bett steigen. Bei Barbara bräuchtest du doch auch nur noch mit dem Finger schnippen und sie macht die Beine breit. Gerade weil sie grade erst für den Bukicki die Schenkel spreizen musste.“

    Roger und Maren starrten Jenn überrascht an. „Du bist ja inzwischen genauso analytisch wie Martina!“

    Jenn verschränkte ihre Arme. „Warum sind wir vier noch Freundinnen geblieben? Wir haben anscheinend alle uns verbindende Attribute.“

    „Und welche hat Regine?“ frgate Roger nach.

    „Regine? Die machen wir zu unserem Joker. Hauptsache,“ sie griff Roger an seinen noch entspannten Schwanz, „unser Meister vergisst nicht, uns weiterhin zu motivieren.“

    Aller drei lachten. „Und hol dir diese Bea mit ins Boot. Wenn die dir ebenfalls aus der Hand frisst, haben zusätzlich noch nen zweiter Joker.“

    Ich bin gespannt, was Juliette heut Nacht noch erreicht hat bei ihrem Verleger. Sie sollte ja zu ihm kommen.…

     

    Juliette

     

    In der frühen Morgensonne erreichte Juliette mittels ihres Navis die Adresse, die ihr Herrmannich, oder, worum er sie gebeten hatte, Justus, sein 2. Domizil hatte. Angeblich sollte seine Frau davon nichts wissen. Sie stieg aus und schaute auf die Klingelknöpfe unten neben der Eingangstür. Unter Junker sollte diese Wohnung registriert sein. Mit ihrem Handy fotografierte sie auch dieses Namensschild, dann drückte sie auf den Klingelknopf. „Ja?“ schnarrte es aus de Lautsprecher.

    „Ihre Sklavin, Herr,“ beantwortete sie dieses ´Ja`, dann summte schon der Türmechanismus. „Fahrstuhl 5.Stock,“ hörte sie noch, während sie neugierig eintrat.

    Warum war sie hier?

    Das hatte sie sich schon während der ganzen Herfahrt gefragt.

    Gut, er hatte sie, als sie ihm von dieser Ratsfrau als persönliche Anerkennung für die gute Parteiunterstützung seiner Zeitung als Geschenk überreicht, er hatte sie auch entsprechend angesehen, sie als Sexspielzeug betrachtet, sie auch nur zweckgerichtet behandelt. Erst als er sie in dem gemütlich eingerichteten Separee das erste Mal bestiegen hatte, kam er mehr aus sich heraus. Schon beim ersten Geschlechtsverkehr konnte sie ihm schon einige Aussagen über seine Ehe entziehen, dann auch seinen Ärger über die von Seiten des Verlegerverbandes und des Presserates vorgegebene Meinungsbildung der Konsumenten. Da schon hatte sie allerdings auch gespürt, dass er über ihr Hintergrundwissen irritiert war und versucht hatte, weniger Konkretes preiszugeben.

    Und als dann auch noch Roger mit dieser Barfrau ihn heraus baten und sie ebenfalls dazu haben wollte, ahnte er, dass an ihr etwas mehr dran war als nur die kleine willige Nutte. Zumal Maren sie immer beiseite genommen hatte und sich über einzelne Teilnehmer der Konferenz informieren ließ. Plötzlich hatte er sie selber anders behandelt und, als die Besprechung endete, sie eingeladen in sein ´Vogelhaus`. Ihr schien es logisch, dass er sie dort weitervögeln wollte, andererseits hatte dieser stattliche Mann trotz seiner zeitweilig geistigen Schwäche auch Eindruck auf sie gemacht.

    Und nun stand sie vor seiner Tür.

    Sie kontrollierte kurz den Sitz und die Korrektheit ihrer Kleidung, mit der sie zur Arbeit angetreten war, dann drückte sie auf den Klingelknopf.

     

    As er ihr die Tür öffnete, spürte sie, wie er sie mit seinem Blick taxierte. „Ich freue mich, dass sie gekommen sind, Frau Kamen.“

    Höflich und unverbindlich wie bei einem Vorstellungsgespräch

    „Danke für die Einladung, Herr Herrmanich,“ sie senkte ergeben ihren Kopf, „aber wollen wir uns nur auf diesem Niveau weiter unterhalten?“ Sie streckte ihm dabei die Hand hin.

    „Sollte ich mich nun, nachdem ich weiß, wer sie sind, nicht etwas zurückhaltender verhalten?“

    Juliette lächelte. „Wenn sie mir nun einen Kaffee anbieten würden, wäre ihrer Zurückhaltung schon Genüge getan. Es war doch auch für sie eine lange Nacht.“

    „War es. Auch … anstrengend. Nicht nur mit ihnen.“ Mit einer Handbewegung lud er sie ein, ihm in die Küche zu folgen.

    „Ich hoffe doch, dass die Anstrengung mit mir zumindest einen etwas positiveren Eindruck bei ihnen hinterlassen hat?“

    „Hätte ich sie sonst eingeladen?“

    Er schmunzelte und goss ihr einen Becher Kaffee ein. „Bleiben wir in der Küche?“ Sie registrierte kurz dieses Umfeld, „es ist gemütlich hier bei ihnen.“

    Sie nippte an dem noch heißen Getränk. „Was hat den Umschwung ihrer Bewertung von mir stattgefunden?“

    „Als ich merkte, dass sie nicht nur eine kleine Nutte sind.“ „Möglich. Aber trotzdem wurde ich für einige tausend Euros ersteigert und wie so eine an sie weiter gereicht.“

    „Und ich habe sie dementsprechend auch gerne benutzt.“

    „Stimmt.“ Sie nahm einen weiteren Schluck, sah zu ihm rüber. „Und jetzt bin ich hier. Nicht mehr als diese kleine Nutte, sondern als Juliette Kamen. Bin ich nun eine andere Frau?“ Als er schwieg, fuhr sie fort. „Vor 4 Stunden war ich die Sau, die den aufgegeilten Justus abgeritten hat. Wer bin ich jetzt für sie … dich?“

    „Ich werd das Gefühl nicht los, das die Kruppke dich auf mich angesetzt hat.“

    Juliette lehnte sich scheinbar entspannt zurück in ihrem Stuhl. Was sollte sie ihm sagen? Die Wahrheit? Oder das Spiel weiterspielen zu versuchen? Immerhin war sie mit ihm schon wieder beim Du.

    „Die Kruppke? Du meinst Maren. Die hat mich selber schon 6 Stunden vorher enttarnt, als ich etwas zu unaufmerksam war. Ich wollte Daten und Bilder sammeln über diese Veranstaltung.“ Sie lächelte zu ihm rüber. „Zwar nichts für deine Zeitung, aber auch ne kleine selbständige Journalistin muss von etwas leben. Und da sie einige meiner Artikel kannte, bot sie mir, für ihre Firmen die Pressearbeit zu übernehmen.“

    „Ihre Firmen?“

    „Seit Maren, äh Frau Kruppke mit Herrn Kremer, also Roger, liiert ist, hat sie einiges mit ihrem Top aufgebaut bzw. angeschoben.“

    „Roger ist ihr Top? Interessant.. Und ja, ich hatte schon gehört, dass es unter derselben Firmenadresse einige Neugründungen gegeben hat. Und alle gehören zu .. Maren?“

    „Ich bin offen und ehrlich zu dir, oder? Die Hündin verteilt oder teilt auch ihre Knochen.“ Sie zog ihr leichte Jacke aus, „wie wird der Hund reagieren?“

    „Der Hund ist zwar noch etwas irritiert, allerdings auch interessiert.“ Auch er begann nun, sein Oberhemd aufzuknöpfen. 

    Juli stand auf und streifte ihren Rock nach unten. „Wir streichen wie zwei hitzige Köter um das Futter rum und wissen nicht, wie sie zum Ziel kommen können. Ich als Hündin jedenfalls bin hier, weil ich auch gefickt werden will.“

    Sie schob ihren Slip ebenfalls nach unten, setzte sich mit blankem Po auf den Küchentisch, „lass uns hinterher, wenn du dann noch Lust hast, weiter um den heißen Brei herumstreichen – ich möchte jetzt durchgevögelt werden und zwar genau hier, auf diesem blöden harten Tisch und diesmal sollst du die Arbeit dabei machen.“ Sie streifte sich ihr Top ebenfalls ab und spielte an ihren Brüsten, während er seine Hose einfach nach unten rutschen ließ und direkt zwischen ihre Beine trat, mit der Hand über die Scham strich, dann sein Glied einführte und die wieder aufgestaute Lust in sie hinein hämmerte.

    Juli wollte selber diesen dreckigen Quickie, wollte einfach nur mal so abgefickt werden und keuchte ihre Gefühle lautstark auf ihn ein.

    Er kam zwar ziemlich schnell, doch ihr war’s egal.

    „Ich hoffe, deine Nachbarn unter dir sind tolerant, wenn über ihnen derartige Geräusche laut werden.“ Sie richtete sich lächelnd wieder auf, blieb auf der Tischkante sitzen und stützte sich an den Händen hinter sich auf dem Tisch ab. Er wischte sich mit einem Küchentuch den Schwanz trocken und verpackte ihn wieder in seiner Hose. „Im Separee hätte ich ihn dir sauberlecken müssen, aber hier bin ich jetzt privat,“ sie schmunzelte und erbat ebenfalls ein Wischtuch für ihre Scham.

    „Es war gut, mal so zwischendurch,“ dann holte er aus seinem Jackett eine Schachtel Zigaretten. „Was dagegen, wenn ich…?“

    „Im Gegenteil. Machst du mir auch eine an?“

    Nebenbei trank sie wieder einen tiefen Schluck ihres Kaffees.

     

    „Wir waren bei Maren…“ Er lehnte wieder an seiner Küchenzeile. „Wer ist diese Frau? Nur ein Strohmann für irgendjemand?“

    Juli zuckte mit der Schulter. „Ich weiß nur, sie ist verheiratet, hat zwei erwachsene Töchter und ist die offizielle dev von Roger. Aber ihr muss das Geschäftliche liegen, jedenfalls, als die Amis sich zurückzogen, übernahm sie den Laden.“

    „Wer waren diese Amis?“

    „Laut Handelsregister eine Firma von den Antillen, also Steuerparadies, aber ich gehe davon aus, dass sie geführt wirden von einer der Maffiaverbindungen. Geld steckte da anscheinend genügend dahinter. Nicht umsonst haben die dieses riesige Gebiet, um das es heute ging, aufgekauft und scheinbar achtlos mit der Filmfirma weiterverkauft.“

    Herrmanich überlegte „Irgendwas war mit diesem Gelände. Es ist schon ewig eine Kulturbrache. Warum?“

    „Ich werd’s herausbekommen.“ Juli rutschte von der Tischkante. „Wo ist deine Toilette?“ Kaum war sie dort drin verschwunden, kam die Frage, „Was dagegen, wenn ich bei dir dusche?“

    „Warum sollte ich?“ Er kam dazu, stutzte und wollte wieder herausgehen, als er sie noch auf der Kloschüssel sitzen sah, doch sie winkte ab. „Noch nie ne Frau beim Pinkeln gesehen?“ Ungeniert wischte sie mit einem Klopapierknäuel ihre feuchte Möse ab, sah zu ihm hoch „Duscht du mit mir?“

    ….

    Hinterher lagen beide ausgepumpt auf seinem großen Metallbett, rauchten wieder gemeinsam. „Das hier ist also deine große Spielwiese. Hast du öfters wechselnden Damenbesuch?“

    „Es war schon mal mehr.“ Ihn irritierte ihr selbstbewusster Griff, mit dem sie weiterhin sein klebriges schlaffes Glied umschlungen hatte, aber irgendwie genoss er ihre Finger.

    „Der Bürgermeister, das ist doch dein Ziehsohn, oder?“

    „Wie meinst du das?“

    „Als Mensch ist er ein Arschloch, fachlich wäre er nichts ohne seine Assistenten, aber er macht sich gut in der Öffentlichkeit und deine Zeitung verbreitet dieses familienfreundliche Bild schon seit Jahren. Warum?“

    Er sog an der Kippe „Lieber einen an der Spitze, der das tut und sagt, was er soll als einen Idealisten, der eigene Interessen durchsetzen will.“

    „Also dein Strohmann!“

    Nach einer kurzen Pause nickte er. „Die Kruppke allerdings tanzt kaum nach der Pfeife ihres Rogers. Eher er nach ihrer.“

    „Stimmt. Warum war er nicht dabei bei dieser Besprechung. Und auch nicht dein Bürgermeister. Ich wurde ganz gezielt an dich weitergereicht. Du bist wichtiger. Und Jenn ging genau aus dem gleichen Grund an den 2. Bürgermeister. Du siehst also, Maren setzt andere Prioriäten.“

    „Verdammt, was läuft da? Aber stimmt, unser Bunter hat vorhin treubrav alles abgenickt, was mit diesem so großartigen Naturschutzgebiet geplant ist.“

    “Hast du nicht die Knochen gesehen, die ihm zugeworfen worden sind?“ Juli lächelte ihn entspannt an.

    „Wenn ich das über die Zeitung aufgreifen würde…“

    „Könntest du. Du würdest diesen Zug vielleicht kurzfristig verlangsamen aber kaum ganz stoppen.

    Andererseits braucht Maren dich. Und zwar dringend. Deine Redaktion wird sicher noch ne Zeitlang genügend Munition haben, um die Leute mit dieser Paniksache abzulenken.“

    “Hör mal, das ist ein gefährlicher Vir…“

    „Und du und fast alle einflussreichen Leute waren trotzdem letzte Nacht auf dieser Veranstaltung. Hat da irgendeiner ne Maske getragen? Okay, außer Jenn.“

    „Wer ist diese Jenn eigentlich?“

    „Sie ist ne Rechtsanwältin, heißt voll Dr. Jenn Brunner und ist Parteifreundin von der Frau Dr. Kinderjan, steht bei der nächsten Kommunalwahl mit bei denen auf dem Listenplatz Platz 5 und jetzt staune, seit gestern Morgen auf Platz 3. Die Beiden auf Platz 1 und 2, Essmann und der schwule Müller, haben ihre Kandidatur zurückgezogen.“ 

    Beide fingen an zu lachen…

    Kapitel 3

    Martina

     

    Claudia fing an, gemeinsam mit ihrem Bruder den Tisch abzuräumen, nachdem alle fertig waren. Martina (wieder in ihrem Kittel) hatte sich auf ihrem Stuhl entspannt zurück gelehnt und sah rüber zu ihrem Stefan. „Mit den Einkaufen wird’s heute vielleicht doch nichts. Hab gesehen – heute ist Sonntag. Ich muss noch meinen Wagen abholen und dann noch mal zu Maren und Roger.“

    „Nicht eher zu Roger?“

    „Nein, diesmal Maren. Es gibt da ein neues Problem wegen der Planungen mit dem neuen Stadtteil.“

    „Bitte? Ich dachte, du arbeitest nur als Aushilfe bei deinem Roger!“

    „So war’s geplant, ehrlich. Aber es ist überraschend mehr draus geworden. Und mal ganz im Vertrauen – es macht mir richtig Spaß. Ich hatte ganz vergessen, wie viel Vergnügen es machen kann, bei Kontroversen schlichtend zu vermitteln oder selber die Kontrolle und Führung dabei zu übernehmen. „Vielleicht sollte ich Maren vorschlagen, dass sie oder wir eine neue Management-Firma gründen. „Ein bisschen Kapital hab ich nun ja auch schon..“

    Stephan schüttelte nur den Kopf. „Was ist mit dir bloss passiert. Aber ok. Soll ich dich dann gleich hinfahren?“

    Sie schüttelte den Kopf. „Es geht leider nicht. Ich muss sehen, dass ich den Taxifahrer von heute morgen wieder bekomme. Der hat da was aufgegriffen auf einer seiner Touren vorher und ich will den zu Roger lotsen. Vielleicht bekommt der noch mehr aus dem raus.“

    Claudia und Rolf starrten sich an. „Das ist mit Mama ja wie beim Krimi!“

    Als diese dann auch noch mit ihrem Handy ins Wohnzimmer ging und nach dem Gespräch lächelnd wieder kam und sich erneut diese Korsage anzog, waren sie noch sprachloser. Jetzt erstmals protestierte Stephan. „Du kannst ja gerne hier so rumlaufen, auch bei deiner Arbeit, aber wenn du hier aus dem Haus gehst, sind zumindest Brust und Po bedeckt.“

    „Oh je.“ Martina hatte es tatsächlich ganz vergessen….

    10 Minuten später stand sie seriös bekleidet mit einem luftigen Sommerkleid vor dem Haus und wartete, dass Ismir sie abholte. Ungefragt setzte sie sich wieder zu ihm nach vorne.

    „So schnell sieht man sich wieder..“ Er betrachtete sie gründlich. „Heute Morgen sahst du irgendwie aufregender aus.“

    „Fehlt dir der freie Blick auf meine Schambehaarung?“ Sie zog ihr Kleid hoch bis zum Bauch. „Wirk ich so etwas vertrauter für dich?“

    Zwar wollte er gleich nachfühlen, doch sie vertröstete ihn auf den Zielort. „Ich zeig dir den Raum, wo die Party gestern gelaufen ist. Du wirst staunen. Außerdem auch die Bühne, wo ich..“

    Umso bereitwilliger folgte er ihr durch den Rundbogen, hin zum Fahrstuhl, bei dem der Boden schon wieder mit dicken Teppichen bedeckt worden war. Als sich unten die Fahrstuhltür aufschob, staunte selbst Martina. Alles war schon wieder aufgeräumt, weggeräumt und der ganze Raum wurde hell ausleuchtet vom grellen Neonlicht.

    Im Hintergrund waren noch einige damit beschäftigt, die Tische mit weißen Planen abzudecken.

    „Hallo Martina. Schon ausgeschlafen?“

    „Mein Meister,“ sie machte einen Knicks, „hi Maren. Schön, dass ihr kommen konntet. Das hier ist Ismir. Er hat ja einiges mitbekommen auf seinen Touren heute Morgen.“

    Ismir erkannte, dass er reingelegt worden war. Weg konnte er nicht und Roger wirkte auch nicht grad wie ein schwächliches Männchen.

    „Lasst uns einen Kaffee trinken gehen,“ schlug Roger nun diplomatisch vor. Maren ging mit Martina vor durch den langen Fluchttunnel, öffnete unten im Cafe die Tür zum Spielzimmer im Keller und ging dann hoch, Kaffee und Tassen zu holen.

    Staunend trat Martina in dieses SM-Kabinett, erkannte das Kreuz, an dem sie selber noch vor 14 Stunden fixiert worden war und .. hinter dem die halbnackte Jenn hervor trat, auf sie zulief und umarmte. „Na, du `ex Femme Fatale`? Schon alles überstanden?“

    Dann bemerkte sie scheinbar überrascht den Taxifahrer, der vor Roger nun sprachlos in dem Raum stand.

    „Ah, unser neuer Kontakt zur `Anderswelt`..“

    „Alleine schon Anderswelt!“ Dieser hatte erstaunlich schnell die Fassung zurück gewonnen, drehte sich zu Roger. “Ihr Arbeitszimmer?“

    „Sie kennen sich anscheinend damit aus..“

    „Ich komme viel rum und manchmal auch rein. Was hat sie aufgeschreckt, dass sie mich so schnell hierher lockten?“

    „Ich mag Männer mit schneller Auffassungsgabe. Und ja, es stimmt, das mich, besser uns, etwas aufgeschreckt hat.“

    Maren kam mit dem Kaffee, stellte das Tablett ab auf der Streckbank, wandte sich dann an Ismir. „Martina erzählte etwas von einer SMS zweier Fahrgäste auf der Tour vor ihr…“

    „Darum geht es also. Schon klar.“ Er sah zu Martina rüber, „Ja, sie hat mir auch geholfen, dass ich mich besser erinnern konnte.“

    „Jeder halt so gut er kann, oder?“ Jenn trat zu ihm, legte seine Hand auf ihren nackten Unterleib. Wird damit dein Erinnerungsvermögen erneut angeregt? Wir können darüber Nachverhandeln…“

    „Nun ja, das war die Tour ins Villenviertel: Steingräber und Bohnsack. Niemandsweg 23 und 25. Dieser Bohnsack bekam eine Sprachmeldung aufs Handy. Von wem? Keine Ahnung. Allerdings sprach der Anrufer mit einem osteuropäischen Dialekt.“

    Er brach ab. „Was passiert, wenn ich ihnen alles gesagt habe?“

    Roger sah zu Maren rüber, die nur nickte, dann zog er aus seiner Hose ein Bündel Geldscheine und reichte ihm 2 Fünfziger. Ismir lächelte nur. „Ihre Martina hatte ebenfalls versprochen, mir auch die Bühne zu zeigen, auf der sie…“

    „Ist schon gut, Ismir.“ Sie streifte ihren Rock herunter, „deinen Schwanz kenne ich ja schon und ich hatte auch versprochen, dass wir das noch .. vertiefen wollten. Aber zuerst..“ Sie ging vor ihm auf die Knie und knöpfte seine Hose auf.

    „Der Bohnsack hat anscheinend Kontakt zur Russenmafia und einer von denen hat ihm wohl geflüstert, dass die Amis Druck aufbauen wollen. Wer diese Amis waren, weiß ich leider nicht. Allerdings sagte dann der Steingräber, dass das es mit diesem Bauvorhaben noch problematisch werden könnte. Bohnsack meinte daraufhin nur, dass er mit ihm reden müsste. Wer der ´Ihm` ist, keine Ahnung. Aber der Alte wusste, wer gemeint war.“

    Unten war schon Martina schon fleißig mit der ´Aufbauarbeit` beschäftigt, sah nun hoch. „Du hörst anscheinend wirklich gut zu. Hast du öfters solche interessanten Fahrgäste?“ Jenn hatte sie inzwischen abgelöst.

    Maren verstand sofort, worauf Martina hinwollte.

    „Martina hat Recht. Solche aufmerksamen Ohren können sehr nützlich sein. Außerdem könnten wir beide davon profitieren. Sie sind doch selbständig und bekommen zusätzliche Fahrten nur über die Taxizentrale, oder?“ Ismir nickte.

    „Ich könnte mir gut vorstellen, dass wir sie bevorzugt ordern würden, wenn sie uns oder unsere Gäste per Taxi anfahren müssten. Auch wenn wir Schnellfrachten auszuliefern haben.“ Dabei sah sie Martina an. „Zieh doch nun endlich dein Oberteil aus. Reicht es dir, einen Schwanz nur zu blasen?

    Sollen wir euch nun allein lassen oder..“ Sie sah Roger an, der schmunzelnd Jenn am Arm heraus zog. „Macht mir aber keinen Ärger hier drinnen.“ Und direkt zu Martina „Serviteur, fais ton travail“ worauf sie nur lächelnd antwortete: „Oui mon maître“.

     

    Regine

     

    „Nach einer ¾ Stunde kam Martina etwas erhitzt nach oben in Rogers Wohnung.

    „Ich hab ihn noch zum Taxi gebracht. Habt ihr schon was rausgefunden?“

    „Zieh dich doch erstmal an, Tina!“ Maren wies auf ihren blanken Unterleib. „Sag nicht, du warst schon wieder so draußen! Du entwickelst dich noch zur zweiten Regine. Regine, verdammt! Die haben wir ganz vergessen.“

    „Komm, wir gehen hoch zu ihr oder zu Peggy, wenn sie da noch bei der ist.“

    Alle vier machten sich auf ins Studio, die Treppe hoch zu den Wohnungen.

    Bei Regine in der Wohnung war niemand, also weiter zu Peggy. Schon von außen hörten sie lautes Gelächter und wild durcheinander redende Frauenstimmen. Wach waren die zumindest schon mal.

    Leise schoben sie die Tür auf, trotzdem erspähte Peggy sie. „Der Meister und seine Weiber sind da. Das Quartett ist wieder komplett. Oder seid ihr nun schon zum Quintett mutiert?“

    Maren griff in ihre Tasche und warf nach ihr mit einem Feuerzeig. „Du blöde Kuh!“ lachte sie, dann stürzte sie zu Regine, nahm sie in den Arm. „Na du Spritdrossel. Wieder unter den Lebenden?“ Dann wandte sie sich Conny zu. „Und du? Tut’s noch weh?“ Sie ging zu ihr und umarmte sie vorsichtig. „Ich hab das alles erst hinterher erfahren. Aber – ich kann dir mitteilen, dieses Arschloch sieht wohl etwas schlimmer aus als du.“

    „Dann weißt du mehr als ich,“ Roger sah sie erstaunt an, „ich hab ihm doch nur..“

    „Er hat beim Rausgehen angefangen, erneut Randale zu machen und da hat der Sicherheitsdienst ihn etwas intensiver … beruhigt.“

    „Du hast deine Augen und Ohren wohl immer überall.“

    „Eine muss ja..“ kam als Antwort, allerdings nicht von Maren sondern von Peggy.

    „Es sieht bei Conny alles gut aus,“ sie nickte ihr zu, dass sie sich ausziehen sollte. Etwas zögernd kam diese der Aufforderung nach, Maren kniete sich vor sie, sah sich den Unterleib an. „Noch Schmerzen?“ Conny schüttelte nur den Kopf. Vorsichtig schob Maren nun eine Hand an und in die Scheide, beobachtete die Malträtierte auf Reaktionen, doch weder zuckte noch zeigte sie andere Reaktionen. „Ich denke, Morgen schon könntest du schon wieder das Gröbste hinter dir haben. Sollen wir dich noch mal zu einen der beide Ärzte fahren?“

    „Moment. Wo du grad Ärzte sagst. Die hat mir noch der Sani hochgebracht.“ Peggy gab Maren einen Umschlag mit einem Mikrochip. Die Bilder hier drauf hier haben die Ärzte noch von ihr gemacht. Falls es zu einer Klage kommt, dann…“

    „Gut, sowas zu haben.“ Maren reichte den Chip weiter zu Jenn. „Schau dir das an und setz dann ein Schreiben auf an dieses Arschloch.“

    „Ja Herrin!“ kam lakonisch als Antwort.

    Martina hatte sich inzwischen der jungen Frau angenommen, hatte für sich auch das Tattoo über den Brüsten übersetzt. „Eigentlich ist für dich dein Lebensmotto doch voll eingetroffen, oder? Du lebst, du hast gelitten, sogar extrem, jetzt musst du nur noch lieben. Oder gibt es da noch oder schon einen?“

    Conny schüttelte den Kopf. „Noch will ich mich nicht festlegen. Irgendwann sicher.“

    Martina seufzte. In deinem Alter hatte ich schon drei Kinder. Ich will die zwar nie missen, aber ich hätte damals doch auch noch etwas mehr erlebt“

    „Das holst du doch gerade sehr intensiv nach, oder?“ Jenn hatte anscheinend ihren sarkastischen Moment. Ein „Blöde Kuh!“ war die Antwort.

    Peggy klärte Conny auf. „Die 4 hier sind die apokalyptischen Reiterinnen von Roger, dem Chef. Alleine sind sie lieb und harmlos, aber als Quartett…“

    Maren hatte leider nichts mehr zum Schmeißen…

    „Und was ist mit dir, Spritdrossel? Immerhin hast du weitergearbeitet. Eben hätten wir dich gebraucht. Aber unsere Dienerin ist für dich eingesprungen.“

    Fragend sah Regine zu Jenn hoch. „Wir mussten jemand zum Reden bringen und …“

    „Jenn ist nur beleidigt, weil der lieber mich wollte.“ Frech grinsend schlug Martina der Freundin auf den Po.“

    „Ja, es ist noch viel passiert die letzte Nacht. Unsere treubrave Martina hat sich zum Vamp entwickelt, kann im Vermitteln selbst schon Maren in den Schatten stellen. Delegieren kann sie allerdings noch nicht.“

    Bei Jenn läutete das Handy. Sie sah den Anrufer und machte nur das Zeichen, das alle ruhig zu sein hätten.

    ´Die Nachtvögel sind auch schon aufgewacht.. Guten Morgen, Frieder.´

    Maren beugte sich zu Tina ans Ohr. „Unser 2.Bürgermeister.“

    ´Ja..` ´Natürlich könnte ich mich für dich frei machen`

    ´Nein, natürlich arbeitsmäßig. Das andere sowieso.`

    ´Okay, um 20 Uhr` ´Aber gerne, der Herr. Aber nicht in so ne Biokneipe`

    ´Holst du mich ab?´ 

    ´Nein, ich wohn über der Kanzlei.`

    ´Bis dann. Ich freu mich`

     

    „Ja! Der Fisch hängt an der Angel!“

    „Weiß der eigentlich, dass du bei der Opposition bist?“

    „Du bist blöd, Maren. Natürlich. Wenn ich mich nach der Wahl mit dem im Stadtrat fetze, kann ich doch trotzdem hinterher noch mit ihm ins Bett gehen, oder?“

    „Dann bist du also fürs erste versorgt, Jenn. Was wird denn dein Mann dazu sagen?“

    „Den hab ich doch schon wochenlang kaum noch gesehen, also was soll’s.“

    Roger räusperte sich. „Wir müssen noch etwas abklären mit dem Prof und Martinas ´Walther`. Können wir euch allein lassen?“

    „Geht ruhig. Heut werden eh noch Rolf und Rodrigo vorbeikommen. Sie wollen mit Regina die Einweihung nachholen, wenn sie denn schon wieder kann…“

    „He! Ich war nur besoffen und hab da trotzdem gekonnt. Aber dann muss ich noch was einkaufen gehen.“

    „Okay. Aber dann denk dran: in den Läden brauchst du zumindest nen Mundschutz!“

    Peggy grinste frech zu ihr rüber. 

    „Ja ja, ich zieh mir schon was an…“

    „Und wir beide,“ sie nahm Conny in den Arm, „wir machen uns nen schmerzfreien, männerlosen Abend, oder?“

     

    Roger und Maren

     

    „Meinst du, der Prof hält uns etwas vor? Wartet er, dass wir selber drauf kommen?“

    Martina sah nun die drei anderen ganz resolut an. „Was enthaltet ihr mir vor?“

    „Verdammt, sie ist ja noch eine von den Ahnungslosen! Schau hier.“ Dabei breitete Maren die Karte vom Katasteramt auf dem großen Tisch aus und erklärte die bisherigen Planungen und zeigte auf das Gebiet, welches kontaminiert sein ´könnte`.

    Mit verschränkten Armen stand Martina nun davor. „Und wo wollt ihr nun bauen?“

    Maren zeigte ihr die ersten Planungsskizzen und legte sie wie eine Schablone auf die Karte. „Und wo war nun diese alte Anlage?“ Sie legte den Grundriss der Altanlage auf den neuen Bauplan.

    Jenn hielt sich schweigend im Hintergrund.

    „Also wenn wir hier links das Gebiet um 100 Meter verschieben, hier dann um diesen Hügel eine Parkanlage anlegen mit viel Laubwald an den Seiten, dort rechts das Gleiche, dann wird dieser Park das Herz dieses Stadtteils. Und wenn davon Teilgebiete als zusätzliche Biotope beziffert werden, wird niemand es auch nur wagen, einen Schuppen, ne Mauer oder sonstwas anzulegen. Und deswegen sind die Amis abgesprungen?“

    „Irgendeiner muss die erpresst haben, jedenfalls waren die sehr schnell bereit, alles fürn Butterbrot zu verkaufen, inklusive dieser Grundstücksflächen.“

    „Und ich hab den Vertrag überprüft, die haben explizit alle Ansprüche von uns auf etwaige Umweltschäden ausgeschlossen.“

    „Na und?“ Martina richtete sich auf. „Wer war damals nach dem Krieg Eigentümer dieser Fläche? Der Bund. Und die haben es sicher mit allen Rechten und Pflichten übertragen an die Stadt. Und ich kann mir kaum vorstellen, dass die damals Anwälte gehabt haben, die an alle, wirklich alle etwaigen Folgeschäden gedacht und diese ausgeschlossen haben. Und da die Stadt etwaige Schadensforderungen vermeiden will, werden die das Maul halten. Von der Seite also wird uns keiner was.“ Martina sah Jenn an. „Kommst du an die ganz alten Verkaufsunterlagen ran? Und von diesen Plänen wusste Steingräber angeblich nichts? Ich kann mir das eigentlich kaum vorstellen.“

    Sie sah Roger an. „Wie sicher bist du dir bei dem Professor?“

    Roger wirkte etwas nachdenklich…

    „Auch wenn er sich nicht bei dir melden sollte, ich werde ganz blauäugig zu ihm fahren. Erzählen, was ich zufällig aufgeschnappt habe und, wenn er oder Walther mich für blöd verkaufen wollen..“

    „Dass du das nicht bist Martina, haben beide schon lange erkannt. Bring sie dazu, dass sie nur mit dir und du nicht ohne Roger willst. Und damit niemand leer ausgehen soll: Wir gründen eine neue Holding: CoR, in der wir die gesamten Firmen zusammenführen.“

    „Was heisst CoR?“ Jenn sah Maren ratlos an.

    “Was wohl? Cooperation of Reconstruction. Man könnte es aber auch übersetzen als Cunts of Roger

    Alle vier brachen in Gelächter aus.

     

    „Aber was machen wir mit den Amis? Die geben nachweislich nicht auf.“

    „Was haben die mit den Frauen gemacht, die sie abgeschlachtet haben?“

    „Maren, du kannst doch nicht…“

    „Wer CoR angreift, kennt eben noch nicht den Widerstandwillen von Frauen. Dann gibt es eben einige Todesfälle, wo einer unserer guten deutschen Ärzte Herzinfakt oder ähnliches testieren würde. Wenn die dann ihre eigenen Killer schicken sollten, mieten wir eben Fachleute in Israel. Die haben auch vor der Mafia keine Angst.“

    „Mach kein Scheiß, Maren. Nachher willst du dann auch noch die Mafia übernehmen.“

    Martina schüttelte den Kopf. „Macht ihr euch ruhig eure eigenen Gedanken. Ich mach nen Termin bei meinen Senioren. Aber erstmal fahr ich nach Hause und kauf mit Männe einen neuen Küchentisch und ein stabileres Bett.“

    „Bitte?“ Maren starrte sie verblüfft an. „Hast du etwa auch…“

    “Ich wollte wie du mit Hennig auch einmal so ausreiten. Nur mein Bett hat das nicht mehr mitgemacht.“

    Wieder brachen alle in Gelächter aus.

     Kapitel 4

    Juliette

     

    Von irgendwo summte ein Handy. Schlaftrunken richtete sich Juliette auf, sah liebevoll auf den noch schlafenden Verleger und kramte in ihrer Tasche nach den Störenfried. „Ja?“

    „Juliette? Ich bin’s, Maren. Bist du…?“

    Juli schloss hinter sich die Tür zur Küche, „Ja, bin ich.“

    „Konntest alles noch etwas … vertiefen?“

    „Vielleicht… Maren, das ist kein Thema, über das ich am Telefon reden möchte.“

    „Verstehe. Dürfen wir trotzdem mit deiner Loyalität rechnen?“

    Juli dachte nach. „Und wenn ich auch gerne eigene Interessen verfolge?“

    „Was spricht dagegen, dass du beides haben kannst?“

    „Aha? Quasi als Doppelagentin?“

    Maren am anderen Ende lachte. „Du hast nicht nur mich gestern sehr beeindruckt. So wie du vorinformiert warst, das hat schon was. Außerdem, wir brauchen auch den Hermannich. Nicht direkt, aber als …“

    „Sprachrohr? Wir haben darüber auch schon geredet.“

    „Worüber haben wir geredet?“ Er war noch etwas müde aus dem Bett rüber in die Küche geschlurft.

    Juli sah lächelnd zu ihm auf. „Maren ist dran. Sie…“

    „Darf ich?“ Er forderte sie auf, ihm das Handy zu geben.

    ´Guten Tag, Frau Kruppke. Sie sind ja schon oder aber immer noch sehr aktiv`

    ´Gerne, dann Maren. Ja, ich hatte ein sehr intensives Gespräch mit Frau Kamen, äh Juliette`

    ´Wir haben nicht nur geredet, das stimmt`

    Er fing an zu lachen. ´Schon merkwürdig, darüber sprach ich grad vorhin noch mit Juli. Sie denkt wohl auch schon zweigleisig` Dabei warf er einen Blick auf die Journalistin, machte ihr ein Zeichen, dass sie ihm doch einen Kaffee machen sowie ihm eine Zigarette geben sollte. Juli machte sich an der Kaffeemaschine zu schaffen und holte die Zigaretten, steckte 2 an und steckte ihm eine brennende in den Mund.

    ´Nein Maren. Sie werden verstehen, dass ich darüber kaum am Telefon reden werde`

    ´Gerne. Wann und wo?`

    ´In Ordnung, ich werde mich mit Juliette abstimmen`

    ´Danke, ich oder Juli gebe ihnen Bescheid`

    Er reichte das Handy an sie zurück. „Wir haben eine Verabredung!“

    ´Hi Maren. Ich höre gerade, das Justus einen Termin mit dir vereinbaren will?`

    ´Na ja, ich wollte eigentlich einen Artikel schreiben, aber..`

    ´Gut, wenn er da zugestimmt hat. Bis dann also`

    „Du willst mit ihr reden?“

    Er zuckte mit der Schulter. „Warum nicht? Schließlich bin ich anscheinend auch schon bei deren Planungen mit involviert, dann will ich auch wissen, worum es eigentlich genau geht.“

    Sie reichte ihm seine Kaffeetasse und setzte sich ihm gegenüber. Immer noch nackt stand er an die Küchenzeile gelehnt, sah sie an. „Wollen wir Essen gehen oder? Noch haben wir ja Zeit und..“

    Sie beugte sich vor, küsste auf seinen verschrumpelten ´Kleinen`. „Etwas Kleines essen würd ich schon gerne jetzt. Hast du hier auch was, damit du deine Besucherinnen auch verköstigen kannst?“

    „Ich hab ne Aufwartefrau, die 2x die Woche hier kommt und auch den Kühlschrank auffüllt.“ Er öffnete den Kühlschrank. „Was möchtest du?“

    „Etwas zwischen die Zähne. Aber zuerst was Deftiges. Es war ne heftige Nacht.“

    „Das kannst du laut sagen.“

    Sie stand hungrig auf. „Hast du Eier da?“

    „Da sind noch 6 im Kühlschrank.“

    „Sag deiner Putzschlampe mal, dass die nicht in den Kühlschrank gehören. Rührei oder gekocht?“

    „Scheinbar kannst du auch kochen. Was kannst du noch alles?“

    Wieder strich sie ihm über seine Hoden. „Das willst du lieber gar nicht wissen..“

    „Und wenn doch?“ Während sie die Eier aufsetzte, stellte er sich hinter sie, schob sie an ihren Brüsten an seinen Oberkörper und spürte, wie sich ihre Nippel zu kräuseln begannen.

    „Ich hab mal ne Zeitlang in ner Bar gearbeitet..“ „Wie gestern?“  „Wie Gestern, ja. Dann Theater gespielt, in einem Pornostudio mitgemacht, in einer Metzgerei gearbeitet.“

    „Das ist aber ganz was anderes.“ „Ich sagte ja, alles willst du gar nicht wissen…“

    Sie schob seine Hände von ihrer Brust weg. “Machst du nen Toast rein? Gleich sind die Eier fertig. Magst du sie lieber fest oder labrig?“

    „So mittel.“ Er streichelte ihr über die Schulter. „Ich hab ewig nicht mehr so entspannt in der Küche gestanden…“

    „Dann musst du deine Frau oder deine anderen Gespielinnen dazu ebenfalls mal animieren. Wir Frauen sind meistens sehr anpassungsfähig.“ „Du anscheinend ja. Aber meine Frau…“

    „Justus!“ Sie drehte sich zu ihm, „seit wann bist du verheiratet?“

    „Hmm, ich glaube 23 Jahre.“ „Wenn du es nur glaubst, ist es eher eine Zweckehe gewesen, oder? Bedeutet sie dir was?“

    „Sie war die Tochter eines anderen Verlegers.“

    Juli lächelte. „Geld kommt zu Geld. Aber was kommt dabei raus? Manchmal nur Inzucht.“ „Wir sind doch keine Targaryen.“ 

    „´Game of Thrones` kennt der Herr anscheinend auch noch..“ Er lächelte, küsste ihr auf den Hals.

    „Sie ist trotzdem die Mutter meiner Kinder..“ „Du hast zwei, offiziell. Sohn 22 und Tochter 19. Und dann noch eine Tochter mit, äh… Annalena Gablenz. Heute müsste die 15 sein.“

    „Die Namen weißt du sicher auch noch?“ „Natürlich. Wenn, dann informiere ich mich gründlich. Was ich nicht weiß: hat deine Frau eine Ahnung von dem Ergebnis deines Seitensprungs?“ Er lachte. „Natürlich nicht.“ „Weißt du es oder glaubst du es?“

    „Wie kommst du auf den Gedanken?“ „Eine intelligente Frau informiert sich immer über das, was ihr Gatte so treibt.“  „ Und wenn nicht?“

    „Ist sie oberflächlich…“  

    „Stimmt. Sie hat ihre Pferde, ihre Freundinnen, ich glaube sogar auch einen Lover und sonnt sich im Glanze ihres Gatten.“

    „Soll ich dich bedauern?“

    „Wir haben uns arrangiert.“ Er stutzte. „Warum erzähl ich dir das alles?“ Sie umarmte ihn. „Weil dir doch etwas gefehlt hat!“

    Er schüttelte seinen Kopf. „Anscheinend ist da was dran.“ Es klackte. „Der Toast ist fertig. Was machen die Eier?“

    „Lassen wir uns überraschen.“ Er deckte den Tisch, während sie die Eier abschreckte.

    Bevor beide sich setzten, goss sie noch Kaffee nach, dann küsste sie ihm auf den Mund. „Bon Appetite, ma Chere.“

    Ihr Ei köpfte sie so geschickt, dass ihm der Mund offen blieb. „Wo lernt man denn sowas?“

    „Es gibt Frauen, die benutzen ihre Finger nicht nur zum Wichsen…“

    „Tz tz, und zeitweise bist du auch noch vulgär!“  „Stört es den Herrn? Gestern Nacht hats dir anscheinend wenig ausgemacht.“  „Da warst du ja auch nur…“ 

    „Die Nutte!“ „Stimmt.“  „Welche Juliette gefällt dir besser?“

    „Ich sag’s lieber anders. Das Gesamtpaket von dir.“

    „Auch die Nutte?“  „Auch die…“

    Als sie mit dem Frühstücken fertig waren, stand sie auf, holte den Aschenbecher, ihren Tabak und seine Zigaretten, zündete ihm eine an und schob sie ihm zwischen die Lippen, nicht ohne ihm vorher fürsorglich einen Eigelb-Rest von der Oberlippe abgeleckt zu haben. „Du bist wie meine Mutter!“  

    Sie stubste ihm auf die Nase. „Die ist aber nicht mit drin im Gesamtpaket!“ dann drehte sie sich eine Zigarette.

    „Du bist Selbstdreher?“

    „Justus! Ich bin ne freiberufliche Journalistin und die haben nicht immer ein regelmäßiges Einkommen. Gerade in einer Zeit wie jetzt.“

    „Stimmt,“ er nickte, „auch ich hab meinen Chefredakteur angewiesen, wenn möglich ohne Fremdkräfte auszukommen.“

    „Ich weiß. Dir fielen ja auch die ganzen Anzeigen weg.“ Er nickte nur .

    „Es gibt zwar die Beihilfen vom Verband, aber..“ 

    „Woher weißt denn du das?“ 

    „Justus!“ Kopfschüttelnd sah sie ihn an, „damit muss ich auch leben.“ Sie lächelte plötzlich. „Du kannst ja den Behörden etwas Zucker geben.“  

    „Wie meinst du das denn?.“

    „Indem du das Feuer schürst, solange es noch brennt.“

    „Aha?“

    „Nehmen wir Corona. Kontaktvermeidung, aber auch schon Lockerungen. Alle halten sich brav an die Vorgaben, egal wie widersinnig die sind. Und nun leg noch einen drauf.“ 

    Er sah sie neugierig an.

    „Küssen fällt eh schon aus, du weißt schon warum. Somit bei vielen auch das Ficken.“ „Ja und?“ „Nun, lass deine Redakteure etwas tun für die Geburtenrate. Gib den Leuten Vorschläge, wie sie weiterhin ihren Trieben nachgehen können.“

    Das Thema interessierte ihn plötzlich immer mehr.

    „Geb dem willigen Volk Vorschläge, wie es gesünder leben sollte. Also ohne in Blickrichtung verkehren, ergo von nur hinten oder abreiten mit dem Gesicht zu den Füßen…. „ „Und dann sicher trotzdem mit Mundschutz.“ Er schmunzelte.

    „Sicher. Damit wird dann wieder der Aerosolausstoß vermindert….“

    „Das will ich von dir haben für die nächste Wochenendausgabe.“

    Dein Chefredakteur soll doch …“

    „Wer ist der Chef?“

    „Apropo Chef. Hast du denn gestern schon gewusst, dass du auf mich angesetzt wirst?“

    „Nein. Ich wollte ganz normal dort kellnern, nebenbei recherchieren, auch Bilder machen und … hab mich erwischen lassen. Roger kam ganz plötzlich so ganz unverfänglich auf mich zu, hat mich ausgefragt und dann zufällig an meinen Arm gefasst und die Cam ausgelöst. Na ja, und dann.. Ich dachte schon, er schmeißt mich sofort raus.

    Aber in seinem Büro dort saß Maren, die nun weitermachte. Irgendwas an mir muss ihr gefallen haben, jedenfalls bot sie mir sogar einen Job an. Pressearbeit und Werbung für den Betrieb. Sogar selber mit drehen. Und dann kam sie gegen ½ 1 auf mich zu, selber schon splitternackt wegen ihrer Aktion am Tensgerät und fragte mich, ob sie auf mich zählen könnte. Ich also mit hoch hinter die Bühne und erkannte sofort die Frau Dr. Kinderjan, deren Lebensgefährtin, als auch Jenn, äh Frau Dr. Brunner und ahnte da schon, dass da wohl noch mehr laufen würde. Jenn wurde dann gekauft von Susanne, äh der Frau Kinderjan und weitergereicht an unseren 2. Bürgermeister, diesem Bunten, diesen Grabow und ich,“ sie lächelte den Herausgeber an, „an den hiesigen Zeitungsboss. Ja, und nun sitz ich hier bei dir. Von den Hintergründen hatte ich Null Ahnung. Erst bei der Konferenz, vor der wir vorher so Uncoronagerecht zusammensteckten und von Roger gestört wurden, erkannte ich in etwa die Zusammenhänge. Na ja, und nun bin ich bei dir. Und zwar, weil DU mich eingeladen hast und ICH es auch wollte, nicht nur, weil es anscheinend im Interesse von Maren ist.“

     

    Er legte ihr seine Finger auf ihre Hand, nahm diese und führte sie an seinen Mund, drückte einen Kuss auf den Handrücken. „Ich glaube dir.“

    „Aber ich will ehrlich sein: Maren weiß ja inzwischen, dass ich bei dir bin. Diese ganze Aktion interessiert mich wirklich und nun will ich auch wissen, wie es weitergeht.“

    „Ehrlich gesagt, mich interessiert es auch. Zumal man mich ja auch benutzen will. Und vielleicht gibt es sogar Möglichkeiten, selber in dieses Projekt einzusteigen. Bei dem Plan sah ich sogar Möglichkeiten für mein Haus, mich zu vergrößern.“

    „Aber du weißt, dass das alles nur langfristig über die Bühne gehen wird.“

    „Glaubst du, ich bin so blauäugig? Wenn dann rechne ich mit 8-10 Jahren, bis das umgesetzt werden kann. Bis dahin kann und wird auch noch viel passieren, was solls.

    Und wenn ich kurzfristig plane, dann,“ er sah ihr in die Augen, „jetzt mit dir. Heute Abend? Ich möchte mein ´Geschenk` einladen.“

    „Und an was denkst du?“

    „Zuerst dich zum Essen einladen. Aber so kannst du da nicht auftauchen. Hast du etwas exklusiveres zum Anzuziehen?“

    „Justus! Ich bin eine Frau. Ich kann mich schon anpassen. Wo willst du mich hinführen?“

    „Lass dich überraschen. Ich werde wieder man meinen grauen Anzug anziehen, falls du dich etwas anpassen möchtest.“

    „Würdest auftauchen wollen in deiner Badehose, hätte ich also im Bikini kommen müssen?“

    „Dann aber in einem ganz knappen.“

    Wieder griff er nach ihrer Hand führte, sie an seinen Unterleib.

    „Ich glaube, das Frühstücksei beginnt bei mir zu wirken…“

    „Welcher von meinen vielen Persönlichkeiten sagst du das jetzt?.“

    Er überlegte nicht lange: „Der Nutte. Allerdings dürfte die ja auch ein fester Teil deines Gesamtpaketes sein, oder?“

    Juliette lächelte nur sibyllinisch und glitt von ihrem Stuhl herunter zwischen seine Beine…

     

    * * *

     

    Bea

     

    „Überrascht schaute sich Bea um, als sie aufwachte. Sie lag im Zimmer und im Bett von Babette, die allerdings schon lange wieder weg war.

    Schlagartig kam ihr die Erinnerung an die letzte Nacht wieder ins Bewusstsein.

    Oh Gott!

    Und dann war sie im Bett von Bette gelandet, hatte sogar mit ihr gekuschelt und – nicht nur gekuschelt.

    Was war mit ihr passiert?

    Gut, diese Nacht war sehr anstrengend, auch dass sie wieder Besucher bedienen musste. Aber dann dieser Roger…

    Wie sie mit ihm in dieses Separee sollte, wo er dieses Pärchen trennte, sie dazu Sekt reichen sollte und wie selbstverständlich er den zweien seine Bitte vortrug und, auch wenn es wohl hauptsächlich den Mann betraf, auch die Frau, die ja an diesem Abend wie sie selber auch nur eine Quasi-Nutte war, mit einbezog. Er keine Unterschiede machte.

    Wie mit ihr ebenfalls. Immerhin war er ihr Chef an diesem Abend. Und dann, als da saß vor ihrem Tresen, sie anschaute, ruhig sein Bier trank, sich mit ihr unterhielt

    Sogar ihr Vorschlug, sie einzustellen als.. Ja was? Ecortdame? Nutte in einem Flatpuff? Pornoschauspielerin?

    Und dann das mit dem Whisky und den Eiswürfeln…

    Und wie sie dann vor ihm kniete und er sie zwang, ihn anzuschauen, während sie diese Eiswürfel wie ein Huhn, das Eier legt, in das Glas presste. Es hat nur gefehlt, dass sie hinterher gegackert hätte. Aber erleichtert gekeucht hatte sie trotzdem.

    Und immer sein Blick. Wie ein Hypnotiseur hat er ihr in die Augen geschaut und sie konnte ihren Blick nicht abwenden…

    Und dann hatte er sie benutzt und sie hat sich gerne benutzen lassen. Er hat aus ihr getrunken. Aus ihrer Mumu. Und sie hat mitgemacht, war sogar stolz, dass er sie als ´Dimple on the Rocks á la Bea` anbot und auch andere aus ihr trinken ließ.

    Mit dem hätte wirklich gerne geschlafen.

    Und als er sie so nebenbei das mit seiner Tätigkeit als Motivator demonstrierte und sie wirklich motiviert hatte. Sie ihn sogar als Herr und Meister anredete.

    Sogar seine dev werden wollte..

    Wollte sie es wirklich nur in dem Moment? Er hatte sie als ´Meine Sau` bezeichnet und sie war wirklich seine Sau, wollte es selber sein.

    Diese Gedanken…

    Unbewusst waren ihre Hände nach unten gewandert, spielten an ihrer .. Mumu? Muschi? Möse? Fotze?, kreisten über der Klit…

    ´Schlàf drüber` Hatte er gesagt. Nun hatte sie darüber geschlafen und sie wollte es immer noch. Jetzt sogar noch intensiver als vorher. Auch wenn er sie nur zur Nutte machen würde. Seiner Nutte. Eine von vielen.

    Wie konnte sie ihn erreichen?

    Ihre Finger wurden schneller, sie spürte sie kommen, diese Welle, ließ sie erleichtert über sich hinweg rauschen…

     

    „Was machst du denn schon wieder?“ Bette hatte sich neben sie gesetzt, streichelte sie. Erschrocken zuckte sie zusammen. „Ich, ich hatte wieder an gestern gedacht und..“

    „Krass, wie das bei dir nachwirkt. Du schwitzt ja richtig.“ Sie strich ihr über die Stirn. „Komm, du musst was essen. Und vor allem erstmal duschen. Du stinkst wie ne läufige Hündin!“ 

    „Ich fühl mich eher wie ne rauschige Sau…“



    „Wieder diese alte Kerl?“

    Bea nickte. „Ich hab nachgedacht. Ich will!“

    „Du bist verrückt. Und wie soll das vor sich gehen?“

    „Ich fahr einfach zu ihm und…“

    „Ohne vorher Rücksprache zu halten?“ Bea nickte nur.

    „Warte. Wenn meine Mutter und Tante Maren auch da waren…. Maren ist ja die Freundin von dem Chef.“

    „Ich kann doch nicht seine Freundin anrufen..“

    „Sie war doch dabei, als er dich angemacht hat, oder?“ „Ja schon, aber..“

    „Kein Aber! Wenn er dich will, wird sie dich auch akzeptieren müssen. Aber, was passiert, wenn er dich nimmt?“

    „Er wird mich dann wohl bei sich einstellen und vermutlich auch einsetzen.“

    „Wobei?“

    „Bei sowas wie gestern. Oder auch als Escort, so 3-4 mal die Woche. Und wenn da nichts anliegt, auch in 2 Bordellen…“

    „Du willst im Puff arbeiten?“

    „Er, er hat gesagt, ich wäre dann sowieso nur eine Sau für ihn..“

    „Bea, du spinnst!“

    „Deine Mutter ist das gleiche für ihn und er hat sie vor mir gefickt und sie hat geschrien…. Ich hatte sie vorher sauber geleckt..“

    “Stimmt. Du hattest mir heut Morgen gesagt, wie sie geschmeckt hat.“

    „Jaja … Und ich war so geil drauf…“ Sie sah die Freundin an: “Bette, kannst du deine Mutter anrufen? Ich will diese Telefonnummer. Bitte!“

    Bette schüttelte nur den Kopf, gab aber nach und rief ihre Mutter an.

    „Mama, ich bins.“

    „Hallo Babette. Wie komm ich dazu, dass du mich anrufst?“

    „Es ist wegen Beate..“

    „Ich ahne es. Sie hat geplaudert und..“

    „Ja okay, sie hat. Aber das mit dir ist für sie zweitrangig. Sie will zu Roger.“

    „Mein Gott!“ Martina seufzte. Ich bin grad auf dem Weg nachhause. Ich komm vorher bei euch vorbei. Bis gleich.“

    Bette schaute auf Bea runter. „Sie kommt gleich vorbei. Aber geh du erstmal Duschen. Du stinkst richtig als kämst du grad aus dem Puff. Ich mach dir was fertig zum Frühstück.

    Nach 10 Minute klingelte es an der Tür. Mutter war da.

    Bea kam grad aus der Dusche, wollte kurz noch in ihr Zimmer huschen, um etwas Frisches anzuziehen, doch Tina stellte sich ihr gleich in den Weg.

    „Na du Jungsau!“ lächelte sie sie Bea an, „komm, bleib gleich so wie du bist. Oder hast du etwa noch Hemmungen vor mir?“

    „Nein ich…“

    „Komm her!“ Sie nahm die junge Frau in den Arm. „Ich weiß ja, wie Roger auf manche Frauen wirkt, nun also auch auf dich. Hat er schon mit dir geschlafen?“

    „Nein. Er, er sagte, ich soll erstmal darüber schlafen und …“

    „Du wirst für ihn eine seiner Nutten sein, dass sollte dir bewusst sein.“

    Bea sah sie nur an.

    „Ich hab auch für ihn schon mit etlichen Männern geschlafen, hab’s sogar gerne gemacht. Schau mich nicht so an, Bette! Ja, auch deine Mutter ist ne Schlampe. Und? Hätt ich geahnt, was das für ein Gefühl sein kann…

    Ich fühl mich wie 20 Jahre jünger. Aber Bea, bist du dir ganz sicher? Roger ist sehr beeindruckend, aber .. er wird nicht immer Zeit für dich haben. Ich kenn ihn ja auch erst seit drei Tagen etwas.. näher, aber, ich gebe zu – mich hat er verwandelt. Was wird er bei und mit dir anstellen?“

    „Er sagte was von Einstellen. So nen Vertrag, dass ich regelmäßiges Geld habe und dazu verdiene und…“

    „Du willst es nicht wegen dem Geld machen, oder?“

    Entrüstet löste sich Bea aus der Umarmung. „Ich weiß doch selber nicht warum. Aber doch nicht wegen Geld. Er hat mich einfach angesehen und ich hatte das Gefühl ..“

    „Ach Kind!“ Martina zog sie erneut an sich. „Bist du dir so sicher? Du hast dein Studium, hast noch dein ganzes Leben vor dir und willst dich direkt an einen Mann binden, von dem du eh kaum was haben wirst?“

    Babette mischte sich ein. „Wärst du auch bei mir so liberal, wenn ich das Gleiche machen würde?“

    Martina setzte sich mit zu den Beiden an den Kaffeetisch. „Wer im Glashaus sitzt, soll nicht mit Steinen werfen….

    Natürlich würde ich dir ebenfalls ins Gewissen reden. Aber ihr beide seid erwachsen und würdet euch von einer selber grad frisch Gefallenen kaum etwas sagen lassen.“

    „Siehst du dich so, Mama?“

    Diese zuckte mit der Schulter. „Ich denke schon. Bea hat’s doch auch gespürt, als sie mich sauber geleckt hat. Ich bin dem Kerl irgendwie ebenfalls verfallen. Heut Abend muss ich wieder wegen ihm los, weil da Probleme auftauchen und ich wieder rausbekommen muss, wer sich da bei uns einmischt.“

    „Bei uns?“

    Martina lächelte. „Ja bei uns, bei Roger, Maren, Jenn und mir. Ja und auch Regine.

    Wir sind schon ein verrücktes Quintett und wenn jetzt Bea sich ebenfalls mit feucht triefender Mumu dazu stecken will…“

    „Ich will das nicht, weil ich nur mit dem ficken will!“ protestierte die Angesprochene, „ich will… ich weiß es einfach nicht. Wie du schon selber sagt: Dieser Mann hat irgendwas.“

    „Schon gut, Kleine,“ sie streichelte ihren Unterarm, ich ruf Maren an.“



    Nach einem kurzen Gespräch sah sie Beate ernst an. „Du wirst dich um 19 Uhr vor dem Rundbogen beim Studio einfinden. Um 18.45 wird dich Ismir von hier abholen und hinfahren. Roger erwartet, dass du dich schon im Taxi ausziehen und ohne alles vor der Tür hinlegen wirst. Auf dem blanken Boden, mit seitlich ausgestreckten Armen und Beinen.“

    „Aber ich kann doch nicht… Wie unwürdig ist das denn?“

    „Was erwartest du? Du willst dich ja unterwerfen, also zeige es auch offen.“

    „Aber der Taxifahrer..“

    „Ismir wird nichts sagen. Der hat mich selbst schon gefickt, der gehört nun wohl als unser Fahrer mit dazu.“

    Martina stand auf und umarmte Bea von hinten. „Noch hast du Zeit zum Überlegen. Wenn du kalte Füße bekommst, ruf mich an. Aber bitte rechtzeitig. Ich muss nämlich jetzt dringend nach Hause.“ Sie küsste Bea auf die Stirn und nahm Babette ebenfalls in den Arm. „Ich muss mit deinem Vater einen neuen Küchentisch und ein neues Bett kaufen. Die alten Teile haben sich leider mit der Zeit nicht mehr haltbar genug erwiesen.“

    „Mama, hast du etwa?“

    „Immer noch wir! Deine Eltern haben sich nun auch wieder neu … gefunden..“

     

    * * *

     

    Roger und Maren

     

    Maren sah Roger fragend an. „Willst du das mit der Kleinen wirklich durchziehen?“

    Er holte sich einen frischen Kaffee. „Warum nicht? Sie hat irgendwas an sich. Außerdem lass ich ihr wie jeder anderen ein Hintertürchen offen. Sie kann, wenn sie will und wenn nicht…“

    „Gockel!“ Maren lachte ihn an. „Wir vier reichen dir nicht mehr? Denkst du etwa auch schon an Juli oder Barbara? Die haben auch schon an dir geknabbert.“

    „Juliette wäre ein ideales Pendant zu Martina. Intelligent, manchmal skrupellos und zudem ein wandelndes Daten- und Adressbuch.“

    „Und sieht nebenbei auch noch gut aus.“ Er konnte nur nickend zustimmen.

    „Was planst du mit Bea?“

    „Muss ich immer gleich so weit denken? Sie reizte mich einfach und wenn sie sich traut und einsteigt in die Escortschiene… Willig ist sie ja und..“

    „Wenn sie dich als Mentor an der Seite hat…“

    „Eben. Gespannt bin ich, was Tina aus dem Professor rauslockt. Irgendwas weiß der, muss der wissen. Ich hoffe nur, die Amis setzen nicht ihre Hintermänner hier ein. Ich hab keine Lust, wegen dem Projekt einen von euch oder selbst mich über die Klinge springen lassen.“

    „Mal nicht den Teufel an die Wand. Apropos Teufel: soll ich verschwinden, wenn Bea auftaucht?“

    „Keinesfalls. Sie muss von Anfang an wissen, wer hier die graue Eminenz ist.“

    Maren griff nach seiner Hand.

    „Ohne dich wäre ich nie soweit gekommen.“

    „Möglich. Aber inzwischen wird es selbst mir schon leicht zuviel.

    Vielleicht gelingt es uns,“

    „Dir!“

    „Ja mir, durch dich Barbara und Johanna mit ins Boot zu ziehen.“

    „Und vergesse nicht Juliette…. Ich würd gern wissen, ob und wie sie mit dem Zeitungsmenschen klar kommt.“

    „Wir sind schon ganz schöne Manipulatoren geworden, oder?“ Dabei zog sie ihn zu sich. „Wir haben gerade mal wieder etwas Zeit für uns…“

    Roger küsste ihr sanft auf ihr Haar. „Hier oder wollen wir ins Spielzimmer?“

     Kapitel 5

     Martina

     Martina lenkte ihr Auto durch den Stadtverkehr Richtung Heimat. Ihr fiel Ismir ein. Zum Glück hatte sie ihn gespeichert.

    ´Taxi Ismir, Wagen 314`

    ´Hier ist Martina, die, die du heut Morgen so intensiv durchgebumst hast..`

    ´Ah, das starke Weib aus der Kniestraße. Soll ich dich wieder abholen?`

    Martina lachte. ´Danke, dass du nur ´stark` gesagt hast. Nein, heute noch nicht, aber eine andere aus meinem Umfeld.`

    ´Auch eine Frau?`

    ´Sicher. Aber diesmal eine junge, knackige… Lass trotzdem noch die Finger von ihr. Wenn du sie wieder abholst, ist’s mir egal, aber bring sie erstmal sauber hin zum Studio. Und auch wenn sie sich während der Fahrt auszieht – das ist nicht wegen dir!`

    ´Auch nicht ein kleines bisschen?` Er lachte über ihre Vorhaltungen.

    ´Du und dein ´kleines Bisschen` Sie soll zu Roger. Setz sie also nur ab vor dem Rundbogen und dann lass sie allein.`

    ´Das klingt alles recht verschwörerisch…`

    `Ist es auch. Sie will sich vermutlich unterwerfen`

    ´Ihr SMer und eure Rituale..`

    Marina lachte ´Hast du denn keine? Also, sie wohnt Bielenhof 16. Beate Scheller`

    ´Hab ich mir notiert. Und ich lass sie in Ruhe. Hab ja dich…wenn du es zulässt.`

    ´Ach Ismir… Vor ein paar Tagen noch hätte dir deswegen die Augen ausgekratzt, aber jetzt.. Schönen Tag noch`

    Ihr Blick fiel auf den freien Parklatz vor ihrem Wohnhaus. ´Glück muss die`Frau haben!` Also einparken und hoch..

    Vor der Tür schon hörte sie den Streit zwischen Stephan und Claudia.

    „Kann man euch nicht einen Augenblick alleine lassen?“ Sofort war es wieder still, beide sahen sie verlegen an.

    „Na, worum ging es diesmal?“ Beruhigend umarmte sie die zwei Streithähne

    „Claudi will sich ein Tattoo stechen lassen und ich finde, dafür ist sie noch viel zu jung,“ versuchte ihr Männe sich zu rechtfertigen.

    Tina wandte sich ihrer Tochter zu, die heute nur im kurzen Spagettihemdchen wütend mit geballten Händen im Flur stand. „Ach Mama. Immer werd ich gegängelt und wie ein kleines Kind behandelt..“

    „Äußerlich bist du das weiß Gott nicht mehr, stimmt. Was willst du dir denn stechen lassen?“ 

    „Nur einen kleinen Vogel auf den Oberarm. Der sieht so toll aus und..“

    „Mit dem du dann die ganzes Leben rumlaufen musst. Spontane Tattoos sind leider meistens, wenn der spontane Augenblick vorbei ist, immer recht peinlich. Wie wäre es stattdessen mit einem Piercing? Dann hast du was individuelles und wenn man es nicht mehr mag, kann man es auch wieder rausnehmen.“

    „Ein Piercing?“ Grübelnd sah Claudi sie an „Hätte schon was, ja. Aber wo?“

    „Mach dich schlau, was deine Freundinnen davon halten. Wir,“ sie sah zu Stephan, “wir würden sogar was dazu geben.“

    „Mama du bist die Beste!“

    „Schon gut, schon gut.“ Sie sah Stephan an. „Hast du das Bett wieder reparieren können oder wollen wir nun losfahren?“

    „Schon, es ist wieder heil, der Tisch auch. Aber…“

    „Schatz,“ sie nahm ihn in den Arm, „ich möchte, wenn mir oder uns danach ist, mit dir zusammen sein können, ohne das irgendwas unter uns zusammenbricht.“

    „Du denkst schon wieder nur ans Pimpern,“ maulte Claudia, wofür sie von ihrer Mutter sofort eine Ohrfeige bekam. „Entschuldige dich dafür!“

    „Mama!!!“

    Claudia war fassungslos. Noch nie hatte ihre Mutter sie geschlagen, außer mal nen Klaps auf den Po früher. Doch dieser Blick, den die Mutter ihr zuwarf…

    „Entschuldige, Mama.“

    Für Martina war dieser Fall wieder gestorben, doch Claudia sah sie immer noch unsicher an. „Was ist mit dir passiert, Mama? Früher hättest du nie...“

    „Deine Mutter hat viel gelernt in den letzten Tagen, Schatz. Auch und gerade, wenn es ums Streitschlichten geht.“ Sie wandte sich an Stephan, „deswegen muss ich wahrscheinlich heute Abend noch mal los. Ich muss diesen Professor und den Steingräber ins Gebet nehmen. Die verschweigen mir, besser uns vielleicht was.“

    „Wer ist uns?“

    „Maren, Jenn, Regine, Roger und mir.“

    „Aha?“ Verständnislos starrte Stephan sie an.

    „Schatz, du darfst alles essen, aber nicht immer alles wissen. Es wird da um sehr viel Geld gehen.“

    „Mehr als das, was du heut Morgen mitbrachtest?“

    Martina lachte auf. „Bedeutend mehr, wenn alles klappt. Und deswegen will ich für uns ein neues Bett. Und auch für ein paar kleine zusätzliche Schweinereinen, wenn uns mal danach ist.“

    „Mama,“ Claudia hob schützend ihre Hände vors Gesicht, „jetzt denkst du aber wirklich nur ans Pimpern..“

    „Jetzt ja.“ Lächelnd nahm sie ihre Mittlere in den Arm, „Wo ist Rolf eigentlich?“

    „Der ist beim Training.“ „Dürfen die denn schon wieder?“

    Stephan nickte. „Sein Trainer hat ihn angerufen. Zwar nur in 10er Gruppen, aber immerhin.“

    “Dieser blöde Virus! Letzte Nacht hat da auch niemand dran gedacht und …“

    „Kannst du uns dann nun anstecken, Mama?“

    Ernst sah sie ihre Tochter an. „Man muss nicht immer alles glauben, was uns so erzählt wird. Halt die Augen auf und hinterfrage für dich diese ganzen Angaben und sich ständig ändernden Vorgaben. Es ist nicht immer so heiß wie’s gekocht und uns vorgesetzt wird.“

    „Aha?“

    „Aber ich muss jetzt zwei Gespräche führen: Erst das mit dem Professor und dann mit deinem Vater.“ Unbewusst legte sich eine Hand dabei an seine Hose.

    „Mama!“

    „Such du dir lieber ein schickes Piercing raus. Nicht grad son ein Kitzlerdingens, aber Bauchnabel, Lippe oder Augenbrauen.“

    „Was ist mit einem Nippelpiercing?“

    Sie musste schmunzeln. „Soll was Schönes sein, stimmt. Aber wenn du damit mal irgendwo hängen bleibst? Oder wenn das dann ständig am BH scheuert? Und wem willst du das zeigen? Also – ich hab noch keins…“

    „Noch?“ Stephan schaut hoch, „du meinst, da kommt noch was?“

    „Ach Stephan. „du denkst zuviel. Oder möchtest du, dass ich eins trage? Für dich?“

    „Ähhh...“

    Aber ich muss nun erstmal…“ Sie ging rüber in die Küche, setzte sich einen Espresso auf und wählte die Nummer vom eingespeicherten … Walther.

     

    ´Hier ist die Frau deiner angenehmsten Alpträume… `

    ´Martina… Ich hab wirklich grad an dich gedacht und ..`

    „Ich hoffe doch, nicht nur mit dem Kopf sondern auch…`

    Er fing an zu lachen. ´Auch, aber nicht nur. Ich sprach grad eben mit meinem Nachbarn…`

    `Ich hoffe doch nur mit dem Professor, oder?`

    ´Sicher. Also bei Siegbert und mir ging es über gestern Nacht und .. es hat sich etwas ergeben…`

    ´Aha?`

    ´Wir wollten uns über unser weiteres Vorgehen heute Abend am Kamin abstimmen und …`

    ´Nur ihr beide?`

    „Martina, du bist herzlich eingeladen. Es betrifft ja auch dich und Frau Kruppke..`

    ´Bleib bei Maren bitte`

    ´Okay, Maren. Also Siegbert bekam eine Nachricht und er hat, soweit ich informiert bin, heute nachforschen lassen. Es wäre also sogar sehr gut, wenn du mit zugegen wärest`

     

    ´Auch Maren oder Roger?`

    ´Wirst du nicht alles, was du erfährst, denen ebenfalls mitteilen?`

    Martina lachte. ´Du hast Recht! Wann?`

    ´Siegbert kommt gegen Acht. Zieh dir was Bequemes an` `

    Sie musste lachen ´Es könnte warm werden`

    ´Ich könnte meinen Bauchweg-Tittenhebe-Anzug drunter anziehen..`

    ´Irgendwann werde ich dich einladen, mit mir mal Einkaufen zu gehen. Eine Frau wie du braucht auch mal etwas Abwechslung und …`

    ´Und du würdest mir gerne dabei zuschauen und auch … beraten..`

    Sie kicherte ins Telefon

    ´Ich kann es mir leisten, ma Belle. Bis heute Abend`

     

    Das lief ja schon gut an. Jetzt noch..

     

    ´Hallo Ismir. Hier ist wieder deine liebste Kundin..`

    ´Martina! Willst du etwa diese Tour von vorhin absagen?`

    ´Im Gegenteil. Du sollst mich ebenfalls abholen von mir zuhause. So, dass ich um 20 Uhr im Niemandsweg bin.`

    ´Bei Steingräber oder bei Bohnsack?`

    ´Ich bewundere dein Namens- und Adressengedächtnis! Bei Steingräber `

    ´Gut, dann bin ich um ¾ 8 bei dir vorm Haus.`

    ´Sehr schön, Ismer`

    ´Muss ich dann auch die Finger von dir lassen?`

    ´Auf der Hinfahrt ja. Auf der Rückfahrt … sehen wir dann`

     

    Das wäre also geregelt. Und nun.. Sie trank ihren Espresso aus und verließ die Küche, schaute rein in Claudias Zimmer. „Na Claudi. Wieder abgeregt?“

    „Ach Mama. Irgendwie ist das alles so stressig jetzt, wo du immer so oft weg bist.“

    „Ach Schatz,“ sie setzte sich zu ihr aufs Bett, „gönnst du mir mein neues Leben nicht?“  „Doch, aber… Es ist so ungewohnt. Mal bist so wild mit Papa zusammen dann bist du wieder weg, kommst irgendwann wieder nachhause und musst wie heute heut Abend wieder weg….“

    “Das wird sich sicher einspielen, irgendwann, bald.“ Sie strich ihr eine Strähne aus dem Gesicht, „für mich ist das auch alles neu. Aber – das Gefühl, etwas bewirken zu können, vielleicht Einfluss nehmen zu können… das ist auch ein sehr irres Gefühl.

    „Und musst du dabei immer mit denen …Bumsen?“

    „Wer A sagt muss auch B sagen. Manchmal gehört das dazu. Wenn du Schlachter bist, musst du auch ein Tier schlachten können, selbst wenn du diese Tiere magst.“

    „Du bist aber kein Schlachter!“

    „Ich bin deine Mutter, na und? Ich lieb euch doch alle immer noch genauso wie früher. Die anderen mag ich zwar auch, zumindest meistens, aber das ist wie beim Schach spielen: Wenn du den König schützen willst, musst du manchmal andere opfern.“

    „Ist dein Chef, dieser Roger, dieser König?“

    „Ach Schatz…“ Martina seufzte tief, „wenn ich das wüsste..“

      

    * * *               

    Juliette

     

    Juliette war wieder zuhause in ihrer kleinen Wohnung. Heute Abend Essen gehen. Und dass sogar etwas exklusiver. Was sollte sie anziehen? Justus gab sich nach Außen immer sehr konservativ und auch recht arrogant, aber jetzt, wo sie erstmals hinter seine Fassade schaue durfte?

    Zuerst aber unter die Dusche und dann…

    Sie war gerade dabei, sich die Haare auszuspülen, als dieses blöde Handy summte.

    Klatschnass, nur die Haare kurz in ein Handtuch gewickelt, tappte sie barfuss zu ihrem Handy. 

    ´Kamen..?`

    ´Du klingst so angestrengt`

    ´Justus! Ìch bin doch gerade erst von dir losgefahren. Ist etwas? Willst du für heute Abend absagen?`

    ´Nein, im Gegenteil. Ich wollte dir nur mitteilen, dass wir einen Tisch im Yachtclub bekommen haben. Nur, damit du weißt, was du anziehen kannst.`

    ´Also nichts mit offenherzig und verrucht?`

    Sie kicherte unbewusst. Der Herr macht sich Gedanken. Um seinen Ruf oder …?

    ´Ich werde mich entsprechend dieser Örtlichkeit natürlich stilgerecht kleiden. Wie eine Dame, die ihren Gatten zum Essen begleitet oder eher wie eine vom Escort, die einen Kunden zum Essen vorher begleitet.`

    ´Du könntest beides, oder?`

    ´Mein Herr! Was sie mir alles zutrauen…`

    Sie kicherte ins Telefon

    ´Justus, ich steh hier nackig im Bad und …`

    ´Was ich dir eigentlich sagen wollte: Kannst du direkt dort hinfahren? Ich muss hinterher noch in die Redaktion. Ein Chef muss sich auch da noch mal sehen lassen`

    ´Okay ich bin dann gegen 8 Uhr dort. Kuss!`

     

    Endlich konnte sie zu Ende duschen. Nachrasieren? Heute wohl nicht mehr nötig.

    Nach weiteren 30 Minuten hockte sie mit angezogenen Beinen endlich entspannt auf ihrem Kuschelsofa. Ob sie..?

    Instinktiv griff sie nach ihre Handy.

     

    ´Maren? Hier Juliette. Ich wollt nur mitteilen, dass…`

    ´Warst du heut Nacht bei Herrmannich?`

    ´Ja. Wie kommst du..?`

    ´Auch ich kann mitdenken` Sie konnte Maren dabei lachen hören.

    ´War’s schön?´

    ´War es. Und auch anstrengend`

    ´Na na. Ein bisschen Anstrengung dabei kann dir doch nichts ausmachen, oder?´

    ´Ich wollt eigentlich nur sagen, dass ich heute Abend mit ihm essen gehe. Seid ihr so gegen 10-11 noch auf?`

    ´Sicher. Wir bekommen um 7 auch Besuch. Bea will sich wohl dem Meister unterwerfen. Und ich darf dabei sein`

    ´Aha? Ist aber doch auch verständlich, dass er seine Top-Dev dabei haben will. Sollte ich mal auf den Gedanken kommen, müsstest du auch dabei sein`

    ´Ehre der, der Ehre gebührt, oder? Du hast ja schnell die ganzen Beziehungszusammenhänge bei uns analysiert, oder?`

    ´Wer eins und eins addieren kann, kommt da von selber schnell drauf`

     

    `Wolltest du deinen Verleger bei uns vorführen?`

    ´Eher er mich` sie gluckste. ´Nein, er will hinterher noch in die Redaktion und danach wohl wieder mal nach Hause zu seiner oder einer seiner anderen Frauen..`

    ´Hat er nach dir noch die Kraft und die Zeit dafür?`

     

    Beide kicherten

    ´Ich soll übrigens für ihn einen Artikel schreiben.

     Verkehren unter Corona-Bedingungen`

    ´Verkehren?`

    ´Na zusammen schlafen, ficken halt`

    ´Aha…?`

    ´Ach Maren. So ganz korrekt und mit Mundschutz und nur von hinten und…`

    ´Hast du da schon ne Vorstellung?`

    ´Sicher. So in etwa zumindest`

    ´Wir können ja mal ein Brainstorming machen`

    Roger hatte sich eingemischt.

    ´Hi Roger. Hmm, wie meinst du das?`

    ´Wir entwickeln da was im Studio, stellen alles nach und sehen dann ja, was noch ebenfalls dazu gehören könnte.`

    ´Nur nachstellen?`

    ´Warum nicht gleich parallel dazu aufnehmen?`

    ´Und dann gleich auf diese Aufnahmen als Anschauungsfilm hinweisen…`

    Juliette hatte den Gedanken sofort weitergesponnen.

    ´Und mit wem?`

    ´Traust du dir das nicht zu?`

    Roger war wieder gleich sehr direkt.

    ´Oder Bea. Sie kommt ja gleich. Und wenn ich ihr das auftrage…`

    ´Hmm. Oder uns Beiden.. Hast du auch nen passenden Mann dazu? Nichts gegen dich, aber dafür du bist da wohl doch schon zu alt, oder?`

    Sie hörte, wie er anfing zu lachen.

    ´Danke für dieses Kompliment. Nein, ich denke da an einen meiner Schauspielschüler. Kannst dir ja einen Passenden für dich aussuchen…`

    ´Wirklich? Roger, du setzt ja wirklich viel Vertrauen in mich`

    ´Nicht nur ich. Auch Maren ist sehr eingenommen von dir. Du würdest gut zu uns passen`

    ´Wer ist uns?`

    Maren mischte sich ein. ´CoR oder Cooperation of Reconstruction`.

    ´Hä?´ Irritiert stöhnte Juli ins Telefon.

    ´Kannst auch CoR Cunts of Roger sagen. Dazu gehören jetzt schon ich, Jenn, Martina, Regine und vielleicht auch bald Bea`

    ´Aber ich muss dafür nicht auf die Knie vor ihn fallen und Roger ewige Treue schwören, oder?`

    ´Nicht Treue. Gehorsamkeit! Und letzteres zeigst du ja schon, indem du uns anzeigst, was du tust, vor hast und hinterher zu uns möchtest`

    Juliette ließ das eben Gehörte kurz bei sich sacken.

    ´Da dürfte was dran sein. Nun denn, bis nachher`

    ´Warte. Parke vor dem Studio. Am Rundbogen ist eine Codetastatur. Gib da ein 6969, dann geht die Tür auf. Anschließend runter mit dem Fahrstuhl und dann hinten nach den Separees geht es durch die Stahltür in einen Tunnel. Den durchgehen bis zum Ende, dann kommst du vors … Spielzimmer…`

     

    * * *

     

    Johanna und Barbara

     

    Wohlig streckte sich Johanna im großen französischen Bett aus. Barbara war schon länger auf – sie hatte noch Wolf zu Tür gebracht und bereitete zum schon späten Nachmittag nun ein 2. ´Frühstück` vor. „Kommst du oder möchtest du deinen Tee am Bett haben?“

    Statt zu antworten tappte Johanna noch etwas schwerfällig in die Küche, ließ sich auf dem breiten Küchenstuhl nieder. „Wie spät ist es denn schon?“

    „Gleich 6.“

    „Oh Gott. Was für eine Nacht..“

    Barbara lachte, küsste ihrer Frau sanft auf die Wange. „Ich hab gar nicht gewusst, dass du auch so aus dir herausgehen kannst.“

    Johanna schlürfte aus ihrer Tasse. „Damit hab ich angefangen. Meinen ersten Freund hatte ich mit 13. Und irgendwann danach kam Wolf..“

    „Irgendwann?“

    Ich war damals sehr frühreif. Meine Eltern tun mir heute noch leid. Dann wurde ich schwanger, na ja, den Rest kennst du. Die Erste hast du ja kennengelernt.“

    „Und deinen Sohn?“

    Ich wusste überhaupt nicht, was es geworden ist. Ich hab den nie gesehen.“

    „War der auch von Wolf?“

    Johanna lachte. „Der war da schon lange wieder weg. Hat glaub ich irgendwo studiert. Ich war damals ein sehr ungezügeltes Kind…“

    „Verlernt hast du aber davon nichts, wie ich sehe konnte.“

    Beide lachten. „Es war ein Ausrutscher, hoffe ich zumindest!“

    „Jedenfalls im Internat haben sie mir die Männer ausgetrieben. Frauen haben halt andere Vorzüge…“

    Sie sah Barbara an. „Und wie ist es mit dir?“

    Diese schmunzelte. „Es war… interessant. Allerdings ist Wolf ja auch ein exzellenter Liebhaber, trotz seines Alters.“

    „Ja, er hat sogar dazu gelernt. Nur damals hatte er mehr Kondition.“ Ihr fiel etwas ein. „Was hattest du eigentlich zu Roger gesagt, als er dich runterschickte?“

    Barbara überlegte kurz… „Das er uns mal besuchen sollte.“

    „Das wird er eh machen müssen. Dieser Mistkerl enthält mir meinen Sohn!“

    Dass sie das nicht wörtlich meinte, konnte Barbara an ihrem Grinsen sehen.

    „Ich könnte ja Jenn anrufen und sie fragen. Vielleicht weiß sie mehr? Immerhin muss es für sie ja auch neu sein, dass sie nun neben einer richtigen Mutter auch einen echten Bruder hat. Und dann sogar auch ein Doktor. Sogar ein Richtiger!“

    „Ach komm, Frau Dr. nur jur Kinderjan, ob der sich dann mit so einer wie dich abgeben würde? Und wer weiß, vielleicht bist du dann ja auch schon Oma….“

    Daran hatte Johanna noch gar nicht gedacht.

    „Scheiss auf Roger und seine Maren. Der bringt mein ganzes Leben durcheinander.“

    „Weißt du was, meine vielleicht Oma-Gattin? Auf den Schreck gehen wir heute Abend Essen. Ich versuch, einen Platz im Yachtclub zu bekommen. Und vorher ruf ich Jenn an, die, die sowas nicht geschafft hat..“ „Was nicht geschafft?“ „Na, dich zur Oma zu machen..“

    „Hast du denn ihre Nummer?“

    “Selbstverständlich. Sklavinnen wie wir tauschen sich doch aus!“

    „Hattest du denn dein Handy mit? Es hieß doch, ´keine Kameras und Handys`“

    Vorwurfsvoll sah Barbara ihre Frau an. „Ich dachte du kennst mich? Ich und Zahlen..“

    „Entschuldige bitte.“ Barbara tippte schon…

     

    ´Dr. Brunner, guten Tag`

    ´An das Dr. Brunner muss ich mich erst noch gewöhnen. Hier ist deine Stiefmutter!`

    ´Barbara! Wo hast du meine Nummer. her?`

    ´Stieftochter! Du hast sie mir als gedemütigte, kurz vor ihrem Verkauf stehende Sklavin nackt an die ebenfalls nackte Leidensgefährtin noch auf der Bühne zugeflüstert. Schon vergessen?`

    ´Stimmt. Mit Zahlen hast du’s ja anscheinend als Steuerberaterin. Weswegen kam ich dir aber gerade jetzt in den Sinn?`

    ´Deine Mutter und deine Stiefmutter wollen heute Abend Essen gehen. Möchtest du uns begleiten? Wir würden unsere bedürftige Tochter auch gerne dazu einladen.´

    Jenn musste laut auflachen. ´

    ´Wie seid ihr denn grad drauf? …. Aber dann wird’s sicher nur ein kleiner Imbiss oder ein Döner im Stehen sein, wenn ihr oder du als die böse Stiefmutter dich so für mich in Kosten stürzen willst`

    ´Ich habe deiner Mutter dafür das Taschengeld gestohlen..`

    ´Schade, ich würd ja gerne, aber .. mein Käufer hat mich schon eingeladen.`

    ´Ach? Na, gegen den können wir leider nicht gegenan stinken. Wo wollt ihr hin?`

    `Ich hab keine Ahnung. Frieder sagte, ich soll mich überraschen lassen`

    ´Bestimmt führt er dich in so einen Bio-vegetarisch verseuchten Alternativladen`

    ´Davor hab ich ihn gleich gewarnt. Wenn schon, dann richtig`

    ´Na gut. Schade zwar, aber wir wünsche dir, besser euch trotzdem auch viel Spaß. Aber wir holen das nach, versprochen?`

    ´Keine Sorge. So schnell werdet ihr mich nicht wieder los. Cu`

    „Sie hat schon eine Verabredung. Mit dem von den Bunten, dem 2. Bürgermeister. „Ob sie das von sich aus macht oder auch von Roger aus…?“

    „Seh doch nicht überall gleich Gespenster. Ich ruf jetzt jedenfalls an im Yachtclub.

    8 Uhr? Schaffen wir das?“

     

    * * *

    Roger + Maren

     

    „Gleich müsste sie kommen.“ Roger hatte sich eine Zigarette gedreht, sie an Maren befeuchtet und angesteckt. Beide standen an der Ausgangstür zum Garten, direkt neben dem hinteren Ende des Tunnels. „Willst du sie wirklich vereinnahmen? Was ist, wenn sie nicht zu uns passt.“

    Er schmunzelte, küsste ihr auf die Stirn. „Dann mach ich euch halt passend.“

    Wieder ein tiefer Zug, „Zuerst war’s ja auch ein Reiz, wie sie da auf mich und auch den Augenkontakt reagierte. Aber dann.. Maren, ich bin halt auch nur ein Mann und..“

    „Du hast ihr Zeit gegeben. Stimmt. Aber nun fühl dich mal in so ein junges Ding rein. Als was wird sie dich sehen? Als ne Vaterfigur? Wohl kaum. Sie will auch mit dir schlafen. Als Aufpasser, besserer Zuhälter? Willst du das? Kaum. Die Kleine studiert. Die Jobs, die sie hier schon gemacht hat, haben ihre Phantasie angeregt. Sie möchte das auch. Dazu etwas Sicherheit. Gut, die kannst und wirst du ihr geben können. Was hast du bisher von ihr gehabt? Außer dem kleinen Kick für dein Ego?“

    „Du wirst es kaum glauben – Inspiration. Früher mag ich ja härter gewesen sein, aber seit ich dich habe oder besser du mich, fehlt mir die Verantwortung.“

    Sie wollte aufbegehren, doch er stoppte sie, indem er sie einfach in den Arm nahm.

    „Ach Roger!“ Sie schmiegte sich an ihn, „Hoffentlich vergisst du mich oder uns nicht.“

    „Hast du nie selber dran gedacht, auch mal für jemand anderen die führende, inspirative Person zu sein?“

    Ein Lächeln schob sich über ihr Gesicht. „Hab ich nicht dich dafür?“

    „Manchmal schon,“ gab er unumwunden zu, „gerade erst gestern, mit dieser Juliette.“

    Maren nickte. „Ich merke, ich komme auch an meine Grenzen. Martina lascht mich inzwischen locker ab. Was die in der kurzen Zeit in passendere Bahnen geschoben hat. Selbst unseren so teuer ausgearbeiteten Plan mit diesem Baugebiet. Der Architekt hatte erst sogar Skrupel gehabt, mit diesem Hintergrundwissen überhaupt da ran zu gehen. Hat dann wochenlang dran gefeilt und die kommt, schaut nur einmal drauf und sagt, das da muss dann weiter nach da hin und das da mehr nach hinten. Und in der Mitte kommt das. Und wenn sie das mit Steingräber und Bohnsack in die Reihe bekommt, dann wird das so gemacht, da geb ich dir Brief und Siegel drauf. Was hätte die Frau ohne Kinder alles erreichen können?“

    Roger stimmte ihr zu. „Was hat sie denn die ganzen Jahre über gemacht? Die musste auch erst geweckt werden. War’s mit dir anders? Fass dir doch an die eigene Nase! Was hatte ich vorher? Ne kleine Kneipe und ein paar halbseidene Nebenjobs. Und Ute, die auf mich aufpasste. Und dann kamst du. Und schon stellen wir eine feste Größe in diesem Kaff hier dar.“

    Maren stupste ihn an der Nase. „Was sagt uns das? Du brauchst somit noch mehr Frauen, die du anschieben oder ´erwecken` kannst. Also, lass uns hochgehen. Die Nächste wartet schon.

     

     * * *

     

    Bea

     

    „Hast du dir das wirklich genau überlegt?“ Babette hielt die von Zweifeln geplagte Bea fest im Arm, „die aus dieser Szene sollen ja die, die sich drauf einlassen, nie mehr aus ihrem Einfluss entlassen.“

    „Aber…“

    „Was findest du denn an diesem Roger? Und das wird ja nicht nur der, sondern auch seine Maren sein. Ich seh ja, wie die meine Mama schon umgekrempelt haben.“

    „Bis vorhin fandest du das sogar noch gut.“

    „Aber wenn du jetzt JA sagst, wird der dir alles vorschreiben. Du bist dann kein freier Mensch mehr.“

    „Und wenn schon. Wie der mich angeschaut hat und auch behandelt hat. So hab ich noch bei niemanden reagiert.“

    „Aber wenn der dich nun zur Nutte machen will oder dich in seinen Filmen ficken lässt…“

    “Ich hab ihm gesagt, dass ich das nicht will. Schließlich mach ich nicht umsonst meinen Master in BWL.“

    „Ist er drauf eingegangen? Und überhaupt: Wozu will er dich dann? Und warum willst du überhaupt?“

    Bea löste sich von ihr ud ging unruhig im Zimmer herum. „Wenn ich das nur selber wüsste! Schau mich doch an. Kaum denk ich an diesen Arsch, fang ich an zu nippeln, lauf schon fast von alleine aus und ..“

    „Dir ist nicht zu helfen, Bea. Vielleicht ist es ja wirklich gut für dich. Komm, wenn um ¼ vor das Taxi kommt, musst du startklar sein. Zieh dir was an…“

    „Ich soll mich im Taxi doch schon wieder ausziehen und mich um 7 nackt vor der Eingangstür mit ausgestreckten Armen und Beinen hinlegen. Wie ein, ein … hilfloses Tier.“

    „Erkennst du nicht die Symbolik da drin? Du gibst dich ihm hin. Ganz und gar und das sogar Freiwillig. Dein Roger wird sich schon was bei gedacht haben.“

    „Ist das was Gutes?“

    Bette lachte. Zieh dir ein Kleidchen über. Nackt gehst du jedenfalls du mir nicht aus dem Haus. Und – nimm dein Handy mit! Wenn was ist, ruf mich an.“

    Unten an der Tür klingelte es schon. „Nu mach schon, du arme Sau!“ Bette klatschte ihr auf den Po, „und vergess nicht, wo du wohnst. Denk auch dran: du hast Morgen ne Vorlesung.“

     

    Unten wartete schon der Taxifahrer, ließ abschätzend seinen Blick über sie gleiten. „Bist du die Beate oder auch Bea, die ich zum Studio fahren soll?“

    Sie konnte nur stumm nicken. „Dann steig ein. Kannst auch vorne einsteigen. Macht Martina auch immer.“

    „Sie kennen Martina?“

    „Sag ruhig du. Ich bin Ismir, jetzt persönlicher Fahrer dank Martinas Gnaden für das Studio und den Frauen von Roger.“

    „Den kennen sie, äh du auch schon?“

    „Natürlich. Er hat ein schönes Haus und ein sehr interessantes Spielzimmer. Das dürftest du heute sicher auch kennen lernen, oder?“

    Bei Bea stieg die Röte ins Gesicht. „Ich, ich hoffe es…“

    „Na, dann solltest du anfangen und dich ausziehen. Du weißt ja: nackt vor dem Kellereingang. Und ich hab Martina versprochen zu warten, bis jemand aus der Tür kommt und dich im Empfang nimmt.“

    „Danke.“ Sie hob ihren Hintern hoch und zog das Kleid nach oben. „Stört es sie, äh dich, wenn ich…“

    Ismir lachte nur gutmütig. „Ich hab schon soviel hier erlebt in meinem Taxi, da wirst du mich kaum noch nervös machen können.“

    Bea zog nun das Kleid weiter hoch, über ihren Kopf und knüllte es zu einer Rolle zusammen, quetschte es in ihre Handtasche, in der sich auch ihr Handy befand.

    „Geht das so?“ Sie setzte sich aufrecht hin.

    „Ich stell fest, dass es dir nicht viel ausmacht, nackt in der Öffentlichkeit zu sein, oder?“

    „Wenn du zu Roger oder Martina gehörst, wirst du mich vielleicht noch öfter so sehen müssen, oder?“

    „Sag nicht müssen, sag dürfen. Du bist eine sehr gut ausehende, junge, reizvolle Frau. Und Martina hat mich gewarnt, dass ich von dir die Finger lassen soll. Zumindest bis du da vor der Tür liegst…“ Er lachte, strich ihr über die Wange. „Machs gut, Beate!“

     

    Diese Stärkung tat ihr sehr gut. Trotzdem hatte sie weiche Knie, als sie Punkt sieben Uhr aus dem Taxi stieg, die 4 Schritte barfuss hin zu diesem Türbogen ging, sich hinkniete, dann auf den Bauch legte, den Kopf mit den Kinn auf dem staubigen Boden ablegte und ihre Arme und Beine seitlich ausstreckte.

    Sie hörte, wie das Taxi wieder anfuhr, aber im Hintergrund mit laufendem Motor stehen blieb und dieser Ismir sie beobachtete. Dann plötzlich gab er Gas und fuhr los. Nun hörte sie im Kies knirschende Schritte auf sich zukommen.

    ER kommt!

    Eingeschüchtert schloß sie ihre Augen…

    Kapitel 6

    Martina

     

    „Ich muss los!“ Martina umarmte noch einmal ihre drei, die schon beim Abendbrot saßen und betrachtete sich ein letztes Mal im Spiegel. In Ermangelung einer stilvolleren Garderobe hatte lediglich wieder ihr leichtes Sommerkleid über ihren ´Panzer` gezogen. Stephan hatte zwar anfangs skeptisch geblickt, als er sie beim Anziehen beobachtete, aber er war eh schon ausgiebig ausgelaugt von ihr. Zum Glück hatte das Bett diesmal alles heil überstanden.

    „Seh ich dich heut noch?“

    „Ich hoffe doch. Schatz, wofür hältst du mich?“

    „Gut, dann bis nachher. Machs nicht so doll…“

    Aber da war sie schon im Hausflur, huschte auf ihren bisher einzigen Stöckelschuhen nach unten, wo Ismir schon stilgerecht am Taxi stand, ihr die Beifahrertür aufhielt und diese auch wieder schloß, als sie drinnen war.

    „Na Madame,“ blinzelte er ihr zu, „hast du bemerkt, dass deine Familie oben aus dem Fenster schaute?“

    „Sicher doch. Sie akzeptieren es zwar, aber wissen noch nicht so recht, woran sie jetzt mit mir sind.“

    „Ich wäre auch sehr skeptisch, glaub mir!“ Dabei legte er ´unabsichtlich` seine rechte Hand auf ihren Oberschenkel, worauf er ein zischendes „Ismir!“ zu hören bekam.

    Er ließ seine Hand trotzden dort liegen und sie … akzeptierte es.

    „Hast du Bea abgeliefert?“

    „Natürlich und sicher zu auch deiner vollen Befriedigung. Sie hat sich bei mir ausgezogen und hatte eigentlich wenig Schamgefühl, war aber sehr nervös.“

    „Sie ist es wohl schon gewöhnt. Gestern auf der Feier war sie die ganze Zeit nackt.“

    „Ich hab auch in der Einfahrt gewartet, bis Roger rauskam.“

    „Nur Roger?“

    „Nein, auch Maren.“

    „Sehr gut. Dann wird sie gleich wissen, auf wen sie ebenfalls noch hören muss.“

    „Hörst du auch auf Maren?“

    „Sicher. Maren war schon immer die Dominierende von uns. Aber“ sie schmunzelte, „ich kenn bei ihr ein Zauberwort!“

    „Aha? Und wie heißt das?“

    „Ismir, für wie blöd hältst du mich! Glaubst du, dass ich dir das verrate?“

    Er lachte nur. „Wohl kaum. Du bist wirklich eine außergewöhnliche Frau, Martina. Mal lockend, mal fordernd, mal suggestiv, mal beeinflussend, mal geil…“

    „Welche gefällt dir am Besten?“

    „Er legte die rechte Hand wieder an das Lenkrad. Alles an dir. Du … weißt was du willst und bisher jedenfalls weißt du deine Qualitäten auch einzusetzen.“

    „Whow! Das hast du jetzt schon erkannt? Aber tröste dich: Bis vor 3 Tagen war ich nur eine kleine unscheinbare brave Hausfrau…“

    „Und Roger hat dich so verändert…“

    „Hmm. Im Nachhinein glaub ich inzwischen, dass es nicht nur Roger war. Er war der Auslöser, ja. Aber Maren war immer dabei… Egal.“

    Sie sah auf die Straße. „Hier also wohnt die Highsociety der Stadt. Hast du oft Touren von und nach hier?“

    Er schmunzelte. „Jetzt kommt auch gleich wieder die Frage, welche alles von oder zu den beiden älteren Herren waren, oder?“

    „Ismir, das ist nicht fair. Du durchschaust mich zu schnell.“ Lachend schlug sie ihm ans Bein. 

    „Ich?“ Er grinste frech, „isch nur türkische Taxifahrer, isch nichts wissen oder durch kucken.“ Dabei zeigte er auf zwei große Villen. Die linke ist Steingräber, die rechte gehört dem Professor. Alle Achtung. Du bist schon sehr schnell aufgestiegen.“

    „Frau tut was sie kann!“ Dabei schaute sie auf die Uhr 7:55 „Eine Frau, die zu pünktlich ist, wirkt unseriös. Holst du mich nachher ab?“ Dabei sah sie ihn verschwörerisch an, zog ihr Kleid hoch bis an die Hüfte, „Vielleicht ….“ Sie lachte und zog es wieder nach unten.

    „Und der Hund sieht den Knochen und sabbert gierig.“

    Ismir war ebenfalls nicht auf den Mund gefallen. „Seh zu, dass du den reiferen Herren nicht zu sehr den Kreislauf hochjagst. Und jetzt raus mit dir. Cu und trotzdem viel Erfolg und Spaß.“

    Lachend stieg sie aus und stöckelte auf das linke Anwesen zu, registrierte anerkennend, dass er wartete, bis ihr die Tür geöffnet wurde.

    Ismir passte auch auf sie auf…

     

    Eine schon reichlich reifere Haushälterin öffnete ihr, sah etwas missbilligend an ihr herunter.

    „Herr Steingräber und Herr Professor Bohnsack erwarten sie bereits im Kaminzimmer. Würden sie mir bitte folgen?“ schnarrte sie nasal herunter.

    Martina konnte es nicht lassen. „Wieso glauben sie zu wissen, dass die Herren gerade mich erwarten?“

    „Herr Steingräber hat selten Damenbesuch und wenn eine wie sie nun nach dem letzten Abend hier vor der Tür steht…“

    „Eine wie ich… Interessant. Ich bewundere ihre Menschenkenntnis, Frau..?“

    „Ich bin hier nur die Haushälterin. Herr Steingräber ruft mich Hanna.“

    „Weil er sich nicht umgewöhnen wollte und ihre Vorgängerin ebenfalls Hanna hieß?“

    „Woher schließen sie das?“

    Martina lächelte süffisant. „Weil sie mir nur den Rufnamen, mit dem ihr Herr sie ruft, sagten, nicht ihren eigentlichen. ´Eine wie ich`erkennt sowas sofort. Aber wenn sie mich ankündigen – ich heiße Martina und dieses ist mein richtiger Name.“

    Sprachlos öffnete ´Hanna` ihr nun die Tür. „Die Dame .. Martina ist eingetroffen.“

    „Danke Hanna. Sie können Feierabend machen.“

    Beide standen auf und umarmten nun den Gast, die sich allerdings lächelnd an den Gastgeber wandte. „Soll ich dich von nun an bedienen? Lass sie doch im Hintergrund warten. Eine gute Dienerin wartet gerne auf die Anweisungen ihres Herren, oder Hanna?“

    „Martina, was führst du im Schilde?“

    „Eine wie ich möchte sich vielleicht auch einmal bedienen lassen?“

    Hanna stand noch immer an der Tür und kochte bereits innerlich. „Herr Steingräber ist seit etlichen Jahrzehnten schon mein Arbeitgeber und er sah nie einen Grund oder eine Veranlassung, mich despektierlich zu behandeln.“

    „Schade aber auch, oder?“ Lächelnd wandte Martina sich wieder dem Hausherrn zu.

    „Ich kam ja eigentlich, weil ich etwas verwirrt war. Mir kam zu Ohren, dass irgendetwas unser Projekt beeinflussen könnte.“

    „Martina, anscheinend hörst du sogar schon das Gras wachsen.“ Der Professor ließ sich in einen der beiden Sessel vor dem Kamin fallen. „Stimmt, mir wurde von einigen kontroversen Planungen berichtet.“

    „Sogar schon mehrere, interessant.“ Sie sah sich nach einer Sitzgelegenheit um, weil ihr Walther sich in den zweiten Sessel bequem gemacht hatte. Lediglich das große weiße Eisbärfell vor dem offenen Kamin bot sich ihr noch an. Sie drehte sich zu dem offenem Kamin hin, aus dem die Wärme der knackenden Flammen ihr entgegen strömte. „Und welche dieser kontroversen Planungen könnte für uns relevant sein?“

    „Eigentlich alle.“ Steingräber beugte sich etwas vor. „Was möchtest du trinken, meine Liebe.“ Sie drehte sich zu ihm, immer noch nahe an den Flammen und hob hinten ihr Kleid etwas höher, dass die Wärme ihr unter den Rock fahren konnte.

    „Darf ich mich an euch anschließen? Ich sehe, ihr habt da einen sehr guten Cognac auf dem Tischchen zwischen euch stehen.“

    Hanna trat dazu. „Ich hatte einen Sekt für sie vorbereitet. Ich dachte…“

    „Eine wie ich labt sich an der guten Hausmarke? Aber wenn sie mir nun doch lieber ein Glas wie den beiden Herren bringen könnten? Auch ich habe bisweilen Geschmacksanwandlungen und genieße derart exquisite Genüsse.“

    Mit versteinerter Miene wurde ein halb gefüllter Schwenker gereicht. „Danke. Ich sehe, sie halten mich für eine sehr trinkfreudige Dame.“ Sie lächelte Walther zu. „Gibst du als der Gastgeber nun das Getränk frei? Ich würde gerne mit euch .. anstossen.“

    „Hanna, sie können wirklich gehen. Wir kommen nun schon alleine klar, danke.“

    Ihm wurde dieser Zickenkrieg zuviel. „Du magst es manchmal, zu provozieren, oder?“

    „Ihr beide nicht?“ Sie stieß lächelnd mit beiden an. „Ihr schürt ja auch Unruhe, lasst uns im Unklaren, wer oder was sich gegen uns stellen will.“

    „Aber Martina…“

    „Ihr wisst schon, dass sich inzwischen schon einige weit aus dem Fenster gelehnt haben, um mit partizipieren zu können.“

    „Sie hört wirklich das Gras wachsen.“ Der Prof erhob sich, stellte sich neben sie.

    „Dass die Amerikaner nicht so kampflos aufgeben würden, war Roger oder besser Maren sicher auch schon klar. Dass sie sich nun Hilfe erkauft haben bei zwei Clans aus der Großstadt, sollte uns und auch euch mehr Kopfschmerzen bereiten. Ich habe schon Gegenmaßnahmen angeschoben. Roger sollte sich dringend mit seinem Securityleiter absprechen, bevor Sabotageangriffe ausgeführt werden könnten.“

    „Aber die dürften eher das kleinere Problem sein.“ Steingräber hatte sich auch erhoben, sich auf ihre andere Seite gestellt, nippte an seinem Glas, „eher befürchte ich, dass uns die Presse in die Seite fahren könnte.“

    „Wenn Publik wird, dass eventuell Altlasten im Boden sein könnten…“

    „Wie du schon so schön sagtest: Könnten. Nur – sie sind vorhanden. Ich weiß es. Nicht umsonst lag das Gelände solange brach.“ Steingräber war sehr ernst geworden.

    „Und trotzdem hast du uns in unseren Bemühungen so intensiv unterstützt?“

    Er gab sich unschuldig. „Es war mir wohl entfallen.“

    „Ihr wolltet wohl eher abwarten, bis Maren und auch andere Investoren mit dem Objekt auf die Nase fallen und dann..“

    Der Professor seufzte auf. „Was bist du misstrauisch!“

    Sie schmunzelte, nippte an ihrem Glas und hockte sich dann auf das Fell.

    „Ihr Strategen! Also die Bunten und die Presse werden schweigen. An dem 2. Bürgermeister ist, wie du ja so schon vorgegeben hast, Jenn dran. An Herrmanich ist Juliette involviert. Auch der hätte eigene Interessen an dem Vorhaben. Zudem wird er den jetzigen Bürgermeister lenken dürfen. Und das etwaige Altlastvorkommen – wer wird darauf kommen? In diesem Bereich werden doch überhaupt keine Baumaßnahmen durchgeführt. Im Gegenteil: wir wollen der Natur zurückgeben, was ihr schon ewig gehörte.“

    Die beiden Alten sahen sich an. „Was habt ihr, besser du denn nun ausgeheckt?“

    Martina setzte ihr Glas auf dem kleinen Tischchen ab. „Mir wird es allmählich warm hier vor dem Kamin. Darf ich?“ Sie zog ihr dünnes Kleidchen unter ihrem Hintern hoch und versuchte es, sich über den Kopf zu ziehen.. Natürlich waren ihr sofort beide Herren behilflich.

    „Danke!“ lächelte sie. „Ihr wisst ja, nichts geht über eine gute Vernebelungstaktik. Euch vernebele ich die Gedanken, indem ich mich etwas freier offenbare, was ich übrigens gerne für euch mache, und den etwaigen Kritikern bieten wir auf dem Gelände großzügige Rückzugsmöglichkeiten für Mensch und Natur.“

    „Das heißt?“

    „Wir werden das Gelände nach Norden und Süden erweitern. Bisher haben wir zwar schon den Großteil der Freiflächen gesichert durch den Kauf des Studios, aber der im Norden angrenzende Bereich, sogar noch mit den etwas verfallenen Kaianlagen ist noch im Besitz der Stadt. Und vorsorglich hatte Maren schon eine Kaufoption auf den zusätzlichen Erwerb dieser Flächen beantragt. Natürlich würde damit auch der Kapitalaufwand etwas mehr strapaziert, aber wozu hat man potente Herren nicht nur als Geldgeber, sondern auch als Partner an der Seite... Reichst du mir nun bitte mein Glas, Walther? Wird euch eigentlich nicht auch schon etwas heiß unter euren Anzügen?“

     

    Es wurde eine sehr anstrengende, zwischendurch von Telefongesprächen unterbrochene Sitzung. Gegen 10:30 zeigte sich bei Beiden die Grenzen der schon ältlichen Konstitution. Martina konnte es sich nicht verkneifen, vor die Tür zu schauen und zufällig die Haushälterin dort vorzufinden und sich vor sie hinzuhocken.

    „Hanna oder wie ist ihr richtiger Name?“ „Beate“ „Gut Beate, der Name gefällt mir schon besser.“ „Warum?“ „Weil das ´sie selbst` sind.

    „Darf ich sie um etwas bitten?“

    „Ja sicher. Darum bin ich doch wach geblieben..“

    „Können sie ihren Walther, den Herrn Steingräber ins Bett bringen? Sie kennen ihn ja schon etliche Jahre und .. er ist wirklich zeitweise ein sturer Bock, aber dahinter..“

    Ein Seufzen kam als Antwort.

    „Seien sie etwas offener zu ihm. Ich werde ihm gleich mitteilen, dass ´Beate` ihn hoch in sein Zimmer bringt. Seien sie dann Beate, die Frau, die ihn anlächelt, ihn mal mit etwas überrascht und ihm Freude in seinen Alltag bringt. So von Frau zu Frau,“ sie reckte sich an ihr Ohr, “kochen sie ihn sich langsam gar. Ich habe ihn ja leider erst gestern kennen gelernt, aber trotzdem sofort gemerkt, dass ihm etwas fehlt. Geld allein kann es nicht sein. Jetzt wird er zwar die nächsten Wochen wieder so einiges um die Ohren haben. Vielleicht werde ich ihn ebenfalls noch öfter besuchen kommen, aber – sehen sie mich nie als Konkurrentin. Ich will ihm eine Freundin sein, eine, die ihn unterstützt. An seiner Seite müssen sie stehen. Sie als Beate, nicht als Hanna. Er muss eben noch mal umlernen, erkennen, was er an ihnen hat.“

    „Warum sagen sie mir das alles? Sie kennen mich doch gar nicht. Woher wissen sie, dass ich…“

    „Wenn er ihnen gleichgültig wäre, hätten sie nicht hier draußen gewartet, bis diese ´eine wie ich`endlich gegangen ist. Hab ich Unrecht?“

    Beate hatte leicht feuchte Augen, als sie nickte. „Danke. Ich, ich werde mich bemühen.“ Sie griff nach Martinas Hand, drückte sie.

    „Und wenn etwas sein sollte,“ sie erbat sich Zettel und Schreiber, „rufen sie mich hier unter dieser Nummer an.“

    Als Nächstes rief sie an bei Ismir, dann ging sie wieder ins Kaminzimmer zurück.

    „Hab ich euch zulange allein gelassen? Ihr habt schon wieder den Cognac am Hals.“ Sie rief nach draussen „Beate, können sie den Kamin noch etwas nachlegen?“

    „Wieso Beate? Ich…“

    Beruhigend nahm sie Walthers Hand. „Du hast selber Schuld. Warum musstest du mich kaufen. Jetzt hast du mich zusätzlich als deine Plage am Hals. Ich würde ja Sklavin aus deinem Mund akzeptieren, aber nicht Hanna. Und mich hast du ja auch schon kennen lernen dürfen. Ich hab manchmal handfeste Argumente, oder?“

    Jetzt musste selbst er lächeln.

    Kurze Zeit später läutete die Türglocke. Beate ging nachschauen, dann rief sie ins Zimmer: „Martina, ihr Taxi ist da!“

    „Es dauerte nur Sekunden, bis sie nun wieder in ihr Kleid geschlüpft war, sich von beiden verabschiedet und aus der Tür war. Am Eingang umarmte sie die vormals so abweisende Haushälterin. „Nicht wieder unterbuttern lassen. Sagen sie sich einfach nur: ich bin Beate, oder? Und denken sie dran: ich werd immer mal wieder kontrollieren kommen.“

    Als die Haustür fast hinter ihr zugefallen war, konnte sie Steingräber aus dem Kaminzimmer rufen hören: „Beate, können sie…“

     

    Etwas erschöpft ließ sie sich bei Ismir auf den Vordersitz fallen. „Welch ein Abend! Fährt du mich, uns zu Roger?“

    * * *

     

    Juliette

     

    Juliette musste sich beeilen. Ein Unfall unterwegs hatte sie aufgehalten, aber nachdem Polizei und Krankenwagen wieder unterwegs waren, löste sich der Stau auf.

    Beim Vorbeirollen an dem total zerstörten Auto erkannte sie einen Schriftzug. Es war ihr zwar peinlich, aber fast instinktiv hatte sie die Unfallstelle und das Fahrzeug mit ihrem Handy aufgenommen. Dieser Beruf steckte ihr anscheinend in den Knochen.

    Somit war es schon 20:07, als sie endlich, korrekt mit MundNaseMaske das exklusive Restaurant betrat.

    Sie wandte sich fragend an den Chef du Rang, der ihr irgendwie bekannt vorkam. War das nicht…?

    „Juliette, was machst du denn hier?“

    Natürlich, der hatte gestern den Saal unter sich. Wie hieß der bloß noch? Egal.

    „Ich hab hier eine Verabredung. Herr Herrmanich. Er hat einen Tisch reserviert und..“ „Stimmt. Ist das nicht der, der dich bekommen hat von dieser Frau Kinderjan?“

    Ungläubig schaute sie auf den ca. 35 jährigen. „Was hast du für ein Namens- und Personengedächtnis! Stimmt. Und ich weiß nicht mal mehr deinen. Du hattest mich zwar mit eingestellt, aber …“

    „Es war alles etwas hektisch am Anfang, stimmt. Aber es lief doch alles vorzüglich. Hat Spaß gemacht, dich arbeiten zu sehen. Wenn du mal nen Job im Serrvice brauchst, melde dich bei mir. Übrigens, fürs dein Gedächtnis: ich bin Jochen Steiner. Von hier wurde ich gestern freigestellt.“

    „Warum dürft ihr hier eigentlich noch so unbeschwert arbeiten? Diese Auflagen..“

    „Galten die nicht auch fürs Casino? Die einen machen die Vorschriften, die anderen halten sich dran. Die von uns machen sie. So, ich will dich nicht länger aufhalten. Ich bring dich zu deinem,“ er schmunzelte, „´Herrn`“

     

    Etwas verwundert blickte Justus Herrmanich zu ihr hoch, als sie an seinen Platz gebracht und mit vollem Namen angekündigt wurde.

    „Kennt ihr euch?“

    Juli schmunzelte. „Gestern Abend war er der Chef du Rang. Er hatte mich eingestellt, anscheinend auch bei der Arbeit beobachtet. Die Welt ist eben klein in unserer kleinen Großstadt. Kann ich das Ding hier abnehmen?“

    „Siehst du irgendeinen damit hier rumlaufen?“ Er legte seine Finger auf ihre Hand. „Ist dieser Platz angemessen für dich oder?“

    „Solange du mich nicht in ein Separee schleifen willst, ist es ideal. Zwar sitz ich hier mit dem Rücken zum Saal, aber dafür hast du ja den Überblick.“ Sie versuchte, sich etwas diskret umzusehen.

    „Hast du schon bestellt?“

    Er nickte. „Heute nur was Kleines. 3 Gänge, also wirst du das auch schaffen.“ Er ließ seinen Blick ebenfalls schweifen. „Hier trifft sich der gesamte Geldadel der Stadt. Wenn du etwas erreichen willst, musst du hier anfangen.“

    “Oder im Casino, konnte ich nun ebenso feststellen.“ 

    Justus lachte. „Hattest du jemanden erzählt, dass du hierher wolltest?“

    „Nein, weswegen? Warum fragst du?“

    „Weil da vorne die Frau Dr. Brunner mit dem Grabow von den Bunten aufgetaucht ist.“

    „Bitte?“ Juli drehte sich verblüfft um. „Ich hatte keine Ahnung.“

    Allerdings hatte Jenn sie ebenfalls schon erkannt und war impulsiv auf ihren Tisch zugestürmt. „Juli! Herr Herrmanich, was machen sie denn hier?“

    „Das wollte ich grad dich fragen.“

    „Mich hat Frieder eingeladen und ich hab ihn verdonnert, ein Lokal auszuwählen, wo es nicht nur bio-und vegetarische Kost gibt. Das es der Yachtclub wurde..“

    Justus legte eine Hand auf Juli’s Schulter und sah auch auf den Grabow...

    „Wollen wir nicht zusammen einen Tisch nehmen? Schließlich sind wir beide ja sehr großzügig.. ´beschenkt` worden.“

    „Aber die Haltbarkeitsdauer war befristet bis heute Morgen, jetzt sind wir alle wieder rein privat unterwegs. Also ich würde gerne, was meinst du, Frieder?“

    Man erkannte sofort, wer bei diesen Beiden das Sagen hatte.

    „Soll ich den Chef du Rang fragen?“ Justus nickte, also stand Juli auf und ging zu dem. “Jochen? Kann ich dich um etwas bitten?“

    „Du? Aber sicher doch.“

    „Hast du einen Platz für vier Personen? Wir haben grad festgestellt, dass Frau Dr. Brunner mit Herrn Grabow ebenfalls gekommen sind und...“

    „Soll ich dann nicht lieber gleich einen auswählen für 6 Personen? Ich hab hier noch eine Reservierung von Frau Dr. Kinderjan mit Frau. Allerdings einen 6er hab ich nur dahinten im Separee oberhalb der Empore.“

    Juliette strahlte. „Das wird ja immer besser. Ich müsste zwar erst Rücksprache halten, aber mach es. Danke.“ Sie drückte dem völlig Überraschten einen Kuss auf die Wange und eilte zu ihrem Tisch. „Es gibt nur noch einen freien 6er Tisch oberhalb der Empore. Ist zwar nur ein Separee, aber…“

    „Warum ein 6er-Tisch?“

    Juli war ganz aufgeregt. „Weil gleich auch noch Frau Dr. Kinderjan, äh Johanna mit Barbara kommen.“

    „Wirklich?“ Auch Jenn strahlte. „Barbara hatte mich auch einladen wollen, aber ich hatte ja mein ..Date und..“

    Beide Männer sahen sich etwas enttäuscht an; nichts mit einem ruhigen Ausklingen des letzten Tages. Es dauerte auch nicht lange, bis die zwei noch Fehlenden zu ihnen an den Tisch geführt wurden und mehr als nur euphorische Klänge durch das ansonsten gesetzte Ambiente klangen.

    Zum Essen wurde es zwar etwas ruhiger, aber es baute sich eine undefinierbare Anspannung auf, weil sowohl der Herausgeber als auch die Stadträtin und der 2. Bürgermeister keinen Draht zueinander fanden.

    Als gegen 22:15 Uhr dann Herrmanich in seine Redaktion aufbrach, verabschiedete sich auch Jenn’s Begleiter, sodass die 4 Damen dann alleine sitzen blieben. „Und was machen wir jetzt?“

    Jenn fiel ein, dass bei Roger ja die frische ´dev-Einführung` stattgefunden haben sollte, also rief sie bei Roger an. Maren meldete sich ebenfalls nicht. „Merkwürdig. Um 7 sollte sich Bea dort einfinden. Vielleicht weiß Martina mehr.“

    ´Ja, Martina?`

    ´Hi Tina, hier ist Jenn, Weißt du, wo Roger ist? Er meldet sich nicht, Maren nimmt auch nicht ab`

    ´Kann nicht sein, wir haben doch fast ständig den ganzen Abend telefoniert´

    ´Wo bist du gerade?`

    ´Ich bin auf dem Weg zu beiden. Will ihm Bericht erstatten`

    ´Sag nicht, du hast etwas klären können?`

    ´Sicher doch. Die Beiden wollten uns doch tatsächlich auflaufen lassen. Aber ich hab denen unsere neuen Gedanken vermittelt und nun sind sie wieder auf unserer Spur. Maren muß nun nur noch Kontakt aufnehmen zu Johanna, dass wir uns die Optionen auf die Vorkaufsrechte absichern…`

    Jenn gab das Telefon weiter an ihre Mutter.

    ´Hallo Martina. Hier ist Johanna. Was für Vorkaufsrechte?`

    ´Was macht ihr denn zusammen? Wer ist noch bei euch?`

    ´Juliette und Barbara. Wir haben uns alle zufällig im Yachtclub getroffen`

    ´Unsere Begleiter sind leider schon wieder weiter…`

    ´Der Herrmanich und der Grabow?`

    ´Genau. Die kamen mit dem ganzen Weiberhaufen wohl nicht so recht klar`

    Martina lachte.

    ´Du denkst aber dran, dass wir uns die warm halten müssen!`

    ´Natürlich!`

    ´Du Jenn, ich bin gleich bei Roger. Wollen wir uns da alle treffen?`

    ´Aber wenn was ist?`

    ´Keine Sorge, ich hab Ismir dabei`

    Jenn begann zu lachen. ´Du lüsternes Weib!`

    „Martina fragt, ob wir uns nicht alle treffen wollen bei Roger?“

    Das Frauenpaar sah sich an, nickte zustimmend, auch Juliette zeigte Interesse.

    ´Okay, wir fahren dann gleich von hier los, sind in ca 10 Minuten dort. Wenn du oder wohl eher ihr früher da seid, wollt ihr auf uns warten?`

    ´Machen wir. Bis gleich!´

    Johanna, Jenn und Barbara fuhren schon sofort los. Da Juli allerdings noch mit dem aufmerksamen Chef de Rang Jochen Steiner die Telefonnummern tauschen wollte, brauste sie etwas später hinterher



    Kapitel 7

    Roger + Maren

     

    „Sollen wir sie noch länger so da liegen lassen?“ Roger sah auf Maren herunter.

    „Einen Moment noch.“ Sie schmunzelte, „ihr dürfte dabei einiges durch den Kopf gehen.“ 

    „Sadistin!“ Er klatschte ihr leicht auf den Po, dann schob er die schwere Tür auf, schritt langsam durch den Kies auf sie. Sie verspannte sich, wartete, wusste nicht, wie sie reagieren sollte. Stumm blieb er vor ihr stehen.

    „Du bist also tatsächlich gekommen. Hast du es dir überlegt?“

    Bea versuchte sich aufzurichten, doch ein STOPP! ließ es bei den Versuch. „Du wirst warten müssen, bis ich dir das erlaube. Ist dir das nicht bewusst?“

    In ihrem Kopf rauschte es, tausende Gedanken stürzten ihr wie ein Wasserfall durch das Hirn. „Ja, Meister.“

    Er ließ er sie noch etwas länger warten, dann.. „Knie dich hin!“

    Etwas schwerfällig zog die ihre Glieder an, stützte sich mit den Händen ab und zog die Beine vor, sah demütig auf den Boden.

    „Schau mich an!“

    Eingeschüchtert, aber doch erwartungsvoll hob sie den Kopf. So hatte sie ihn schon einmal anschauen müssen, dürfen.

    „Du weißt, was ich von dir erwarte, wenn du dich auf mich einlässt.“

    „Ja Meister!“ Plötzlich fiel es ihr schon leichter. Dieser Blick, diese Augen..

    „Warum willst du das antun?“ Er beugte sich zu ihr runter, strich ihr übers Haar.

    „Ich weiß es selber nicht, … Meister. Aber ich will. Ich möchte einfach nur erleben, zu wen und zu was ich mich dann unter dir entwickle.“

    „Keine Ängste oder Befürchtungen, dass ich dich nur ausnutze?“

    „Ich werde meinem Meister vertrauen. Ihm wird ja auch schon von anderen vertraut.“

    „Hast du mit Martina gesprochen?“  „Ja Meister,“

    „Hat sie es die nicht ausreden können?“

    „Sie, sie hat es versucht, ja aber sie ist ihrem Meister selber verfallen. Durch dich hat sich ihr Leben total verändert. Sie sagte, dass sie durch dich sogar halbwegs zur Nutte geworden ist.“

    „Ist das sowas Schlimmes?“

    Diesmal zögerte sie etwas. „Jein, Meister. Irgendwie bin ich das ja schon selber. Du, äh sie haben doch selber gesagt, dass ich unter dir deine Sau sein werde. Na und? Einige, die mich kennen, halten mich eh schon dafür.“

    „Für eine versaute BWL-Studentin!“

    „Ja Meister! Nicht umsonst hab ich schon einige Abende bei dir als solche gearbeitet.“

    „Und dann sträubst du dich, als ich dich in einen Club stecken wollte?“

    „Wenn mein Meister das will? Escort ist doch kaum was anderes.“

    „Das stimmt.“ Er kniete sich vor ihr nieder, hob mit dem Zeigefinger ihre Kopf etwas höher, „ich will aber, dass auch du etwas aus dieser neuen Rolle ziehen wirst. Zum einen werde ich von dir erwarten, dass du dein Studium vorrangig absolvierst und dich nur nebenbei von mir einsetzen lässt. Dass du die anderen Frauen von mir uneingeschränkt akzeptierst und sich auch denen unterordnest, speziell,“ er winkte Maren heran, „meiner Maren oder Truie. Sie wird dich beobachten, dich ebenfalls einsetzen, unabhängig von dem, ob du das selber willst oder nicht willst. Ist dir dir das bewusst?“

    Sie musste schlucken. Das war ihr nicht in den Sinn gekommen. Trotzdem…

    „Ja Meister.“ 

    „Auch bei den anderen wirst du dich erst unterordnen. Aber du kannst dir sicher sein – niemand wird dich ungerecht benutzen. Du würdest dich auch benutzen lassen, wenn ich nicht dein Meister werden würde.“

    Worauf will er hinaus? 

    „Eine dev sucht sich ihren Herrn selber aus, muss aber dann, wenn er sie angenommen hat, ihm auch folgen, ohne wenn und aber.“

    Was ist das? Sie soll ihn selber noch einmal darum bitten? Was macht sie denn die ganze Zeit? Er soll einfach nur Ja sagen und sie ficken und dann…

    „Ja, Mei.. äh Roger, ich möchte, dass du mich als deine dev nimmst und somit auch mein Meister wirst.“

    „Nun reicht das aber!“ Gleich kommen mir noch die Tränen. Ist ja wie bei ner Hochzeit!“ Maren unterbrach diese Zeremonie, reichte ihr die Hand „Komm, lass uns reingehen. Du willst doch auch nicht, dass der Meister dich hier auf dem Hof gleich nimmt, oder? Ich mag den ja auch, aber dass möchte ich ihm nicht zumuten.“ Dabei zog sie Bea hoch. „Und eines verspreche ich dir: selbst wenn du es gleich bist, werden wir anderen dich auch noch in unseren Kreis aufnehmen müssen und das könnte etwas .. feuchter werden.“

    Sie lächelte zu Roger rüber, der leicht genervt mit den Augen nach oben schaute. „Jetzt nehm deine Sachen und folge deinem Herrn, so wie es sich für eine dev gehört.“

    „Mit Abstand, ja. Ich hab davon schon gehört.“ Bea wurde es leichter in der Brust.

    Mit leichterem Schritt folgte sie ihm nun in das Gebäude, vorbei an den Studios hin zum Fahrstuhl, der noch wartend mit offenen Türen stand.

    „Drück auf den Knopf nach unten!“ ordnete Roger an und schmunzelte wieder. „´Fahrstuhl zum Schafott` oder wie hieß der Film?“

    „Soweit wird’s doch nicht kommen, oder?“

    Erschrocken sah sie ihn an, doch er nahm sie beruhigend in den Arm. „Du weißt doch: Ich will dich, ich brauch dich und ich will, dass du dasselbe denkst. Du weißt ja: ich bin nicht nur dein Motivator!“

    Die Logik aus diesem Satz erschloss sich ihr zwar nicht, aber seine beruhigende Stimme bewirkte ein wolliges Schauern.

    Maren ging neben ihr, als sie durch den nur mit winziger Notbeleuchtung erhellten Raum schritten. Der anschließende lange Gang erregte schon eher ihre Neugier. „Was ist das hier?“

    „Ein bombensicherer Notausgang. Das ganze Gebäude war früher mal ein Bunker, daher auch die dicken Wände und die hohen Decken.“

    „Und was kommt nach diesem Gang?“ Der Ausgang ist auf der anderen Seite der Straße, endet unter dem Cafe.“ „Direkt neben dem Spielzimmer,“ ergänzte Maren sarkastisch, während sie ihr über den blanken Po streichelte.

    „Spielzimmer?“

    „Hast du nie ´50 Shades of Grey` gelesen oder gesehen?“

    „Doch schon, aber..“

    „Mein oder besser nun unser Roger hatte schon lange vor mir für seine abartigen Gelüste einen schalldichten Raum mit einigen Schweinereinen eingerichtet.“

    „Warst du nicht auch immer gerne mal hier unten?“ Spöttisch sah iihr Meister sie an.

    „Hier gibt’s ja nicht mal Handy-Empfang.“

    „Verdammt! Dann müssen wir nach oben, falls Martina uns anruft,“ fiel ihm ein.

    „Ich weiß, sie wollte noch irgendwo hin zu ihren alten Männern.“

    Roger musste lachen. „Unsere Superwomen plaudert zuviel. Schon allein deshalb müssen wir dich sogar nun unbedingt in unseren Kreis aufnehmen, damit nichts nach außen dringt.“

    Bea warf nach einem kurzen Blick in dieses ´Spielzimmer`, folgte dann den beiden nach oben in das Wohnzimmer über dem Cafe im 1.Stock.

    „Maren, äh Truie, sorgst du bitte für ein etwas angenehmeres Ambiente?“

    „Ja Meister,“ knurrte sie, „immer wenn ich was machen soll, wozu du keine Lust hast, bringst du deine Truie. Und die blöde Sau macht das dann auch noch.“

    „Siehst du,“ er lächelte Bea an, „das wird dir auch blühen. Schon Zweifel?“

    Sie schüttelte den Kopf.

    „Es ist schön, wie ihr zwei interagiert.“

    „Whow! Auf den Mund gefallen bist du weiß Gott nicht. Schon wieder etwas lockerer?“

    Maren nahm sie in den Arm. „Schau, es gibt Situationen, in denen auch eine starke Frau ebenfalls mal einen festen Halt braucht. Und dafür hab ich meinen Meister,“ sie lächelte Roger an, „und wenn er mal nicht das tut, was ich will, knurr ich eben.“

    „Ob ich mich das auch trauen werde?“

    „Du wirst und du musst es sogar. Wir alle sind intelligente Frauen, die auch alleine ihre ´frau`stehen könnten, aber manchmal… Es ist schön zu wissen, dass er da ist. Nicht nur wegen seinem Schwanz. Der ist zwar auch nicht zu verachten, aber Roger gibt uns mehr. Er hat…“

    „Eine Ausstrahlung. So wie er hat mich noch nie ein Mann behandelt. Und dazu noch dieser Blick..“

    „Bea, sei froh, dass ich nicht eifersüchtig bin, sonst würd ich dir die Augen auskratzen.“ Amüsiert sah und hörte Roger den beiden zu, dann trat er vor den inzwischen schon Wärme ausstrahlenden Kamin. „Komm her Beate, hier ist’s etwas wärmer für dich.“

    „Hab ich was falsch gemacht?“ Erschrocken sah sie zu ihm rüber.

    „Warum? Ach…“ er lachte, „soll Beate dein Schlüsselwort werden?“

    „Tu das bloß nicht!“ warnte Maren sie, „bei mir muss er nur Truie sagen und schon mach ich für ihn das Weibchen.“

    „Du, du hattest gesagt, für dich wäre ich Bea, nur Bea.“

    „Ach Bea, ich muss wirklich großen Eindruck auf dich gemacht haben,“ er seufzte, dabei wollte ich doch nur…“

    „Wie wär’s mit einem Dimple?“ Maren war an das Schränkchen mit den Alkoholika getreten.

    „Nein. Heute ist mir nach … Sau. Schwarze Sau „ Er sah Bea wieder in ihre großen Augen. „Passt irgendwie auch zu dir, oder? Maren, holst du uns ein Glas und Eiswürfel?“

    Kichernd ging diese in die Küche, kam, inzwischen schon laut lachend wieder. „Dir wird nachher so dein Schwanz brennen und ich muss den nachher ablecken.“

    „Was ist das?“

    „Nun ja, meine holde Aspirantin, den Dimple on the Rocks á la Bea kennst du ja schon, nun kommt die private, etwas säuischere Variante des Hausherrn.“

    „Aber in der Darreichungsform das gleiche, oder?“ Bea ahnte, was ihr bevor stand.

    „Und du arme Sau hast gedacht, du kommst her, wirst gefickt und das wars dann?“ Maren kraulte in ihrem Haar, dann zeigte sie auf den flachen, stabilen Coachtisch. „Hock dich auf unseren Mufuti..“

    „Den was?“ Fassungslos starrte Bea auf diesen merkwürdigen flachen Tisch, sogar mit einer Kurbel zum Höherdrehen an der Seite. „Das hässliche Ding hat dein Roger gekauft. Der fand den praktisch.. Zumindest ist der sehr stabil und die Fliesen da drauf sind zwar kalt, aber.. auch leicht abwischbar. Manchmal kommt unser Roger eben auf abstruse Gedanken…“

    Bea ahnte zwar, was ihr bevor stand, doch mit leicht ungutem Gefühl stieg sie auf diesen Tisch, hockte sich schon gleich etwas breitbeinig hin und sah ungläubig zu Maren, wie sie diesen schwarzen, stark nach Lakritz riechenden Likeur in das Glas goss, während sie selber den ersten Eiswürfel in den Mund nahm.

    „Würde der Herr bitte ein Glas placieren?“ Maren nippte kurz selber an dem Zeug, wobei sie schon leicht angeekelt die Mundwinkel verzog.

    „Lass das bitte!“ Roger schlug ihr leicht mit der Linken an den Hinterkopf, während er das Glas placierte.

    Bea sah ihm wieder in die Augen, er nickte, dann nahm sie den Eiswürfel aus dem Mund und drückte ihn zwischen ihre Schamlippen, spannte, entspannte sich und …

    Platsch! .. getroffen. Sie strahlte wieder.

    „Du glaubst doch nicht, dass nur ein einziger Eiswürfel reichen soll? Noch zwei mehr. Und du ahnst es sicher schon: diesmal wirst du bei einem Fehltreffer bestraft, oder siehst du das anders?“

    Sie schluckte. „Nein, Meister.“ Zögerlich griff sie in den Eiswürfelbehälter, lutschte den ersten wieder etwas runder, führte ihn sich ein, sah wieder zu ihm hoch, spürte seinen Finger, der ihren Kopf anhob, das spannen, entspannen und… pling.

    „Das war wohl daneben. Was meinst du, was nun passieren muss?“

    „Ich … bekomme nun eine Strafe?“

    „Frage nun Truie, wie sie dich bestrafen möchte.“

    „Ich?“ Maren war überrascht, „ich soll das machen?“

    „Natürlich. Ich habe eh vor, sie dir als deine persönliche Jungsau oder Sklavin zu unterstellen. Oder hättest du damit ein Problem, Bea?“

    Verwirrt schaute diese nun beide an. „Was bin ich dann? Nur die,“ sie schluckte, „die Jungsau und Sklavin von Maren und sie sind dann wieder.. nur Roger? Ihr könnt doch nicht so einfach über mich verfügen. Ich will mich ja unterordnen, aber doch nicht so!“

    „Ach Bea,“ Roger seufzte, „seh doch nicht schon Probleme, wo noch überhaupt keine entstanden sind.“

    Bea allerdings begann nun, sich reinzusteigern. Wütend stellte sie sich auf, stieg vom Tisch. „Warum bin ich eigentlich hergekommen? Wie blöd kann ich eigentlich nur sein. Ja, ich wollte deine Sklavin sein,“ fauchte sie Roger an, „DEINE! Nichts gegen Maren. Dass sie deine Nummer Eins ist, war mir von Anfang an klar. Aber mich gleich von gleich von Null auf Hundert an sie weiterreichen- ich bin doch kein Schoßhund! Behandelt man so einen Menschen, der bereit ist sich hinzugeben?“

    Roger und Maren sahen sich nur etwas bedrückt weiter schweigend an, hörten ihr zu.

    Bea hatte inzwischen ihre Tasche gefunden, sich ihr Kleidchen herausgezogen und hielt es in der Hand, um es sich über den Kopf zu ziehen.

    „Ich habe die letzten Stunden kaum geschlafen, hab immer wieder nachgedacht. Ich bin ja bereit, ja, wirklich. Ich hatte wirklich vor, mich auf diesen blöden Vertrag einzulassen. Hätte sogar in euren blöden Pornos mitgemacht oder wäre in diesen noch blöderen Puff gegangen. Für dich, Roger! DU solltest mein Meister werden. Auch wenn dann Maren mich vielleicht trotzdem so einsetzt, wie sie es für richtig hält.

    Scheiß drauf. DU warst mein Motivator und du schmeißt mich so einfach weg. Ich..“

    „Komm her!“ Roger streckte beide Arme nach ihr aus. „Ich habe einen großen Fehler bei und mit dir gemacht, dass sehe ich ein. Komm…“

    Sie sah ihn nur schweigend und auch bockig an, streifte aber trotzdem ihr Kleid weiter ganz über ihren Leib.

    „Komm .. bitte.“

    Langsam kam sie auf ihn zu, ließ ihn die Arme um sie legen und sich sanft an seine Brust pressen. Er hielt sie einfach nur fest, seufzte dann tief.

    „Vielleicht war es für mich auch alles etwas zu schnell und zuviel. Lange hatte ich ja nur Maren, die mir allemal gereicht hat. Sicher, ich hab immer mal auch mit anderen geschlafen, aber auf dieser neuen Basis, die sich ja auch erst vor 3-4 Tagen recht spontan von meiner Seite aus gebildet hat, muss ich anscheinend auch erst mal mit zurecht kommen. Bea, du bist keine x-beliebige Frau, die ich nur mal so einfach requieren und vereinnahmen kann. Ich habe gespürt, dass an dir, mit dir etwas ist, was zu mir, aber auch zu meinen anderen Frauen passt. Und dass du eine von denen werden würdest, sollte dir klar geworden sein. Ich wollte immer nur, dass ich dir den Halt geben kann, den du auch brauchst. Manchmal brauchst aber auch du jemanden, der dir in den Hintern tritt, oder?“

    Er spürte, wie sich ihre Anspannung langsam auflöste.

    „Ich verspreche dir, ich werde dich nie als untergeordnet ansehen und behandel, aber doch so, dass ich dich einfach so immer mal wieder disziplinieren werde oder…“ er sah mit ihr zu Maren rüber, „dich bestrafen lasse. Normalerweise wäre das sogar die Aufgabe von Martina.“

    „Wieso Martina?“

    Roger begann zu lachen. „Als wir alle unser Coming out hatten, musste Jenn als unsere Rechtsanwältin das alles gleich schriftlich fixieren. Martina wurde dadurch meine Dienerin und Maren, Jenn und Regina zu Nutztieren deklassiert. Und in diese Kategorie würdest du auch fallen.“

    Maren trat dazu, legte ihre Hand auf Beas Schulter. „Nimms hin, Bea.. Für Roger sind wir alle nur willige geile Säue, die er nach Lust und Laune hin- und herschieben kann. Aber tröste dich: wenn er nicht so will, wie wir wollen, dann hat auch er schlechte Karten. Und dass ich dich in meine Finger bekommen soll, war mir zwar auch neu, aber – was spricht dagegen? Wir sind doch alle ein Team, wir von CoR…“

    „Was zur Hölle ist CoR?“

    Maren lachte auf. „Darauf kam auch Martina. Wir sind die Cunts of Roger. Das wird unser Markenname werden. Wird dann zwar offiziell anders heißen, aber wir, die das verkörpern, wissen es besser, oder? Und Roger wird dich zwar auch mit unter seine Fittiche nehmen, aber – was wäre er ohne seine Cunts?“

    Sie zog sie aus Rogers Armen, drückte sie vor sich auf den Boden. „Willst du immer noch eine der Cunts, der Schlitze von Roger werden?“

    „Darum bin ich ja hier. Ich.. will immer noch…“

    „Dann weißt du, was dir nun bevorsteht und warum, oder?“

    „Ich, ich habe einen Fehler gemacht und muss bestraft werden, oder?“

    „Auch wenn das ein Spiel ist – du hast es letzte Nacht bei Martina erlebt, als die bestraft wurde – jetzt bist du dran!“

    „Und..wie soll das von statten gehen?“

    „Wir sind ja nicht im Spielzimmer, denn dort hättest du Bekanntschaft machen dürfen mit der Muschi..“

    „Der Muschi?“

    Maren lachte und strich ihr über die Wange, „Die neunschwänzige Katze. Die, die auch schon Tina fühlen durfte.“

    „Und stattdessen..?“

    „Nun,“ Maren setzte sich so auf den ´MuFaTi, dass ihre Oberschenkel im rechten Winkel zum Boden standen, „hier über meine Beine legst du dich rüber mit deinem nackten Arsch. Wärst du eine Hündin, müsste ich für dich ne eingerollte Zeitung holen, aber als Jungsau reicht die blanke Hand. Oder siehst du es anders?“

    Etwas unsicher stand Bea auf, ließ sich von Maren an ihre rechte Seite ziehen und sich über ihren Oberschenkel drapieren. Dabei schob diese ihr auch das Kleid soweit wieder hoch, dass der Hintern erneut frei lag, sah dann zu Roger rüber. „Wieviele?“

    Dieser lächelte nur. „Ich hatte es dir überlassen, sowohl die Ausführung als auch die Anzahl.“

    „Nun, „Maren streichelte ihr über den Hintern, für den ersten Fehler fünf Schläge, wenn du erneut denselben Fehler machst, dann 10. Hältst du das aus?“

    Bea schluckte zwar, aber nickte. „Ich bin nicht aus Zucker.“

    „Gut, dann aber auch laut mitzählen.“ Sie beugte sich vor, küsste auf die linke Pobacke, dann schlug sie abrupt zu. Es klatschte laut…         Eins

    „Ahnst du nun, woher der Name für unseren ursprünglichen Weiberstammtisch hätte stammen können?“

    „Wieso hätte?“

    „Ursprünglich haben wir nur laut gesabbelt, heute lassen wir’s laut klatschen..“ sie holte kurz aus und ließ den zweiten Schlag folgen…                   Zwei

    „Ooh, wird dein kleines Ärschlein schon so rosa…“ spottete sie, streichelte wieder über die grad getroffene Pobacke und schlug erneut zu..   Drei

    Diesmal stöhnte Bea etwas lauter auf, denn dieser Schlag war einiges fester.

    „Wir sind dich doch nicht aus Zucker, oder?" Sofort folgte Nummer Vier und Beas Wimmern wurde noch lauter.

    „Willst du, dass ich aufhöre?“

    „Nein, nein, wir sind doch eh gleich durch, oder?“

    „Da stimme ich dir zu.“ Maren beugte sich wieder vor auf die letzte Schlagstelle, küsste ihr auf den Hintern, dann holte sie ein letztes Mal aus, dieses Mal nur ein sanfter Patscher.

    „Das wars!“ Wieder drückte sie auf jede Pobacke einen Kuss, dann zog sie Bea hoch und drückte diese fest an ihre Brust.

    „Und jetzt? Weitermachen?“

    Die junge Frau nickte nur stumm, zog sich ihr Kleid wieder über den Kopf und wollte schon wieder auf den Tisch steigen als Maren ihr ans Becken griff, sie nahe an sich heranzog und ihr über die Scham leckte. Bea zuckte zusammen. Mit allem hatte sie gerechnet, aber nicht damit.

    „Ich muss doch auch wissen, wie meine Saukollegin schmeckt, oder?“ Maren lachte zu ihr hoch, griff ihr dann fest in den Schritt „Jetzt hock dich wieder hin!“

    Roger hatte alles nur schweigend beobachtet, trat nun dazu und küsste beiden auf die Stirn…

    „Die ´geile schwarze Sau` wartet, oder?“

    Bea musste erst einige Sekunden überlegen, bevor ihr klar wurde, was er damit meinte.

    „Stimmt! Wir wollen die nicht länger warten lassen. Noch ein Eiswürfel? Die Sau muss ja wohl eiskalt getrunken werden. Und dazu muss das Trinkgefäss ebenfalls wieder runtergekühlt werden.“ Schon hatte sie die nächsten beiden Eiswürfel im Mund, knatschte beide umeinander, dann schob sie den ersten wieder in ihre Scheide, den zweiten gleich hinterher und sah zu Roger hoch. „Wenn ich nicht treffe, bitte ich darum, für jeden, der daneben geht, wieder bestraft zu werden, aber wenn ich nun beide schaffe, dann füllt das schwarze Sauzeug in mich, nun deine Sau, trink es und dann fick mich endlich. Ich wi… bitte darum.“

    Roger lachte. „Du willst es nun wissen, oder?

    „Ja Meister. Jetzt erst recht.“ Sie korrigierte ihre Haltung, dann holte sie tief Luft und sah zu ihm hoch, konzentrierte sich und … platsch platsch..  Alle beide Eiswürfel hatten getroffen.

    „Ja!“ Erleichtert stieß sie die angehaltene Luft aus, sah nun erwartungsvoll zu Roger hoch, als sich von unten durch ihren Schritt eine schmale Hand schob und sich auf ihre Scham legte, sanft mit dem Mittelfinger an ihrer Klit spielte und ihr zusätzlich noch auf den Nacken geküsst wurde. 

    Maren belohnte sie auf ihre eigene Weise….

    „Drei Eis dürften ausreichen, oder?“ Er strich ihr über die Wange, „nun, dann bereite das Trinkgefäß vor…“

    Bea nun musste aber erst die Berührungen von Maren verinnerlichen, bevor sie sich drehte und mit dem Rücken auf diese harten, kalten Fliesen legte, diesmal aber die Beine wie bei einer Kerze hoch streckte, sie öffnete und nun noch zusätzlich ihr Becken anhob, die Beine in Richtung des Kopfes streckte. Blank und frei lag ihr Schambereich offen. Sofort schob Maren nun ihren Kopf zwischen die Beine, küsste, leckte den schon feuchten Schlitz und schob die Labien mit der Zunge auseinander.

    „Wenn du schon so schön dabei bist, füll ihr den Inhalt ein. Alles, auch die Eiswürfel!“

    Maren lächelte ihren Roger an, nahm von ihm das Glas entgegen und spreizte mit dem Zeigefinger und Daumen der linken Hand die Schamlippen noch weiter auf, auf, während sie den Glasinhalt langsam einfüllte, am Schluß auch die 3 Eiswürfel hineinrutschen ließ. Bea keuchte auf, als es so schnell in ihr abkühlte, hielt aber angespannt ihre Haltung.

    „Nun denn, lasst uns die ´geile schwarze Sau`aus dir trinken, Sau.“

    Roger beugte sich über die fast gefüllte Scham, saugte das dunkle Gebräu aus ihr heraus, spielte damit genießerisch in seinem Mund, sah dann zu Maren. „Nun du, Truie!“ Maren zuckte zusammen, folgte aber willig der Anweisung ihres Meisters, füllte ihren Rachen und fischte sogar mit zwei Fingern einen der Eiswürfel hinaus und schob den zwischen ihre Lippen. Bea keuchte schon, sei es wegen der Eiseskälte als auch wegen dieser Berührung.

    Nun nickten sich Roger und Maren zu, dann schluckten beide diesen Lakritzschnaps.

    Maren schüttelte sich etwas, holte tief Luft. „Durch dich schmeckt das nicht mehr so eklig, Bea,“ lachte sie und küsste erneut ihre Schamlippen.

    „Bleib gleich da und saug auch denn Rest heraus!“ ordnete Roger an.

    Maren ahnte schon weswegen. Sie presste ihre Lippen fest auf die Scham, saugte ihren Mund voll, dann holte sie beiden letzten Eiswürfel heraus, schob diese ebenfalls zwischen ihre Lippen, dann beugte sie sich zu Bea, berührte mit ihren Lippen deren Mund und ließ den Mundinhalt in die junge Frau fließen. Bea erstarrte, dann schluckte sie vorsichtig alles nach und nach hinunter, auch die inzwischen zerkauten Eiswürfel.

    Langsam ließ sie die hochgestreckten Beine herunter, setzte sich wieder aufrecht hin, die restilche Flüssigkeit lief nun aus ihr heraus.

    „Leck die Jungsau sauber!“ kam nun von Roger, der schon anfing, seinen Hosengurt zu öffnen und die Hose nach unten zu streifen.

    Bea hatte allerdings nur noch Augen für Roger, der nun langsam sein Hemd aufknöpfte, es auszog. Maren wandte sich nun zu ihm, zog ihm die Unterhose nach unten, dann das T-Shirt und nahm sich dann seinen Schwanz vor. Mit ihrem noch lakritzverschmierten Mund begann sie ihn zu blasen, winkte dann zu Bea, dass diese sie ablöste und sofort kniete die Willige neben ihr, umschloss mit ihren Lippen das Ziel ihrer Begierden.

    „Es reicht, denke ich,“ Roger schob ihren Kopf weg, drückte sie nun mit dem Rücken auf den Tisch, auf diese kalten, verklebten Fliesen, kniete sich davor, spielte mit seinem Glied an der zwar äußerlich sauber geleckten, aber immer noch eisgekühlten, trotzdem schon erwartungsvoll glänzender Scham. „Ich denke, du solltest selber Hand anlegen und ihn dir einführen,“ er griff nach ihren Händen, führte sie an seinen Riemen, „du weißt, was du dir antun willst?“

    „Ja Meister!“

    „Du weißt, dass ich von dir Hingabe und Gehorsam erwarte!“

    „Ja Meister.“

    „Das du manchmal auch Dinge ausführst, wobei dir der Sinn nicht ganz klar ist!“

    Ja..a Meister.“ Das kam schon etwas zögerlicher…

    Und du weißt, dass auch du irgendwann dein Tattoo erhälst!“

    „Welches Tattoo?“

    „Dieses hier,“ Maren war neben sie getreten, hatte ihren Morgenmantel aufgeschlagen und zeigt ihr die umgedrehte Rose. Und vielleicht kommt noch für jede von uns ein Brandzeichen dazu…“

    „Ein Brandzeichen?“ Nun wurde auch Roger hellhörig.

    „Unser CoR, nur wie es aussehen wird und wo es hinkommt, müssen wir alle gemeinsam entwerfen.“

    „Ich werde auch das Tattoo und ein Brandzeichen ebenfalls gerne tragen, aber bitte, Meister, Herr, mach mich endlich entgültig zu deiner Sau!“ Bea wurde allmählich unruhig und begann, ihn an seinem Glied zu zerren, dass er endlich in sie eintauchte.

    Roger tat ihr den Gefallen und dann bewies er ihr, dass er durch jahrelanges Training den Ständer ausgiebig und in etlichen Stellungen sanft und hart, gefühlvoll und grob in alle ihre Öffnungen versenken konnte. Am Ende durfte sie ihren Meister ´zum Finale ´reiten` bis sie schließlich schweißüberströmt auf ihm zusammen sackte. Er nahm sie fest in den Arm, streichelte sie und blinzelte Maren verschwörerisch zu, die daraufhin eine Flasche Sekt aufmachte und der Neuen und ihrem gemeinsamen Herren gratulierte.

     

    Bea war glücklich. Allerdings, als Maren nebenbei aufs Handy schaute, stellte sie entsetzt fest, dass es schon 21 Uhr war.

    Und dann klingelte zum ersten Mal das Handy…. Martina!

    Als alle drei sich endlich geduscht und entspannt vor dem Kamin legen wollten, klingelte das Ding noch öfters, bis gegen 22 Uhr ein letztes Mal Martina anrief.

    „Ich komm gleich zu euch. Hab Ismir dabei, Und Jenn, Juliette, Johanna und Barbara werden auch kommen. Wenn wir dann eh wieder alle zusammen sind - könnt ihr anrufen bei Regine? Die sollte inzwischen wieder Nüchtern sein, oder?“

     * * *

     

    Regine

     

    Mit einem sehr schlechten Geschmack im Mund wachte Regine auf, rieb sich schlaftrunken die Augen, während sie auf die Wanduhr schaute: ½ 8. Auf ihrer Haut klebte alles – die beiden Jungs hatten sich richtig ausgiebig auf und mit ihr ausgetobt.

    Unbewusst kratzte sie an ihrer Scham, alles juckte und schmierte noch. Langsam kamen die Erinnerungen wieder. Warum waren sie gekommen? Angeblich wegen der Wohnungseinweihung, wie Rodrigo so großspurig behauptet hatte. Immerhin, beide hatten was drauf und sie nun auch ihre erste Sandwichnummer hinter sich.

    Ein sehr schlechtes Gewissen hatte sie wegen Conny und Peggy. Schließlich sollte sie Conny betreuen, doch wie es aussah, kam die mit Peggy sehr gut, sogar besser als mit ihr zurecht. Irgendwann waren beide ebenfalls bei ihr gewesen, hatten mit zugeschaut, wie sie sich austobte und auch selber aneinander gespielt. Ob Conny ebenfalls bi wie Peggy war?

    Ihr sollte es egal sein – erstmal stieg sie unter die Dusche, alles ab, wegspülen.

    Was wohl die anderen machten?

    Zwar war sie von den meisten auf ihrem Arbeitsplatz besucht worden, aber nachdem sie den ersten Joint beraucht hatte, war ihr Erinnerungsvermögen doch etwas eingeschränkter. Sie konnte sich nur noch daran erinnern, dass ihre Empfindungs- und Wahrnehmungsfähigkeiten sehr gesteigert worden waren.

    Und an Roger konnte sie sich erinnern, wie er sie dort rausholte.

    Ihr Meister…

    Na ja, nicht nur ihrer. Sie war nur eine der Seinen, eine von vieren. Die Ältere, diese Ute, hatte er ja schon weitergereicht. Wie sie da gestanden hatte, mit ihrer schwarz eingefärbten Haut, kahl geschoren, nur Möse, Arsch und Euter waren hellhäutig geblieben. Warum eigentlich? Sie wollte als ein Tier, genauer als Kuh leben. Weswegen dann die Hervorhebung dieser Geschlechtsregionen durch Nichteinfärbung?

    Schade, dass sie das, was dieser Tierarzt an ihr vornehmen wollte, nicht mehr mitbekommen hatte, weil sie auf dem Klo arbeiten musste.

    Ficken und sich ficken lassen, sollte das nun das alles sein, was ihr in der Zukunft bevorstand? Doch allein dieser Gedanke reichte, wieder das Jucken ihrer Mumu zu spüren..

    Etwas Essen..

    Allerdings war der Blick in ihren Kühlschrank frustrierend: gähnende Leere!

    Ob Peggy etwas für sie hat?

    Barfuss und nackt ´warum renn ich eigentlich jetzt nur noch nackt hier rum?` ging sie über den Flur, rüber zu Peggy, klopfte, doch niemand sagte etwas. War sie nicht da? Sie wollte, sollte doch auf Conny aufpassen! Ob sie…?

    Die Türen waren hier ja eh nie abgeschlossen, also schob sie diese auf und sah dann beide eng umschlungen auf dem Bett liegen.

    Conny schreckte als erste auf, doch als erkannt hatte, wer da kam, schmiegte sie sich erneut erst an Peggy, die nun allerdings ebenfalls aufwachte, sich wohlig streckte und ihrer Mitschläferin einen Kuss auf den Rücken drückte.

    „Na ihr Langschläfer!“ Regine setzte sich zu Beiden auf das Bett, „ich bin hier auf Betteltour. Mein Kühlschrank ist leer und…“

    „Ach du Arme!“ Peggy schob Conny beiseite, „ich hatte vergessen, für dich noch einzukaufen gestern. Ess was mit uns. Wir müssen auch was zwischen die Zähne bekommen.“

    Sie stand auf und setzte die Kaffeemaschine in Betrieb.

    „Wie geht’s dir heute?“ Regine setzte sich zu Conny, drehte sie auf den Rücken. Die offenen Stellen an ihrem Körper waren schon wieder gut verheilt, auch der misshandelte Unterleib konnte von ihr schon wieder, ohne Schmerz zu erzeugen, angefasst werden. „Da hat Peggy mich behandelt,“ gab Conny kichernd von sich, „sie hat eine Zunge…“

    „Wirklich? Diese Technik muss ich noch etwas vervollkomnen,“ gab Regine zu.

    „Soll ich’s dir beibringen? Vielleicht können wir das beide sogar bei einem Dreh machen. Ich muss mal Maren fragen.“

    „Warum Maren? Ich denk, Roger ist der Chef?“

    Schmunzend gab Peggy das zu, fügte aber an: „Maren ist eigentlich die richtig treibende Kraft hier. Ohne sie hätten wir noch diese Amitypen hier und wer weiß, wer dann noch von uns Alten hier wäre.“

    „War dass so schlimm mit denen?“

    Seufzend musste Peggy sie aufklären. „Roger war hier ja offiziell der Geschäftsführer, aber was und wie gedreht werden sollte, bestimmten die. Außerdem hatten sie draußen neben dem Studio ihr Labor. Und so auch laufend genügend Nachschub für die Drehs. Wieviele hab ich schon hier kommen sehen…“

    „Nur kommen?“

    Mit missmutigem Gesicht beichtete Peggy nun: „Die hatten bei den Dreh eine sehr hohe ´Unfallquote`. Da hab ich die Mädels schön geschminkt und fertig gemacht, aber zum Abschminken kamen viele nicht mehr zurück. Und ins Studio durfte ich während der Drehs auch nicht. Als dann Maren hier mit einstieg, wurde das alles etwas seltener. Irgendwas hat sie festgestellt und dann anscheinend diesem Oberboss das Messer an die Brust gesetzt und ihn erpresst. Und kurz darauf war sie die Chefin hier und die Amis haben alles sie Belastende verschwinden lassen.“

    „Und Roger?“

    „Der stand ja von Anfang an immer voll hinter ihr. Schließlich hat er sie ja auch selber hergeholt. Dass er Geschäftsführer blieb, ist ja auch ihr Verdienst.“

    „Und dieses Labor? Ist das noch da?“

    „Maren hat sich diesen Chemiker zur Brust genommen. Danach haben die Beiden sämtliche Vorräte an Chemikalien noch verarbeitet und anschließend die Geräte abgebaut, verpackt und ausgelagert.“

    „Und was passierte mit den Sachen, die noch unter Maren produziert worden waren?“

    „Auch alles weg. Maren hat da nie drüber sprechen wollen. Nur manchmal…….“

    “Manchmal was?“

    „Na ja, wenn bei den Drehs oder auch bei den Veranstaltungen mal eine ausflippte, hat Maren sie immer sehr schnell wieder in die Spur bringen können…“

    „Aha? Hat sie also immer noch irgendwelche Drogen?“

    Peggy zuckte mit der Schulter. „Möglich. Ich hab da immer die Augen zugemacht. Aber ich hab mitbekommen, dass sie der Choreografin des Baletts immer eine kleine Tüte mit Pillen gab.“

    „Meine Maren als Drogendealerin…!“ Regine lachte auf.

    „Sprech da bloß nicht mit ihr darüber. Sonst schiebt die mich auch ab.“

    „Wieso auch?“

    „Früher wohnten hier sehr viel komische Typen, die bei den Amis mit gedreht haben. Bis auf die beiden Schwarzen sind die alle weg.“

    „Und warum sind die noch da?“

    „Keine Ahnung. Jetzt sind die Beiden zum Glück erstmal ebenfalls weg. Aber,“ sie stand auf, „genug geredet. Jetzt wird zuerst gefrühstückt und danach zeig ich dir, was frau mit der Zunge gerade an und bei frau alles für die richtigen Gefühle erzeugen kann.“

    „Und dass kann Peggy wirklich gut,“ kicherte Conny, „mein Pfläumchen juckt und cremt immer noch nach.“

    „Ja, du leckst tatsächlich wie ein kaputtes Auto,“ spöttelte die Verursacherin, sah zu Regine hin, „Wie wär’s, wenn du bei ihr weiter machst? Oder magst du nur noch mit Kerlen?“

    „Ich hab auch einige Frauen bedienen dürfen,“ widersprach Regine, bevor sie sich Conny zuwandte, „Ihr vier Frauen,“ die Maskenbildnerin sinnierte laut vor sich hin, „Maren seh ich bei euch als den Machertyp, die…“

    „Maren war schon immer eine Leitwölfin. Klassensprecherin, Schulsprecherin… Selbst unser Kaffeeklatsch war ihre Idee. Na ja, als sie schwanger wurde, war das dann schlagartig vorbei. Ihr Mann..“

    „Was macht der eigentlich?“  

    „Soweit ich weiß, war der Kapitän, kam nur alle 3-4 Monate mal kurz nach Hause…“

     „Und? Hat sie die Abwesenheit genutzt?“ „Überhaupt nicht. Sie war die ganzen Jahren über dieses unscheinbare, brave Hausmütterchen wie Martina oder ich. Nur Jenn blieb von der Kinderseuche verschont…“  

    „Kinderseuche!“ Peggy musste auflachen, „wie viele hast du?“

    “Zwei. Andrea und Michaela, beide 21, Zwillinge halt.“

    „Die Mann hätte lieber Söhne gehabt, oder?“

    „Wie kommst du da drauf?“  „Na, bei den Namen…“

    Regine seufzte. „Ich hab immer nur Ja und Amen gesagt. Ich will die Kinder nicht missen, aber den Mann dazu… Bei Roger hingegen. Schon als ich ihn nur als Wirt sah, strahlte der schon irgendwas aus..“

    „Ja, er hat schon ne gewisse Aura. Das muss ich sogar zugeben.“ Peggy stimmte ihr zu.

    „Roger. Ist das der Chef von hier? Der mich da rausgeholt hat?“

    „Genau der. Kanntest du den schon vorher?“

    Conny schüttelte den Kopf. „Aber auf der Bühne bei der Versteigerung, da schon hat er mich beiseite genommen, hat mir ein Armband mit nem Pieper dran umgelegt, falls was sein sollte.“  

    “Ich glaube, er kannte diesen Arsch, wusste, dass der sich vergessen kann.“  

    „Was ihm ja auch passierte. Vielleicht hab ich auch selber mit Schuld dran gehabt. Ich hatte ihm ja von meiner Neigung zum Masochismus erzählt und …“

    „Kein Grund, dich fast totzuschlagen.“

    „Eure Maren hat mir prophezeit, dass mir das irgendwann erneut passieren wird.“

    „Dann pass bloß auf, dass sie dich nicht als Escort für spezielle Kunden vermitteln will.“ 

    „Sowas habt ihr hier auch?“  Conny wurde hellhörig.

    „Maren ist halt sehr geschäftstüchtig und solange Roger ihr freie Hand gibt.. Selbst mich hat sie schon mal vermittelt.“

    „Jetzt kommt aber, der Tisch ist gedeckt. Und du Conny, leg dir was unter. Ich will nicht, dass du die Stuhlbezüge einsaust!

    Verlegen ging diese vorher ins Bad und holte sich ein Handtuch.

     

     Kapitel 8

     

    Dieses Kapitel wird etwas ... hektischer.

    Lasst euch überraschen...

    Roger + Maren + Bea

     

    Maren hatte das Gespräch angenommen, sah nun zu Roger. „Wieder Martina. Sie kommt gleich her. Ebenfalls Jenn mit Johanna und Barbara ud zusätzlich noch Juliette. Ob wir nicht dann auch Regine dazu holen wollen?“

    Roger sah mitleidig Bea an. „Dein großer Abend wurde so doch ganz schön gestört, oder? Ständig diese ganzen Anrufe.“

    „Aber die waren doch auch wichtig für euch. Und wenn jetzt alle anderen ´Damen`von dir kommen, dann lernen die mich nun gleich als eine der ihren kennen.“

    „Ach du neugierige Jungsau!“ Maren nahm sie fest in den Arm, „ich ruf Regine an.“

    ….

    „Na du Spritdrossel? Wir haben gleich ein großes Meeting, bei Roger unten im Keller. Dein Herr erwartet auch die Anwesenheit seiner Geilsau,“ sie kicherte ins Handy, „kommst du?“

    „Ich bin grad wieder bei Peggy und Conny. Wir haben uns alle gemeinsam regeneriert..“ „Regenerieren nennt man das jetzt?“

    „Na komm. Was habt ihr denn anderes gemacht?“

    „Wir haben unsere, nein Roger hat seine neue Jungsau bestiegen und somit ganz offziell aufgenommen. Jetzt sind wir schon zu fünft!“

    Maren wandte sich zu Roger: „Sie ist bei Peggy und Conny. Wollen wir die auch? Obwohl – wenn Tina was von unserem Vorhaben erzählt, werden’s zu viele Ohren, denke ich.“

    „Es wäre dann wirklich nicht gut. Noch ist alles in der Schwebe und bevor wir nichts festgeschrieben und besiegelt haben, sollte es unter uns bleiben.“

    „Und was ist dann mit Regine?“

    „Maren, du kennst sie. Sie ist eine von uns, irgendwann wird sie es eh erfahren müssen.“

    „Regine? Kannst du runterkommen? Unten durch den Saal, vorbei an den Separees zur Stahltür, dann bist du im Keller des Cafés und dort die rechte Tür: Da ist Rogers Spielzimmer. Da werden wir alle sein. Bis gleich!“

    „Soll ich alleine kommen?“

    „Heute ja. Es gibt noch einiges an Interna zu besprechen, sonst hätte ich gesagt, bring Peggy und auch Conny mit. Vielleicht ergibt sich noch eine Gelegenheit, dass wir beide später dazu holen.“

    „Na gut. Ich komm dann runter.“

    Regina trennte die Vebindung, sah zu Peggy hin.

    „Ich soll runter ins Spielzimmer kommen. Roger hat eine Neue aufgenommen und ich soll sie nun auch kennenlernen.“

    „Jetzt geht’s ja ruckzuck mit eurer Requirierung,“ lachte Peggy. „Dann viel Spaß noch.“

    „Danke!“ Regine war schon ungeduldig und zu neugierig, also war sie nackt wie sie war aus dem Zimmer heraus, die Treppe runter, über den Gang hin zum Fahrstuhl.

     

    Merkwürdig! Warum ist die Beleuchtung hier an? Und warum geht die Fahrtuhltür unten wieder zu? Ob schon jemand von den anderen gekommen und gerade eben runtergefahren ist?

    Vielleicht treff ich die unten noch…

     

    Sie drückte schon etwas aufgeregter auf den Fahrstuhlknopf, hörte, wie die Kabine hochfuhr, die Schiebetüren sich aufschoben, sich hinter ihr wieder schlossen und der Fahrstuhl mit ihr die eine Station nach unten fuhr, als – kaum dass sich die Fahrstuhltür unten geöffnet und sie herausgetreten war, zwei ihr unbekannte, südländisch aussehende Männer sie anblickten, die sie ebenfalls etwas überrascht anstarrten, sie dann aber grob an den Armen zu sich aus der Kabine zogen, sie festhielten und ihr den Mund zuhielten.

    Sie wollte noch protestieren, sich losreißen, doch ein harter, fester Schlag an ihren Kopf beendete jeglichen Widerstand….



    Jenn   

     

    „Ich hoffe, das Treffen wird nicht zulange dauern. Ich muss morgen wieder in die Kanzlei.“

    „Tröste dich, auch wir müssen wieder zur Arbeit,“ nahm Johanna sie in den Arm, „aber ich will nun auch unbedingt selber wissen, was Martina neues oder zusätzliches ausgehandelt hat. Und vielleicht rückt Roger noch etwas mehr über deinen Halbbruder raus.

    „Ach du ahnungslose Oma,“ kicherte Jenn, „jahrzehntelang hörst du nichts und auf einmal holt dich die Vergangenheit ein.“

    „Blöde Kuh!“ Ihr wurde fest in die Seite geknufft, als Barbara schon auf den Hof einbog und sich neben den großen schwarzen PickUp am Eingang stellte.

    „Scheinbar ist Martina auch schon da. Aber soll das nicht ein Taxi sein?“

    „Vielleicht hat er sie privat hergefahren,“ mutmaßte Jenn, „Aber egal. Lasst uns reingehen.“

    „Wollen wir nicht auf Juli warten?“

    „Hast du nicht gesehen, wie sie diesen Oberkellner angesehen hat? Ich hab ihr doch auch den Code gegeben, ansonsten kann sie ja anrufen.“

    Die drei traten vor die Eingangstür, Jenn tippte die 4 Zahlen ein und die Tür schnarrte auf.

    Es war alles hell erleuchtet in dem großen Gebäude, ohne Probleme erreichten den Fahrstuhl. Dieser kam erst nach einer etwas längeren Wartezeit, doch endlich hörten sie, wie sich die Tür zuschob, die Kabine zu ihnen hochfuhr.

    „Dauerte das gestern Abend auch so lange mit dem Fahrstuhl?“ wunderte sich Barbara. Jenn schüttelte den Kopf. „Ich war ja ein paar Stunden hier drin als Fahrstuhlgirl. Da ging’s immer ruckzuck. Ausser…“

    „Ausser was?“

    „Was soll’s.“ Jenn winkte ab, „Manchmal hab ich unterwegs gestoppt und bei besonderen Gästen eben die Stimmung weiter angeregt.“

    „Meine Tochter ist wirklch ein geiles Stück!“ stellte Barbara ironisch fest, als endlich die Kabine unten angekommen war.

    Als sich die Tür aufschob, sahen sie sich völlig unvorbereitet zwei dunkelgekleideten Männern gegenüber, die, ohne das auch nur eine an Abwehr denken konnte, sich sofort mit Schlagstock und Taser auf sie stürzten. Jenn wurde als Erste am Kopf getroffen, ging sofort zu Boden, während Barbara einem ersten Schlag noch ausweichen konnte, dann aber mit einem Handkantenschlag gegen die Halsschlagader ebenfalls außer Gefecht gesetzt wurde. Johanna stand wie erstarrt, nun wurde auch ihr mit der Baseballkeule in den Magen geschlagen und aufschreiend krümmte sich vor Schmerzen zusammen, bis ein weiter Schlag auf den Kopf sie endgültig betäubte.

    Als sie wieder wach wurde, lag sie unten im Saal neben dem Aufzug, erkannte in dem diffusen Licht eine ihr unbekannte nackte Frau, daneben Jenn und Barbara, beide ebenfalls hilflos mit auf dem Rücken gefesselten Kabelbindern und einem Tuch im Mund. Und dann war sie dran…

    So bekam sie auch gar nicht mehr mit, wie der Fahrstuhl erneut nach oben fuhr

     

    Martina + Ismir + Juliette

     

    Martina war die Nächste, die zusammen mit Ismir auf den Hof fuhr.

    „Wer ist denn noch alles da? Und wer fährt diesen PickUp? Jenn bestimmt nicht.“

    Vielleicht diese Steuerberaterin oder diese Reporterin?“

    „Kann ich mir nicht vorstellen. Aber egal, die warten sicher.“

    Sie schmiegte sich an Ismir, „ich würde dich ja gerne mit runter nehmen, aber ich weiß nicht, ob Maren das gerade wegen dieser neuen Erkenntnisse gerne sehen würde.“

    Ismir strich ihr übers Haar. „Ich kann’s schon verstehen. Wenn du nachher fertig bist – du hast ja meine Nummer.“ Er gab ihr einen Kuss und sie wollte gerade aussteigen, als der Wagen von Juliette hinter ihnen ebenfalls auf den Hof bretterte.

    „Ich dachte, du bist schon längst da mit unten?“ Martina trat an ihren Wagen.

    „Glaubst du, ich kann mir solche Wagen leisten?“ Juli stieg aus, „Der da, der Daimler, das ist der Wagen von Barbara. Jenn und Johanna waren bei ihr im Wagen. Aber dieses PickUp? Ich musste noch etwas .. besprechen.“

    „Aha? Besprechen nennt man das jetzt?“

    Beide lachten. „Trotzdem ist da was faul.“ Martina trat zurück an das Taxi. „Ismir, tu mir den Gefallen: Kannst du uns doch begleiten, wenn wir runterfahren? Dieser Wagen da… Irgendwas stimmt hier nicht.

    Der Professor hatte ja erwähnt, dass die Amis sich an einen der Clans gewendet haben sollen. Wenn die schon…“

    „Keine Angst, ich bring euch sicher runter,“ versprach Ismir, schloss sein Taxi ab und folgte beiden zum Eingang, wo Martina schon den Code eingab und in der Tür auf ihn wartete. Juli hatte bereit vorsorglich etwas aus ihrer Handtasche geholt und sah nun auch bedachtsamer aus.

    Als der Fahrstuhl wieder runter fuhr, stand Ismir bereits angespannt an der Schiebetür, über die Finger der rechten Hand hatte er einen Schlagring geschoben, während die beiden Frauen sich etwas hinter ihm aufhielten. Nach dem Öffnen der Tür unten sahen sie erstmal nichts – das fahle Notlicht war ausgeschaltet worden - doch nachdem einer der beiden Eindringlinge sich auf Ismir stürzte und ihn mit dem Baseballschläger auszuschalten wollte, riss dieser instinktiv die linken Hand hoch, wehrte diesen Schlag ab, erwischte dann mit einem seitlichen Schwinger die Schläfe des Angreifers. Mit dem durch den Schlagring verstärkten Treffer wurde dieser sofort ausgeknockt. Ismir bekam dadurch gar nicht mit, wie ein zweiter Angreifer sich auf die Frauen stürzte, aber von Juli erst mit dem Tränengasspray in die Augen geblendet und anschließend mit einem sauber geführten Handkantenschlag an den Hals zu Boden geschickt wúrde.

    Alle drei sahen sich entsetzt an, dann kniete sich Martina neben den, der von Juli erlegt worden war, fühlte nach einem Puls, aber sie spürte nichts. Der Erste lag ebenfalls bewusstlos auf dem Boden, lebte aber noch.

    „Verdammt, wer sind die denn? Wo sind Roger und die anderen?“

    Etwas im Hintergrund erkannte Juli die verschnürten anderen vier Frauen.

    „Die wurden auch von denen niedergeschlagen. Sind da vielleicht noch mehr bei Roger und Maren?“

    „Ihr bleibt hier!“ Ismir sah zu Martina, „wo geht das das hier weiter?“

    „Komm, ich war heut Nacht schon in dem Tunnel gewesen,“ Juli bückte sich und gab Martina einen der Schlagstöcke, „wenn einer wieder zu sich kommt – einfach zuschlagen.“ 

    „Wohin denn?“ 

    „Wohin wohl! Auf den Kopf natürlich!“

    Dann wandte sie sich an Ismir. „Komm! Wir schauen, ob da noch mehr sind.“

    Roger

     

    Er hatte sich einen Bademantel übergezogen, bevor er sich mit Maren und Bea nach unten begeben hatte. Staunend betrachtete Bea die Einrichtung, erkannte das verstellbare Kreuz wieder, in dem sie 3 der ´Kolleginnen`in der letzten Nacht bereits gesehen hatte. „Möchtest du schon mal Probehängen?“ Maren zog sie an des Gestell und noch kichernd ließ Bea sich die Arme fixieren. Als dann aber auch um die Knöchel die Fesseln geschlungen wurden und sie feststellte, dass sie ohne Hilfe da nicht mehr rauskommen würde, wurde sie doch unruhiger. Zumal nun auch Maren anfing, sie immer heftiger zu stimulieren.

    Roger hatte sich gegen die Liege gelehnt, sah den Spielereien seiner devs amüsiert zu. „Schieb ihr den Plug in den Mund. Uns hört hier zwar niemand, aber dann erkennt unser Frischling, bei was für Perversen sie gelandet ist.“

    Maren holte das Teil, allerdings nicht ohne auch die Katze und ein Tuch mitzunehmen.

    „Du weißt doch, Schmerz kann auch Lust erzeugen,“ teilte sie Bea mit, bevor sie diese fest küsste und ihr denn den Mund verschloss. Als ihr dann allerdings auch noch die Augen verbunden worden waren, wurde Bea doch etwas panisch. Es half ihr nichts, Maren hatte Lust auf sie bekommen und sie war ein reizvolles Opfer.

    Nach zwei Schlägen auf den Hintern dann einem leichten auf die Vagina gönnte sie Bea eine kurze Pause, allerdings nicht, ohne ihr diese ´Muschi` mit dem lederumwickelten Griff tief in die schon wieder nasse Scheide zu schieben….

     

    „Roger! Maren! Wir sind überfallen worden!“ Atemlos keuchend stürzte Juli in den Raum, Ismir hinter ihr. Vorsorglich hatte er wieder seinen Schlagring übergeschoben.

    „Was ist passiert?“

    Roger packte Juli an den Oberarmen: „Wer wurde wo überfallen?“

    Ismir war etwas besonnener. „Da am Fahrstuhl haben zwei Männer anscheinend gewartet. Sie haben dort 4 Frauen niedergeschlagen, davon 3 gefesselt. Martina ist bei denen. Scheinbar haben die uns kommen gehört. Juli und ich haben die erledigt, aber .. Hier bei euch ist noch niemand gewesen, oder?“

    „Nein, natürlich nicht. Würden wir sonst hier so ruhig spielen?“ Roger ging an eine Schublade, holte eine Pistole heraus. „Ich geh nach oben und schau, ob jemand auch nach oben gegangen ist. Kommst du mit?“ blickte er Ismir an.

    „Sicher.“

    „Schaut ihr nach den Frauen?“ Dann gingen beide leise und vorsichtig die Treppe hoch. Maren war einen Augenblick etwas kopflos. Sie vergaß Bea am Kreuz und rannte durch den Tunnel hin zum Fahrstuhl. Martina hatte schon Jenn und Barbara befreit hatte und war gerade dabei, Johanna loszubinden.

    „Was ist mit Regine?“ Sie kniete vor der Freundin, die regungslos auf dem Boden lag, fühlte nach dem Puls. Zum Glück spürte sie etwas. „Sie lebt noch.“ Erleichtert zog sie Regine an ihre Brust, dann schaute sie zu den zwei Angreifern. „Wer sind die? Was wollten die?“

    „Keine Ahnung.“ Martina kniete sich zu den Beiden runter. Die sehen aus, als kämen sie aus dem Libanon. Warte, der Professor hat gesagt, die Amis hätten sich an einen der Clans gewandt. Ob die…?“

    „Möglich. Ich hatte ja befürchtet, dass die etwas machen werden, aber dass sie gleich soweit gehen?“

    Martina sah bedrückt Maren an. „Wollen wir nicht erst anrufen bei der Polizei und dem Notarzt?“

    „Warte. Regine kommt grad wieder zu sich. Wie sieht’s mit den Beiden aus?

    „Der eine rührt sich nicht mehr, der andere stöhnt noch.“

    „Was war das denn?“ Johanna hockte schon neben dem Regungslosen, fühlte den Puls. „Dieses Schwein ist tot.“

    Juli kniete sich dazu, schob dessen rechten Arm frei, erkannte eine Tätowierung. “Der gehört zu Al Bensa.“ Sie legte auch bei dem Anderen den Unterarm frei, „der ebenfalls.“ Sie erhob sich wieder. „Ich hab mal über die Clans geschrieben und auch dafür recherchiert. Die arbeiten hier neben Drogenhandel und Prostitution auch als Auftragskiller.“ Sie durchsuchte die Taschen des einen. „Hier, wusste ich doch. Alles dabei: Pistole mit Schalldämpfer, Springmesser und he! Der hatte sogar ein Garottegeseil dabei. Das sind Profikiller!“

    Jenn hockte sich neben dem Toten. „Wenn bei der Polizei durchsickert, wer dafür verantwortlich ist, dann sind auch wir alle dran. Die werden bei den Ermittlungen dann ebenfalls die ganzen Verkaufs- und Übergabeverträge überprüfen und sich dabei dran stoßen an den niedrigen Verkaufszahlen. Dass da irgendetwas nicht koscher war, würde selbst einem Blinden auffallen. Und dann haben wir zusätzlich die Steuerfahndung am Hals. Unsere ganzen Planungen könnten wir dann vergessen und sowohl Maren als auch Roger werden in den Bau wandern.“

    „Und was sollen wir dann machen?“

    Maren und war mit Juli dazu gekommen und sah kalt auf beide herunter. „Wir lassen die verschwinden.“

    „Aber nicht so einfach. Den da,“ Juli deutete auf den Bewusstlosen, den bringen wir zum Reden. Wir spannen den ans Kreuz…“ Juli war schon wieder ganz abgeklärt, doch Maren zuckte zusammen. „Verdammt! Wir haben Bea dort hängen lassen!

    Maren und Jenn starrten sich an. „Wir haben die vergessen. Scheiße!“

    Beide rannten los zum Spielzimmer, wo Bea hilflos in ihrer Fesselung zappelte und erstmal tief Luft holte, als man ihr den Knebel aus dem Mund zog, dann aber wie ein Rohrspatz zu zetern anfing. „Ihr könnt mich doch nicht so einfach allein lassen. Wenn was passiert wäre..“

    „Es ist genügend passiert, sogar zuviel,“ erklärte ihr Maren, während sie ihr die Bänder löste, „wir sollten überfallen und scheinbar auch beseitigt werden…“

    Jenn sah das anders. „Sollten? Wir wurden überfallen. Regine ist noch ohnmächtig, einer von den Typen ist tot, der andere noch besinnungslos…“

    „Ist die Polizei auch schon da?“

    Jenn und Maren sahen sich kurz stumm an, dann versuchte Maren zu erklären. „Es kommt keine Polizei. Bea. Du bist jetzt voll eine von uns. Es dürfte zu einer Konfrontation mit der Mafia oder einem der beiden Clans hier kommen. Noch kannst du aussteigen, wir würden dir das nicht mal übel nehmen. Aber – wir Alten, wir zeigen es dem Pack.“

    Bea stand inzwischen wieder auf eigenen Füßen, rieb sich die Druckstellen. „Ich aussteigen? Warum? Nur weil es Ärger geben könnte? Wer bin ich denn? Zwar nur die Jüngste von euch, aber ich bin nun auch ein Teil von euch, von CoR.“

    Sie richtete sich auf. „Wo sind die anderen?“

    „Vorne, noch am Fahrstuhl. Martina versucht Regine ganz aufzuwecken, Juli, Barbara und Johanna sind auch da und dieser Taxifahrer von Martina. Der und Juli haben die zwei erlegt.“

    „Juli? Diese kleine Zierliche?“

    „Genau die. Laut Martina hat sie dem Toten die Schlagader blockiert und den Halswirbel zertrümmert,“ Jenn sah Maren an, „und wie cool die dabei geblieben ist. Als ob ihr das nicht das erste Mal passiert ist.“ Nachdenklich sah diese zurück. „Wenn, dann wird sie auch wissen, wie wir das geheim halten können.“

    „Und was ist mit Barbara und Johanna? Wie werden die reagieren?“

    „Johanna wird schweigen. Dafür bring ich ihr ihren Sohn, also meinen Bruder. Und Barbara – ich glaub, die tickt so wie ich..“

    „Außer bei der Partnerwahl,“ kicherte Maren schon wieder.

    „Na und? Frau ist halt flexibel und heute hätte wohl auch sie weniger Probleme damit.“

    „Und der Taxifahrer?“

    Nun wurde Maren etwas nachdenklich. „Ich kenn den zuwenig. Martina hat den besser im Griff…“

    „Wie ihr redet! So .. verschwörerisch.“ Bea stand plötzlich mit vor den Brust verschänkten Armen vor den Beiden, „wir sind überfallen worden und ihr redet schon darüber, wie ihr das vertuschen könnt.“

    Maren nahm sie in den Arm, zog sie fest an sich. „Bea, du hast eben ´wir` gesagt. Ja, ´wir` müssen nun zusammen stehen. Da wird noch mehr auf uns zukommen, glaube mir.“

    „Was sagt Roger dazu?“

    Maren griff nach ihrer Hand, drückte sie fest. „Wir werden das gleich erfahren…“

     Kapitel 9

    Luftholen und Aufräumen...

     

    Roger kniete sich neben Regina nieder, die im Arm von Martina lag. „Wie geht es ihr?“

    „Siehst du doch,“ fauchte Martina ihn an, „diese Arschlöcher haben sie fast totgeschlagen, wenn sie nicht von Jenn und Johanna gestört worden wären.“

    „Wie kamen die überhaupt rein hier?“

    „An der Tür gab’s keine Einbruchspuren. Ich selbst hab auch nur den Code eingeben, den Maren mir gesagt hat und der funktionierte. Ich bin heilfroh, dass Ismir mit runter gekommen ist und auch Juli. Wie die reagiert hat! Die muss gespürt haben, dass da was faul ist..“

    „Wieso?“

    „Na, weil sie schon im Fahrstuhl ihren Tränengasspray rausgeholt hatte. Scheinbar hat sie ein Gespür für solche Sachen.“

    „Und die hat den da zusammengeschlagen?“

    Martina nickte. „Das ging alles so schnell. Dieser eine, der kam auf uns zu. Hatte ne Stange oder sowas in der Hand. Juli hat dem ihr Gas in die Augen gesprüht und dann …

    Wenn ich so darüber nachdenke – die hat sich halb zurückgelehnt und im wieder Vorschnellen sich irgendwie gedreht und mit der linken Hand ihn am Hals getroffen. Der ist weggesackt wie…“

    „Das Ergebnis sehen wir. Gut oder auch nicht gut.“ Roger küsste Regine auf die Stirn. „Komm wieder zu dir, Kleine!“

    Er erhob sich wieder auf, ging rüber zu Barbara und Johanna. „Wie geht es euch?“

    Bei beiden hatte sich der Schock schon wieder etwas gelöst, Barbara weinte zwar noch, aber Johanna hielt sie fest im Arm. „Was machen wir jetzt? Die Polizei anrufen?“

    „Bleibt uns was anderes übrig?“ Roger war reichlich demoralisiert. „Wenn bei Regine nun etwas Schlimmeres passiert ist.

    Diese beiden Kerle da – scheiß drauf. Aber den da,“ er deutete auf den Bewusstlosen, „den bring ich noch zum Reden! Jetzt brauch ich Maren.“

    „Ich bin doch schon hier, mein Meister.“ Sie war als erste wieder am Fahrstuhl erschienen. Bea, noch sehr aufgelöst und ebenfalls Jenn folgten ihr.

    Vom Boden hörten sie ein leises Wimmern: Regina kam wieder zu sich.

    Juli kniete sich neben sie. „Gibt es hier irgendwo Eis? Wir müssen sie kühlen. Ich könnte auch was zum Kühlen brauchen.“

    „Für deine Hand, oder?“

    Juli nickte, versuchte dabei zu lächeln, „So oft mach ich sowas ja auch nicht.“

    Martina sah sie überrascht an, legte ihr dann die Hand auf den Arm. „Red da nicht drüber. Zumindest jetzt nicht.“ Wieder strich sie ihr über die Stirn. „Wie fühlst du dich? Bist du okay?“

    Juli konnte schon wieder lächeln. „Ich hab zwar grad nen Mann erschlagen, aber sonst bin ich okay. Lieber der als eine von uns.“

    Nun konnte sich Martina nicht mehr an sich halten – sie zog die junge Frau fest an ihre Brust. „Danke!“

    Roger hatten sich mit Maren neben Ismir gestellt. „Kennst du einen von denen?“

    Dieser nickte. „Den da,“ er zeigte auf den Bewusstlosen, „wenn der mich erkannt hat, dürfte auch ich dran sein. Was willst du mit dem machen?“ Dabei sah er Roger ernst an.

    „Wir bringen den erstmal ins Spielzimmer und fragen ihn nach seinen Auftraggebern. Allerdings – ich frag mich immer noch, wie die beiden überhaupt hier reingekommen sind?“

    „Diese Tür öffnet sich, wenn sie nicht von innen ausgeöffnet wird, nur mit Code oder Chipkarte. Da ist auch ne Kamera über der Tür. Ich kann nachvollziehen, wessen Code oder welche Karte die benutzt haben. Aber das dürfte der da uns sicher auch sagen können.“ Marens Verstand arbeitete wieder auf Hochtouren.

    Juli war dazu gekommen. „Soll ich den zum Reden bringen?“

    Alle drei starrten sie an.

    „Was ist? Ich kann mehr als nur schreiben und ficken.“ Sie zuckte achtlos mit der Schulter. „Ich sollte mal für eine Behörde eine Dokumentation über ne Kommandoeinheit schreiben. Und die haben mich deswegen in deren Ausbildungseinheit gesteckt. Die dachten wohl, sie könnten bei mir als kleinem Mädchen damit Eindruck schinden.“ Sie lächelte bei dieser Erinnerung. „Ich war allerdings hinterher ebenfalls überrascht, wie viel und wie schnell ich von denen gelernt habe. Von daher kann ich mich nicht nur verteidigen.“

    „Man hat’s gesehen!“ Ismir zog sie zu sich in den Arm.

    „Du hast aber auch sehr schnell reagiert. Alleine mit deinem Schlagring.. Eigentlich hätte sein Stirnbein gebrochen sein müssen….“

     

    „He! Tauscht euch gefälligst später über eure Heldentaten aus. Zuerst muss Regine hoch in ein Bett. Ich denke, wir legen sie in unseres, oder Roger?“ Maren hatte wieder dss Kommando übernommen. Sie sah auf Johanna und Barbara. „Bleibt ihr auch hier? Zum Schlafen kommt ihr eh nicht mehr. Außerdem müssen wir noch reden über Martinas neueste Erkenntnisse. Und ich denke, du Roger, solltest den da erstmal aufwecken und zusammen mit Ismir und Juli zum Reden bringen. Ehrlich gesagt – ich möchte nicht mit dabei sein. Und du Martina, du lieber auch nicht. Der wäre sonst tot, bevor der ein Wort würde sagen könnte.

    Was machen wir dann später mit den Beiden? Verschwinden müssen die ja und…“

    „Aber, der eine da, der lebt doch noch!“ Nun wurde es doch etwas zuviel für Bea.

    „Ach Kleine…“ Martina nahm sie fest in den Arm, „komm, wir Frauen tragen Regine hoch." Sie sah die anderen Frauen an, deutete auf den Bewusstlosen, „der hier ist was für die Spezialisten. „Ich bring dir dann auch gleich etwas Eis runter, Juli.“

    Dabei griff sie Regina von hinten unter ihre Arme, Jenn und Maren packten an den Füßen mit an…



    Das Verhör

     

    Juliette sah zu Roger hoch. „Wo wollen sie ihn zum Reden bringen? Hier oder…?“

    „Ich denke, wir bringen ihn ins Spielzimmer. Dort wird den niemand hören können. Oder was meinen sie, Ismir?“

    „Besser wäre es schon. Und der andere?“

    „Weglaufen wird der uns kaum noch.“ Juli sah das ganz pragmatisch.

    Gemeinsam schleppten beide Männer den 85 kg-Mann durch den Tunnel und legten ihn auf dem harten Boden ab, schlossen die schalldichte Tür.

    „Wie bekommen wir den jetzt wieder wach?“

    „Ganz einfach: Wasser! Aber lasst uns ihn erst ausziehen. Nacktheit verstärkt das Unsicherheitsgefühl, gerade bei so einem.“

    Wieder war Juliette tonangebend.

    „Lass den doch sich selber ausziehen. Gerade wenn eine Frau dabei ist, wird’s ihm noch peinlicher sein.“

    „Und wenn der wieder auf uns losgeht?“

    Ismir nickte. „Der wird sich wie ein in die Enge gedrängtes Tier fühlen, stimmt. Zu Verlieren hat er nichts mehr und das wird ihm bewusst sein. Binden wir ihn lieber in…“ er sah sich um, „das Kreuz da.“

    „Aber nackt will ich ihn trotzdem haben. Mir war das immer sehr peinlich in derartigen Situationen.“

    „Was hast du, äh sie denn schon alles erlebt?“ Roger sah Juli überrascht an.

    „Wollen wir in dieser Situation nicht alle beim DU bleiben? Irgendwie schweißt uns die Lage doch zusammen, oder?“

    Beide Männer nickten…

    Juli hatte sich schon wieder neben den Bewusstlosen hingehockt, zog dem die schwere Lederjacke, das Hemd darunter sowie die feste schwarze Hose aus.

    Gemeinsam hoben sie nun den Bewusstlosen hoch, Juli legte die festen Ledergürtel um beide Arme, dann wurden die Beine des schlaffen Körpers ebenfalls am Kreuz fixiert.

    „Hast du ein Messer oder eine Schere hier?“ Sie sah Roger an. 

    „Reicht ein Rasiermesser?“ Roger wühlte in einer Schublade.

    „Ideal!“ Juli ließ die Klinge über ihre Härchen am Unterarm streifen, dann begann sie, sein T-Shirt aufzuschneiden.

    „Warte.“ Ismir fasste an ihre Hand, „wir wecken den erst auf. Soll er doch mitbekommen, was mit ihn passiert.“ Sie lächelte. „Angst fressen Seele auf. Stimmt. Roger, hast du einen Eimer Wasser?“

     Roger fühlte sich zwar etwas wie ein Dienstbote, aber in diesem Fall überließ er das Handeln lieber den beiden Anderen. „Wir schieben das Kreuz in den Nassbereich da in der Ecke. Da ist ein Abfluss im Boden. Wenn wir zuviel hier rumsauen, jammert Maren später wieder mit mir rum.“

    „Hast du nun nicht schon genügend Frauen, die du dafür einsetzen könntest?“ Auf den Mund gefallen war Juli auch in dieser Situation anscheinend noch nicht.

    Wieder wurde der schlaff in dem Kreuz hängende Körper durch den Raum geschoben. Allmählich fing der schon an zu stöhnen. Trotzdem hielt Juli ihm den Duschkopf vor das Gesicht und drehte das kalte Wasser auf, bis er langsam wieder zu sich kam.

    „Hoffentlich spricht der Deutsch,“ hoffte Roger, während er ihm ins Haar griff, doch Ismir beruhigte ihn. „Ich kann auch Arabisch. Was wollen wir eigentlich alles aus ihm herausholen?“

    Roger hatte konkrete Vorstellungen. „Seine Auftraggeber, wie er hier reingekommen ist, seine Aufgabe..“

    „Uns wird garantiert noch mehr einfallen. Aber wenn wir das alles erfahren haben – was dann?“

    „Du würdest den auch gerne hopps gehen lassen, oder?“ Ismir sah zu Roger rüber, „dann hätten wir aber zwei Leichen zu entsorgen. Das kann dann aber lieber seine Familie machen.“

    „Wie meinst du das?“

    Ismir lächelte. „Wir rufen den Clanführer an. Die haben ein ausgeprägtes Ehrgefühl. Falls er dann noch leben sollte - umbringen werden die ihn wenn dann hoffentlich selber – schließlich hat er versagt. Wichtiger für uns ist aber auch: wenn wir uns direkt an die wenden, erkennen sie, wen sie vor sich haben und wie wir reagiert haben. Wenn wir die einfach verschwinden lassen, schicken die uns die nächsten Beiden.“

    „Du denkst wie ein Profi, Ismir.“ Roger erkannte die Situation. „Also – bringen wir diesen Vogel zum Singen.“ Er sah Juli an auffordernd. „Willst du uns mal zeigen, was du noch so alles gelernt hast?“

    „Darf ich wirklich?“ Sie wandte sich an den inzwischen wieder zu sich Gekommenen, „Wer bist du?“

    Statt zu antworten spuckte er wütend auf sie und ließ eine Fluchtirade los.

    „Na dann..“ Juli trat zurück und ging gemächlich rüber an den Strecktisch. „Habt ihr ein Problem damit, wenn ich mich etwas lockerer anziehe? Ich will mich bei so einem wie dem da doch nicht dreckig machen.“

    Beide Männer lachten. „Pass aber auf, dass du den da nicht noch nebenbei geil machst.“

    „Soll er doch,“ kam es schnippisch von Juli zurück, „dann wird eben das Rasiermesser dafür sorgen, dass dies dann sein letzter Ständer gewesen sein wird.“

    Sie tänzelte nun nur noch in BH und Tanga zu ihm hin, streichelte mit dem Rasiermesser über sein Gesicht. „Wie war nun noch mal dein Name?“

    Ein erneutes wütendes Grunzen war die Antwort. „Nun denn…“ sie fuhr mit der Klinge unter sein T.Shirt und schlitzte dieses von oben nach unten auf, dann wollen wir das Kerlchen mal ganz freilegen.“

    Es war zu erkennen – sie konnte geschickt mit der Klinge umgehen. Schon nach wenigen Schnitten war sein Oberkörper freigelegt, die Unterhose ging sogar noch schneller. Roger durchsuchte die Kleidungsteile und wurde fündig. Neben Ausweispapieren, die ihn als Ahmed G. auswiesen, auch eine Chipkarte für die Türanlage.

    „Was haben wir denn da? Wo hast du die denn her?“ Juli hielt ihm das Teil vor die Augen, doch eine Antwort blieb er schuldig. „Nun denn, sie suchte in den Schubladen, fand ein Schachtel Streichhölzer, von denen sie eines anzündete und an seine rechte Hand griff. Auch wenn er krampfhaft versuchte, sich ihrem Griff zu entziehen – langsam begann sie vom kleinen Finger ausgehend die Flamme über die Fingerkuppe brennen zu lassen. Zuerst versuchte er, den Schmerz zu unterdrücken, doch nach dem 3. Streichholz und einem angebrannten Mittelfinger brach sie langsam seinen Widerstand. Zudem sie ständig nachfragte, woher er diese Karte hatte.

    Als sie endlich den Zeigefinger erreicht hatte, kam endlich außer Schmerzensschreien auch die Aussage, dass sie von ´den beiden Negern` stammen sollte.

    „Haben sie dir diese Karte freiwllig gegeben?“ fragte Roger nach. Nach einem kurzen Nachdrücken auf die schon angekokelten Fingerkuppen gab er zu, dass beide nach München gelockt worden waren, dort ausgefragt und anschließend entsorgt worden waren.

    „Also hatten die das schon langfristig geplant,“ stellte Roger fest, „unser Gespräch gestern mit den Amis war also von vornherein bedeutungslos. Gut zu wissen.“

    „Was solltet ihr hier veranstalten? So ohne eine bestimmte Absicht war dieser Überfall dann sicher auch nicht.“

    Wieder schwieg Ahmet, also machte Juli unbeeindruckt weiter. Vorher zog sie ihm die zerschnittenen Teile seiner Unterhose vom Leib, amüsierte sich über seinen kleinen beschnittenen Schwanz, den sie ungerührt anwichste, dann fest den Hodensack quetschte und ihn aufstöhnen ließ, als sie erneut ein Streichholz tief in die Harnröhre schob und dieses anzündete.

     

    „Du kleinschwänziger Kanake, du hast die Frage gehört: Was habt ihr hier vorgehabt?“

    „Ich dich bring um, du Hure!“ kam als hasserfüllte Antwort.

    „Na dann…“ Sie lächelte, streichelte über sein Gesicht, dann tasteten sich ihre Finger auf die schon leicht hervorstehenden Halsschlagadern und … drückte die Blutzufuhr zum Gehirn ab. Nach einem kurzen Aufbäumen sackte Ahmet ohnmächtig in seinen Fesseln zusammen.

    „Interessant!“ Ismir trat dazu, „wo hast du gedrückt?“

    Juli lachte ihn trotz dieser recht makabren Situation an, „einfach hier,“ sie legte ihre Hand an seinen Hals und übte einen kurzen Druck auf die Blutgefässe aus, allerdings drückte er sie sofort von sich, „das kurz halten, dann trittst du nach 3-4 Sekunden sofort ab. Und wichtig auch – es hinterlässt keine Spuren.“

    „Wo lernt man denn sowas?“ Er rieb sich noch seinen Hals.

    „Das hat mir mein Herbert beigebracht,“ schmunzelte sie, “aber genaueres wirst du sicher nicht wissen wollen.“

    Sie sah Roger an. „Können wir den nicht auf die Bank legen? Das Kreuz mag ja zum Spielen ideal sein, aber zum Ausfragen wie bei dem hier ist das unpraktisch. Außerdem brauch ich dann nicht immer meine Arme nach oben halten. Und du hast hier eine so schöne Streckbank…“

    Kurz darauf lag Ahmet lang ausgestreckt nackt mit dem Rücken auf dieser Unterlage, während er langsam wieder zu sich kam.

    „Na, hast du inzwischen eine Antwort für mich?“ Juliette bohrte weiter nach, „was habt ihr hier vorgehabt?“ Zur Bekräftigung ihrer Frage griff sie nach seiner rechten Hand, umfasste den Zeigefinger und … knickte ihn nach hinten weg. Laut und vernehmlich knackte es und er stöhnte auf…

    Lächelnd strich mit einem Finger über seine Brust. „Du hast noch 9 weitere Finger und glaub mir: ich habe keine Skrupel, dir jeden Finger einzeln zu brechen.

    Also: Was habt ihr hier vor gehabt?“

    Als sie endlich auch mit den Fingern der linken Hand angefangen hatte, war er endlich soweit.

    „Wir sollten diesen Kremer und diese Kruppke beseitigen.“

    „Aber warum habt ihr dann die anderen nur betäubt und gefessellt?“

    “Wir wussten nicht, wer diese Kruppke ist und dann kamen plötzlich immer mehr herunter und….“

    „Ihr hättet doch sowieso jeden umgebracht, oder?“

    „Es sollte keine Zeugen geben, war der Auftrag.“

    „Warum dann nicht auch gleich und….“

    „Wir mussten sicher sein, dass wir diese Kruppke erwischen…“

    „Und darum erstmal alle festsetzen und dann, wenn ihr Klarheit habt…“ Sie deutete das Zeichen von `den Hals brechen`

    „Genauso wie du meinen Bruder umgebracht hast?“

    Juli schüttelte strafend ihre Finger vor seinen Augen. „Dein stinkender Bruder hat sich von einer kleinen schwachen Frau umbringen lassen, dieses Dummerchen. Und dafür wird er auch ohne seine Eier auf seine versprochenen 72 Jungfrauen treffen dürfen. Genauso wie du… Ich wollte dir zwar keinen äußerlichen Schaden zufügen, aber – die hier,“ sie umfasste seinen Hodensack, „von denen darfst du dich schon mal verabschieden.“

    Ismir trat lächelnd zu ihr, legte ihr seine Hand auf ihre Schulter und reichte ihr ein Rasiermesser. „Schneid ihm die Eier ab. Und den Schwanz gleich mit dazu.“

    „Kannst du das nicht machen? Ich mag diesen stinkenden kleinen Stummel nicht mehr anfassen. Dieser Kerl ist so…“

    „Juliette, mach doch eine Pause. Geh nach oben, kühl deine Hand und beruhige die Frauen oben. Ich mach mit Ismir hier weiter. Und schicke dann Maren runter. Oder,“ Roger sah zum Taxifahrer, „willst du von all dem hier lieber auch nichts weiter mitbekommen?“

    Ein Lachen war die Antwort. „Wann erlebe ich mal sowas während meiner Arbeit? Wenn ich nachher mit deiner sogenannten Dienerin alles nachspielen darf…“

    Roger lächelte wissend. „Du willst Martina, du bekommst Martina….“



    Pläne

     

    Etwas demoralisiert stieg Juli die Treppe hoch zum Cafe, von dort weiter nach oben in die Wohnung darüber.

    Schon vor der Tür hörte sie das laute Stimmengewirr der sechs Frauen, das allerdings schlagartig verstummte, als sie die Tür aufschob.

    „Juli!“ Maren war als erste bei ihr, „wie geht es dir?“

    Sie versuchte, sich zu einem Lächeln zu zwingen. „Der Eine lebt noch.“

    „Habt ihr was aus dem herausbekommen?“ Martina kam mit einem Glas Sekt in der Hand zu ihr. „Trink das erstmal.“

    Überrascht nahm sie einen Schluck. „Wir haben den auf die Streckbank gelegt. Ismir und Roger wollen noch einige der restlichen offenen Fragen aus ihm herausholen. Ich … ich konnte und mochte nicht mehr.“

    „Ach Kleine!“ Martina nahm sie in den Arm, „Schmerzen in der Hand oder ist’s die Psyche?“

    “Letzteres. Dieser Kerl da unten widert mich an.“ Sie nahm einen erneuten Schluck, „wie geht es euch hier? Was ist mit Regine?“

    „Mit mir geht’s schon wieder,“ diese kam leicht benommen dazu, „ich hab gehört, du hast einen von denen kaltgemacht?“

    Juli nickte. „Der hatte das Pech, dass ich ihn voll erwischt hatte. Aber der andere,“ sie sah Martina an, „Ismir befürchtet, dass dieser ihn eventuell erkannt haben könnte.“

    „Also sollten wir den auch nicht mehr reden lassen.“ Ganz sachlich hatte Martina die Situation analysiert.

    „Aber was machen wir anschließend mit den Leichen?“

    „Das ist die Frage. Wir könnten beide einfach verschwinden lassen, aber dann kommen morgen schon zwei andere. Die müssen zu ihrem Clan zurück, am Besten als Leiche. Die sollen selber sehen, dass sie euch so nicht so einfach beikommen können.“

    „Sag nicht ´euch`, sag ´uns`. Juli, du bist nun auch eine von uns, ob du’s willst oder nicht.“

    Leicht irritiert blickte Juli zu Maren rüber, die sie so selbstverständlich vereinnahmt hatte.

    „Gut, dann wir. Aber wie erreichen wir, dass dieser Clan keine weiteren schickt?“

    „Ganz simpel,“ in Martina arbeitete es schon wieder, „Wer hat denn diesen Verein beauftragt? Diese Amis. Was ist also am Naheliegendsten?“

    „Das wir die Leichen zu denen bringen?“

    „Damit erreichen wir gar nichts. Die würden darauf bestehen, dass Al Bensa den Job beendet. Wissen wir, wo diese Typen wohnen?“

    „Die sind abgestiegen im ´Interhotel`. Sind ne Gruppe von zwei Personen plus zwei Bodyguards,“ wusste Juli zu berichten.

    Maren nickte. „Entweder, die widerrufen ihren Auftrag bei denen, oder….“

    Martina lehnte sich mit dem Rücken an die Theke, „oder wir liefern die ebenfalls zusammen mit diesen Killern beim Clan ab.“

    Sie blickte auf Maren. „Waren das dieselben, für die du und Roger damals gearbeitet habt?“

    „Der Eine, dieser mit dem Bart. Der war aber auch nur der Handlanger vom Söhnchen dieses Patriarchen.“

    „Und nun schickt der diese Beiden, dass sie für den wieder die Eisen aus dem Feuer holen?“

    Maren nickte, „ich hatte ihm ja einiges angeboten, aber sie wollten nicht auf mich eingehen. Die waren scheinbar nur da, um die Lage hier zu sondieren.“

    „Hatten die auch die Bodyguards dabei?“

    „Ich habe niemanden von denen gesehen.“

    Martina schmunzelte. „Und anschließend schicken die ein Killerkommando. Dumm sind die also auch noch…“

    „Wieso das?“

    „Wie hätten sie ohne Marens und Rogers Unterschrift wieder diese Firma zurückbekommen können. So einfach geht das in Deutschland noch nicht.“ Dieses Argument kam von Jenn..

      

    „Maren, deine Pillen – hast du die hier griffbereit?“

    „Woher weisst du von denen?“

    „Du hattest mir welche angeboten, falls es mir zuviel werden würde. Weißt du das nicht mehr?“

    Alle Blicke richteten sich wieder auf Juliette. „Die sollten so wirken, dass man alles mit sich machen lassen kann. Quasi wie KO-Tropfen.“

    Maren nickte verlegen. „Es gibt davon mehrere Dosierungen. Die einen lassen einem alles ganz leicht werden, andere wirken … tiefgründiger.“

    Juli nickte verstehend. „Wenn wir diese Männer damit so ruhig stellen, können wir die zusammen mit den beiden Leichen abliefern bei dem Clan, bräuchten wir die nicht auch noch selber umbringen.“

    „Und wie bringen wir die dazu, dass sie das Zeug schlucken?“

    „Indem wir denen 2-3 Nutten unterschieben als kleine Aufmerksamkeit ihrer Dienstleister, zusammen mit der Frau, die ihnen die ganzen Probleme verschafft hat. Und dann sehen wir mal, ob das ausreicht, dass sie ihre Vorsicht vergessen.“

    „Du willst also, dass ich mich quasi als Pfand ausliefern lasse?“

    Maren sah sprachlos zu Martina. „die bringen mich doch gleich um!“

    „Nicht wenn wir sie anrufen und ihnen den Erfolg der Mission verkünden. Du und Roger werdet denen gefesselt, aber lebend vorgesetzt. Denk dran: ihr nutzt denen tot gar nichts. Und dann müssen wir eben schnell sein….“

    „Und wo soll das vor sich gehen?“

    „Hier natürlich.“ Juli mischte sich ein, „Ismir könnte einen der Killer spielen, ich und Bea würden als die beiden Nutten agieren. Du Martina, zusammen mit Barbara seid die Bardamen, die als Serviceschlampen unten wieder arbeiten. Euch kennen die Amis nicht, zumindest nicht als mit Dazugehörige. Und denen dann die präparierten Getränke unterjubeln sollte doch ne Kleinigkeit sein, oder?“

     

    Erst waren alle still, mussten erst diesen Vorschlag verarbeiten, dann lachte Barbara auf. „Welch ein Wandlung. Gestern wurde ich noch als Sklavin verkauft und jetzt bin ich schon aufgestiegen zur Bardame und konspirativer Giftmischerin.“ Sie sah zu Johanna. „Lässt du mich?“

    „Du bist zwar verrückt,“ kicherte diese nun ebenfalls, „du weißt schon: wenn das publik wird, sind wir aber dann alle mit dran.“

    „Wie du eben so schön gesagt hast: WIR. Zeigen wir Frauen, was wir den Kerlen voraushaben!“



    Der Plan

     

    „Was habt ihr Frauen uns voraus?“ Roger war mit Ismir dazu gekommen, umarmte als erstes Maren, die auf ihn zugestürmt war. „Was habt ihr hier unter euch ausgeklügelt?“

    „Wir haben einen Plan entwickelt, besser Juli und Martina.“

    „Und was sieht euer Plan vor?“ Roger hatte sich von Maren gelöst und hatte Regine in den Arm genommen, die immer noch etwas angeschlagen auf der Coach hockte.

    Martina löste sich nun ebenfalls von Ismir, der sie gleichfalls an sich gezogen hatte.

    „Wir locken die Auftraggeber dieser Aktion hierher.“

    „Und wie wollt ihr das anstellen?“

    „Indem wir die anrufen und denen dich und Maren übergeben werden.“

    Roger war fassungslos. „Was habt ihr vor?“

    „Reg dich ab“ Maren versuchte ihn zu beruhigen, „einer der Killer wird die anrufen und denen klarmachen, dass sie uns hier abholen können. Was die dann mit uns anstellen sollen, überlassen sie dem Amis.“

    „Und wo soll das stattfinden?“

    „Wo wohl? Hier unten im Keller natürlich. Wir richten die Bar wieder her, sorgen für ne lauschige Atmosphäre, besetzen wieder die Bar, besorgen denen 2-3 Nutten…“

    „Wo willst du die herbekommen?“

    „Schau dich doch um! Wir haben doch genügend zur Auswahl: Bea, Juli, Martina, Jenn, für die Bar Barbara und dazu einen glaubwürdigen Entführer: Ismir.“

    „Moment!“ Jetzt mischte der sich auch ein, „werde ich denn gar nicht gefragt?“

    „Muss man dich erst fragen? Stell dir vor – während wir auf die warten, darfst du mich hier am Tresen flachlagen..“

    Martina versuchte ihm den Plan schmackhafter zu machen, „du musst nur vorher als einer der Killer bei denen anrufen und die erfolgreiche Ausführung melden. Und wenn einer das glaubwürdig kann, dann du, oder?“

    „Und du glaubst, die gehen drauf ein?“

    „Mir ist das so lieber als wenn wir deren Hotel stürmen und die dort kaltmachen. Hier haben wir immerhin Heimvorteil.“

    „Aber das sind 2 Typen von der Mafia sowie mindestens 1 Leibwächter.“

    „2,“ stellte Juli fest, „na und? Wir haben die Waffen von den beiden Killern sowie auch gleichzeitig eine autoritäre Puffmutter, die für den Service verantwortlich sein wird..“

    Nun wurden alle, auch die Frauen hellhörig. „Wer soll das sein?“

    „Ach Leute!“ Juli wirkte enttäuscht, „wir haben zwei Politikerinnen hier unter uns, die zumindest viel Reden können, auch wenn sie etwas nicht so richtig verstehen.“

    Johanna begriff zuerst, dass auch sie mit eingespannt werden sollte.

    „Ich soll also die Verhandlung führen. Hmm,“ sie sah schmunzelnd zu ihrer Frau, „dass du mir dann aber keine Schande machst, wenn du hinter der Bar stehst. Und du Juliette, danke für das Vertrauen, welches du Politikern entgegen bringst.“

    „Gerne doch..“ lächelte diese süffisant, dann wandte sie sich wieder an Maren. „Was wir dann noch brauchen sind deine bewusstseinserweiternden Hilfsmittel…“

    Diese schnaubte etwas verächtlich. „Welch eine schöne Bezeichnung für dieses Dreckzeug. Gut, ich hab da Tropfen. Geschmack- und farblos, wirken augenblicklich und lassen auch in kleinen Mengen jeden nach 1-2 Minuten willenlos, aber weiter bei Bewusstsein bleiben.“

    „Dein Chemiker muss ein Ass gewesen sein..“

    Maren nickte. „Er hat nur den Fehler gemacht, selber das Zeug zu intensiv an sich testen wollen.“

    „Lebt der eigentlich noch?“

    „Ich hab ihn untergebracht in einem privaten Pflegeheim.“

    „So schlimm?“

    „Phasenweise ja. Aber er hat dort trotzdem weiterhin sein eigenes Labor und arbeitet in seinen klaren Zeiten auf Projektbasis für einen Pharmamulti.“

    „Mädels! Schweift nicht von unserem Problem ab!“ Roger wurde ärgerlich, „Izmir, kannst du die anrufen? Etwas Englisch solltest du ja auch können, das zusätzlich mit einem starken Dialekt dürfte die Herren überzeugen. Worauf es ankommt, hat uns der liebe Ahmet ja noch mitteilen können. Soll ich noch einige Leute vom Sicherheitsdienst dazu holen?“

    Maren winkte ab. „Lass uns beim ursprünglichen Plan bleiben. Je weniger Leute eingeweiht sind, desto weniger können sich versprechen.“ Sie wandte sich an Johanna. „Johanna, kannst du denen das bisherige Überleben von Roger und mir so verkaufen, dass wie beide für die Rückumwandlung des Verkaufs am Leben sein müssen? Kannst ja anbieten, dass du einen Notar an der Hand hast. Soll ja alles plausibel wirken, oder?

    Roger, hast du eigentlich eine Telefonnummer aus dem Arsch rausholen können?“

    “Sicher doch. Sogar mehrere. Sowohl die der Amis als auch die vom Clanführer von Al Bensa. Aber bei denen kann Ismir nicht anrufen – die sind da alle miteinander verwandt, da würde selbst er auffallen. Das müssten die Amis dann schon selber machen. Also Ismir – viel Erfolg. Und ihr könnt schon mal anfangen, die Bar wieder aufzumachen und euch entsprechend herzurichten.“

    Er nickte zu Ismir, der seufzend das Handy von Ahmed in die Hand nahm und auf eine der gespeicherten Nummern drückte…

    Kapitel 10

    Hier wirds später etwas geschäftlicher. Wer gedankliche Fehler findet.... verzeiht's dem Schreiberling...

    Vorbereitungen

     

    Die anderen zogen sich zurück in das Schlafzimmer der Wohnung, in der Roger für Maren einen geräumigen, begehbaren Kleiderschrank eingerichtet hatte.

    Nicht nur Regine war begeistert, speziell als ihnen die Hausherrin ihren Fundus an Party- und Unterwäsche vorstellte. Trotzdem war allen die Anspannung anzumerken, die ihnen bevorstand.

    Johanna, Jenn und Martina nahmen Maren beiseite.

    „Wir müssen noch einen Blick auf die alten Verkaufsunterlagen werfen. Nicht dass wir etwas übersehen. Zudem – wie kam es eigentlich damals zu diesem Arrangement?“

    Maren schluckte nervös.

    „Roger und ich hatten hoch gepokert. Ich war ja damals auch schon etwas länger bei dem Laden beschäftigt und..“

    „Schon seit über 4 Jahren,“ Juli war dazu gekommen, „zumindest wenn man von den Anmeldungen zur Sozialversicherung ausgeht.“

    „Woher weißt du denn das?“ Maren fuhr gehetzt auf.

    „Recherche. Wenn ich auf irgendetwas stoße, was nicht zusammenpasst, dann werde ich gründlich. Und da hab ich eben auch etwas mehr bei dir geforscht.“

    „Und was hast du herausgefunden?“

    „Soll ich das hier so offen erzählen oder wollen wir nicht lieber…?“

    Juli merkte, dass ihr Recherchewissen wohl niemandem der Anderen bekannt war.

     

    Hilflos sah Maren auf, dann setzte sie sich auf ihr Bett, sah zu ihren Freundinnen hoch. „Wegen Roger und mir ist das heute alles so aus dem Ruder gelaufen. Eigentlich läuft dieser Ärger mit den Amis schon seit nem ½ Jahr. Die haben da erst gemerkt, was für eine Goldgrube sie aufgegeben haben und was, gerade bei dem ganzen Anlagevermögen und Geldwäschemöglichkeiten noch alles als Potenzial vorhanden ist.“

    Martina legte ihr ihre Hand auf die Schulter. „Maren, du überrascht mich immer mehr,“ küsste ihr auf die Schulter, „du hast uns nun alle ins Boot geholt. Komm, streite das nicht ab, du hattest dabei auch einen Hintergedanken. Wir sind dir gefolgt, wohlgemerkt: WIR. Du hast uns zu CoR gemacht. Aber dann wollen wir nun auch die ganze Wahrheit wissen, auch oder gerade, weil jetzt Roger nicht dabei ist. Also, rede endlich mal Klartext, bitte.“

     

    Geständnis

     

    Hilflos sackte Maren leicht in sich zusammen, dann fing sie mit gesenktem Kopf zu erzählen.

    „Ich hatte mir und auch euch lange etwas vorgemacht. Meine Ehe ist schon vor über 4 Jahren geschieden worden. So wie bei Regine, auch quasi über Nacht. Mein Rainer, dieser Arsch, hatte mich gegen eine Jüngere ausgetauscht, hat mich einfach rausgeworfen. Damals war ich noch sehr unselbständig. Ich stand praktisch von heute auf morgen ohne Geld da. Hab versucht, nen Job zu finden, aber ich fand nichts. Gewohnt hab ich damals bei ner alten Tante von mir in der Stadt. Etwas Geld hatte ich ja noch – Rainer hatte vergessen, mir die Scheckkarte abzunehmen. Nur, als ich wieder mal zum Tanken fuhr, ging dann diese Karte nicht mehr und,“ verlegen schaute sie hoch, „der Typ an der Kasse hatte mir angeboten, nen Kumpel anzurufen, der die 30 €uro übernehmen würde. Der war ja auch ganz nett, hat mich mit zu sich genommen. Und dann war er angeblich auch irgendwann blank und hat mich überredet, mit nem Bekannten zu schlafen. So kam ich zu meiner ersten Nummer. Und weil’s so gut lief, stellte er mich auf den Autostrich.“ Etwas verlegen sah sie hoch. „Ich war so naiv damals. Dieser Typ hat mich gleich voll vereinnahmt und ich war so blöd, mich vereinnahmen zu lassen. Sechs Wochen stand ich für den an der Straße.

    Aber dann kam Roger ins Spiel. Er kannte mich ja schon länger von unserem Kaffeeklatsch bei ihm im Cafe. Er hat gemerkt, dass ich in der Luft hing, hat mich erstmal von diesem Zuhälter weggeholt, mir ein Zimmer hier oben besorgt und auch den Job verschafft in dieser Filmklitsche.“

    „Hast du damals auch schon mit ihm geschlafen?“

    „Sicher. Roger war gut darin. Er wusste was er wollte und wie er mich zu dem machen konnte, wie er eine Frau haben wollte.“

    „Also hat er dich da schon zu seiner dev gemacht?“

    „Hat er. Mir gefiel diese Konstellation. Erst hab ich alles gemacht für ihn, praktisch ne 24/7 Beziehung. Aber dann hat er mich motiviert, auch wieder selber zu denken. Durch ihn wurde ich zu dieser dynamischen Person, die ich schon während der Schulzeit war.“

    „Und trotzdem bliebst du seine dev?“

    „Sicher. Er zwang mich immer wieder, Verantwortung zu übernehmen, selber zu planen. Auch, wie ich eigenes Geld verdienen sollte.“

    „Hast du?“

     „Sicher. Das Ficken hatte ich ja inzwischen mehr als ausgiebig kennen gelernt. Hab dort auch mit ihm drehen müssen.“

    „Müssen?“

    Verlegen schaute Maren zu Jenn hoch. „Dort auf dem Set war er nur professionell. Ist schon was anderes. Hinterher, ja da hat er mich so richtig eingeführt. Ich wurde zu seiner ´Privatsau`. Lächelnd schaute sie hoch.

    „Dabei lernte ich ihn noch näher kennen, hab gesehen, dass er eigentlich selber auch keine richtigen Ziele hatte und hab da schon angefangen, ihn etwas anzuleiten.“

    „Du als seine dev?“

    „Warum nicht? Ich hab diesen Kerl zu lieben gelernt und ich glaube, er mich auch. Damals haben wir uns deswegen diese Tattoos stechen lassen.“

    Martina, Jenn und Regine sahen sich an und seufzten alle drei gemeinsam auf…

    Ich hatte da auch schon begonnen, diesen Leitenden der Amis, diesen McIron, zu bearbeiten.“

    „Mit ihrer Möse kann frau viel erreichen, oder?“ Jenn konnte diese flapsige Bemerkung nicht zurückhalten.

    „Stimmt Jenn!“ bekam sie als Antwort, „ich durfte dann sogar auch schon die ersten eigenen Scripte schreiben und Roger wurde sein Stellvertreter. Eigentlich war der ganz in Ordnung…“

    „Nur eigentlich?“

    „Er musste seinen Chefs Profite vorweisen, hatte aber überhaupt keine Ahnung oder Ideen, wie und womit. Und da hab ich ihm durch Roger vorgeschlagen lassen, wie er für seine Organisation Geld waschen kann.

    Seine ganzen Filme brachten doch kaum noch was ein, seit das Video- und DVD-Geschäft durchs offene Internet zusammengebrochen war. Dann wollte er solche Snuff- und Dolcettfilme drehen. Lief zwar auch anfangs gut an, allerdings hatte er immer Ärger und Probleme damit, die Leichen verschwinden zu lassen. Durch Roger hatte ich ihn davon wieder abgebracht.

    Immerhin hatten wir so Beweismittel gegen ihn gesammelt – im Fundament des Anbaus stecken alleine drei Frauen. Und Roger hatte sich inzwischen aktiver um die Akquise von neuen Objekten gekümmert. Das er gut mit Frauen kann, habt ihr wohl alle schon erfahren….“

    „Warst du denn nie eifersüchtig?“

    „Was hätte es mir gebracht? Ich hatte ja auch meine Freiheiten, zumal er sich auf und mit mir austoben konnte. Uns hat’s damals einfach nur Spaß gemacht, wenn er mit mir in die Clubs ging oder auf Parkplätze fuhr.“

    Selbstbewusst sah sie in die Runde: „Ich war damals seine Ficksau, seine Truie und – ich habs genossen. Er brauchte es nur sagen und ich..“

    „Werde zur gehorsam hechelnden Hündin..“ warf schmunzelnd Martina ein.

    Giftig schaute Maren sie an. „Nutz das nie wieder aus. Es reicht schon, das Roger mich immer noch wie einen Köter durch diesen Pawlowschen Reflex konditionieren kann.

    Na ja, und dann stieg er nach einem Jahr selber tiefer mit ein in die Geschäftsführung dieses Ladens und..“

    „Was war er denn vorher dort?“

    Maren sah zu Martina hoch. „Er war einer der Darsteller, hat sich auch gekümmert um das Casting, hat Drehbücher und Scripts geschrieben und die festen Mitarbeiter hier angeleitet. Allerdings, das alles neben seinem Cafe. Das brauchte er einfach als Ausgleich.“

    „Und was hat dann der Geschäftsführer der Amis gemacht?“

    Abfällig winkte Maren ab. „Der hat doch dafür immer schon seine Leute gehabt. Als Rogers Vorgänger Skrupel bekommen hatte, hatte er den abserviert, wollte, dass Roger im selben Stil weitermachen sollte. Erst wollte der das ja auch, allerdings schob er dann mich vor. Hatte mich dem McIron verkauft als willfähriges Dummchen,“ sie lächelte zu Martina hoch, „war ich damals ja zeitweise noch. Hab da auch schon angefangen, neben der Dreherei und auch mal Scripts schreiben. Und ließ mich nebenbei in die Buchhaltung einweisen. Und dabei hab ich gemerkt, was für Potenzial so ein Laden mit Kapital im Rücken hat. Okay, abgesehen von dieser Filmsparte, die zwar lukrativ sein kann, wenn man gute Connections hat , aber auch gefährlich sein konnte .

    Ich hab dann angefangen, nebenbei eine schwarze Kasse zu führen. Offiziell hab ich zusammen mit Roger Geld anlegen sollen und dafür für die Firma andere Firmen, Grundstücke und Häuser gekauft.“

    „So kam dieser Laden also zu den Flächen am alten Kanal.“ Diesmal war Jenn diejenige, die nachfragte. „Hat denn niemand nachgefasst, warum gerade diese Flächen so günstig zu haben waren?“

    Maren zuckte mit der Schulter. „Roger kam damit an. Er kannte eine aus dem Katasteramt, die ihm gesteckt hat, dass unser allseits geschätzter Bürgermeister diese heißen Grundstücke billig loswerden wollte. Also sind wir, also die Amis, mit eingestiegen in seinen neugeplanten Industriepark und haben so nebenbei diese Flächen am Kanal mit übernommen.“

    „Und später, als diese Investitionen im Industriepark sich wieder gut verkaufen ließen, habt ihr diese mit gutem Gewinn wieder verkauft, das Geld war gewaschen und die Firma behielt dieses andere Gebiet im Anlagevermögen.“ Barbara kombinierte messerscharf.

     

    „Stimmt. Und dann hab ich dem McIron gesteckt, was er da für eine Zeitbombe im Portefeuille hat. Natürlich bekam er da kalte Füße. Zudem ich diese Drogenküche, die er selber hier unter dem Cafe, im Spielzimmer eingerichtet hatte..“

    „Das Spielzimmer war ein Drogenlabor?“

    Maren nickte. „Die Räumlichkeiten gehen nach hinten noch weiter. Das Spielzimmer ist nur ein kleiner Teil davon.“

    „Aber davon ist nichts mehr vorhanden?“ Johanna war nun doch etwas pikiert.

    „Ich, besser Roger, hat alles ausräumen und eine Trennwand einziehen lassen.

    Der Chemiker, übrigens ein genialer Kopf, hat nun ein eigenes Labor bekommen für legale Forschungen für einen Pharmakonzern, wenn er denn mal wieder klar im Kopf ist….“

    „Sag nicht, diese Firma Interpharm gehört nun auch zu dir oder euch?“ Überrascht unterbrach Juliette sie.

    „Der Pharmakonzern ist sehr zufrieden mit dem, was wir bereits für sie entwickelt haben. Deswegen auch unsere Beteiligung von inzwischen 12% an dem Laden.“

    „Also auch ehemals den Amis?“

    Maren lachte auf. „Gott bewahre. Davon wissen die nichts.“ Sie sah Jenn verschwörerisch an. „Wir beide haben die Verträge so verklausuliert, dass selbst Interpharm bis heute noch nicht weiß, wer dieses Kapitalpaket von denen hält.“

    „Solange sie weiterhin fleißig Dividenden in Form von Aktien ausschütten, wirds denen egal sein.“

    „Also vertritt dich dein Anwaltsbüro, sprich jetzt Jenn, bei der Wahrung deiner Interessen,“ schlussfolgerte Juli..

    Maren konnte nur stumm nicken.

    „Jedenfalls, die Amis haben McIron gefeuert, als dessen Zahlen nicht besser wurden und haben dafür einen der Mafiabosse geschickt. Und ja, ich hab dem vorgerechnet, was auf sie und seinen Geldgebern alles zukommen könnte, auch gerade bei den Filmprojekten, die nebenbei produziert wurden. Jedenfalls hat Roger dem nahe gelegt, lieber den Laden zu liquidieren. Ich hab dann angeblich einen Käufer aufgetrieben, der so dumm wäre, noch einiges an Geldern für den gesamten Laden auszugeben, sodass er ohne Gesichtsverlust aussteigen konnte.“

    „Im Hinblick auf etwaige strafrechtliche Konsequenzen haben die dann auch nicht allzu viel gefordert, oder?“ Jenn hatte schon ein breites Lächeln im Gesicht.

    „Deswegen hab ich dich doch damals ebenfalls mit beauftragt, diese Verkaufsverhandlungen vorzunehmen, als die den Schwanz eingezogen hatten.“

    „Damals wusste ich selber aber auch noch nichts über die Art und die Lage dieser Grundstücke und was es sich mit dem Pharmalabor und den Leichen im Fundament auf sich hatte.“

    „Ja und deswegen hatte Roger die Idee, euch mit einzubeziehen.“

    „Aber…“ Martina war vom Bett hoch gekommen, „deswegen also das ganze Theater von Unterwerfung und sich Unterordnen und..“

    Maren sah ihr in die Augen. „Haben wir dich gezwungen? Bedauerst du es? Roger und ich, wir wollten Personen um uns haben, die denselben Background haben, die wir kennen und denen wir vertrauen können. Quasi CoR. Und es hat auch funktioniert.

    Du Jenn, hast uns Johanna und Barbara näher gebracht, dich

    Juli, hab ich requiriert, und du,

    Martina, brachtest uns den Professor und den Steingräber und nun auch deinen Izmir.

    Wir haben alle eine gemeinsame Idee. Vielleicht ist das eine verrückte Idee, aber wenn wir nun heute die Amis endgültig abschieben können, dürften wir alle sehr erfolgreich werden.“

    „Und wo bleibe ich dabei ab?“ Etwas eingeschüchtert meldete sich Beate.

    „Ach Bea …“ Maren zog sie an ihre breite Brust, „du bist Rogers Ziehkind und ich verspreche dir, dass er aus dir nicht nur seine perfekte Sklavin, sondern auch eine selbstbewusste Geschäftsfrau machen wird. Sieh mich an!“

      

    „Was soll sie an dir sehen?“ Roger war mit Ismir zu dem Damen ins Schlafzimmer gekommen.“

    Schuldbewusst blickte Maren zu ihm rüber. „Ich habe Klarschiff gemacht.“

    Martina trat zu ihr. „Maren hat uns aufgeklärt, was alles bei euch gelaufen ist.

    Und sie hatte Recht, uns aufzuklären. Wir sind da in eine Sache gerutscht, die uns alle unser Leben hätte kosten können und immer noch kann.

    Jetzt wissen wir wenigstens, warum und ich denke, jede von uns weiß nun, worauf sie sich einlässt.

    Ich jedenfalls bleibe dabei. Vielleicht geht’s in die Hose, gut. Aber dann habe ich erstmals seit 20 Jahren mal wieder dieses Kribbeln in mir gespürt, das ich nun auch nicht mehr missen möchte.

    Und du Jenn. Ich denke ´WIR`,“ sie lächelte verschmitzt Maren an, „können weiterhin auf dich zählen. Geb zu, es kribbelt doch auch wieder in dir. Wann hast du zum letzten Mal so über dich bestimmen lassen?“

    „Noch nie,“ gab diese zu, „und was dabei das Verrückte ist – es gefällt mir. Meine sonst so steife Parteikollegin hat sich als meine Mutter entpuppt, ihre Frau tickt genauso verrückt wie ich und ich will außerdem meinen Bruder kennenlernen.“

    „Wir auch!“ Barbara legte ihren Arm um Johanna, „außerdem will ich dann aber auch CoR als Mandanten bekommen.“

    „Wirklich?“ Maren kniete vor den beiden auf dem Fußboden. „Du hast Feuer gefangen und du auch, Johanna? Auch als Teil von CoR?“

    „Solange ich für meinen Teil nicht mit Roger schlafen muss,“ sie sah ihre Frau an, „was du daraus machst, musst du selber entscheiden..“

    Alle begannen zu lachen, nur Barbara schaute schmunzelnd zu Roger hoch, „Wenn er es noch bringt? Bisschen Bi schadet doch nie, oder? Allerdings, das mit der Dominanz behalte ich mir doch vor. Da reicht mir meine Johanna.“

    “Und was ist mit dir, Juliette? Es heisst zwar ´Mitgefangen ist Mitgehangen`, aber es soll deine eigene Entscheidung sein.“

    „Ich hab eigentlich nur etwas Kellnern wollen und vorher nebenbei etwas dazu recherchieren und nun steh ich hier und soll mich gleich ganz vereinnahmen lassen?“ Juliette blickte ratlos zu Maren.

    „Warum zögerst du? Du hast dich doch insgeheim schon entschieden. Zum einen, weil du bereitwillig auch weiterhin mit dem Herrmanich ins Bett steigen willst, zum anderen, weil du bereits den einen dieser Typen erlegt hast und bei dem anderen auch keine Skrupel gehabt hättest…“

    „Stimmt zwar, aber..“ sie sah zu Roger hoch, „willst du das auch?“

    „Wenn Maren das sagt, werde ich da kaum dagegen angehen. Allerdings bist du keine Frau, die sich dominieren lässt. Dafür bist du nicht gepolt. Aber dass du zu uns passen würdest, das habe ich auch erkannt. Und wenn du ein Teil von uns bist, wirst du uns nicht mehr in die Pfanne hauen können, oder? Ich würde dich jedenfalls gerne bei CoR dabei haben.“

    Er drehte sich um zu Ismir. „Du hast dich ebenfalls als unverzichtbar gezeigt. So einen Mann wie dich brauchen wir genauso. Und dein Schaden wird’s auch kaum sein.“

    Dieser dämpfte etwas die aufkommende Euphorie. „Wir stehen hier kurz vor einer Konfrontation mit einem mächtigen Gegner. Lieber solltet ihr euch Gedanken machen, mit welchen Argumenten wir diese Mafiosi besänftigen können. Bei denen wird’s doch auch sein wie bei dem Clan: Wenn sie scheitern oder ebenfalls verschwinden, kommen andere nach.“

    Martina ging auf Ismir zu und umarmte ihn. „Du hast Recht. Die sollen selber die Kanaken zurückpfeifen. Wenn wir auf deren Forderungen eingehen…“

    „Spinnst du?“ Maren war empört, „erst wollen die uns alle umbringen und dann willst du denen noch etwas anbieten?“, doch Martina lächelte nur und griff nach Ismirs Hand und legte diese auf ihre Brust.

     „Bieten wir denen doch einen vermeintlichen saftigen Knochen an: einen zentralen Teil des Geländes. Quasi das Filetstück.“

    „Was meinst du damit?“ Fragend sah Maren auf ihre Freundin, die allerdings nur schmunzelte.. „Den Teil, auf dem der Müllberg liegt, quasi als sichere Geldanlage. Jenn muss eben nur bei der Überschreibung eine Klausel einbauen, dass sie keine Veränderungen oder Bauten darauf errichtet werden dürfen und zusätzlich ein etwaiges Vorkaufsrecht an CoR eingeräumt wird. Dann geht der geplante Absicherungsbereich mit dem Golfplatz vor dem Müllhügel an die Amis. Die dürften dann erstmal besänftigt sein, zumal CoR oder besser diese Immobilienfirma anbieten könnte, die bisherigen Geldwäscheaktivitäten fortzuführen. Aber dazu bräuchten sie auch in Zukunft Roger und Maren. Wir melken die also weiter.“

    Sie sah Maren an. „Ist das nicht hinnehmbar? Und das besiegeln wir gleich schriftlich. Jenn sollte in ihrer unnachahmlichen Art sehr schnell zusammen mit Barbara und Johanna dies in ihren Laptop hämmern. Und danach wird dieser Abschluss gefeiert.“

    „Du meinst, sie werden das akzeptieren? Obwohl..“

    „Obwohl sie dich und Roger kennen, ja. Martina schmunzelte, „und wenn nicht, nun dann wenden wir uns direkt an deren Vorgesetzte in den Staaten.“

    „Und was machen wir dann mit deren Unterhändlern?“

    „Was wohl? Du hast immer herumgetönt, dass dein Chemiker dir solche genialen Pülverchens und so gebastelt hat. Ist da nichts dabei, was denen den eigenen Willen in unserem Sinn beeinflussen könnte?“

    „Schon.“ Maren wirkte nun doch etwas verwirrt, „aber wenn die mal wieder aufwachen?“



    Sie sah zu Ismir hoch, „Ich jedenfalls habe Lust darauf, jetzt ´meinen` Retter in mir zu spüren.“

    Dieser lächelte zwar zustimmend, gab aber zu bedenken: „Die wollen um 1:00 Uhr, also in einer Stunde, hier antanzen. Lass uns also das Spielzimmer und den einen Barbereich etwas vorbereiten.“

    „Befindet sich da nicht noch dieser zweite Killer?“

    Ismir zuckte gleichgültig mit der Schulter. „Roger und ich haben die beiden hinten in ihren Geländewagen verstaut.“

    Auf die Frage „Sind nun etwa beide tot?“ bekam Martina nur ein verächtliches ´Schulterzucken`und ein nichts sagendes Lächeln als Antwort.

    Kapitel 11


    Kurz vor 01:00 Uhr standen Ismir und Martina bereits vor dem Tor zum Parkplatz und warteten auf diese ´Gäste´.

    Ihr war beim Belohnung Abholen´eine neue Idee gekommen, die sie anschließend umgehend Maren mitteilte.

    Diese hatte sie zwar erst zweifelnd angeschaut, aber dann doch zugestimmt.

    Ismir sah auf sein Handy, während sie sich an ihn geschmiegt hatte.

    Seine linke Hand streichelte über ihren Bauch und ihr Becken. Dabei spürte er, dass sie ohne Unterwäsche neben ihm stand.

    Martina schnurrte vor Wohlbehagen, als seine Hand das kurze, engere Kleid etwas höher streifte und er mit einem Finger über ihre weiche Scham strich.

    „Du willst mich doch nicht etwa ablenken, oder?“ Sie sah zu ihm hoch, während sie die Auffahrt beobachtete.

    Er lachte kurz auf. „Wir hatten unseren Spaß, jetzt wird’s gleich gefährlicher.“

    Er lauschte, dann patschte er ihr auf den Hintern und zog ihr das Kleid wieder runter. „Sie kommen. Es geht los jetzt.“

    Sie holte tief Luft, dann löste sie sich von ihm.

    Ein schwarzer SUV fuhr auf den Parkplatz und hielt neben beiden. Der Beifahrer stieg zuerst aus, schaute sich um, dann öffnete er die hintere Tür. „It looks clean.“

    Beide Amerikaner stiegen nun aus, richteten den Blick auf Ismir. „Have you done your Job?“

    Ismir nickte, sprach dann aber auf deutsch mit starkem Akzent weiter.

    Die sind alle im Gebäude



























     
      Posted on : Sep 3, 2025
     

     
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