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Meine Frau und ich sind seit 33 Jahren verheiratet,
heterosexuell, und wir haben eine 32 jährige Tochter. Wir lieben uns
wirklich sehr, und für unsere Umgebung stellen wir die perfekten
Rolemodels einer Beziehung dar (nur wenige wissen von unserem
Ehemodell).
Es ist wirklich innige Liebe, verbunden
mit sehr viel Fröhlichkeit und Vertrauen. Wie glückliche
Geschwister! Wir nehmen uns oft in den Arm, küssen uns, aber es ist
nicht sexuell, schon seit 26 Jahren. Meine Frau hat ihre Lover (die
ich nicht kenne, wir sprechen auch nicht drüber), und ich habe meine
Geliebten. Ich hatte immer das Ziel, 5 Geliebte zu haben. Manche sah
ich nur ein bis zweimal im Jahr, andere einmal in der Woche. Sie
wussten auch von den anderen Frauen, aber keine Namen. Das hat viele
Jahre gut funktioniert, aber zurzeit habe ich nur 3 Geliebte (eine
sehe ich dreimal im Jahr). Ich will das ändern, mein Wunsch nach
Intimität und schönem Sex ist noch stark.
Unser Ehemodelle erlaubt das alles, es
ist ein Glück. Ich finde auch, dass wir Menschen sexuelle
Erfahrungen und erlebte Sinnlichkeit brauchen. Wie soll man ein guter
Liebhaber werden, wie soll man seine eigene Sexualität erkennen (und
sich an ihr erfreuen!), wenn man nur Sex mit einer/einem oder wenigen
Partnern hatte? Eine Frau sagte mal mit Stolz zu mir, dass sie in
ihrem ganzen Leben nur mit ihrem Mann Sex hatte. Mir kam das vor, als
wenn jemand sagt, er habe Ahnung von Literatur – und hat nur ein
Buch gelesen.
Die Ehe ist auch ein Kuriosum:
Einerseits erlaubt sie den Sex mit deiner Frau, andererseits
verbietet sie ihn mit anderen. So viele Ehen gehen durch „Fremdgehen“
kaputt. Dabei ist es die NATUR, die das Fremdgehen auslöst. Dein
Trieb, Deine Leidenschaften, geheime Wünsche, Unbefriedigtheit –
sie sind auch ein wertvoller Schatz. Und manchmal wollen sie aus dem
engen Korsett der Ehe ausbrechen.
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